Immer wieder kommt es zu rechtsextremen Ausfällen bei der Union – nicht nur Martin Hohmann, Jürgen Rüttgers oder die Junge Union Köln haben in der Vergangenheit für Schlagzeilen gesorgt und ungeniert in die braune Matschkiste gegriffen, um im Wahlkämpf auch für Neonazis interessant zu sein.
Was ich aber heute in der „Welt Kompakt“ gelesen habe, konnte ich nicht glauben, bis es mir Quellen wie z.B. der Focus oder die Cellesche Zeitung bestätigt haben:

Beim Oberbürgermeisterwahlkampf in Leipzig hat ein CDU-Wahlkämpfer auf die Frage, wie die CDU die Arbeitslosigkeit beseitigen wolle, geantwortet „wie Adolf Hitler!“. Zwar hat sich mittlerweile der Generalsekretär der sächsischen Union entschuldigt und diese Äußerung verurteilt, allerdings scheint dieser Politikvergleich zwischen CDU und NSDAP für den „CDU-Wahlkämpfer“ keine weiteren Konsequenzen zu haben.

Für mich ist so etwas unbegreiflich, pervers und ekelhaft: Wie kann eine sich als demokratisch und christlich bezeichnende Partei solche Mitglieder haben?
Wie kann so etwas von den Partei“führern“ geduldet werden?
Wieso äußern sich Merkel, Stoiber oder aber auch Rüttgers nicht zu so etwas?
So etwas wiedert mich an. Ich schäme mich, dass wir eine Partei, deren Mitglieder derartige Äußerungen tätigen, in unserem demokratischen Spektrum haben – eine Partei, die sämtliche Landtage und den Bundesrat dominiert.
Gerade in Sachsen, wo die Existenz der Rechten sowieso schon überaus bedrückend und erschreckend ist, blasen CDU-Mitglieder ins gleiche Horn!
Für mich ist die Union spätestens seit dem heutigen Tag absolut unwählbar geworden.


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13 Kommentare

  1. Klaus 9. April 2005 · 9:14 Uhr

    Wenn es für den „Wahlkämpfer“ auf Parteiebene keine Wirkung hat, bleibt zu hoffen, dass die Staatsanwaltschaft die Sache ernster nimmt und ein entsprechendes Verfahren einleitet. Wenn man schon gegen rechts kämpft dann bitte auch gegen solche „Saubermänner“.

  2. Stefan Laurin 9. April 2005 · 17:57 Uhr

    Das ist bei Euch nicht anders. Mit Erschrecken habe ich im Wahlkampf 2002 zugehört, als mir einer Eurer Genossen an einem Wahlkampfstand der SPD in Dortmund, Eurer Herzkammer, erklärte, dass die Juden ja sicherlich selbst Schuld daran seien, dass sie ja keine leiden kann. Also: Ihr habt auch Arschlöcher in Euren Reihen – und das nicht zu knapp.

  3. Der_Praktikant 9. April 2005 · 22:19 Uhr

    Um mit Peer Steinbrück zu sprechen:
    „Die Verteilung der Idioten bei den Parteien erfolgt nach der Normalverteilung in der Bevölkerung.“

  4. Roter Baron 10. April 2005 · 0:39 Uhr

    Hi Stefan!
    Sowas ist auchs erh erschrecken,d, wenn ein genosse so etwas sagt. Und wenn Du seinen UB darauf aufmerksam gemacht hättest, hätte der auch hoffentlich etwas dazu gesagt und es hätte für den Genossen konsequenzen gehabt.
    Allerdings ist die Häufung rechtsextremistischer Ausfälle bei der CDU schon wirklich besorgniserregend: beinahe alle zwei Wochen kommt doch irgendein CDU-Heini mit rechtsextremen Äußerungen ind ei Schlagzeilen. Ich frage mich eben immer wieder, ob da nicht eine bestimmte Absicht hintersteckt – oder ob es einfach an der Dummheit der Mitglieder liegt. Trifft letzteres zu, dann sollte die CDU dringend etwas dagegen machen, solche Leute in die Partei zu lassen. Wenn ersteres der Fall ist, dann wäre das eine geschmacklose und menschenverachtende Art und Weise, sich zu profilieren…

  5. Werriot 10. April 2005 · 11:32 Uhr

    Nanu, war nicht der rote Baron ein Monarchist? Ein ganzganz böser Deutscher aus der wilhelminischen Zeit, die doch gar nicht demokratisch gewesen ist. Und noch viel schlimmer: Ist dieser Verehrer nun in der SPD?
    In einem kann ich zustimmen: Die CDU ist unwählbar geworden, die SPD ist es aber schon seit dem Kaiserreich nicht mehr.

