Herzlich Willkommen beim Live-Blogging zur zweiten Ausgabe der WDR-Sendereihe „NRW wählt“. Mehr zu den Gästen und Themen findet ihr zum einen im Blog (s.u.), zum anderen auf den Seiten des WDR.Wer sich noch mal die letzte Sendung zum Thema Verkehrspolitik in Erinnerung rufen möchte, kann das auch hier, bei uns im Blog.

Wer die Sendung verpasst hat oder es sich noch mal ansehen will kann auch das. Entweder im Internetangebot des WDR oder heute abend, 23 Uhr auf Phoenix.
Ansonsten wünschen wir euch viel Spass beim Fernsehen, beim Verfolgen der Blog-Updates und natürlich bei der Diskussion im Blog.

Update 20.17 Uhr
Die Sendung startet. Es diskutieren die Landesministerin für Schule, Jugend und Kinder, Ute Schäfer, (SPD), Sylvia Löhrmann (Bündnis ’90/Die Grünen, Fraktionsvorsitzende), der parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion Helmut Stahl und Ingo Wolf (Spitzenkandidat und Fraktionsvorsitzender der FDP).

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Update 20.26 Uhr
Die Diskussion beginnt mit der Frage, wie man weniger Begabte Schülerinnen und Schüler richtig fördern kann. Ute Schäfer weist darauf hin, dass die richtige Förderung schon ganz zu Beginn der Schulkarriere wichtig ist. Deshalb baut NRW die Frühforderung unter einer SPD-geführten Regierung aus. Im Übrigen verlassen in keinem Land so wenige Hauptschülerinnen und -schüler ohne Abschlus die Schule (im Gegensatz zu Bayern).
Besonders amüsant: der Vertreter der FDP fordert, dass die Ausbildung nicht vom Einkommen der Eltern abhängen soll.

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Update 20.30 Uhr
Ute Schäfer antwortet auf den Kampfslogan der CDU, im Land würden 5 Mio. Stunden Unterricht ausfallen. Mit 4,5% Stundenausfall ist NRW gut dabei. Das macht im Schnitt eine Stunde pro Woche und Schüler.
Außerdem hat Rot-Grün in den letzten 5 Jahren 4100 Lehrerinnen und Lehrer eingestellt.

Update 20.30 Uhr
Ute Schäfer antwortet auf den Kampfslogan der CDU, im Land würden 5 Mio. Stunden Unterricht ausfallen. Mit 4,5% Stundenausfall ist NRW gut dabei. Das macht im Schnitt eine Stunde pro Woche und Schüler.
Außerdem hat Rot-Grün in den letzten 5 Jahren 4100 Lehrerinnen und Lehrer eingestellt.

Update 20.36 Uhr
Zuschauerumfrage:
Wir geben zu wenig Geld für Bildung aus
77,9 %Ja
22,9 % Nein

Im Übrigen: Peer verspricht in seinen Reden nichts, außer im Bereich der Bildung mehr auszugeben und das durch Einsparungen in anderen Bereichen im Haushalt auszugleichen.

Jetzt erklärt sich der Vetreter der Union: Er will mehr Stellen schaffen, garantiert, aber gleichzeitig die „Bierdeckel-Steuer-Reform“ von Friedrich Merz einführen.

Update 20.41 Uhr
Wie kann man die Qualität des Unterrichts verbessern?
Rot-Grün erntet Beifall von Ingo Wolf (FDP) für das Konzept der selbstständigen Schule.

Noch mal zur Finanzierung: Die Steuerreform der FDP soll so aussehen:
Die FDP will das Drei-Stufen-Modell (15, 25, 35%) einführen. Das heißt: der Facharbeiter bezahlt denselben Steuersatz wie der Millionär. Und es gibt Einnahmeausfälle in Höhe von 20 Mrd. im ersten Jahr. Gut, dass die nicht gewählt werden ;-).

Update 20.46 Uhr
Ich habe so ein bißchen das Gefühl, dass diese Abstimmungen irgendwie unsinnig sind. Wer ist schon der Meinung, die Lehrer sollten nicht kontrolliert werden. Das Ergebnis der ersten Zuschauerumfrage war ja auch nicht gerade überraschend.

Meine protokollarische Pflicht:

Mehr Leistungskontrolle für Lehrer?
Ja 83,1%
Nein 16, 9 %

Update 20.51 Uhr
Nochmal zu Wolf (FDP): Wenn man, wie er das gerade gefordert hat, den Wettbewerb der Schulen einführt, dann soll er mal erklären, wie Schulen in sozialen Brennpunkten da bestehen sollen. (Aber der Geldbeutel soll keine Rolle bei der Ausbildung spielen?!)

Ute Schäfer weist auf diese Gefahr der unterschiedlichen Ausgangsvoraussetzungen von Schulen in verschiedenen Regionen hin.

Update 20.59 Uhr
Der CDU-Vertreter gerät arg ins Schwimmen, als er erklären muss, warum die Einheitsschule in den benachbarten Ländern gut funktioniert und trotzdem nicht in NRW eingeführt werden soll.

