Der ehemalige Wahlkampfberater von Jürgen Rüttgers, Michael Spreng, hat sich noch einmal zu den Umständen geäußert, die zur Mitte Dezember beschlossenen Trennung von dem CDU-Spitzenkandidaten für die Landtagswahl in NRW im Mai geführt hatten.
Nein, das ist falsch ausgedrückt. Vielleicht sollte man eher sagen, er hat sich ausdrücklich zu den Umständen geäußert, die nicht zur Trennung geführt haben.
Weder der Fall Laurenz Meyer, noch der Fall Hermann-Josef Arentz und das Verhalten von Jürgen Rüttgers in den beiden Affären der CDU-Leute haben zu der Kündigung beigetragen. Beide Politiker hatten vom RWE-Konzern jahrelang Geld ohne Gegenleistung erhalten.

Spreng hatte Rüttgers einen zehnseitigen Brief übergeben, in dem er zu seinen Beweggründen Stellung nahm, und dessen Inhalt nur Rüttgers selbst bekannt ist. Auf diesen Brief geht der Kölner Stadtanzeiger ein:

„In Düsseldorf geht man davon aus, dass Spreng mit seinem Papier Vorsorge für eine etwaige Wahlniederlage des CDU-Politikers treffen wollte. Mit seiner Schutzschrift könne er hinterher belegen, dass er Rüttgers frühzeitig auf Fehler hingewiesen habe.“

Bekannt gegeben wurde die Beendigung des Arbeitsverhältnisses erst einen Tag vor Weihnachten. Vermutlich in der Hoffnung, dies werde im Weihnachtstrubel untergehen.
Der Mallorcazeitung hatte Spreng bereits Ende Dezember ein Interview gegeben, in dem es heisst:
„Tiefer möchte ich in dieses Thema nicht einsteigen. Ich will der CDU in
Nordrhein-Westfalen im laufenden Wahlkampf nicht schaden.“

Wir dürfen gespannt sein, was da nach der Wahl im Mai noch kommt…


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6 Kommentare

  1. D. Schulz 1. Februar 2005 · 16:14 Uhr

    Zitate:
    Warum Berater Michael Spreng das sinkende Schiff CDU und Jürgen Rüttgers verlassen hat…
    Spreng hatte Rüttgers einen zehnseitigen Brief übergeben, in dem er zu seinen Beweggründen Stellung nahm, und dessen Inhalt nur Rüttgers selbst bekannt ist. Auf diesen Brief geht der Kölner Stadtanzeiger ein: …
    „Über den Inhalt will Spreng nicht reden („ich möchte mich anständig verhalten“). Nur so viel sagt er: „Es gibt nur ein Exemplar.“ Nicht einmal in Rüttgers‘ engster Umgebung weiß man davon.“

    Ohne Worte ! Ohne Antwort ! Warum denn nun ?

  2. Thorsten Matolat 1. Februar 2005 · 16:21 Uhr

    Es geht in dem Artikel des Kölner Stadtanzeigers vor allem um die pure Existenz des Briefes und der daraus resultierenden Möglichkeit für Spreng, hinterher sagen zu können: „Ich habs ja gleich gesagt.“

  3. W Jaschke 2. Februar 2005 · 10:14 Uhr

    Wie spannend!
    Wir haben zwar eine überwältigende Zahl an Arbeitslosen, wir haben viele Menschen in userem Land die am momentanen Harz-4-Leben verzweifeln und so mancher denkt an Weimar in der Nacht.
    ABER ein CDU Berater verlässt die CDU, und Herr Rüttgers hat mal bei einem Bankett das falsche Besteck genommen, und die Sekretärin der CDU ist vielleicht Lesbisch und die Frau Meier von nebenan (auch CDU) bekommt so um die Mittagszeit immer Herrenbesuch und ich möchte ja WIRKLICH NICHT wissen was die da Treiben während der arme, arme Herr Meier zur Arbeit ist…..

    Ich weis schon warum ich keiner Partei angehöre, ganz bestimmt weis ich das.

    Fassungslos
    W.

  4. Martin Mertens 8. Februar 2005 · 16:03 Uhr

    Also um es mal deutlich zu sagen:
    Spreng, der sich bereits bei Stoibers Bundeskanzlerwahlkampf als die Wunderwaffe der Union dargestellt hat und bereits hier mit seinem Latein noch schneller am Ende war, als Angela Merkel beim Durchzählen ihrer gechassten Parteifreunde, hat sich diesmal rechtzeitig aus der Affäre gezogen. Noch im Februar letzten Jahres als der Superheld der CDU gefeiert, will der ehemalige BamS-Chefredakteuer diesmal seinem Image nicht noch mehr schaden.

    Übrigens „W Jaschke“: Mit dem Nachtragen von persönlichen Schwächen hat das nichts zu tun, auch nicht mit schlimmen Gerüchten über das Privatleben bestimmter Leute. Hier handelt es sich um eine politische Bankrotterklärung – und wenn man die Vorgeschichte ansatzweise kennt, dann wird man sich auch über die Veröffentlichung freuen.

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