Steinbrueck_Kuschke_Sommer.jpg

17:30 Lünen, Hansasaal
Ich habe ein besonderes Verhältnis zu Lünen, ich habe hier gelebt und gearbeitet und wollte deshalb unbedingt mit auf den Termin nach Lünen. Dass der DGB-Chef Sommer auch da sein würde, habe ich erst auf der Fahrt nach Lünen erfahren. (Okay, die Ankündigung „Betriebsrätekonferenz“ hätte mich stutzig machen können) Außerdem waren noch dabei: einer meiner Lieblingsminister, der Minister für Europaangelegenheiten Wolfram Kuschke und der Lünener Landtagsabgeordnete Rainer Schmeltzer. Landespresse drängelte sich zusammen mit mir, als Peer Steinbrück ankommt. Auch bei dem anschließenden ersten Zusammentreffen zwischen ihm und Michael Sommer wollen alle ihr Foto haben. Ich gehe hinter meine Videokamera, die ich so postioniert habe, dass ich alles filmen kann, einige Gewerkschafter hinter mir aber nichts mehr sehen können. Und wieder hassen mich alle.
Jeder der Anwesenden hielt eine Rede und stellte sich den Zuhörern, die Fragen stellen konnten. Ich habe nicht soviel mitbekommen, weil ich mit zwei Dingen beschäftigt war. Erstens musste ich die ganze Zeit wütende Proteste von Nicht-Sehen-Könnern ignorieren. Zweitens hatte mich einer der Journalisten vom ZDF fälschlicherweise als seinen Mittelsmann ausersehen, weil ich meine Kamera genau zwischen ihm und seinem Kameramann aufgebaut hatte. Und jedes Mal, wenn der etwas filmen sollte, hatte ich einen Finger in der Hüfte. Ich war froh, als ich die Kamera abbaute.

20:00 Hamm, Bürgersaal
Nach meinen Erlebnissen in Lünen, hatte ich gemischte Gefühle auf dem Weg nach Hamm. Alles verflüchtigte sich, als uns auf dem Parkplatz des Bürgersaals ein Wahlkampfteam der Jusos Hamm äußerst professionell zeigten, wo wir parken sollten. Und auch sonst waren sie den ganzen Abend immer zur Verfügung, wenn man sie brauchte.

Jusos_Hamm.jpg
Die fitten Jusos aus Hamm: Mehr als nur Parplatzanweiser

Und so ging der Abend weiter: Die Landtagskandidaten Manfred Hemmer und Georg Scholz sprachen über Verkehrspolitik und über Persönliches. Hellmer, der nicht mehr zur Landtagswahl antreten will, hatte nach einigen lockeren Statements die Halle im Griff. Er versprach aber, auch in Zukunft zur Verfügung zu stehen.

Peer Steinbrück in Hamm.jpg
Peer Steinbrück in Hamm

Dann kam der Auftritt von Peer Steinbrück, den die 400 Gäste mit stehenden Ovationen begrüßten. Auch hier kam zunächst ein Zwiegespräch mit einem der Moderatoren und danach eine Rede. Mich überraschte sehr, dass ich mir nicht noch einmal dasselbe anhören musste, was ich schon zuvor gehört hatte. Er redete über Fußball und dass bereits die Nationalmannschaft von 1958 ein Beispiel für gelungene Integration war. Er sagte, dass „Einheitsschule“ ein Kampfbegriff der Opposition sei, der eine Diskussion verhindern soll. Schade, dass ich nicht mehr so aufnahmefähig bin. Wie muss es erst dem Redner gehen? Dann war alles zu Ende und ich sitze in der Nähe des Bürgersaals in einer Pommesbude und lasse den Tag zusammen mit Dirk noch mal an uns vorbeiziehen.

Endbild_Hamm.jpg
Das Ende der Veranstaltung in Hamm

Was ich heute gelernt habe:
Ein Mensch der aus Hamm kommt, ist Hammenser; es heißt Gewerkschafter und nicht Gewerkschaftler (Nennt ein Gewerkschaftsmitglied niemals Gewerkschaftler, tut es nicht!!!)

Hier findet ihr das komplette Weblog von Der_Praktikant


Du kannst die Kommentare zu diesen Artikel durch den Kommentar-Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

2 Kommentare

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.