Ute Schäfer appelliert, die Diskussion um die Schulform nicht ideologisch aufzuladen. Strukturveränderungen in Richtung auf ein integriertes Schulsystem sollen nur unter Einbeziehung der Eltern und Kinder und mit selbstständigen Schulen vorgenommen werden.

Update 21.02 Uhr
Jetzt geht’s aber rund: der Vertreter der CDU hat offensichtlich Probleme Ute Schäfer ausreden zu lassen. Eine Fähigkeit, die einem ja normalerweise auch in der Schule beigebracht wird.

Update 21.09 Uhr

Wie geht’s weiter mit der offenen Ganztagsschule?

Ute Schäfer macht deutlich: Die rot-grüne Landesregierung hat in nur einem Jahr 35.000 Plätze in 700 offenen Ganztagsschulen geschaffen.
Sylvia Löhrman (B’90/Die Grüne) und Ute Schäfer (SPD) machen deutlich, dass die Betreuungszeiten flexibler werden müssen, um Familie und Beruf besser vereinbaren zu können.
Das erkennt ja sogar Herr Stahl (CDU) an. Er will aber „echte“ Ganztagsschulen?!
Ingo Wolf hat wohl irgendwie gar keine Meinung dazu. Zumindest redet er die ganze Zeit über die Grundschule.

Update 21.17 Uhr
Das letzte Thema:
Früh- und Sprachförderung
Den Ausbau der Angebote zur Sprachförderung stellt keiner der Teilnehmerinnen und Teilnehmer öffentlich in Frage, wenn ich das so richtig verstanden habe.

Meine Tastatur qualmt, meine Hände sind verschwitzt. Ich hoffe, euch hat die Sendung gefallen. Ein kleines Update wird heute abend noch folgen, ansonsten viel Spaß bei der Diskussion oder auch gute Nacht.

Nachtrag 03.05., 17.05 Uhr
Die zu Unrecht vergessene, letzte Zuschauerbefragung:
Gegliedertes Schulsystem abschaffen
ja oder nein?

Ja 42,6%
Nein 57,4%


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82 Kommentare

  1. Oliver 2. Mai 2005 · 20:10 Uhr

    Auf zum nächsten Gefecht!

  2. Oliver 2. Mai 2005 · 20:26 Uhr

    Fein, dann setzen wir eben 30.000 Kumpel auf die Straße. Das ist die Lösung! Gut gebrüllt Wolf.

  3. Benno 2. Mai 2005 · 20:29 Uhr

    Die Bildung der Kinder darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen? Na, ob das mit dem Jürgen abgesprochen war? Das gibt dann wohl direkt den nächsten Rüffel (nach der Abfuhr in puncto „2. Ministerium“)…

  4. mariposa 2. Mai 2005 · 20:31 Uhr

    Helmut Stahl „hält das für Mist, was hier eben gesagt wurde“… aha, die CDU verspricht plus 4000 Lehrerstellen, ist das nicht zufällig die Zahl, die die SPD-Landtagsfraktion veranschlagt hat? Und die FDP will lieber die Kumpel auf die Straße setzen, um 8000 neue Lehrer einzustellen.

  5. Oliver 2. Mai 2005 · 20:36 Uhr

    Stahl: „Ich versteh‘ die Diskussion hier links und rechts nicht…“

    Ha, hast wohl keine rot-grüne Bildungspolitik genossen, wa?

  6. Benno 2. Mai 2005 · 20:36 Uhr

    Ingo Wolf „Jede einzelne Stunde, die ausfällt ist ein Skandal“. Klar: Dass sich Lehrer auch mal das Recht herausnehmen, krank zu sein, ist in der Tat eine Schande. Populismus pur. Die FDP, wie sie leibt und lebt.

  7. mariposa 2. Mai 2005 · 20:36 Uhr

    Die SPD hat im vergangenen Jahr 4100 neue Lehrer eingestellt.

    Auf Plakaten der CDU steht, daß die rot-grüne Landesregierung Lehrerstellen abbaut. Nach dieser offensichtlichen Diskrepanz befragt, antwortet Generalsekretär Hans-Joachim Reck, daß das ja eigentlich stimme. Das soll einer verstehen?

  8. Oliver 2. Mai 2005 · 20:37 Uhr

    Wohl war, Benno.

  9. Oliver 2. Mai 2005 · 20:38 Uhr

    Herr Stahl von der CDU tut grad so, als würde mit seinen 4.000 zusätzlichen Stellen die Revolution in der Bildungspolitik ausgelöst. Wer die Zahlen aber grd gehört hat, weiss, dass schafft genau 0,8 Kinder weniger in jeder Klasse. Da wird noch nicht mal jede Klasse kleiner.

  10. Benno 2. Mai 2005 · 20:39 Uhr

    Und weiter geht’s mit „Skandal-Ingo“: „Dass nur jede 4. Schule selbstständig ist, ist ein Skandal!“ Hat der Mann eigentlich auch noch ein paar andere Vokabeln auf der Festplatte?

