Man ist ja von der CDU und insbesondere von Jürgen Rüttgers einiges gewohnt: Heute sagt er dies, morgen das und übermorgen wieder etwas anderes. Gestern noch hat er Hartz IV als notwendig bezeichnet, heute wettert er dagegen. Heute sagt er, die Katholiken seien allen anderen überlegen, morgen sagt er „das war nicht so gemeint“.

Die CDU also wie immer ohne klare Linie?
Nicht ganz – denn in Gelsenkirchen gibt es eine mehr als zufällig auftretende Eintracht der CDU-Kandidaten…

Zur Schuldenfalle in NRW fällt CDU-Landtagskandidat Werner Wöll ein: „Wir müssen nach der Landtagswahl alle Ausgaben auf den Prüfstand stellen . . .“. Sein Kandidatenkollege Oliver Wittke meint zu dem Thema: „Wir müssen nach der Landtagswahl alle Ausgaben auf den Prüfstand stellen . . . Zur Bildung weiß Wöll: „Unsere Schülerinnen und Schüler sind nicht dümmer als anderswo . . .“. Und Wittke? „Unsere Schülerinnen und Schüler sind nicht dümmer als anderswo . . .“.
Das ganze lässt sich beliebig fortsetzen: Auf jede Frage, die den Kandidaten gestellt wurde, antworten beide exakt gleich (mit Ausnahme des Lebenslaufes natürlich).
Auch die Gelsenkirchener CDU sollte mal etwas auf den Prüfstand stellen. Und zwar: den Internet-Auftritt ihrer Kandidaten. Dann würde man vielleicht erkennen, dass die Internet-Nutzer in Gelsenkirchen nicht dümmer als anderswo sind und ohne große Anstrengungen erkennen können: Auf den sehr überschaubaren Seiten www.werner-woell.de sowie www.oliver-wittke.de finden sich im zentralen Bereich „Politisch“ komplett identische Aussagen zu wichtigen landespolitischen Themen. Dass diese hölzernen Botschaften von der CDU auch noch mit direkter Ansprache und in Interview-Form präsentiert werden, macht es nicht besser.

Während der Spitzenkandidat also herumeiert und nach seinem wochenlangen Abtauchen täglich etwas anderen Unsinn erzählt, lassen sich die Wahlkreiskandidaten vorgefertigte Phrasen in den Mund schieben – und verkaufen die potenziellen Wähler so für blöd.
Dass sie es nicht sind, wird sich am 22. Mai beweisen, wenn die Phrasendrescher der Union wieder einmal auf der Oppositionsbank landen werden.


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3 Kommentare

  1. Fredson 28. April 2005 · 17:06 Uhr

    Werner, Olli, beide sechs, setzen !! Voneinander abschreiben, in dem Alter! Das ist doch hier keine Gruppenarbeit…

  2. edelstrauß 28. April 2005 · 17:11 Uhr

    Setzen, Sechs! Hätte es in der Schule geheißen. Einer hat beim anderen abgeschrieben – oder keiner hat es selebr geschrieben, was ich noch viel eher glaube. Peinlich, peinlich.
    Hoffentlich ist wirklich keiner so dumm, die CDU-Kandidaten nach einem solchen Auftritt noch zu wählen!

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