Kettenbrief sorgt in SPD für Aufregung (WDR)
SPD-Mitglieder aus NRW riefen zum Sturz von Kanzler Schröder auf (ddp)
Kettenbrief sorgt in SPD für Aufregung (ddp)

So, so Aufregung bei uns? Da muss mal wieder etwas an mir vorbeigegangen sein. Hier (in der Zentrale der NRWSPD) war heute niemand aufgeregt (außer darüber, dass wir heute gute Forsa-Zahlen für Peer Steinbrück vorgestellt haben), vielmehr meldeten sich dutzende von aufgeregten Journalisten bei uns.

Aber chronologisch: Heute morgen meldeten die Agenturen, es kursiere ein Kettenbrief aus Reihen der NRWSPD, der zum Sturz von Gerhard Schröder aufriefe.

Wie sich im Laufe des Tages herausstellte, kursierte dieser Brief vor allem unter Journalisten, nicht jedoch innerhalb der NRWSPD.
Erst ein Journalist konnte uns diesen sog. Kettenbrief zur Verfügung stellen. Inhaltlich ist es eine schlecht geschriebene und nicht sehr fundierte Polemik gegen Gerhard Schröder und die Agenda 2010. Nichts daran ist nicht schon mal innerhalb der SPD ausführlich (und konstruktiver) diskutiert worden.
Unterzeichnet ist dieser Brief von einer (sic!) Genossin aus Köln.
Von niemand sonst.

Was sorgte also für Aufregung in der SPD?
Nichts.
Was ist also so besonders an diesem Brief?
Nichts. Außer dass er offensichtlich an viele Journalisten gegangen ist, nicht aber an viele SPD-Mitglieder.
Und es ist Sommer(loch). Und im Sommerloch wird jede Kleinigkeit gleich zum Krokodil im Baggerloch aufgeblasen (Jede Wette, morgen finden wir eine große Schlagzeile in der BILD).
Und „SPD-Mitglieder aus NRW rufen zum Sturz von Schröder auf“ klingt richtig schön nach Action und Krawall.

Egal, ob der Brief nur von einer einzelnen Person geschrieben wird, die so schreibt heute der Kölner Stadtanzeiger: „Vor einem Jahr bei den Vorstandswahlen der Kölner SPD- Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) nicht wiedergewählt worden (war). Mitte der 90er Jahre hatte sie auch erfolglos bei der Europawahl für die Liste „Plattform Europa der Arbeitnehmerinnen und Demokratie“ kandidiert, der eine gewisse Nähe zu früheren Trotzkistischen Gruppen nachgesagt wird.“

Noch immer unaufgeregt, werde ich jetzt die letzten Sonnenstrahlen genießen.


Du kannst die Kommentare zu diesen Artikel durch den Kommentar-Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

5 Kommentare

  1. Lummaland 5. August 2004 · 22:48 Uhr

    Altbewährt: Sommer mit Loch

    Da gibt es einen Kettenbrief im Sommerloch, den niemand kennt, ausser Journalisten, die einen Kanzlersturz hervorschreiben. Interessant.

  2. Oliver 6. August 2004 · 10:21 Uhr

    BILD Dir Deine Meinung. Ob der Spruch stimmt?

  3. SPD-Horn 6. August 2004 · 10:37 Uhr

    Die SPD hat ein Spam-Problem

    Da gibt es einen Kettenbrief, der angeblich unter SPD-Mitgliedern kursiert. So wie es ausschaut, ging dieser aber nur an Journalisten. Wenn aber ausgerechnet der Genosse Generalsekretär auf eine Spam-Mail einer einzelnen Person gleich so reagiert, ist …

  4. Dirk 6. August 2004 · 15:17 Uhr

    A propos Bild-Zeitung: Der Berliner Journalist Christoph Schultheis hat einen „Bild-„Weblog ( http://www.bildblog.de/ ) eingerichtet.

    „Notizen über eine große deutsche Boulevardzeitung.
    Was heute in der „Bild“-Zeitung steht, steht morgen überall. Vielleicht sollte man sich also mal genauer anschauen, was sie schreibt. Die kleinen Merkwürdigkeiten und das große Schlimme.“

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.