  11. Herbert 2. Mai 2005 · 20:43 Uhr

    Irgendwie werde ich den Eindruck nicht los, dass die CDU in ihrem Wahlkampf zwar mit GROSSEN und kleinen Zahlen operiert. Aber was dahinter steckt verschweigen sie. Wenn um die 3 Millionen Stunden ausfallen (nicht 5!), dann klingt das wegen der grossen Zahl besonders erschreckend. Aber es sind – ich hoffe, ich lieg da richtig – wohl nur etwas über 4 Prozent. Wenn ich mir angucke, wie viel bei uns im Betrieb so im Schnitt krank sind, dann liegt das aber weit höher. Eigentlich mal nen Grund für nen Lob!

  12. Oliver 2. Mai 2005 · 20:45 Uhr

    Die Abstimmungen sind aber komisch. Da werden Fragen gestellt, wo doch keiner „nein“ antwortet. Wer will denn nicht Lehrer kontrollieren? Wer will denn weniger für Bildung ausgeben? Da sagt doch keiner von den beteiligten Diskutanten oder vom Publikum das er/sie das nicht will…

  13. Dirk 2. Mai 2005 · 20:46 Uhr

    Die NRWSPD sorgt jetzt schon für Qualität in den NRW Schulen. Dazu gehört:

    1.Die flächendeckende Einführung vorschulischer Sprachkurse
    2. die offene Ganztagsgrundschule
    3. die neue Schuleingangsphase
    4. die Verkürzung der Schulzeit
    5. mehr Selbstständigkeit
    6. die Einführung von Lernstandserhebungen in den Klassen 4 und 9
    7. zentrale Prüfungen am Ende der 10. Klasse und beim Abitur.

  14. Oliver 2. Mai 2005 · 20:48 Uhr

    Das wird der Markt schon regeln.

  15. mariposa 2. Mai 2005 · 20:51 Uhr

    Eine Frage ans Publikum:

    Mehr Leistungskontrolle für Lehrer?

    Ja: 83,1%
    Nein: 16,9%

    Zwei Schüler werden live dazu befragt, sie fordern Kontrolle der Lehrer, da nicht nur die Leistung der Schüler mittels Noten, sondern auch die Qualität des Unterrichts ermittelt werden sollte.
    Ute Schäfer möchte neben Leistungskontrollen durch Schulleiter und Fortbildungen auch eine Veränderung des Beamtenrechts. Dies ist allerdings nur auf Bundesebene möglich, dafür setzt sie sich ein. Das ist wirklich wichtig.

    Und ein offener Wettbewerb zwischen den Schulen, wie von FDP und CDU vorgeschlagen, bedeutet doch auch nur wieder, daß Eltern sich eine bestimmte (gute) Schule leisten können müssen. Zum Beispiel indem sie ihre Kinder mit dem Auto durch die halbe Stadt kutschieren. So kann man ganz prima selegieren und Kindern aus weniger bemittelten Familien auf die schlechten Schulen schicken. Auf diese Weise werden unter den künftigen Studierenden noch weniger Kinder aus „Arbeiterhaushalten“ kommen. Das kann Deutschland sich nicht leisten!

  16. Herbert 2. Mai 2005 · 20:55 Uhr

    Ahhh, dieser Herr Wolf! Der will wohl den Marktradikalismus jetzt auch in der Schule. Wo sollen den dann die Schulen bleiben, die in Gebieten sind, wo nicht nur Reiche leben? Oder die Schüler, die nicht nur Top-Leistungen bringen? Wenn wir die Schulbezirke wie er das will bei den Grundschulen abschaffen, dann können die Reichen ihre Kinder in den nächsten Stadtteile in die Schule fahren (oder mit dem Fahrer bringen lassen). Das kann nicht zu einer sozialen Integration führen…

  17. Oliver 2. Mai 2005 · 21:00 Uhr

    Volkabstimmung???

    Der hat doch einen am Sender!

    Verdammter Populist.

  18. Dirk 2. Mai 2005 · 21:01 Uhr

    Propaganda Thema Einheitsschule:
    Da hat sich Peer Steinbrück jüngst im BILD-Interview klar positioniert:
    Steinbrück erteilte derweil Plänen der Grünen nach Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems zugunsten einer Einheitsschule eine klare Absage. «Mit mir wird keine einzige Realschule, kein einziges Gymnasium gegen den Willen von Schüler-, Eltern- und Lehrerverbänden abgeschafft», sagte Steinbrück.

    Ein im Februar gefällter Beschluss der Grünen zur Einführung einer Einheitsschule sah der Ministerpräsident nicht als Indiz dafür, dass darüber in der rot-grünen Koalition nachgedacht werde. «Die Grünen sind der kleinere Koalitionspartner. Und es wedelt nicht der Schwanz mit dem Hund, sondern doch immer der Hund mit dem Schwanz», betonte Steinbrück.

  19. Herbert 2. Mai 2005 · 21:02 Uhr

    Herr Stahl nehmen Sie doch das Mikrophon… Kleines Medientraining nötig?!

  20. Dirk 2. Mai 2005 · 21:03 Uhr

    NRW hat über 700 Ganztagsgrundschulen, das sind 35.000 zusätzliche Betreuungsplätze – mehr als alle anderen Bundesländern.

