So. Nun sind also ein paar Tage ins Land gegangen – aber die Diskussion um den CDU-Spitzenkandidaten reisst nicht ab. Immernoch diskutiert man über seine umstrittenen Äußerungen in der N24-Sendung Studio Friedmann. Inzwischen hat die altbekannte Rolle Rüttgers wieder das Kommando übernommen. Bei Sabine Christiansen hat Jürgen ’so hab ichs doch nicht gemeint‘ Rüttgers dann den geregelten Rückzug angetreten und erklärt, daß er natürlich nicht nur das katholische, sondern das christliche Menschenbild an sich gemeint hätte.

Hallo? Der gute Mann redet Unsinn und verschlimmbessert es dann auch noch? Ist die Aussage nun: „Das Christentum ist anderen Religionen überlegen“?

In meinen Augen darf Jürgen Rüttgers als gläubiger Katholik so denken. Aber eben nur als Privatperson und nicht als Kandidat für den Posten des Ministerpräsidenten. Ich finde, daß es sich die Politik nicht erlauben kann Glauben zu (be-)werten. Glaube muß nicht bewiesen werden – er begründet sich selbst und genauso entzieht er sich jeder Bewertung.

Aber es ist schon ziemlich bezeichnend, daß Jürgen ‚der Rückzieher‘ Rüttgers auch beim Versuch einer Beschwichtigung spaltet und Keile zwischen die Menschen treibt. Und wieder wird mir klar – der Mann ist nicht geeignet das größte Bundesland der Bundesrepublik zu vertreten.


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7 Kommentare

  1. Schubie 26. April 2005 · 11:10 Uhr

    sehe ich ganz genauso. ich meine, wie kann man seine religion und damit indirekt auch sich, als angehöriger eben dieser, über andere menschen und deren religionen stellen ohne die wirklich zu kennen. ich erlaube mir mal die these, das herr rüttgers genauso sehr wie ich sein wissen über den islam, das judentum, den buddhismus durch die medien erworben hat, was, da machen wir uns nichts vor, nicht annähernd den einblick vermittelt, wie ihn ein angehöriger eben dieser religion hat.
    davon ab finde ich es eh unglaublich dumm, sich aufgrund solcher dinge in einer ordinal-skala einordnen zu wollen, wenn möglich meist weit oben, aber das ist ein anderes thema.

    davon ab halte ich aber keinen politiker mehr wirklich regierungsfähig.

  2. Benedikt Fischer 26. April 2005 · 16:59 Uhr

    Standpunkte müssen vertreten werden.

    Jeder Anhänger einer Religion muß doch zwangsläufig seine als die „Überlegenere“ erkannt haben um zu einem wirklichen Glauben gelangt zu sein.
    Das schließt die Toleranz gegenüber anderen Meinungen keineswegs aus.
    Rüttger hat Recht.

  3. Carsten - NRWSPD Blog 26. April 2005 · 17:05 Uhr

    @Benedikt: Nichts anderes habe ich doch geschrieben. Als Privatperson darf Jürgen Rüttgers das gerne so sehen – aber wenn ich mir vorstelle, daß ein Ministerpräsident solch unbedachte Äußerungen tätigt und sie selbst nach einer Klarstellung nichts von ihrer Brisanz einbüßen, dann wird mir doch etwas anders.

    Hinzu kommt, daß man sich ja für eine Religion eben nicht aufgrund von Argumenten oder Bewertung entscheidet, sondern man wird hineingeboren. Oder glaubst Du, daß Jürgen Rüttgers es so sehen würde, wenn er an einem anderen (nicht derart christlich geprägten) Ort geboren und groß geworden wäre?

  4. Carsten - NRWSPD Blog 26. April 2005 · 17:11 Uhr

    @Benedikt Fischer: Lustig. Eben war Dein Name noch Andreas Lotus. Noch nicht einmal seinen eigenen Namen zu nennen ist schon erbärmlich, sorry.

    Zur Erklärung: Benedikt Fischer/Andreas Lotus hat in mehreren Blogbeiträgen kommentiert und dabei verschiedene Namen genutzt (anhand unserer Logfiles ist dies zu erkennen).

  5. Kai-Uwe 26. April 2005 · 22:02 Uhr

    Ja da kommen die negativ Beiträge alle von Benedikt Fischer,auch nicht schlecht.Aber so kennen wir sie die Rüttgers Anhänger.:-))

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.