Gestern in Köln: Wahlkampf der CDU in der grössten Stadt Nordrhein-Westfalens. Die Christdemokraten haben ins Crown Plaza eingeladen. Rüttgers ist Hauptredner.

Eine so langweilige Veranstaltung haben selbst die Köln-Konservertiven wohl selten gesehen. Die ersten Gäste gehen schweigend nach 20 Minuten. Rüttgers gibt zu, bei seiner Rede schlecht auf die Situation der Kölner Kommunalpolitk vorbereitet zu sein, schnappt ein paar Zahlen von seinem Vorredner auf und wiederholt diese.

Quintessenz: Weil die Kölner CDU in der ersten Wahlperiode nur die Hälfte des Geldes bereitstellen konnte, das eigentlich für die Instandhaltung von Schulen notwendig wäre, müssten Sie jetzt noch „five more years“ (O-Ton Rüttgers) gewählt werden.

Und Fritz Schramma ist der Beste für Köln – sowieso. Immer wieder erwähnt Rüttgers in seiner Rede, nicht auf Details eingehen zu wollen, sondern „darüber könne man gleich noch diskutieren“. Nach Rüttgers spricht noch Josef Müller und beendet nach wenigen Worten die Veranstaltung – ohne Diskussion. Hoppla.

Die Gestaltung der Veranstaltung ist diesmal nicht von Rüttgers-Guru und Stoiber-Weichspüler-Berater Michael Spreng entworfen, sondern wirkt altbacken. Die Veranstalter und Gäste sind alt. Jemanden im Saal zu finden, der jünger als die Kölner CDU-Verantworlichen sind, ist schwer.

Und die zwei ca. 30-jährigen haben sich in Schale geworfen: Ohne Anzug als Jung-Unionist wird es wohl keine CDU-Karriere geben… Dagegen wird die junge Führungsmannschaft der Kölner SPD echt erfrischend und wird wohl etwas mehr von einer guten Zukunft für Köln verstehen: Rein alterstechnisch hat sie auch noch mehr Zukunft vor sich, als schon Vergangenheit hinter sich.

Five more years? Not for me.


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3 Kommentare

  1. Dirk 7. September 2004 · 10:55 Uhr

    „Five more years? Not for me.“ das finden wohl auch immer mehr Kölner Grüne, die das schwarz-grüne bündnis in Köln nicht mehr tragen wollen und zur SPD wechseln.
    http://www.koelnspd.de/saga/index_995.html

  2. Dirk 7. September 2004 · 11:06 Uhr

    „Eine so langweilige Veranstaltung haben selbst die Köln-Konservertiven wohl selten gesehen. Die ersten Gäste gehen schweigend nach 20 Minuten.“
    auch in münster langweilte die cdu. zu ihrem sog. nrw-kommunalwahlkampfauftakt in münster blieb die cdu unter sich:
    http://www.wdr.de/themen/politik/nrw01/kommunalwahl_2004/parteien/cdu/index.jhtml?rubrikenstyle=kommunalwahl_2004

    Klasse Bilder!

  3. Lilli Marleen 8. September 2004 · 10:46 Uhr

    Rüttgers ist wirklich unsäglich. Soll er doch den Fritz zu sich nach Düsseldorf holen, oder ihn zum Bürgermeister von Pulheim machen, nur früher als in fünf Jahren werden wir den doch eh nicht los, was soll das also von Rüttgers? Oder hat er gedacht, er wäre in Erkenschwick oder so?
    Jetzt muss dringend noch ein Hauptausschuss vor der Kommunalwahl gemacht werden (kaut KSTA), weil die CDU in Köln es noch nichtmal geschafft hat, noch ein paar Spitzenbeamte rechtzeitig vor der Wahl hochbefördern zu lassen.
    Das ist widerlich!

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