Ich hatte gerade eine Erscheinung. Aber was ich da eben in dem Blog von Genosse Tabu gefunden habe, hat mich mal wieder ein wenig umgehauen. Ausgerechnet der Chef eines der führenden deutschen Unternehmen, den Unternehmen also, die sich angeblich immer über die schlimmen Rahmenbedingungen in diesem unserem Land beschweren, hielt in dem baden-württembergischem Landtag eine Rede, in der es um den Fehler im betriebswirtschaftlichen Denken ging. Es sei ein Fehler, so viele Jobs wie möglich ins Ausland zu verlegen sagte Porsche-Chef Wendelin Wiedeking. Außerdem sei es falsch zu glauben, Arbeitsplätze seien in Deutschland zu teuer und neue könnten überhaupt nur noch im Ausland entstehen.
Dazu ein Auszug aus dem dazugehörigen Spiegel-Artikel:

„Die Lohnkosten sind wirklich nicht das eigentliche Problem in Deutschland.“ Er verwies auf sein eigenes Unternehmen. Porsches Stammwerk stehe „im Herzen des Hochlohnlandes Deutschland“ – trotzdem sei der Konzern weltweit erfolgreich.
(…)
Er fragte: „Und wieso zahlt die EU Zuschüsse für Firmenansiedlungen in den Beitrittsländern – übrigens auch mit den deutschen Beiträgen in die EU-Kasse – die den osteuropäischen Regierungen dann dazu dienen, Firmen aus Westeuropa mit besonders niedrigen Steuersätzen anzulocken?“ All dies seien Fehler im System, die viel gravierender seien als das Niveau der Gehälter in Deutschland.

Und dann war ich erst mal baff.


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2 Kommentare

  1. Klaus 11. April 2005 · 15:12 Uhr

    Wiedeking sollte man klonen und in den übrigen Aktiengesellschaften installieren. Dann klappt’s auch wieder mit der Wirtschaft.

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.