  21. Klaus 2. Mai 2005 · 21:04 Uhr

    Wieso Gesamtschulen abschaffen? Hat Herr Stahl was gegen Gleichberechtigung im Kindesalter, oder was? Ich hab die Gesamtschule in den 80ern mitgemacht. Ich würde meinen Kindern nichts anderes zumuten wollen.

  22. Dirk 2. Mai 2005 · 21:05 Uhr

    Was die CDU mal wieder in dieser Diskussion verschweigt:
    • dass die SPD die Offene Ganztagsgrundschule gegen den erbitterten Widerstand der CDU durchgesetzt haben.
    • dass die CDU im Landtag noch gegen die Offene
    Ganztagsgrundschule kämpfte, als CDU-Mehrheiten in den Stadträten eine Offene Ganztagsgrundschule nach der anderen einrichteten.
    • dass in keinem deutschen Flächenland so viele
    Schülerinnen und Schüler Ganztagsunterricht erhalten wie in Nordrhein-Westfalen, zum Beispiel 20 Prozent aller Schüler der Sekundarstufe I. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 6,6 Prozent, Bayern: 0,6 Prozent, Hessen: 2 Prozent.
    • dass in den über 700 Offenen Ganztagsgrundschulen in NRW 35.000 neue Plätze geschaffen wurden, bis 2007 sollen es 200.000 sein.

  23. Dirk 2. Mai 2005 · 21:10 Uhr

    Die Union produziert heiße Luft und blockiert die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

    Zwar fordert sie die „reibungslose Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ (Beschluss des Parteitages in Düsseldorf, S.34). Tut dafür aber nichts und blockiert mehrmals das Tagesbetreuungsausbaugesetz (28.10.2004: vergebliche Blockade im Bundestag; 17.12.2004: vergebliche Blockade im Bundesrat).

  24. Benno 2. Mai 2005 · 21:10 Uhr

    Jo, mit der CDU gibt’s dann „OGaTa pur“ – lernen von morgens früh bis abends spät. Erholungspausen nicht erwünscht. Kinder, die in den Pausen kreativ werden und sich auch im Spiel weiterentwickeln – Pfui spinne! Ich frage mich immer stärker, in welchem Jahrhundert die CDU eigentlich noch lebt.

  25. mariposa 2. Mai 2005 · 21:11 Uhr

    Wie sieht es denn aus bei einer soliden Gegenfinanzierung der Ganztagsschule mit mehr Unterricht? Wie viele Lehrer sollen denn eingestellt werden? Ingo Wolf und Helmut Stahl lavieren hin und her, und nennen keine Zahlen. Die Frage der Moderatorin danach wird einfach gar nicht beantwortet. Das scheint immer die Lösung zu sein, wenn die beiden nicht weiter wissen. Viele hohle Worte und Schweigen, wenn es um die Finanzierung geht.

  26. Herbert 2. Mai 2005 · 21:12 Uhr

    Also jetzt mal mein Zwischenfazit – ist ja gleich durch, die Sendung:

    Super, dass man hier im Blog mal die Sendung „wirken“ lassen kann. Der Ingo ist ja schon für seine platten „Kinder fördern statt Steinkohle“-Parolen von Harald Schmidt durch den Kakao gezogen werden. Herr Stahl, der fehlt noch als weiterer Pappkamerad in Rüttgers Inkompetenzteam, braucht mal nen Medientraining. Die Schäfer schlägt sich ganz gut – weiss nur nicht, warum die dem Ingo immer den Vortritt lässt. Ist die nur höflich im Gegensatz zum FDP-Spitzenkandidat. Die Grüne find ich was blass.

    Meistgehörte Worte von Wolf: Popans
    Meistgehörte Worte von Stahl: Pappkamerad

    So kommen wir nicht voran. Ach übrigens: Habt ihr noch dieses Motiv von Rüttgers „Jürgen Rüttgers hat auch die SPD-Bildungspolitik genossen?“ irgendwo rumfliegen. Das fand ich ganz gut.

  27. OliverB 2. Mai 2005 · 21:16 Uhr

    Was Herr Stahl verschweigt:

    Ich kann es leider nicht aus erster Hand erzählen. Aber immer wieder höre ich von Leuten, daß ein Sohn von Herrn Stahl die Gesammtschule in Bonn-Beuel besucht hat. In seinem Kandidatenflyer wird aber hemmunglos gegen den gemeinsamen Unterricht polemisiert. Sehr glaubwürdig!!!! Klar, dass Herr Stahl in der eigentlich so schwarzen Stadt Bonn ständig durchfällt. Gescheiterter Oberbürgemeisterkandidat und das Direktmandat für den Landtag hat auch nicht geklappt. Die Bonner wissen was von dem zu halten ist….

  28. Oliver 2. Mai 2005 · 21:18 Uhr

    Gut, dass wir hier vom Blog aus recherchieren können:

    Stahl hat doch eben gesagt, dass die CDU die Gesamtschulen erhalten wolle. Das kann nicht stimmen:

    Stahl selbst hat am 6. April in Bonn in der Gesamtschule Bonn-Beuel angekündigt, die Hauptschule und die Gesamtschule zu einer Aufbauschule zusammenzufassen, ohne Oberstufe.

    Der Plan dazu ist als und steht schon in den Petersberger Beschlüssen der CDU.

