Das war deutlich: Peer Steinbrück sieht – ähnlich wie der Vize-Chefredakteur des Stern, Hans-Ulrich Jörges – den Ausgang der Wahl in NRW am 22. Mai im Lichte des Ergebnisses in Kiel als weiterhin völlig offen an. Auch in Kiel ist für die CDU und FDP im Moment noch nicht alles sicher…

Habt Ihr die Sendung gesehen? Was war Euer Eindruck? Besonders hat mich die Schwarz-Weiss-Malerei von Chrisitian Wulff gestört: Die CDU macht alles richtig, nur bei der SPD und den Grünen sitzen die Doofen. So etwas billiges will doch keiner mehr hören – und da bin ich froh, dass Peer Steinbrück schon seit einiger Zeit sagt: Die Verteilung von Dummköpfen ist in allen Parteien wohl eher ausgeglichen.

Und Wolfgang Gerhardt von der FDP hat auch so getan, als hätte die FDP in Schleswig-Holstein das eigene Wahlziel von 10+ Prozent weit überschritten. In Wahrheit sind es unter 7 Prozent und ob eine Regierungsbeteiligung in Kiel für die FDP möglich wird, wird sich erst später heute zeigen.

Sinngemäß sagte Steinbrück in der Sendung „Sabine Christiansen“:

Nach dem Ergebnis in Schleswig-Holstein gebe ich für Nordrhein-Westfalen nichts verloren. Wenn man sich die Situation vor 4-6 Monaten angesehen hat und jetzt ansieht, dann ist der Ausgang der Wahl in NRW inzwischen wieder offen. Das sah‘ damals anders aus, aber es ist unmittelbar vor der Wahl in Schleswig-Holstein so gewesen und auch jetzt unmittelbar danach.

Der Abend heute ist sicher nicht vergnügungssteuerpflichtig, aber ich bleibe dabei: Das Rennen in NRW ist vollkommmen offen. Wir müssen die eigenen Wähler die sich am Rand der SPD entscheiden überzeugen. Dazu motiviert der heutige Abend. Er ist Ansporn, uns anzustrengen und Motivation für eine bessere Mobilisierung.

Über die Reaktion von Peer Steinbrück berichtet unter anderem die Netzzeitung.

Und Jürgen Rüttgers jubelt: Er spüre Rückenwind für NRW. Warum eigentlich? Was hat er mit dem Wahlausgang in Schleswig-Holstein zu tun? Ist Peter-Harry Carstensen eigentlich der verkleidete Jürgen Rüttgers aus Düsseldorf? Sind NRW und Schleswig-Holstein annähernd vergleichbar? Die Größe des Landes? Die Wirtschaftsstruktur? Der Strukturwandel? Und ob das Ergebnis am Ende wirklich Rückenwind bedeutet – oder hat sich Jürgen zu früh gefreut? Im Moment fehlen Schwarz-Gelb in Kiel zwischen 300 und 400 Stimmen. Mal sehen, wie das weiter geht. Es bleibt spannend um halb 12 an diesem Wahlabend.


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