In der taz fragt sich Pascal Beucker in einem Kommentar zum Treffen der Jung-CDUler aus Brühl mit den rechtsextremen Jugendlichen von ProKöln, warum eigentlich Jürgen Rüttgers noch immer zu dem Vorfall schweigt. Wir berichteten schon hier, hier und hier.

Der taz-Kommentar im Ausschnitt:

Das Schweigen von Rüttgers wirft ein erschreckendes Licht auf den CDU-Spitzenmann. Denn tatsächlich setzt er sich so freiwillig dem Verdacht aus, Probleme damit zu haben, sich von Rechtsextremisten eindeutig abzugrenzen. Hat er etwa Angst, potenzielle Stimmen am rechten Rand zu verprellen? Das allerdings wäre mehr als ein Armutszeugnis.

Irgendwie schweigt Jürgen Rüttgers zu allem seit Wochen.


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11 Kommentare

  1. Roter Baron 30. März 2005 · 9:32 Uhr

    Jürgen Rüttgers versucht, den „Machtwechsel“ im Schlafwagen zu erreichen: Am besten die Klappe halten und abwarten, die Stimmung wird schon gegen die SPD sein.
    Rüttgers zeigt mal wieder, wie unfähig er ist, eindeutige Entscheidungen zu fällen und einen klaren Kurs einzuschlagen.
    Und was seine Positionierung zum rechtextremen Rand betrifft, so fällt mir immer wieder nur „Kinder statt Inder“ ein…

  2. Klaus 30. März 2005 · 16:31 Uhr

    Schade nur, dass es in der Presse nicht richtig gewürdigt wird. Die TAZ lesen leider zu wenige.

  3. 007 31. März 2005 · 1:00 Uhr

    Ihr seid doch bekloppt. Ihr macht aus einer Mücke nen Elefanten.
    Warum sollte sich Herr Rüttgers mit irgendwelchen Schnöseln aus Brühl beschäftigen. Der Mann soll seine Arbeit machen und nicht die eigene Partei beschäftigen.
    Das werden die ja wohl vor Ort klären können.

  4. oliver 31. März 2005 · 2:00 Uhr

    Also 007: Uns und die Kommentatoren in unserem Blog als bekloppt zu beschimpfen, dass finde ich ein starkes Stück. Ich käme nicht auf die Idee, dich auf deiner Website als „bekloppt“ zu bezeichnen. Aber „nix für ungut“ – zurück zum Thema.

    Zweitens: Es sind nun doch schon einige, die es nicht durchgehen lassen wollen, dass sich Herr Rüttgers seit Wochen nicht mehr zu irgendwas äussert. Ich würde schon ganz gerne wissen, wen er in seinem Schattenkabinett für die Wirtschaftspolitik vorgesehen hat. Oder für die Umweltpolitik. Die Kulturpolik. Die Bildungspolitik. Die Finanzpolitik. Insofern steht für mich die Frage, warum Herr Rüttgers sich nicht zu den Vorfällen in Brühl (übrigens in seinem Heimatkreis) äussert, auch symbolisch. Rüttgers ist in meinen Augen ein Kandidat, der im Wahlkampf zu viele Fragen offen lässt. Und ich habe das Gefühl, auch in der CDU fragen sich inzwischen so einige, mit wem Rüttgers in NRW eigentlich gemeinsam regieren will. Und wer in der CDU mit Jürgen Rüttgers.

  5. chris 31. März 2005 · 12:05 Uhr

    Manchmal habe ich wirklich den Eindruck, dass es schon egal ist, mit wem Herr Rüttgers regieren will, oder welche gegensätzlichen Äußerungen er und die CDU tätigen.
    Wenn es nach den Meinungen einiger, sich wichtig nehmender,Leute geht, gehört man entweder zum „Rüttgersclub“ oder zu den „Schmuddelkindern“.
    Diese Stimmung darf so nicht bleiben.
    Liebe SPD: Fangt endlich an, auch auf dem „platten Land“ eure guten Plakate aufzuhängen und zeigt Flagge für die vernünftige Politik!!
    Nicht jede(r)schaut ins Internet oder hat einen Internetanschluss.
    Glück auf!

  6. 007 31. März 2005 · 13:09 Uhr

    Liebe Leute.
    Anstatt euch über Stürme im Wasserglas aufzuregen, würde ich euch empfehlen mal kräftig Wahlkampf zu machen. Ansonsten geht das für euch sehr sehr übel aus. Da helfen euch auch keine Eier-Plakate im WK 5. ;-)
    MfG
    007

  7. 007 31. März 2005 · 13:15 Uhr

    Ach und nochwas…
    Ja, Rüttgers kommt aus dem Rhein-Erft-Kreis ebenso wie die JU-Brühl.
    Und gerade deshalb bleibt er so ruhig. Er kennt die Leute und weiß, dass keine Rechtsradikale in der JU sind… Das hättet ihr zwar gerne, aber das ist nicht so.
    (Im Übrigen: Brühl gehört nicht zu seinem Wahlbezirk)

    Zum Thema Schattenkabinett: Höre ich da Angst heraus?!

