CDU_Plakat.jpg

Wenn man dieser Tage durch die Städte und Gemeinden läuft, trifft man zwangsweise auf ihn: Hans-Jürgen Nagels Konterfei ziert eines der Wahlplakate der CDU für die Landtagswahl. Sauer dreinblickend klagt er an. Die NRZ hat jetzt herausgefunden, wer Hans-Jürgen Nagels wirklich ist: Nämlich Vorruheständler Und:

„Hans-Jürgen Nagels ist ein führender CDU-Politiker in Oberhausen. Er ist Stadtverordneter und Chef der örtlichen Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), dem Arbeitnehmerflügel der CDU. Im Ruhrgebiet fungiert das IG Metallmitglied als CDA-Vize.
(…)
Tatsächlich war Nagels, gelernter Chemielaborant und studierter Diplom-Ingenieur, früher bei Mannesmann tätig, zuletzt als Planungsleiter in der Mülheimer Walzwerks- und Adjustagetechnik. Danach hatte Nagels noch mehr Zeit für die Christdemokraten, die er seit 1994 in verschiedenen kommunalen Gremien vertritt: Im November 2002 rückte er für die CDU in den Stadtrat ein.“

Auf der Seite der CDU-Oberhausen, die ich hier sicherlich nicht verlinken werde, erfährt man dann noch, dass seine Frau Lehrerin ist.
Die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist bedrückend, keine Frage. Aber muss man dann für eine solche Kampagne ausgerechnet jemanden nehmen, den das ganze Thema überhaupt nicht betrifft?
Die NRZ verrät auch schon, dass sich das graue Gesicht des Chemielaboranten und Diplom-Ingenieurs in der nächste Phase der Kampagne ändern wird: „Dann gibt´s den vermeintlich arbeitslosen CDU-Mann in freundlichen Farben – dank der Rezepte seiner Partei…“


Du kannst die Kommentare zu diesen Artikel durch den Kommentar-Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

13 Kommentare

  1. Malik 13. April 2005 · 12:56 Uhr

    Oh Gott – Der Mann hat mal was gelernt und hat gearbeitet! Und seine Frau arbeitet auch und zwar als Lehrerin! Der mann ist also garnicht von Arbeitslosigkeit betroffen und redet von solchen Sachen! Ein Skandal!

  2. bazinho 13. April 2005 · 14:17 Uhr

    Das auf Werbeplakten in der Regel Models auftreten ist bekannt. Wenn man jedoch bewusst auf Models verzichtet und auf Amateure, auf „normale Leute“ setzt, um ein Nähe zum Betrachter zu erzeugen, dann sollte man allerdings auch Menschen nehmen, die tatsächlich mit der im Plakat suggerierten Situation verbunden sind.
    Die Macher der CDU Kampagne kennen jedoch offenbar weder einen Arbeitssuchenden noch einen echten Arbeiter. Aber das macht nichts, da nimmt man doch einfach einen besserverdienenden und studierten Menschen und verkleidet ihn als Bauarbeiter.
    Blöd nur wenn dann jemand aufdeckt, dass die Person, die Verständnis für den kleinen Mann und Betroffenheit suggeriert, in Wirklichkeit den kleinen Mann nur vom höheren Sagen kennt.
    Aber so ist halt die CDU im Jahre 2005 viel Kopie des US-Wahlkampf, buntes Konfetti, riesige Negativkampagne und dahinter viel heiße Luft.

  3. Klaus 13. April 2005 · 16:12 Uhr

    Unverschämtheit, der Mann konnte dank sozialdemokratischer Bildungspolitik studieren. Damit konnte er sich einen klaren Vorteil am Arbeitsmarkt verschaffen. Nun unterstützt er Jürgen R. bei der Einführung von Studiengebühren und der Abschaffung des Bafögs. Würde mich nicht wundern wenn seine Frau an einer Gesamtschule unterrichtet.

