Am 1. Juli übernimmt Horst Köhler von Johannes Rau das Amt des Bundespräsidenten. Johannes Rau hat kurz vor dem Ende seiner Amtszeit nochmal „vor einer kurzatmigen «Talkshow-Gesellschaft»“ gewarnt.

Im Deutschland Radio Berlin sagte Rau:

Es fehlt uns an Konzentration, und es fehlt uns auch an großen gesellschaftlichen Debatten. Meine Sorge ist, dass wir zu sehr in eine Talkshow-Gesellschaft kommen, in der alles zum „Event“ gemacht wird, in der nicht mehr das Ereignis und das Nicht-Ereignis voneinander unterschieden werden. Und meine Sorge ist, dass wir uns zu Tode plaudern. Ich hoffe, dass das keine Alterserscheinung bei mir ist. Aber ich kann mich an die Zeit erinnern, als es eine Sendung gab „Journalisten fragen, Politiker antworten“. Da ging man – Gustav Heinemann hätte gesagt: füglich – nicht aus dem Haus, man hörte sich das an. Heute bekommen Sie in einer Woche 43 Stunden Talkshow von Politikern. Das ist eine Geldentwertung an Worten. Die ist bedrückend.

Am 3. Juli geht es dann gleich mit einem ‚Event‘ ;-) in die Amtszeit von Horst Köhler. Der Verein „Werkstatt Deutschland“ lädt 1.200 Gäste zur „Tafel der Demokratie“ am Pariser Platz. Darunter 500 Gäste, die sich über Ihre Tageszeitungen für eine Teilnahme bewerben konnten.

Wie fandet Ihr die Amtszeit von Johannes Rau? Was erwartet Ihr von Horst Köhler?


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Ein Kommentar

  1. Lilli Marleen 25. Juni 2004 · 23:13 Uhr

    Rau war einer der farblosesten Bundespräsidenten, die ich bewusst erlebt habe. Es würde mich interessieren, ob er selber mit seiner Amtszeit zufrieden ist.
    Was ich von Köhler so halten und erwarten soll, weiss ich noch nicht; für mich muss er erst mal das Bild vom kalten Wirtschaftsfisch überwinden hin zum Bundespräsidenten für alle.

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.