Archiv: April 2005

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Gestern war ich mit bei der Night Of the Champs in den Nightrooms in Dortmund. Als gebürtiger Dortmunder, der seit einiger Zeit (mit blutendem Herzen und dem Wunsch nach Rückkehr) weggezogen ist, war mir der Laden bisher nur als Stadtpalais bekannt. Wenn ich mich richtig erinnere, war das früher eher ein Schickimicki-Laden, vor dem man den Satz „Ey, du komms` hier nich` rein.“ hören konnte, wenn man nicht das passende Schuhwerk, die passende Nase oder Frisur hatte. Der Laden hatte von seinem alten Eindruck nichts eingebüßt. Drei freundliche kahlschädelige Bodyguards mit Knopf im Ohr und hervorragenden Manieren begrüßten einen unterwürfig und wünschten einen schönen Abend. Ich bedankte mich brav und nach einer Diskussion mit der Dame an der Kasse (da hat doch tatsächlich wieder jemand vergessen, den Praktikanten auf die Gästeliste setzen zu lassen) war ich drin.


night-of-the-champs-flyer1.jpgEin außergewöhnliches Event erwartet mich und euch heute Abend und morgen früh. Ich melde mich hier aus Dortmund aus den Nightrooms.Bei der Night of the champs werden hier gleich vier Politiker aus NRW im ersten „NRW Party Battle“ gegeneinander antreten. Für uns im Rennen ist der Wirtschafts- und Arbeitsminister Harald Schartau. Er muss in mehreren Disziplinen gegen drei politische Konkurrenten aus NRW antreten. Mit dabei sind noch Michael Vesper von den Grünen, Oliver Wittke von der CDU und Andreas Pinkwart von der FDP.
Die Disziplinen (oder wie es hier heißt: Battles) sind Cocktails mixen und Musik auflegen. (DJ`en, oder so ähnlich) Die Halle, in der die Politiker gleich loslegen werden, ist schon recht voll. Der Rest füllt sich so langsam.

Update 23:51
Es geht los. Die ersten beiden Kandidaten werden vorgestellt.
Zuerst der Lokalmatador Harald Schartau:
Wir erfahren, dass Harald seinen Wahlkreis hier hat. Sein Lieblingsfussballklub ist folgerichtig Borussia Dortmund. Er geht gerne mit seinen Freunden raus und war hier früher bei der IG Metall und hat für die Jungs von Hoesch gekämpft.
Die Menge antwortet mit lauten Harald, Harald-Rufen.


Gerade habe ich ein Interview mit Peer Steinbrück in der Süddeutschen Zeitung gefunden. Es geht unter anderem um die von Franz Müntefering angestossen Kapitalismus-Debatte.
Ein Auszug:

SZ: Herr Ministerpräsident, was ist eigentlich so schlimm am Kapitalismus?

Steinbrück: Am Kapitalismus in seiner Prägung als soziale Marktwirtschaft ist nichts schlimm, schlimm sind manche Fehlentwicklungen.

SZ: Die sind offenbar so gravierend, dass Ihr Parteivorsitzender Franz Müntefering von Heuschrecken spricht, die das Gemeinwohl fressen.

Steinbrück: Ich halte diese Debatte für richtig und beteilige mich mit eigener Wortwahl. Es muss erlaubt sein, nach der Vorbildfunktion und gesellschaftlichen Verantwortung von Entscheidungsträgern in der Wirtschaft zu fragen. Und wir müssen sehen, dass der Kapitalismus allein nicht alle gesellschaftlichen Probleme lösen
(…)
SZ: War die Politik der SPD zu kapitalismusfreundlich?

Steinbrück: Der Reformkurs der Bundesregierung war und ist richtig. Es mussten Bremsklötze weggehauen werden. Bis 1998 hatte sich die Politik, auch die der SPD, zu wenig Gedanken gemacht, wie das Sozialstaatsmodell zu Beginn des 21. Jahrhunderts aussieht und finanziert werden soll. Damit haben wir begonnen. Ich hätte mir gewünscht, dass angesichts der erheblichen Vorleistungen der Politik in den letzten Jahren manche Vertreter der deutschen Wirtschaft unseren Reformkurs intensiver unterstützt hätten. Ich vermisse die Rendite für den Standort Deutschland.


Eigentlich wollten wir heute über die Buchvorstellung von Jürgen Rüttgers berichten. Eingeladen hatte die CDU und der für hochwertige Publikationen bekannte Verlag Bastei Lübbe in das Düsseldorfer Nobelhotel „Steigenberger Hof“.

Das geladene Publikum fuhr reihenweise in dunklen S-Klassen und anderen Limousinen vor. Wir betraten also das Hotel, wurden von den Hotelmitarbeitern freundlich begrüßt und begaben uns zum Veranstaltungssaal.

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Hier waren wir nicht erwünscht.

Jemand der uns offensichtlich nicht kannte und uns freudig mit den Worten begrüßte: „Ah, noch ein Kamerateam“ (Es waren bis dahin zwei vor Ort). Als wir uns ordnungsgemäß in die Teilnehmerliste mit Namen und der Angabe NRWSPD eintrugen, wurde er dann etwas blasser und verschwand zunächst. Wir suchten uns einen schönen Platz, sprachen mit den anwesenden Journalisten und hatten gerade unser Equipment aufgebaut, als er hinter einer Dame vom Bastei Lübbe Verlag wieder auftauchte (und sich die ganze Zeit etwas verschämt hinter ihr hielt). Die werte Dame vom Verlag forderte uns sehr unmissverständlich auf, die Veranstaltung zu verlassen, da dies ausschließlich eine Veranstaltung für besonders geladene Gäste sei.


