Gerade habe ich ein Interview mit Peer Steinbrück in der Süddeutschen Zeitung gefunden. Es geht unter anderem um die von Franz Müntefering angestossen Kapitalismus-Debatte.
Ein Auszug:

SZ: Herr Ministerpräsident, was ist eigentlich so schlimm am Kapitalismus?

Steinbrück: Am Kapitalismus in seiner Prägung als soziale Marktwirtschaft ist nichts schlimm, schlimm sind manche Fehlentwicklungen.

SZ: Die sind offenbar so gravierend, dass Ihr Parteivorsitzender Franz Müntefering von Heuschrecken spricht, die das Gemeinwohl fressen.

Steinbrück: Ich halte diese Debatte für richtig und beteilige mich mit eigener Wortwahl. Es muss erlaubt sein, nach der Vorbildfunktion und gesellschaftlichen Verantwortung von Entscheidungsträgern in der Wirtschaft zu fragen. Und wir müssen sehen, dass der Kapitalismus allein nicht alle gesellschaftlichen Probleme lösen
(…)
SZ: War die Politik der SPD zu kapitalismusfreundlich?

Steinbrück: Der Reformkurs der Bundesregierung war und ist richtig. Es mussten Bremsklötze weggehauen werden. Bis 1998 hatte sich die Politik, auch die der SPD, zu wenig Gedanken gemacht, wie das Sozialstaatsmodell zu Beginn des 21. Jahrhunderts aussieht und finanziert werden soll. Damit haben wir begonnen. Ich hätte mir gewünscht, dass angesichts der erheblichen Vorleistungen der Politik in den letzten Jahren manche Vertreter der deutschen Wirtschaft unseren Reformkurs intensiver unterstützt hätten. Ich vermisse die Rendite für den Standort Deutschland.


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