    Die FDP will die Oberstufen ebenfalls dort abschaffen, wie sie schon per Brief an die Schulleitervereinigung der Gesamtschulen Anfang März 2005 mitgeteilt hat.

  29. Roter Baron 2. Mai 2005 · 21:19 Uhr

    Erinnert ihr Euch noch an Jim Knopf und Lukas, den Lokolotivführer? Da gab es doch die Frau Mahlzahn, einen bösartigen Drachen, der Kinder den ganzen Tag einsperrte und mit drakonischen Maßnahmen und lautem „Kinder müssen lernen, lerrrrrnen!!!“-Geschrei versuchte, Schule zu spielen.
    Dieses Konzept scheint dem Bildungsprogramm der CDU sehr nahe zu kommen. Vergangenheitsminister Rüttgers will Bildungspolitik der Vergangenheit…

  30. Oliver 2. Mai 2005 · 21:19 Uhr

    @ Herbert

    Hier ist eine Version des Motivs:
    http://www.koobi.jusos-mg.de/system/
    inlineshot.php?img_id=1113042050581818083

  31. honey 2. Mai 2005 · 21:21 Uhr

    wieso sagt eigentlich keiner, dass das mit den 4000 Lehrern heisse Luft ist? Ich meine, die CDU quast die ganze Zeit was von Qualität in der Schule, Lehrerausbildung und so. Glauben die wirklich, dass diese hochqualifizierten Lehrer, die dann mit den angeblich soooo schwierigen Anforderungen fertig werden nur darauf warten, dass sie von Herrn Stahl (soll diese Altlast wirklich Bildungsminister werden?) eingestellt werden? Das glaubt ja nicht mal Rüttgers selbst. Auf einmal kann er nämlich gar nicht mehr versprechen, dass Lehrer einzustellen, weil er nicht weiss, wo sie herkommen sollen. Hab ich in der Westfalenpost gelesen. Dem glaubt doch eh keiner mehr was.

  32. Benno 2. Mai 2005 · 21:23 Uhr

    Meine Bilanz: Ute Schäfer hat eine richtig gute Figur abgegeben. Sachorientiert, kompetent und Entschlossenheit ausstrahlend – ich finde, nur bei dieser Frau ist die NRW-Bildungspolitik auch in den kommenden fünf Jahren in den richtigen Händen.

    Herr Stahl ist (zu Recht) sehr still geworden, als ihm Ute unter die Nase gehalten hat, dass während seiner Zeit als Staatssekretär im Bundesbildungsministerium der Bildungsetat zurückgefahren wurde, während die NRW-Landesregierung allein während ihrer (also Utes) Amtszeit die gleichen Ausgaben kräftig angehoben habe. Austeilen konnte er natürlich ganz prima (wie jeder Politiker, der sich auf seinen Oppositionslorbeeren ausruhen kann), aber wenn man mal einen Blick hinter die Fassade wirft (und den hat Utes Hinweis gewährt), stellt sich auch bei Herrn Stahl heraus: Es ist nicht alles Gold, was glänzt.

    Bei Ingo Wolf muss man sich wirklich fragen, was der in einer Sendung zu bildungspolitischen Themen zu suchen hat. Mit den Begriffen ist er ins Schleudern gekommen und sah es auch noch als nötig an, den liberalen Wettbewerbsbegriff sogar auf das Schulwesen zu übertragen. Peinlich.

    Last but not least: Vom reinen Sachgehalt Ihrer Aussagen her betrachtet hat auch Sylvia Löhrmann – wie Ute – eine gute Figur abgegeben. Nur hat sie die Thematik eben nicht ganz so charmant rübergebracht wie Ute – Frau Löhrmann wirkte ein bisschen arg verbissen.

    Also: In meinen Augen ist Ute Schäfer die Punktsiegerin.

  33. honey 2. Mai 2005 · 21:32 Uhr

    Ich finde, man sollte auch mal über den Gartenzaun gucken. Bayern soll ja unser großes Vorbild sein. In zehn Jahren will Rüttgers NRW auf BAyern-Niveau runtergewirtschaftet haben. Da kann ich nur sagen: Nein Danke. Im Wirkungsbereich von Strauss-Tochter und Stoiber-Liebling Monika Hohlmeier sehen sich mittlerweile Eltern genötigt, als Aushilfslehrer einzuspringen und die CSU-Fraktion findet, das ist ein Zeichen für eine aktive Bürgergesellschaft. Also wirklich…

  34. Ben 2. Mai 2005 · 21:34 Uhr

    Der Wolf ist ja unerträglich und überzogen populistisch. Wie kann der denn auf die Bevölkerung losgelassen werden?!
    Die BSE-Bauern werden fast doppelt so hoch subventioniert wie die Steinkohle, wo gesunde Arbeiter mit 48 Jahren aus dem Beruf gerissen werden!

