Der SPD-Parteivorsitzende Franz Müntefering gab der Berliner Zeitung ein Interview, dass in der heutigen Ausgabe erschienen ist. Die Themen: Die bevorstehende Wahl in NRW, Deutschland in Europa und eine mögliche Kanzlerkandidatur von Angela Merkel.
Ein Auszug:

Berliner Zeitung: Die Wahl in NRW steht vor der Tür. Was hieße es für die SPD, in ihrem Kernland die Macht zu verlieren?

Franz Müntefering: Wir werden nicht verlieren. Wir waren in den Umfragen schon mal auf zehn Meter ran, zurzeit sind wir zwanzig Meter dahinter, aber wir haben eine gute zweite Luft. Man darf , wenn man kurz vor Spielende knapp zurückliegt, nicht drüber reden, mit wem man nach dem Spiel duschen geht, sondern muss ein Tor schießen. Darauf müssen wir uns konzentrieren.

Berliner Zeitung: Sie müssen nicht unbedingt mit den Grünen duschen gehen?

Franz Müntefering: Ich bin für die Fortsetzung dieser Koalition, keine Frage. Ich war aber nie einer, der von einem Projekt geredet hat oder diese Koalition sentimental überhöht hätte. Rot-Grün in NRW ist ein gute Koalition, aber eben eine Koalition aus zwei verschiedenen Parteien.



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Berliner Zeitung: Herr Parteivorsitzender, im Bundestagswahlkampf 2006 wird die Union vermutlich Angela Merkel als Kanzlerkandidatin ins Rennen schicken. Führt man gegen eine Frau anders Wahlkampf als gegen einen Mann?

Franz Müntefering: Es macht ganz sicher einen Unterschied. Unter Männern ist die Sprache manchmal ein bisschen härter. Insgesamt kommt es darauf an, wem die Leute zutrauen, in Zukunft besser mit den Problemen fertig zu werden. Als Regierender guckt man nach vorne. Dass unser Projekt Agenda 2010 heißt, ist kein Zufall. Wir schlagen die Brücke von 2003 auf 2010 und sagen: Wir waren das, die angefangen haben mit der Erneuerung, nicht die anderen. Und wir wollen das auch erfolgreich weitermachen und dabei die Gesellschaft zusammenhalten.

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Berliner Zeitung: Sie wollen eine europaweite Mindeststeuer für Unternehmen?

Franz Müntefering: Generell ja. Man könnte einen Korridor festlegen, innerhalb dessen sich die Sätze bewegen können, aber unter eine vernünftige Grenze dürfen die Unternehmenssteuern nicht sinken. Mir ist dieses Projekt sehr wichtig, und ich wünsche mir, dass wir bald zu Ergebnissen kommen in Europa.
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Berliner Zeitung: Wie kompromisslos wird Berlin bei den Verhandlungen über die künftige EU-Finanzierung auftreten?

Franz Müntefering: Ich finde es gut, dass der Bundeskanzler eine andere Tonalität in die Debatte gebracht hat. Wir sind nicht automatisch immer die Dummen, die zahlen und dulden. Deutschland ist einer der Tanker in diesem Verbund, der auch die Kraft haben muss, zu ziehen. Europa muss ein Interesse an starken Ländern haben.

Das ganze Interview findet ihr hier.


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