Archiv: Juli 2004

Ich habs ja bereits gestern geschrieben: Die CDU plante Atomwaffentests über Erftstadt ;-)

Inzwischen haben auch die Medien die Geschichte aufgegriffen.

Der Kölner Stadt-Anzeiger schreibt:

Wer und vor allem wie die Zeilen auf die Seite gekommen waren, konnte die CDU nicht sagen. Müller glaubt, dass sich ein Hacker am Webauftritt der Union zu schaffen gemacht hat – und dass der offenbar über das entsprechende Code- oder Passwort verfügt. „Die Kreistagsfraktion hat inzwischen einen EDV-Experten eingeschaltet, der „mit Hochdruck“ den Verursacher sucht. Falls der Übeltäter ermittelt werden kann, wollen die Christdemokraten „weitere Schritte prüfen“, sagte Fraktionschef Willi Zylajew.

Auch die Kölnische Rundschau hat das Thema entdeckt:

„Ein übler Scherz“, sagt CDU-Fraktionschef Willi Zylajew. Hacker hätten über den Server des von der CDU bevorzugten Providers die Internetseite der Partei manipuliert. Bei der gewählten Form könne er gerade noch darüber lachen. Das Lachen vergehe ihm allerdings, wenn er daran denke, was man da sonst so hätte an üblen Dingen tun können.

Und natürlich ist die Geschichte auch an den Redakteuren von Spiegel Online nicht spurlos vorbeigegangen:

„Es könnte auch ein Scherz von der Jungen Union sein“, meinte er im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. Ein Hackerangriff auf die Seite erscheine ihm jedoch wahrscheinlicher. Arntz lässt derzeit sämtliche IP-Adressen überprüfen, über die in den letzten Tagen auf den Server der CDU-Kreistagsfraktion zugegriffen wurde.

Und genau hier finde ich es spannend… Es könnte auch ein Scherz der jungen Union sein??? Was sollte denn das für ein Scherz sein? Und warum sollte sich ein Hacker die Mühe machen auf dem Server der Kreistags-CDU (bekanntermaßen ein Fokus der medialen Aufmerksamkeit) einzudringen um seine Tat dann nicht auf der ersten Seite sondern erst hinter einem Klick auf „Termine“ zu verstecken?

Wie seht Ihr das? Ein Hackerangriff? Ein Scherz aus den eigenen Reihen? Oder unter Umständen nur ein Flüchtigkeitsfehler beim Aufbau der Terminseite?


Nichts ahnend kommt man heute ins Büro, schaut in dem einen oder anderen Blog vorbei – und plötzlich findet man auf Baumert und auf Keine Farben einen interessanten Hinweis.

Auf der Website der CDU Fraktion Rhein-Erft-Kreis wird im Terminbereich sowohl die Fertigstellung der Atombombe X3FS5H2 am letzten Montag als auch ein Kernwaffentest in der Atmosphere über Erftstadt für gestern angekündigt.

cdu-fraktion-rhein-erft.gif

Daß die CDU den Atomkonsens am liebsten rückgängig machen würde ist ja allgemein bekannt – aber Arbeiten am Bau einer eigenen Atombombe im Kreis des Spitzenkandidaten der NRW-CDU Jürgen Rüttgers? Hat den früheren Zukunftsminister des Kabinetts Kohls der Forscherdrang gepackt? Sieht die CDU Deutschlands Zukunft als Atommacht?

Seid Ihr gegen die Atomtests? Mail an die CDU-Fraktion-Rhein-Erft oder direkt an Jürgen Rüttgers NRW-CDU!

Inzwischen hat die Rhein-Erft-CDU die Termine übrigens von der Website genommen – soll da etwas verschleiert werden?

Hat jemand etwas von den Tests mitbekommen? Hinweise, Gedanken und Erlebnisberichte bitte in die Kommantere!


Weil ich mir grad den neuen Apple iPod ansehen will, habe nicht die Ruhe, einen langen Beitrag dazu zu schreiben, dass sich in Deutschland die positiven Konjunkturaussichten wohl verstetigen. Aber hier stehts ausführlich…


Inzwischen haben vielerlei Blogs auf Elke Mustermann aus der CDU reagiert. Zum Beispiel versucht der Denkpass in detektivischer Kleinarbeit Klarheit über die Dame zu gewinnen. Aber auch der Schockwellenreiter, Textlastig und PlasticThinking haben reagiert.

Schaut Euch mal um!

