Nun hat also die Schuld an der Nicht-Regierungsfähigkeit des bürgerlich-konservativen Lagers nicht nur Heide und der SSW, sondern auch die FDP – zumindest nach Ansicht von Herrn Stoiber. Der sieht Parallelen zu der von ihm verlorenen Bundestagswahl 2002, als es seines Erachtens auch letztendlich an der Schwäche der Projekt-18 FDP scheiterte. CSU-General Söder macht ganz klar die Liberalen verantwortlich: „Klar ist: Ohne Verluste der FDP hätte es gereicht.“ Dumm nur, dass die FDP das anders sieht und ihrerseits wiederum Herrn Stoiber und seiner CSU den Vorwurf macht, „dass er sich auf Kosten von Frau Merkel profilieren will und dass eine klare CDU/CSU-Strategie in allen wichtigen Sachfragen fehlt“.

Mir scheint das ganze wieder einmal ein typischer Schritt des Stoiberschen Aktionismus zu sein: Der Mann möchte es einfach noch mal wissen und erhofft sich immer noch, vielleicht doch Kanzlerkandidat zu werden.
Jetzt, wo die Nord-CDU das überdurchschnittliche Abschneiden bei der Landtagswahl zum Rückenwind für Frau Merkel erklärt, muss Stoiber auch den kleinen Erfolg mies machen. Dazu kommt Stoibers persönliche Abneigung gegen die Westerwelle-FDP, die mit ihren z.T. liberalen Ansichten bezüglich Homosexuellen ganz und gar nicht ins kernige, bayerische Wahlprogramm passt. Lassen wir uns also überraschen – vielleicht reicht es ja doch noch zur ausgewachsenen Schlammschlacht im bürgerlichen Lager…


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