Auch Jürgen Rüttgers verreist von Zeit zu Zeit und teilt dann gerne seine Eindrücke der Öffentlichkeit mit. In den USA ließ er sich als sog. „Trendsucher“ (O-Ton CDU) von AOL-Time-Warner Vize-Chef Robert Klimmit darüber informieren, dass „Raubkopierer“ böse sind. Jetzt verbrachte er seinen Sommerurlaub in Südfrankreich und war offensichtlich zutiefst von der strahlenden Schönheit der dortigen Atomkraftwerke begeistert, die ja auch viel schöner sind als die deutschen „Spargel-Windkraftanlagen“. Kaum zurück, jammert er in BILD, Windkrafträder hätten „unsere schöne Landschaft schlimmer verschandelt, als 100 Jahre Industriegeschichte zusammen“.

Es ist ja auch zum heulen: Atomkraft-Jürgen und seine CDU hätten lieber ein Atomkraftwerk im Garten als ein Windrad auf dem Acker neben dem Haus. Denn die weißen Dinger rauben Rüttgers den Schlaf: Und als plötzlicher Naturfreund sorgt er sich neuerdings um den Landschaftsschutz.

Keine Windkraft, keine Kohle: Für NRW ein böses Erwachen. Nicht so für Rüttgers. Morgens in NRW: Sonnenaufgang über idyllischer Landschaft, der Atom-Meiler fügt sich harmonisch in die idyllische Hügellandschaft ein – und Atom-Jürgen strahlt über das ganze Gesicht!

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Schon schön so ein AKW, gell?


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Ein Kommentar

  1. Christian Druffel-Severin 9. September 2004 · 15:29 Uhr

    Und Herr Merz hat endlich erkannt, wie wichtig der Kohlebergbau für NRW ist, war er doch jüngst in Ibbenbüren (Teutoburger Wald)unter Tage.
    Dort bekennen sich die CDU-„Grössen“ zur Kohle.
    Und hier in Rosendahl(Kreis Coesfeld) verdienen die Bauern viel Geld mit Windenergie und stehen der CDU bekanntlich nicht fern.
    Herr Rüttgers argumentiert nicht nur gegen eigene Parteifreunde sondern auch gegen mögliche Wähler…hurra.

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.