Wie der Spiegel heute berichtete, ist offenbar ein Streit über die Strategien bei der im Mai 2005 in NRW anstehenden Landtagswahl entbrand. Der Spitzenkandidat der CDU in NRW Jürgen Rüttgers möchte in den Wahlgang gerne eine Schicksalsentscheidung hineininterpretieren.
„Ohne einen Wahlsieg in Nordrhein-Westfalen wird es für uns keinen Wahlsieg bei der Bundestagswahl 2006 geben. (…) Wenn wir in Düsseldorf nicht gewinnen, wird sofort eine andere politische Lage da sein.“
Anderer Meinung scheint Unionsfraktionsvize Friedrich Merz zu sein: „Es wäre gefährlich an einen Automatismus zwischen den beiden Wahlen zu glauben.“ Auch der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Wolfgang Bosbach warnt intern davor, die Bedeutung der Wahl an Rhein und Ruhr überzubetonen.
Anscheinend trauen Unionspolitiker wie Merz und Bosbach ihrem NRW-Spitzenkandidaten nicht zu, die kommende Landtagswahl für sich zu entscheiden und versuchen die Erwartungen so klein wie möglich zu halten.

Und die Befürchtungen sind berechtigt. Denn bisher besteht die Vita von Jürgen Rüttgers ausschließlich aus Wahlniederlagen. Nach der verlorenen Bundestagswahl von 1998, bei der er als „Zukunftsminister“ abgewählt wurde, verlor er auch die NRW-Landtagswahl 2000. Zudem stagnieren die Zustimmungswerte (oder besser: Nicht-Zustimmungswerte von Rüttgers) seit über einem Jahr. Rüttgers liegt deutlich hinter den Werten von Ministerpräsident Peer Steinbrück und deutlich hinter den Werten der CDU in NRW.
Verständlich, dass da selbst CDU-Politiker skeptisch werden, oder?


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4 Kommentare

  1. Oliver 18. August 2004 · 2:42 Uhr

    Ich habe grad mal nachgesehen: Merz und Bosbach kommen beide auch aus NRW? Die stehen ja richtigt toll hinter ihrem Spitzenkandidaten… Haben die den Rüttgers nicht mit gewählt?!?

  2. Sebalin 18. August 2004 · 12:13 Uhr

    Heinrich Heine sucht Asyl.

    Dieses (kommentarlose) Zitat aus Heinrich Heines „Deutschland – ein Wintermärchen“ wurde im SPD-Forum (klartext.spd.de) dreimal innerhalb von Sekunden manuell gelöscht.

    Das versteht man dort also unter Meinungsfreiheit:

    Jeder darf sagen, was Schröder denkt. – Wirklich sehr überzeugend!

    Sebastian.

    —-

    Der Z.e.-n.s.o.r hat gestrichen darin,
    Was etwa anzüglich auf Erden,
    Und liebend bewahrt dich die Z.e.-n.s.u.r
    Vor dem Gekreuzigtwerden.
    .
    .
    Ich fühlte, wie über die Stirne mir
    Auch manchmal etwas gestrichen,
    Gleich einer kalten Z.e.-n.s.o.rhand,
    Und meine Gedanken wichen.
    .
    .
    Auch meinen alten Z.e.-n.s.o.r sah
    Ich wieder. Im Nebel, gebücket,
    Begegnet‘ er mir auf dem Gänsemarkt,
    Schien sehr darniedergedrücket.

    Wir schüttelten uns die Hände, es schwamm
    Im Auge des Manns eine Träne.
    Wie freute er sich, mich wiederzusehn!
    Es war eine rührende Szene.
    .
    .
    Es kommt die geistliche Deputation,
    Rabbis und Pastöre –
    Doch ach! da kommt der Hoffmann auch
    Mit seiner Z.e.-n.s.o.rschere!

    Die Schere klirrt in seiner Hand,
    Es rückt der wilde Geselle
    Dir auf den Leib – er schneidet ins Fle-isch –
    Es war die beste Stelle.“

  3. Dirk 18. August 2004 · 12:26 Uhr

    Dann hat der gute alte Heine hier ja endlich Asyl gefunden.

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.