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Die Macher von Politik-digital.de haben uns gebeten den Webauftritt der CDU in NRW schriftlich zu bewerten. Und da wir uns da nicht berufen fühlen, die Internetseiten des politischen Gegners zu bewerten, möchten wir euch auf diesem Weg bitten, das für uns zu machen. Schließlich seid ihr ja auch die Zielgruppe für diese Seiten.
Also:
Klickt einfach auf die Internetseite der CDU, schaut euch um und schreibt uns hier einen Kommentar über eure Eindrücke. Was gefällt euch, was gefällt euch nicht?

Danke für eure Mithilfe.

Update 29.04.05; 9:06
Nur kurz zum Verständnis:
Es soll hier nicht unbedingt darum gehen, unsere Seite mit der Seite der CDU zu vergleichen. Schreibt mir einfach, was euch an der CDU-Seite gefällt und was nicht. Und wenn euch eure Zeit zu schade ist, um sie auf den Seiten der CDU zu verbringen, dann könnt ihr mir auch das schreiben.
Der_Praktikant


Wir können kaum noch folgen. Die CDU hat sich von Jürgen Rüttgers eines zu eigen gemacht: Die Rolle Rüttgers.

Aber eins nach dem anderen: Die CDU will die Sparkassen privatisieren – soviel war ja schon bekannt. Gestern hat Jürgen Rüttgers dann Helmut Linssen als seinen Kompetenzler für Finanzen vorgestellt. Nun teilt Helmut Linssen heute mit, die CDU habe nicht vor, die Sparkassen zu privatisieren. Er irrt und kennt das eigene CDU-Programm nicht. Die erste „Rolle Rüttgers“ von Herrn Linssen, kaum 24 Stunden nach seiner Aufstellung als Kompetenzler. Super Job Herr Linssen!

Rolle Rüttgers und Blackout bei Herrn Linssen: Blackouts erinnern doch auch irgendwie an die Ära Kohl. Willkommen in der Vergangenheit Herr Linssen.


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Die CDU plant die Privatisierung der Sparkassen.
Das bedeutet:

* Schließung zahlreicher Zweistellen
* keine Kredite örtlicher Sparkassen für kleiner Unternehmer und Handwerker
* Personalabbau trotz hoher Gewinne – Beispiel Deutsche Bank

So darf es in NRW nicht kommen.

Zeigt der CDU, dass ihr gegen eine Privatisierung der öffentlich-rechtlichen Sparkassen seid.
Jetzt unter www.nrwspd.de in die Unterschriftenliste eintragen.

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Auch in den Blogs wird fleißig verglichen, z.B. bei Korfstroem

Ist die NRW-CDU technikfeindlich?
Wer weiß. Den Kampf um die Blogosphäre hat die CDU um den ehemaligen Bundesminister für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie, Jürgen Rüttgers, kläglich aufgegeben – wie ein kurzer Blick beweist.

Und was machen die Genossen? Sie langweilen sich und besuchen die Pressekonferenzen der politischen Gegner, um sie in den eigenen Blog einzubauen.
So etwas nennt man wahre Entwicklungshilfe. Ob der Blog von Ministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul gesponsort wird? Preiswürdig ist die Blog-Berichterstattung des Praktikanten von der SPD in jedem Fall. Auch aus politisch unabhängiger Sicht.

Sorry, aber die haben Entwicklungshilfe auch nötig. ;-)


Man ist ja von der CDU und insbesondere von Jürgen Rüttgers einiges gewohnt: Heute sagt er dies, morgen das und übermorgen wieder etwas anderes. Gestern noch hat er Hartz IV als notwendig bezeichnet, heute wettert er dagegen. Heute sagt er, die Katholiken seien allen anderen überlegen, morgen sagt er „das war nicht so gemeint“.

Die CDU also wie immer ohne klare Linie?
Nicht ganz – denn in Gelsenkirchen gibt es eine mehr als zufällig auftretende Eintracht der CDU-Kandidaten…


Auch der WDR hat heute Internetseiten verglichen.

Unsere Seite kommt relativ gut weg:

Die Seiten der Parteien sind professioneller gestaltet als noch im Bundestagswahlkampf 2002. Die Seite der SPD ist sehr übersichtlich, nutzt die Möglichkeiten des Netzes gut und ermöglicht ein schnelles Auffinden der relevanten Inhalte. Dagegen irritiert die Wahlkampfseite von Peer Steinbrück dadurch, dass er weitschweifig sein Kabinett vorstellt.

Ich kann die Kritik nicht ganz nachvollziehen, warum es jetzt schlimm ist, dass Peer Steinbrück sein Kabinett vorstellt? Also, wenn das der einzige Kritikpunkt ist, dann ist ja alles gut.

Zum Düsseldorfer Koalitionspartner:

Die Grünen bieten sehr gut aufgemachte Seiten mit schnellem Zugriff auf alle wichtigen Bereiche. Eher schwach kommen allerdings die Seiten der Spitzenkandidaten daher, denen die Spritzigkeit der anderen Seiten fehlt.


Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.