UPDATE 15:32
Inzwischen hat der Webmaster der CDU Itzehoe reagiert und eine Erklärung abgegeben, wie dieser Fauxpas passieren konnte… Denkpass reagiert angemessen und sagts besser als ich könnte ;-)

Schnell! Hat jemand mal ein Taschentuch?

Sonst heult sich hier noch einer die Augen aus. Warum?

Weil seine lieben Kumpels, die unschuldigen Webmaster der CDU-Ortsverbände – immerhin einer recht finanzkräftigen Partei mit Bundesratsmehrheit – von den bösen Demagogen des linken Hetzblatts Spiegels dabei erwischt wurden, wie sie geistlos Vorlagen kopierten.


Heute berichtet Spiegel Online über Elke Mustermann und Ihre Unterwanderung der CDU…

CDU-Kreisvorstände: Unterwandert von Elke Mustermann – Netzwelt – SPIEGEL ONLINE

In mehreren Kreisverbänden der CDU hat eine Frau mit dem Namen Elke Mustermann das Ruder übernommen – so steht es zumindest auf den Webseiten der Partei. Ihr zur Seite stehen zwei Mitstreiter – alle drei wohnen verdächtigerweise in 12345 Musterstadt. Soll die Parteibasis so mustergültig auf Linie gebracht werden?

Gefunden hat den Artikel auch schon Linkorama.

Sehr lustig, die gute Elke Mustermann scheint ja zu den umtriebigeren Damen der CDU zu gehören… Kennt die Dame jemand von Euch? Gibt es Fotos? Kennt jemand Schulfreunde von Ihr? Ist sie vieleicht eine Konkurrenz für Angela Merkel?

Sachdienliche Informationen bitte in die Kommentare ;-)


express.jpg


Habe ich gerade auf spiegel.de gefunden: Umfrage: Rot-grüne Reformen kommen besser an – Politik – SPIEGEL ONLINE

Dort steht:

In einer am Freitag veröffentlichten Umfrage von Infratest dimap im Auftrag der ARD hält eine Mehrheit von 47 Prozent die Agenda 2010 für richtig, 34 Prozent der Befragten halten die Reformen für einen Schritt in die falsche Richtung.

In einer Umfrage des Instituts vom Mai 2003 lagen Befürworter und Gegner mit jeweils 45 Prozent noch gleichauf.

Finde ich ja super, daß sich die Stimmung hier langsam dreht und die Einsicht einkehrt, daß Reformen nötig sind und wir uns von den einen oder anderen liebgewonnen Dingen verabschieden müssen. Ansonsten würden wir wohl irgendwann aufwachen und merken, daß sich ein auf Individualismus und die Stärke des Einzelnen (statt der Stärke der Gemeinschaft) ausgerichtetes Gesellschaftsbild der Damen und Herren Merkel, Stoiber und Rüttgers durchgesetzt hat – Nicht mit mir!

Früher oder später wird sich das auch in Wahlergebnissen niederschlagen – am besten schon in 72 Tagen!


Eigentlich hören wir im Büro ja EINSLIVE, sitzt doch der Sender im Nebenhaus. Aber es loht sich eben auch, zwischendurch mal umzuschalten. Und bei WDR 5 ist gesten besonders ein Kommentar von Hartwig Suhrbier in der Sendung „Westblick“ höhrenswert gewesen:

Ganz Deutschland lacht über Köln. So titelte heute das Kölner Boulevard-Blatt Express und es lieferte gleich auch die gehobenere Variante der Lagebeschreibung, formuliert von Wolfgang Bosbach aus dem benachbarten Bergischen Land, der als Vizevorsitzender der CDU-Bundestagsfraktion amtiert. Zitat: „Das ist eine Katastrophe, die viertgrößte Stadt Deutschlands ist ja nicht irgendein Ortsverein in Hintertupfingen“ Wohl wahr, aber die Spitzenleute der Kölner Union haben weithin so agiert, wie es das Klischee vom Bauerntheater in Hintertupfingen verlangt. Oder auch vom Kölner Hänneschen-Theater mit dem Schauplatz Knollendorf: Bundesweit war dies der Eindruck, den der dilettantische Versuch zur Berufung eines neuen Kulturdezernenten hinterlassen hat. Und das acht Wochen vor der Kommunalwahl, in der die CDU wieder die stärkste Partei werden will. Jetzt aber ist ihr Spitzenmann Klipper beschädigt, der nach knapp einem Jahr zurückgetretene Fraktionschef.