  4. Malik 13. April 2005 · 18:43 Uhr

    Wahlwerbung für SPD – Peer Steinbrück
    http://www.blogigo.de/img/usr/1847/spdpeer.jpg

    Ich erbringe diese Arbeit kostenlos – Nur für EUCH. Ihr dürft das Plakat ohne Bedenken in Auftrag geben. Ich nehme keine Lizenzgebühren :)

  5. Roter Baron 13. April 2005 · 21:42 Uhr

    Liber Malik,
    ich glaube, Du solltest mal besser bei der CDU anbändeln – schließlich behaupten die seit Jahrzehnten „wenn die Sonne scheint, hat es die CDU gemacht“. Da scheinst Du also nicht ganz richtig informiert zu sein – übrigens wollte die CDU ja Anfang des Jahres mit schlechtem Wetter eine Verbindung zur Regierungspolitik Steinbrücks ziehen – das ist dann ziemlich schief gegangen.
    Also lieber Malik, bevor Du so einen Unsinn machst: Informíere Dich erst einmal.

  6. Thorsten - blog.nrwspd 13. April 2005 · 22:37 Uhr

    @ malik
    Schön, dass du da deine Zeit opferst und uns was schönes gebastelt hast. (Auch wenn es ein wenig an der Realität vorbei geht)
    Nimm doch bitte nächstes Mal das Logo von der NRWSPD und danke für die Rechte. Vielleicht finden wir ja nen Abnehmer.
    Und noch nen Tip:
    Du hast, was es braucht, um sich bei uns im Mitmach-Center zu registrieren.

  7. mariposa 14. April 2005 · 7:49 Uhr

    Passend dazu ist auch ein netter Artikel in der aktuellen Ausgabe des Spiegel. Der Spitzenkandidat der Liberalen, von seinen Fraktionskollegen als „Möllemanns Rache“ verspottet, ist auch ganz arm dran. Politisch hat er wenig bewegt und ist so kurz vor der Landtagswahl auch den meisten NRWlern unbekannt. Dafür kassiert er an Diäten und Pensionen mehr als die meisten deutschen Spitzenpolitiker, insgesamt über 226.000 Euro im Jahr!
    Dass er im Alter von 50 Jahren schon mehr als das dreifache einer normalen Rente bekommt, für die Otto Normalverdiener 40 Jahre lang arbeiten muss, stört ihn nicht. Aber da ist er ja in der Partei der Besserverdienenden in der richtigen Gesellschaft.

  8. chris 14. April 2005 · 13:09 Uhr

    Es ist schon lächerlich, wenn sich ein CDU – Mensch für das Plakat „verkleiden“ musste, aber auf der Zeche wird man wohl niemanden gefunden haben,der sich für das Plakat fotografieren läßt – will doch die CDU die Subventionen abschaffen und zehntausende Kumpel in die Arbeitslosigkeit schicken…

  9. Vanderschlot 15. April 2005 · 11:10 Uhr

    Dieser arme Hans-Jürgen Nagels ist als AT Angestellter aus der Firma ausgeschieden. Er hat für die Zeit bis zur Rente 85% seiner früheren Bezüge erhalten und die 18% Rentenabschlag (den ihm übrigens seine eigene tolle Partei eingebrockt hat) per Abfindung teilweise ausgeglichen bekommen.
    Ein Mann, der von den Sorgen der wirklichen Arbeiter tatsächlich keine Ahnung hat. Als Gewerkschafter ist er vor allem durch Selbstinszenierungen aufgefallen.
    Aber so ist halt HJ Nagels und die gesamte CDU – Ein bisschen Halbwahrheit hier, eine kleine Lüge da – Fertig ist die Schmutzkampagne.

  10. Malik 15. April 2005 · 18:35 Uhr

    Immerhin iniziiert er keine Flut, um eine Wahl zu gewinnen :)

  11. oliver 15. April 2005 · 18:54 Uhr

    Ja, immerhin.

    Mensch Malik,

    prima! Vielen Dank hier von blog.nrwspd.de, dass du hier im Blog so aktiv mitdiskutierst!

    Du merkst schon: Den Großteil der hier versammelten Leser und Kommentatoren regst du prima dazu an, sich in ihrer Position für die SPD und für Peer Steinbrück zu festigen. Du leistest damit eine super Wahlkampfhilfe für uns. Wenn du in den nächsten Tagen hier so weiter machst, dann wirst du unser Blog-Kommentator der Woche. Also weiter zu!

  12. Malik 17. April 2005 · 23:50 Uhr

    Ist mir eine Ehre dazu beizutragen, dass sich ein paar Verklemmte noch fester verklemmen. Alles easy, Ihr „Klemmies“.

    Das hier keiner reinschaut und schreibt, der nicht SPD-konform ist, ist eher arm. Aber wenn Du das toll findest, …

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.