  35. Bastian 2. Mai 2005 · 22:56 Uhr

    Hallo,
    man oh man,man merkt gleich wieder wo man hier ist….habt ihr eigentlich gar nichts an „euer“ SPD zu kritisieren??Wenn das doch alles so super mit Rot/Grün ist,wieso haben wir denn dann soviele Probleme.Ich mag die Frau Schäfer,sie ist aus „meinem“ Wahlkreis,aber auch sie verantwortet die derzeitige Politik und die lautet:
    mies im PISA Test.
    anstatt 400 000 Arbeitslose (wollte Herr Clement bis 2004 erreichen) sind es jetzt 1 000 000 (für die kleinlichen unter euch auch gerne 950 000) und Probleme ohne Ende.
    Ihr solltet nach 39 Jahren echt mal in die Opposition,euch neu aufstellen,nicht immer soviel Unfug reden und neue Konzepte entwickeln,täte der SPD gut :))
    Und nun..haut auf mir herum *lol*

    Grüße

  36. Benno 2. Mai 2005 · 23:11 Uhr

    @Bastian: Angesichts dieses mal wieder überhaupt nicht differenzierten Kommentars merkt man, dass du offenbar die Sendung überhaupt nicht gesehen und noch nicht einmal über die bildungspolitischen Maßnahmen der Landesregierung informiert bist. Aber Hauptsache, erst mal draufdreschen.
    Ute Schäfer hat es nämlich in der Sendung noch einmal aufgelistet: Die Landesregierung hat (anders als dies die CDU behauptet) in den letzten Jahren neue Lehrerstellen geschaffen (und nicht etwa gekürzt). Sie hat das Abi nach 12 Jahren, verstärkte Leistungstests und zentrale Abschlussprüfungen eingeführt sowie das Netz von Offenen Ganztagsgrundschulen weiter ausgebaut. Dies alles waren direkte Reaktionen auf die schlechten PISA-Werte und die Aussichten sind sehr gut, dass diese Maßnahmen schon bald Erfolge bei PISA zeitigen werden. Im Übrigen: Für diese Schulpolitik hat Ute Schäfer vor wenigen Wochen sogar ein Lob der uns ja normalerweise (gelinde gesagt) nicht sonderlich freundlich gesonnenen „Welt am Sonntag“ geerntet.

    Du solltest dir also schon mal die Mühe machen, dich erstmal schlau zu machen, bevor du hier den Holzhammer auspackst. Dann kommst du wenigstens auch überzeugender rüber. Und eins noch: Die „Neutralität“, die du dir neulich an anderer Stelle hier im Blog zugeschrieben hast, muss man bei dir echt mit der Lupe suchen.

  37. Michael 3. Mai 2005 · 7:06 Uhr

    Schade, habe die Sendung leider verpasst.An den Kommentaren kann ich aber sehen, daß CDU/FDP in Kürze wohl die privatisierung der Schulen fordern wird.Könnte man dann nicht auch die Leistung der Schüler und der Lehrer irgendwie an die Börse bringen…..?!.:-)

  38. Andreas 3. Mai 2005 · 9:15 Uhr

    Tja, an des Bastians „Stellungnahme“ kann man erkennen, wie „wirksam“ CDU-Wahlwerbung ist.

    Das hat die SPD lange Jahre verlernt. Hoffentlich ist’s jetzt nicht zu spät.

    Sylvia Löhrmann war nicht „von schlechten Eltern“.

    Leider interessieren den Wähler Zahlen und Fakten nicht. Der wählt i.d.R. „aus dem Bauch“ heraus.

  39. Joachim Schmieding 3. Mai 2005 · 10:26 Uhr

    Leider konnte ich die Sendung nicht sehen,aber die Kommentare,die ichgerade gelesen habe, sind vielsagend.Schade nur, dass nicht die Bemerkung des Herrn Rüttgers angeprangert wurde, „wenn ich Ministerpräsident von NRW bin, werde ich dafür sorgen, dass die Rechtschreibreform rückgängig gemacht wird.“ Nicht nur, dass er wider besseres Wissen ( er kann gar nicht dafür sorgen) so eine Aussage macht, die zeigt, wie er mit den Kindern und Jugendlichen umspringen will, weil er veraltete Ansichten hat,sondern auch, weiles purer Populismus ist. Er will den Älteren – weil die ja wählen – zeigen „das Neue taugt nichts, kehrt zum Alten zurück“ und rechnet damit,dass viele Ältere darauf herein fallen

  40. Marcus 3. Mai 2005 · 10:46 Uhr

    Also liebe Leute, jetzt lasst doch mal die Ideologie weg und schaut Euch die Fakten an!
    1. Ba-Wü und Bayern, seit jeher CDU/CSU-regiert, haben bei PISA noch einigermaßen gut abgeschnitten. Also, irgendwas müssen die doch dann recht gut machen in der Bildungspolitik,oder? Wo stand denn NRW bei diesem objektiven Vergleichstest?
    2. Bildung ist der einzige Zukunftsrohstoff, denn wir haben. Laut OECD investieren wir im internationalen Vergleich viel zu wenig in diesem Bereich. Warum leisten wir uns dann das künstliche Aufrechterhalten einer zum Sterben verurteilten Branche (Kohle!)? Das ist höchst unverantwortlich, auch und gerade gegenüber denen, die in dieser Branche arbeiten und sich dort (für Ihre berufliche Zukunft?) ausbilden lassen. Also müssen wir aus der Kohle mittelfristig aussteigen!
    3. Schulvergleichstests wie VERA (so heisst es glaube ich) auf Länderebene sind nur dann sinnvoll, wenn a: die Ergebnisse wenigstens z.T auch öffentlich gemacht werden! Ich möchte als Vater eines Schulkindes wissen, woran ich bin und die Lehrer/Schüler sollen das auch! b: auch zwischen den LÄNDERN verglichen wird. Erst dann lässt sich beurteilen, wie gut die Bildungspolitik in einem Bundesland (im Vergleich zu anderen ist). Wir brauchen also nationales monitorung, benchmarking und best practice: Und erst dadurch kommt ein echtes Wettberwebselement ins Spiel, das am Ende zu mehr Konvergenz – nach oben – zwischen den Schulsystemen der einzelnen Bundesländer führen wird. Dann wird sich im Wettbewerb – und nicht im Ideologiestreit – die beste Bildungspolitik am Ende hoffentlich durchsetzen.