Beschädigt ist auch Oberbürgermeister Schramma, der die so spektakulär in den Sand gesetzte Kandidatenkür betrieben hatte. Beschädigt ist die CDU selbst, die jetzt im Ruf steht, einige ihrer Oberen verspielten durch einen Machtkampf die Chancen ihrer Partei. Beschädigt sind darüber hinaus Ansehen und Image der Stadt Köln insgesamt. Und das nicht nur bundesweit: Schließlich hat Oberbürgermeister Schramma es nicht verstanden, den sich lange abzeichnenden Konflikt mit der UNESCO in Sachen Hochhäuser-Contra Dom abzuwenden. Stattdessen bot er eine Beschimpfung der UNESCO auf dem Niveau von Knollendorf. Wie die Stadt nach all dem einen tüchtigen Kulturdezernenten gewinnen kann, ist schleierhaft. Wer will schon nach Knollendorf? In den Satzungen der politischen Parteien gibt es den Tatbestand „parteischädigendes Verhalten“.

CDU-Landeschef Jürgen Rüttgers – der bisher zu den Kölner Vorgängen öffentlich geschwiegen und auf Nachfragen allenfalls den Kopf geschüttelt hat – sollte mal nachlesen, ob dieser Tatbestand in Köln nicht längst gegeben ist. Womöglich wäre es besser, Rüttgers löste die Kölner CDU-Führung ab. Und suchte sich eine neue. Mit dem Begriff „stadtschädigendes Verhalten“, könnte man das bundesweite Medienecho auf die Kölner Vorgänge pointiert zusammenfassen.

Soweit ich sehe, kommt der Tatbestand „stadtschädigendes Verhalten“ in den einschlägigen Bestimmungen kommunal rechtlicher Art nicht vor. Vielleicht sollte der Innenminister das Kommunalrecht mal überarbeiten lassen? Damit die Kommunalaufsicht demnächst im Falle Knollendorfs tätig werden könnte!


Und wieder ein Artikel in der Zeitung, der mir lesenwert erscheint:

Die TAZ berichtet heute von drei Neumitgliedern in der SPD. Alle drei sind über das Internet Mitglied der SPD geworden:

Gerd Fuchs, 35 Jahre aus Berlin-Mitte. Er kommt aber ursprunglich aus Köln und ist in NRW groß geworden. Er sagt: „Vielleicht ist es aus Tradition. Aber da ist einfach diese Gefühl, das die SPD das richtig macht.“

Miriam Noa, 22 Jahre auch aus Berlin. Sie meint: „Nur zu meckern finde ich daneben“ und will sich in der SPD engagieren.

Stephan Meyer aus Neukölln, einem Bezirk in Berlin, wo die Arbeitslosigkeit bei 23 Prozent liegt, wolle Farbe bekennen und versteht nicht, wieso Wähler zru CDU hingehen. „Die würde es doch alles noch viel schlimmer machen und scheue doch auch gar nicht davor zurück, das öffentlich zu sagen“.


Zeitunglesen in diesen Zeiten finde ich hochspannend! Besonders für mich als Kölner gibt’s viel zu lesen, denn in der Kölner CDU ist ganz schon was los:

Richard Blömer, Mitglied des Landtages und kulturpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion in der Domstadt ist gestern gemeinsam mit dem CDU-Ratsfraktionsvorsitzenden zurückgetreten. Vorweg gab es ein langes Gerangel um den Posten eines neuen Kulturdezernenten. Und das ist nur eine von vielen CDU-„Pleiten in Serie“ (KStA)

Blömer: „Ich weiß als ehemaliger Partei- und Fraktionsvorsitzender, wie schwer die Angelegenheit allen Beteiligten fällt. Aber ich weiß auch, dass Geschlossenheit in Wahlkämpfen das oberste Gebot ist.“

Lieber Richard Blömer, dass wird bestimmt dem Landeschef Jürgen Rüttgers gefallen, der lieber Ruhe haben möchte, als eine zerstrittene CDU zur Kommunalwahl in Köln und zur Landtagwahl zu präsentieren.

Wegen Blömer baut sich aber bei der CDU aber dennoch scheinbar Frust in der Landtagsfraktion auf. Die Rheinische Post fand heraus: „Schließlich wächst in der Landtagsfraktion der Unmut darüber das Rüttgers ’nicht entschieden genug‘ gegen den Kölner Landtagsabgeordneten Blömer vorgeht, der gesetzwidrig Spenden gestückelt haben soll. Der wolle, obwohl ihm eine Anklage drohe, wieder in den Landtag – und Rüttgers tue nichts.“

Blömer möchte über 2005 hinaus in den Landtag und dort sein kulturpolitisches Engagement fortsetzen…


Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.