Was für ein Wochenende ;-) Onkel Jürgen (Rüttgers – also known as Hü-Hott-Rüttgers) hat mich quasi dasselbe verfolgt. Begonnen hat es am Samstag abend – bevor ich mich mit ein paar Freunden in einer Kölner Kneipe getroffen habe hole ich mir bei einem Straßenverkäufer einen Express vom Sonntag. Der Aufmacher auf der ersten Seite:

Jürgen Rüttgers zu Nebeneinkünften von Politikern – Mir war es wichtig, auf den Tísch zu hauen

Zu diesem Titel ein Zitat:

Express: Und der Streit mit der Union?
Mir war es wichtig auf den Tisch zu hauen.

Zum Thema Nebenverdienste sagt der gute Onkel Jürgen im weiteren Interview im übrigen nichts, dafür aber zum Thema Diätenreform, aber dazu später mehr.

Aber als erstes sollten wir festhalten: Der durch den Express sugerierte Zusammenhang zwischen „Nebenverdiensten“ und „auf den Tisch hauen“ existiert nicht! Tatsächlich hat sich Jürgen Rüttgers nur mit den anderen Fraktionsvorsitzenden zu einem Spitzengespräch getroffen.

Aber nicht schlimm, solche Fehler passieren im schnellen und stressigen Journalismus-Geschäft schon mal ;-)

Aber zum Thema Diätenreform sagt der Jürgen ja was:

Ich bin für eine Diätenreform. Sie darf nur nicht auf eine versteckte Diäten-Erhöhung hinauslaufen. Deshalb habe ich mich jetzt gegen ein einen Schnellschuss gewehrt. Man muß den Gesetzentwurf sorgfältig prüfen

Weiterhin sagt er bei Sabine Christiansen gestern abend:

Den Gesetzentwurf haben wir am Mittwoch dieser Woche bekommen und ich sollte am Montag bereits in einer Pressekonferenz – ohne den zu kennen – sagen, dass ich dafür bin. Das ist auch eine dieser Formen der Debatte die stinken mir und da kriege ich einen solchen Hals. Ich werde einen solchen Gesetzesentwurf nicht unterschreiben, bevor nicht jede Vorschrift abgeklopft ist. Ich will zur Zeit angesichts von Hartz IV keine Diätenerhöhung will und zur Zeit auch nicht will, dass nur der Geruch aufkommt. Und da kann sagen wer will, du mußt jetzt ja sagen, ich will das erst geprüft haben. Und bevor irgendwas geprüft wird, unterschreibe ich nichts.

Und auch beim WDR bei Westpol hat sich Jürgen Rüttgers geäußert:

Es kann ja nicht sein, daß wir jetzt ne Verdopplung der Diäten machen, in einer Zeit wo bei anderen Menschen in Zusammenhang mit Hartz IV es zu erheblichen Kürzungen kommt. Wir lehnen eine Diätenerhöhung ab. Und insofern muß das in Ruhe geprüft werden. Was übrigens in der Praxis bedeutet, daß das in dieser Legislaturperiode nicht mehr beschlossen werden kann.

Und obwohl ich es in vergangenen Postings schon mehrfach erwähnt habe werde ich nicht müde die Wahrheit weiterhin zu schreiben:

Um einen Schnellschuß sollte es sich nach 4 Jahren fraktionsübergreifender Beratungen eher nicht handeln und der Vorwurf einer versteckten Diätenerhöhung ist unanständig. Das sieht Georg Lampen vom Bund der Steuerzahler übrigens ähnlich:

Also dieses Verhalten verstehe ich überhaupt nicht. Er versucht jetzt den Bürger zu täuschen indem er nach außen so tut als würde die Reform teurer und würden die Abgeordneten mehr bekommen unterm Strich – er weiß genau, daß das nicht stimmt und das Gegenteil der Fall ist aber ich bin überzeugt die Bürger lassen sich da nicht täuschen.

Und das ist auch der Grund warum sich bei einer Westpol Umfrage 87,2% der Anrufer für höhere Diäten bei weniger Priviliegien ausgesprochen haben.

Und zum Schluß möchte ich mich persönlich an Jürgen Rüttgers wenden:

Lieber Jürgen Rüttgers,

Im Express-Interview sagen sie:

Express: Wissen Sie auch schon, was Sie ales Erstes machen, wenn Sie Ministerpräsident werden sollten?
Ich trinke Bier. Ein Alt, ein Kölsch und ein Pils.

Es ist schön, daß sie es wirklich jedem Biertrinker in NRW recht machen wollen und niemandem dadurch auf die Füße treten wollen, daß sie nicht das von ihm favorisierte Bier trinken. Aber (abgesehen davon, daß ich wenig Menschen kenne, denen jede der drei genannten Biersorten schmeckt) auch unter uns (hier in Köln) Kölschtrinkern gibt es eine Menge Glaubenskriege zum Thema richtiger Geschmack – um es also wirklich allen Recht zu machen sollten sie sich die Liste der Kölschsorten zu Gemüte führen (und ähnlich Listen gibt es schließlich auch zu Alt und Pils nehme ich an). Aber lieber Herr Rüttgers – ich kann sie beruhigen: Am Ende müssen Sie keine 100 Bier trinken – denn Ministerpräsident werden sie nicht ;-)

Mit besten Grüßen
Carsten Wawer

PS: Bei der von Ihnen gewünschten Annäherung NRWs an Bayern wäre es doch sicher gut sich auch mal die bayrischen Biersorten anzugucken, oder?

NACHTRAG:
Auch im Lummaland hat man Christiansen gesehen…


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2 Kommentare

  1. D. Schulz 21. Januar 2005 · 15:35 Uhr

    Peinlich, peinlich, Herr Wawer.
    Tendenziell, unvollständig, gegen sämtliche Regeln ordnungsgemäßer Zitierweise verstoßend und zudem ohne jeglichen nachvollziehbaren Bezug und Zusammenhang.
    Vielleicht mal weniger in die Glaskugel gucken und noch weniger Hellseher spielen oder mal einige Tage nur Wasser (von mir aus aus Köln)trinken.
    Eine These zur Behauptung zu erheben „Jürgen Rüttgers täuscht den Bürger“ ist – mit Verlaub und äußerst zurückhaltend bewertet -: ziemlich gewagt… to be continued …

  2. Carsten 21. Januar 2005 · 15:52 Uhr

    Hallo D., kann deine Kritikpunkte leider nicht ganz nachvollziehen. Inwieweit habe ich gegen die Regeln ordnungsgemäßer Zitierweise verstoßen?

    Zum Bezug/Zusammenhang: „Mein Wochenende mit Jürgen Rüttgers“. Daß hierbei verschiedene inhaltliche Themenbereiche gestreift werden ist logisch ;-)

    Und daß aus meiner Sicht (deine scheint eine andere zu sein – das ist ok) Jürgen Rüttgers unmöglich Ministerpräsident in NRW werden kann – ja dafür brauche ich keine Glaskugel. Und wo es vor Monaten vieleicht auch Durchhalteparolen waren – heute ist es Überzeugung. Aber wir können am 22.Mai gerne drei Kölsch trinken und schauen wessen Bauch richtig lag.

    Und noch eins: Die These „Jürgen Rüttgers täuscht den Bürger“ stammt nicht von mir sondern von Georg Lampen – aber ich sehe es ähnlich und bin ähnlich irritiert.

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.