  6. Roter Baron 10. April 2005 · 15:00 Uhr

    Oh, da kennt sich jemand ansatzweise in der Geschichte aus. Du hast Recht, Manfred von Richthofen war ein Monarchist, wenngleich kein ganz böser Deutscher.
    Der Name Roter Baron muss ja nicht gleich auf Manni gemünzt sein, oder?
    Ich frage mich nur, warum die SPD Deiner Meinung nach seit dem Kaiserreich nicht mehr wählbar ist? Jetzt komme bloß nicht mit der Dolchstoßlegende…

    Auf eine interessante Antwort freut sich der wirklich r o t e Baron :-)

  7. Werriot 10. April 2005 · 16:28 Uhr

    Es war lediglich ein wenig überspitzt formuliert.
    Der rote Baron war wahrhaftig ein deutscher Held.
    Linke Gruppierungen haben um 1918 doch wirklich „vieles“ getan, damit Deutschland auch nicht einmal mehr eine konstitutionelle Monarchie wird.
    Die wenigen positiven Aspekte nach 1918 bei der SPD sind gewesen:
    Sie drohten mit der Wiederaufnahme des Krieges aufgrund der unzumutbaren Bedingungen.
    Sie wiederstrebtem den Nationalsozialisten.
    Sie standen bei der ersten Bundestagswahl für ein Vaterland von der Maas bis an die Memel.

  8. Lasse 10. April 2005 · 19:56 Uhr

    wer malt den hier den Teufel an die Wand? in jeder Partei gibt es Idioten… das ist doch wohl klar. auch die SPD darf sich nicht rausnehmen. Da gibt es gar mehr DDR-Fans als so manchem bei Euch lieb ist.

    Hohmann als Nazi zu beschimpfen oder gar der JU Köln rechtsextreme Ausgeburten vorzuwerfen, das zeugt von wenig Objektivität, gar von blinder arroganz.
    Ansonsten gilt: Prima wenn Rechtsextreme CDU wählen! Dann wählen sie nämlich nicht die NPD oder anderen rechten scheiß! Das sollte uns erfreuen.

  9. Roter Baron 10. April 2005 · 23:52 Uhr

    Da würde ich mir aber große Gedanken machen, wenn die CDU immer mehr Themen besetzt, die ins rechtsextreme Lager führen.
    @ Lasse: Hohmann ist definitiv ein Mensch, der bewusst in die rechtsnationale Klamottenkiste gegriffen hat. OPbwohl er von verschiedenster Stelle zur Rücknahme seiner schändlichen Äußerungen aufgefordert wurde, hat dieser Mensch bis heute immer seine Aussagen bekräftigt. Mancher mag das als starkes Rückrat bezeichnen, ich nenne das kühl kalkulierte Verbreitung rechtsextremen Gedankenguts. Damals stimmte übrigens ein großer Teil der Mitglieder der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag gegen den Ausschluss Hohmanns aus selbiger – für mich noch ein Hinweis für die überaus fragwürdigen Denkansätze mehrerer Unionsmitglieder.

  10. Roter Baron 10. April 2005 · 23:54 Uhr

    @ Werriot
    Verstehe ich Deine Äußerungen richtig dahingehend, dass Du das Großdeutschland von der Maas bis zur Memel gutheißt?

  11. Werriot 11. April 2005 · 10:29 Uhr

    Wäre das verwerflich?

  12. Edelstrauß 22. August 2005 · 21:27 Uhr

    Ja, wäre es!!!!

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.