Ich komme gerade von der Pressekonferenz der CDU mit Jürgen Rüttgers, Christa Thoben und Helmut Linssen.

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Ich habe schon viele Pressekonferenzen erlebt – diese war besonders eigenartig. Bereits die sehr kurzfristige Einladung (heute Morgen) ließ darauf schließen, dass das eher eine Schnellschussaktion ist. Bei den Journalisten vor Ort herrschte ein wenig Ratlosigkeit: „Wie, er stellt nicht sein ganzes Schattenkabinett vor?“, „Bitte? Linssen soll für Finanzen zuständig sein? Dass sie den noch mal ausgraben…“, „Wahrscheinlich haben ihm seine Strategen empfohlen, endlich ein paar Personen zu benennen, die auch mal Interviews geben können und niemand mehr sagen kann, Rüttgers sei abgetaucht.“ waren nur ein paar der ratlosen Fragen und Kommentare.

Und die Pressekonferenz selber? Sie war kurz (10 Minuten) und inhaltlich dünn. Jetzt wissen wir, Christa Thoben soll für Wirtschaft, Helmut Linssen für Finanzen zuständig sein. Und wir haben erfahren, dass die beiden Schattenkabinettler nicht sagen wollen, seit wann sie wussten, dass sie das werden sollen. „Das kann nur der Spitzenkandidat sagen“, hieß es. Der druckst etwas rum und sagt dann: „Also, etwas länger als in den letzten 10 oder 14 Tagen war das schon.“

Das war es. Mehr gab es nicht.
Nur einen schönen Kommentar eines Journalisten:
„Jetzt fehlt eigentlich nur noch Norbert Blüm und die alte Kohl-Garde in NRW ist komplett.“


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9 Kommentare

  1. Benno 27. April 2005 · 15:39 Uhr

    Da kann ich dem einen Journalisten nur zustimmen. Ich hoffe nur, dass er und seine ebenfalls skeptischen Kollegen das auch morgen in ihre Blätter tragen – schließlich sind die programmatischen und personellen Schwächen der CDU in den Medien bislang viel zu wenig aufgegriffen worden.

    In den Zusammenhang des Journalisten-Zitats passt auch die neue Videobotschaft auf Jürgen Rüttgers‘ Website: Dass J.R. sich dafür vor einer Zeichnung von Helmut Kohl hat filmen lassen, kann kein Zufall sein…

  2. Carsten - NRWSPD Blog 27. April 2005 · 15:41 Uhr

    @Benno: Ist das wirklich Helmut Kohl? Habe den Eindruck, daß das Konrad Adenauer ist… ;-)

  3. Benno 27. April 2005 · 15:59 Uhr

    @Carsten: Die Mundpartie (zu Anfang des Videos besonders gut zu sehen) sieht mir eher nach Kohl aus. Generell wirkt das Gesicht aber auch ein bisschen bulliger als das von Adenauer.

  4. korfstroem 27. April 2005 · 16:18 Uhr

    Da hat die SPD-Wahlkampfmannschaft wohl ein Wahrnehmungsproblem und nicht erkannt, daß Jürgen Rüttgers seiner Zeit weit voraus ist.

    Unter dem Datum 30.04. verkündet die Homepage der NRW-CDU die Antworten von Jürgen Rüttgers auf die drängensten Fragen unserer Zeit. Immerhin vier Tage vor der Zeit. Wenn das nicht vorausschauend ist.

    Und was macht die Opposition von morgen? Langweilt sich und schaut bei der Pressekonferenz des politischen Gegners vorbei.

    Wie sagte Urban Priol (deutscher Kabarettist so schön: „Wie schlecht muß die SPD in NRW sein, daß ein Mann wie Jürgen Rüttgers die Chance hat, Ministerpräsident zu werden?!

    korfstroem
    http://korfstroem.blogg.de

  5. korfstroem 27. April 2005 · 16:22 Uhr

    Den Kampf um die Blogosphäre hat die CDU allerdings – warum auch immer – aufgegeben, wie ein kurzer Blick beweist.
    http://www.cdu-nrw.de/blog/

    korfstroem
    http://korfstroem.blogg.de

  6. kurt 27. April 2005 · 16:46 Uhr

    Habe Gerüchte gehört, dass Kurt Biedenkopf und Bernhard Worms , bei der nächsten PK von Jürgen R. in das Schattenteam aufgenommen werden . Habt ihr das auch schon gehört ?

  7. Nobbi 28. April 2005 · 0:56 Uhr

    Unter Einbeziehung plumper Reklame für unsere frisch auf Barrierefreiheit relaunchte Seite http://www.spd-goch.de möchte ich zu diesem Thema als dem UB Kleve angehöriger Genosse folgende aktuelle Pressemitteilung unseres UB-Geschäftsführers Thorsten Rupp anführen ;-):

    CDU mit letztem Aufgebot

    „Die Aufnahme von Christa Thoben und Helmut Linssen in das so genannte Kompetenzteam von Jürgen Rüttgers ist ein Beleg dafür, dass die Union personell völlig ausgezehrt ist. Der Ex-Zukunftsminister Rüttgers umgibt sich mit einer Ex-Staatssekretärin aus der Kohl-Zeit und dem vor zehn Jahren bei der NRW-Landtagswahl gescheiterten CDU-Spitzenkandidaten, Helmut Linssen, der von Rüttgers selbst damals auf unschöne Weise verdrängt worden ist. Das ist kein Aufbruch. Das ist das letzte Aufgebot“, erklärt SPD-Geschäftsführer Thorsten Rupp. „Immerhin kommt Rüttgers nicht auf die Idee Manfred Palmen als Innenminister vorzuschlagen. Er weiß warum“.

  8. Jörg 29. April 2005 · 0:47 Uhr

    Vielleicht bekommt der Kanter auch noch einen Posten. Der braucht doch Geld um seine Strafe zu bezahlen. Außerdem vermute ich, der hat noch ein hohes Erpressungspotential gegenüber den alten Parteifreunden. Würde mich nicht wundern.

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.