  41. Fredson 3. Mai 2005 · 11:01 Uhr

    Der Punkt ist aber natürlich auch, lieber Marcus, eine vollkommen andere sozioökonomische Ausgangslage zwischen Bayern und Nordrhein-Westfalen.

    Aber Deine Aussage wirft eben ein Schlaglicht auf die grundsätzliche Frage in dieser Sache, die auch nicht mit Messungen, Daten und Vergleichen beantwortet werden kann:
    Lässt man Stratifikation zu und hofft, dass von denen, die es dann schaffen (und mit großer Wahrscheinlichkeit dann aus den Eliten der Gesellschaft stammen) einige es bis zu exzellenten Leistungen bringen. So ist es im Moment.
    Oder hält man es für weniger tragisch keine Pianisten-Genies und Nobelpreisträger hervorzubringen, aber für schrecklich, dass so viele Kinder in Bayern ohne Schulabschluss die Hauptschule verlassen. Letzteres, und da kann man meines Erachtens auch gut auf die Zustimmung von Liberalen und Konservativen verzichten, ist DAS Ur-Thema der Sozialdemokratie.

  42. bazinho 3. Mai 2005 · 12:11 Uhr

    @marcus
    Im nationalen PISA-Vergleich haben die Bayern und BW’s zugegebenermaßen „noch einigermaßen gut abgeschnitten“. International sind die beiden aber auch unter ferner liefen zu finden.
    Mithin also alles andere als Vorbilder für eine bessere Bildungspolitik. Denn wie sagt man bei der Opposition an anderer Stelle schon mal gerne: Wir müssen uns mit den Besten messen.
    Die Besten sind aber eine Reihe unserer Nachbarländer und ihre Schulsysteme.

    Wenn man berücksichtigt, dass unser Schulsystem, vor den Nach-PISA-Reformen der SPD in NRW und in Bayern noch immer, Kinder mit Migrationshintergrund benachteiligt und deren Talente nicht ausreichend fördert, mithin gerade diese Gruppe zusammen mit den anderen Kindern aus den bildungsfernen Schichten die deutschen PISA-Ergebnisse nach unten ziehen, dann reicht ein Blick auf den Bevölkerungsanteil der Menschen mit Migrationshintergrund aus um einen entscheidenden strukturellen Vorteil der Bayern für bessere PISA-Ergebnisse zu erkennen.

  43. Klaus 3. Mai 2005 · 12:58 Uhr

    Die Anzahl der Lehrer wurde nicht erhöht, sondern die Arbeitszeit, nur für neue Aufgaben (Englisch in der Grundschule..) wurden neue Lehrer eingestellt. Die Bildungsausgaben wurden auch nicht erhöht, sondern die Ausgaben für die Pensionen. Jeder 10. Hauptschüler hat kein Abschluss, das sind nur einige „Erfolge“ von Rot-Grün.

  44. Fredson 3. Mai 2005 · 13:14 Uhr

    @Klaus:
    – in Bayern verlässt fast jeder Zehnte Hauptschüler die Schule ohne Abschluss (~9%), in NRW ~6%

    – fakt ist, mit neuen Lehrerinnen und Lehrern und längeren Arbeitszeiten konnte in NRW die Ausfallquote unter 5% gesenkt werden. So können manche LehrerInnen sich wieder auf ihre ursprünglichen Fächer und Stufen konzentrieren und natürlich neue LehrerInnen auch in neuen Aufgabenfeldern wirken.

  45. bazinho 3. Mai 2005 · 13:44 Uhr

    @Klaus
    etwas verwirrend dein Name gibt nämlich schon einen Klaus hier.

    Nur mal so angemerkt, wenn zusätzliche neue Lehrer, insgesamt 4100, eingestellt werden, dann erhöht sich doch die Anzahl der Lehrer.
    Obwohl andererseits ist das bei der CDU mit dem Rechnen wohl alles ein bisschen anders. Es sei dir verziehen. Schließlich plakatierte sie ja auch lange Zeit es seien 1.500 Stellen abgebaut worden. Dann musste deren General Reck kleinlaut zu geben, dass man sich bei der CDU verrechnet hat und auch wenn sie es nicht so gerne wahrhaben wollen: Die Differenz zwischen 140.690 Lehrerinnen und Lehrern im Jahr 2001 und 144.790 Ende 2004 beträgt plus 4100.

