Ich habe gerade ein Interview mit Peer Steinbrück im Deutschlandfunk gefunden. Thema ist natürlich die kommende Wahl in NRW, aber auch Medienkampagnen und die bisherige Bilanz von Rot-Grün.
Lesen, es lohnt sich.

Ein Auszug:

Deutschlandfunk (Jürgen Zurheide): Aber wo sehen Sie denn Strahlkraft für Rot-Grün?

Steinbrück: Ja, ich glaube, dass Rot-Grün immerhin darauf hinweisen kann, in den letzten fünf Jahren dieses Land Nordrhein-Westfalen sowohl im Strukturwandel wie auch in der sozialen Balance ganz gut geführt zu haben. Damit sage ich ja nicht, dass alles prima ist oder dass alles uns gelungen ist. Aber es ist uns vieles gelungen. Und im Übrigen steht Rot-Grün immer noch für eine Schnittmenge, wo wir auf der einen Seite nicht den Marktradikalisten folgen im Lager der FDP und auch der CDU, sondern diese Balance weiter fortsetzen wollen, im Sinne eines Strukturwandels in Nordrhein-Westfalen, der erforderlich ist, aber darüber den Zusammenhalt dieser Gesellschaft, auch die liberale und zivile Gesellschaft darüber nicht aus dem Auge zu verlieren.



Zurheide: Nun hat der Bundespräsident noch mal gesagt, Sie haben es auch vorhin angesprochen, vieles muss getan werden, um „Vorfahrt für Arbeit“ zu haben. Reicht das alleine aus oder muss da noch was hinzukommen?

Steinbrück: Ja, ich glaube, dass man das eine tun muss, ohne das andere zu lassen. Wir in Deutschland bewegen uns ja immer in so Entweder-Oder-Kategorien, statt sehr viel pragmatischer uns vorzustellen, einerseits notwendige Reformen in Gang zu setzen beziehungsweise so zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen, wie wir das bei Hartz-IV machen müssen. Und auf der anderen Seite, das, was ich den „Kitt“ dieser Gesellschaft nenne, den Zusammenhalt dieser Gesellschaft nicht aus dem Auge zu verlieren. Mir ist weder mit denjenigen geholfen, die immer nur aufs Gaspedal drücken wollen und dabei ihnen es ziemlich egal ist, ob hinten von dem beschleunigten Zug ein paar Waggons aus den Schienen springen. Und mir ist auch nicht geholfen mit denjenigen, die sagen: „Die Strukturen können alle so bleiben, wir können das alte, uns wohlbekannte Sofa, das schon die Weinflecken hat und die Asche aus vielen Jahren, das können wir weiter so in unserem Wohnzimmer stehen lassen“. In Wirklichkeit wissen wir, wir müssen es austauschen, wir müssen es renovieren.

Das ganze Interview findet ihr hier


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Ein Kommentar

  1. ulysses 26. März 2005 · 17:59 Uhr

    Der Kitt der Gesellschaft ??

    Zur Zeit wird alles getan um die Gesellschaft und auch die Partei auseinander zu treiben, scheint es mir.

    Viel Spass bei der großen Koalition 2006.

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