  8. Carsten 31. März 2005 · 13:36 Uhr

    Jetzt mal ganz gemählich mit den jungen Pferden. Ohne es abzusprechen glaube ich für alle zu sprechen wenn ich sage: Ich bin von ganzem Herzen froh, wenn sich in der JU kein rechtes bis rechtsextremes Gedankengut findet. Schließlich gibt es genug andere Punkte, die mir bei Jürgen Rüttgers Sorgen machen…

    Auch hat von uns niemand die JU in die rechtsextreme Ecke gestellt. Trotzdem ist diese Annäherung bedenklich – und wenn der Landesvorsitzende der CDU zu solchen Vorgängen schweigt (und ich sage es nochmal: bei dem eigeladenen proKöln-Menschen handelt es sich um ein ehemaliges JU-Mitglied und in Köln stadtbekannten Rechtsradikalen, Pro Köln wird überwiegend von ehemaligen Funktionären rechtsextremistischer Organisationen geleitet und hat zudem in erheblichem Umfang Kontakte zu rechtsextremistischen Organisationen (unter anderem zur NPD und zum Neonazispektrum) bestehen – und das sage nicht ich, sondern der Verfassungsschutz) macht mir das Sorgen.

    @007: Aber tu mir einen Gefallen: Spekulier nicht über meine Wünsche und Gedanken. Sei Dir sicher: Ich bin der Erste der es respektiert, wenn JU und Jürgen Rüttgers sich für die Vorgänge entschuldigen. Bis es soweit ist bleiben sie unwählbar.

    Sorry. Aber ich finds völlig daneben uns zu unterstellen, daß wir uns rechtsradikales Gedankengut in der Jungen Union wünschen würden…

    Über meine Erlebnisse im Erftkreis (komme ursprünglich aus Kerpen) kann ich Dir gerne wann anders berichten…

  9. Martin 31. März 2005 · 14:36 Uhr

    Moin,

    ich lese amüsiert die Ausführungen über dieses Treffen zwischen der JU Brühl und ProKöln. Natürlich sind mir die Hintergründe nicht so geläufig wie Euch, hier aus dem fernen Hamburg. Ich sehe aber kein Problem.

    Erst vor einigen Monaten habe ich bei N24 ein Streitduell zwischen dem SPD-Politiker Peter Glotz und dem NPD-Vorsitzender Udo Voigt gesehen. Da kann man auch sagen, das die SPD zumindest eine Bühne für solche Rattenfängern bietet und das die SPD mit der ebenfalls teilweise vom Verfassungschutz(länderspezifisch) beobachteten PDS sogar Koalitionen bildet, möchte ich gar nicht weiter ausführen.(Argumente wegen Schill-Partei ziehen nicht, das sie weder Funktionären aus extremistische Parteien hatte, noch irgendwo vom Verfassungsschutz beobachtet worden ist).

    Wenn man sich mit rechten oder linken Extremisten richtig auseinandersetzen will, sollte man die Debatte bzw. Diskussion nicht scheuen. Nur so kann man deren Argumente widerlegen. Das macht die Demokratie aus. Der Demokrat Glotz hat zumindest in diesen Fall problemlos den Demagogen Voigt enttarnt. Siehe auch:
    http://www.kas.de/db_files/dokumente/die_politische_meinung/7_dokument_dok_pdf_5785_1.pdf

    Es ist meines Erachtens allerdings nicht glücklich, so ein Treffen in der Parteigeschäftsstelle zu machen, bzw. einen Pappstoiber neben dem Pro-Köln-Aktivisten abzulichten.

  10. Carsten 31. März 2005 · 15:52 Uhr

    @Martin: Schöner Beitrag!

  11. chris 7. April 2005 · 13:04 Uhr

    Bei den sogenannten „PRO“ und „WIR“- Parteien muß man meiner Meinung nach immer aufpassen, was sich dahinter verbirgt.
    Zu Anfang ihrer Politikkarriere geben sie sich volksnahe und werden dann auch in die Stadträte gewählt (siehe Kreis Coesfeld, Kommunalwahl 2004).
    Nach kurzer Zeit aber, schüren die „Feierabendpolitiker“ Ängste bei den Menschen, mit dem Thema Sicherheit und Arbeitslosigkeit, weniger öffentlich aber an Stammtischen.Beispiele gefällig:
    Zuerst werden während einer Ratssitzung Beleuchtungseinheiten für einen Sport-Schulplatz beantragt, um die Sicherheit der Bürger zu verbessern, um in der nächsten Sitzung zu sagen ,dass diese Beleuchtungsanlagen zu teuer sind und wenn sie denn angeschafft werden,diese von ausländischen Kindern und Jugendlichen zerstört werden, die sich Abends dort aufhalten.
    Dann stellen diese „sachkundigen Bürger“ auch noch die Frage, warum eigentlich soviele Ausländer in den Jugendtreff kommen – Kinder und Jugendliche, die hier bei uns aufgewachsen sind und sich integrieren wollen.
    Die Jugendlichen aus Migrations- und Aussiedlerfamilien berichteten, dass sie auf der Straße und in der Schule angepöbelt und gefragt werden ,wann sie endlich aus Deutschland abhauen und den Deutschen die Arbeit nicht mehr wegnehmen
    Nicht volksnah sondern völkisch sind diese Herrschaften und glauben jetzt vor den Wahlen mit dem Feuer spielen zu müssen.
    Deshalb kann ich nur bitten, dass auch im Kreis Coesfeld, die SPD offensiv u.a für Ihre Politik der friedlichen Gesellschaft eintritt.

    Glück auf.

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