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Peer Steinbrück bei seiner Rede in Essen

Im zweiten Teil des Tages begleitete ich Peer Steinbrück und Franz Müntefering nach Essen, wo beide gute Nachrichten zu verbreiten hatten.

13:25 Essen, Marktkirche am Flachsmarkt
Alle 34 Ortsvereine aus Essen sind da, um die guten Nachrichten zu hören, die Peer Steinbrück und Franz Müntefering zu vermelden hatten. Außerdem hatten sich ungefähr 300 Passanten eingefunden, um zu hören was die beiden Politiker zu sagen hatten. Steinbrück redete nach einer kurzen Einführung von Reinhard Pass davon, dass er Zusagen von der Industrie habe, dass diese 5 Milliarden Euro in neue Kraftwerke investieren wolle. Dadurch würden 7000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Dann sprach er an, dass Essen auf Platz eins der Nominierten für die Kulturhauptsstadt 2010 sei. Dann passierte etwas für mich bemerkenswertes.

Auf die Nachricht hin geriet einer der Zuschauer in Rage und schimpfte vor sich hin. Peer Steinbrück unterbrach (!!!) seine Rede und bat den Zuschauer im Rentenalter zur Bühne um ihn zu fragen, was ihn so wütend gemacht habe. Der Rentner beschwerte sich über den schlechten Zustand des Essener Hauptbahnhofes, der einer Kulturhauptstadt nicht würdig sei. Steinbrück wies darauf hin, dass der Bahnhof Eigentum der Deutschen Bahn sei und dass der Zuhörer sein Anliegen eigentlich an Bahnchef Mehdorn richten müsse. Er versprach aber, dies einmal anzusprechen, sollte er ihn treffen. Erst dann setzte er seine Rede fort. Danach sprach Steinbrück auch Schleswig-Holstein an, und gab auch seine persönliche Theorie zum Besten, wer Heide Simonis seine Zustimmung verweigert hatte. „Ich glaube, es war ein Mann“, ruft er vom Podium in die Menge und hat damit den weiblichen Teil der Zuhöhrerschaft für sich gewonnen. Steinbrück grinste und legt nach: „Es kommt auf die weiblichen Wähler an.“ Nun gab es für einige Damen mittleren Alters kein Halten mehr. Am Ende von Steinbrücks Rede klatschen sie rhythmisch und riefen dabei: „Weiter so! Weiter so!“ Anschließend nahmen Steinbrück und Müntefering noch ein „Bad in der Menge“, sie überreichten weitere Rosen und schrieben Autogramme. Ich packte unsere Kamera ein. Feierabend. Wochenende.

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Peer Steinbrück beim „Bad in der Menge“

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Franz Müntefering beim Interview in Essen

Hier verlasse ich Peer Steinbrück und Franz Müntefering für diesen Tag. Zusammen werden die beiden noch den 2:0-Heimsieg von Bayer Leverkusen gegen den 1.FC Kaiserslautern sehen. Danach wird Peer Steinbrück noch die LitCologne besuchen. Ich bin froh, dass ich nicht mitmuss, denn ich bin schon kaputt genug für einen Tag.

Was ich heute gelernt habe:
Pass immer auf den Ministerpräsidenten auf, sonst ist er weg und du weißt nicht mehr wo er ist; Hüte dich vor Damen mittleren Alters; Ich brauche eine eigene Polizeieskorte; Der WDR ist immer auf alles vorbereitet (siehe Bild)

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WDR-Kamera mit Hebebühnenschwingkonstruktion: Man weiß ja nie, wofür man sowas mal braucht

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