Steinbrueck_Koeln.jpg

Auf dem diesjährigen politischen Aschermittwoch der SPD in Köln hat Bundeskanzler Gerhard Schröder das Ritual der Beschimpfungen des politischen Gegners kritisiert und bezog dies auf die „Orgie der Beschimpfungen“ seitens des CSU-Chefs Edmund Stoiber in den letzten Tagen.

Nachdem die 1200 Gäste „Im Gürzenich“ musikalisch von „Brings“ und humoristisch von Jürgen Becker eingestimmt worden waren, betraten
Bundeskanzler Gerhard Schröder, NRW-Ministerpräsident Peer Steinbrück und NRWSPD-Vorsitzender Harald Schartau die Halle und wurden von den rund 1200 Gästen mit tosendem Applaus begrüßt.

„Lieber mit unserem Gerd hier in Köln als in irgend einem Wirtshaus Edmund Stoiber zuhören“, sagte Harald Schartau zur Begrüßung und leitete dann den Landtagswahlkampf in Nordrhein-Westfalen ein: „Wer glaubt, aus der Nazi-Geschichte politisches Kapital schlagen zu können, der hat in Nordrhein-Westfalen damit keine Chance.“

„Ich weiß, dass mein Herausforderer der Prototyp der rheinischen Leichtfüßigkeit ist“, sagte anschließend Peer Steinbrück mit einem Querverweis auf seinen Herausforderer bei der Landtagswahl, Jürgen Rüttgers.
„Der Mann fährt permanent auf Seerohrtiefe und taucht nie auf.“
Er selbst sei ein „Kabeljau“ aus dem Norden, der seinem Gegner auch nicht das Wasser reichen könne, aber er sei dafür „schon drin im Wasser“. Dann sprach Steinbrück über die Stärken Nordrhein-Westfalens und warnte seine Gegner davor, mit Horrorszenarien von diesem Land den Stolz der Rheinländer und Westfalen zu verletzen

Bei seiner Rede ging Gerhard Schröder im Anschluß auf die „Orgie der Beschimpfungen“ seitens des CSU-Chefs Edmund Stoiber in den letzten Tagen ein.
Entweder sei sie Folge der Erkenntnis, dass Stoiber „die Rolle, die er sich selbst zumisst, nie mehr erhalten wird“.
Das sei aber kein Problem Deutschlands oder der SPD, sondern ausschließlich der CDU und insbesondere der Parteivorsitzenden Angela Merkel.

Oder Stoibers Verhalten stelle „lautes Pfeifen im dunklen Keller“ dar. Im Grunde sei das Angst vor der eigenen Courage, kommentierte Schröder. „Das ist aber nicht gut, wenn man wirklich politisch führen will auch über die Provinz hinaus.“

Der Kanzler wies Stoibers Vorwurf, seine Wirtschaftspolitik sei für die Wahlerfolge der Neonazis verantwortlich, empört zurück: „Das ist bösartig und zerstört den demokratischen Konsens, wenn dem nicht Einhalt geboten wird.“ Stoiber erreiche nur, „dass die, die im braunen Sumpf im Trüben fischen, sich die Hände reiben“. Der bayerische Ministerpräsident solle „ausnahmsweise noch einmal darüber nachzudenken“, was er eigentlich erreichen wolle. „Diese unhistorischen und deswegen unsinnigen Vergleiche zwischen Weimar und Berlin müssen aufhören“, sagte der Kanzler und forderte erneut einen „Aufstand der Anständigen“. Auch die Klügeren unter den Konservativen hätten begriffen, dass es darum gehe, die Ursachen für das Erstarken der Neonazis zu bekämpfen.

Weitere Fotos von der Veranstaltung gibt es hier.


Du kannst die Kommentare zu diesen Artikel durch den Kommentar-Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

Ein Kommentar

  1. Der_Praktikant 10. Februar 2005 · 11:31 Uhr

    Wie der politsiche Aschermittwoch in Köln wirklich war:
    http://derpraktikant.blogg.de/eintrag.php?id=1

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.