    Nimmt man nun noch die Arbeitszeitverlängerung um eine Stunde hinzu(entspricht abermals ca. 4.000 Stellen), dann wären das ganze 8.100 Stellen, die größtenteils nach dem Erhebungszeitraum für die Messung des Unterrichtsausfalls geschaffen wurden. Die Luft ist aus dem CDU Propaganda Thema Unterrichtsausfall schon raus. Wenn die mit ihrer Unterrichtsgarantie 4000 neue Lehrer entsprechend dem errechneten Unterrichtsausfall einstellen wollen, dann sind sie durch die Neueinstellungen und Reformen von rot-grün längst überholt worden.

    Aber wahrscheinlich würden die im Falle eines Wahlsieges die von ihnen zusätzlichen Lehrer so errechnen wie den angeblichen Stellenabbau der letzten Jahre. Das Ganze geht ungefähr so: Zehn volle Stellen ersetzten durch 12 halbe Stellen, schon hat man zwar nur noch 60 Prozent der Leistung, dafür aber 20 Prozent mehr Lehrer. Deswegen reden die auch immer von Lehrern und nie von Stellen. Ein Lehrer ist nämlich immer ein Lehrer, Stellen gibt es voll und halb.

  46. Peer 3. Mai 2005 · 13:48 Uhr

    Kurzer Nachtrag zu eurer einseitigen Berichterstattung:

    ca. 21.00 Uhr

    Umfrage im Publikum ob man eine Einheitsschule will oder beim dreigliedrigen System bleiben soll.

    Ergebniss: Die Studiogäste sind für das jetzige dreigliedrige System.

    Aber das fällt in der Berichtersattung gerne mal unter den Tisch, da man ja sagt, man führt Einheitschule nur dann ein, wenn sie gewollt sind. Daher darf der Wille der Bürger natürlich nicht sein, dass sie eindeutig dagegen sind, sonst würde man ja keine Einheitsschule einführen können. Klassiches „Wir wissen was fürs Volk gut ist!“

  47. Fredson 3. Mai 2005 · 14:05 Uhr

    @Peer

    Deshalb plant rot-grün auch keinen radikalen Umbau der Schullandschaft. Wenn die Ergebnisse dieser Schulen aber auch hier im Land so positiv sein können, wie sie das in anderen Ländern sind, werden sich zunehmend mehr Eltern dafür interessieren. Erst vielleicht nur 47,6%, aber das werden schon mehr, wenn das Angebot an integrativen Schulkonzepten größer wird. Von jetzt auf gleich allen einen Platz an einer integrativen Schule anzubieten, ist doch sowieso unmöglich.

  48. Marcus 3. Mai 2005 · 14:06 Uhr

    o.k., wenn also nun festgestellt wird, dass der Anteil an Schülern mit „Migrationshintergrund“ NRW schuld daran ist, dass wir in NRW im nationalen und internationalen Vergleich so schlecht abschneiden, müssten wir darüber nachdenken, wir wir dieses spezielle Problem angehen sollten. Es ist doch so, dass in bestimmten Schulen ein Ausländer- bzw. „Migranten“-Anteil von über 50 Prozent alle Schüler runterzieht, da viele Kinder kein Deutsch können. Die Ursachen sind vielfältig, daher muss man mehrdimensional ansetzen:
    1. Schon bei der Stadtplanung wurde und wird noch immer nicht hinreichend auf eine vernünftige Bevölkerungsstruktur(entwicklung) geachtet. Sozialer Wohnungsbau wird häufig dort angesiedelt, wo eh schon soziale Brennpunkte existieren. Mit der Folge, dass bildungsferne Schichten dort überrepräsentiert sind. Die Folgen sind bis in die Grundschulen hinein zu spüren. Wenn Du 70-80% Ausländeranteil hast, kannst Du keinen vernünftigen Unterricht machen.
    2. Die Integration von Ausländern, Menschen mit Migrationshintergrund, muss gefördert werden. Mehr als bisher. Kinder, die in die Grundschule kommen, müssen Deutsch können und hierzu einen Sprachtest bestehen. Zwangsheiraten müssen verhindert werden (da will die SPD ja jetzt endlich mal was machen), da die importierten Mütter, die traditionell 99% der Erziehungsarbeit übernehmen) kein Deutsch mit ihren Kindern reden (können).
    3. Wir müssen viel mehr Wert auf die Bildung in Kindergärten legen. Warum sollen 4-Jährige noch nicht (spielerisch) mit Zahlen und Buchstaben umgehen lernen? Warum lassen wir es zu, dass unsere Kindergärten und Kindertagesstätten immer nur unter „sozialen“ Gesichtspunkten diskutiert werden, nach dem Motto: wir müssen die berufstätigen Mütter entlasten? Nein, Kindergärten sind eben nicht nur Kinderbewahrungsanstalten, sondern auch Bildungsstätten. Hierzu muss der Berufstand „Kindergärtner/In“ aufgewertet werden (in Zukunft Studium erforderlich und Gehalt in etwa wie bei Lehrern).
    O.k., ich belasse es mal bei diesen paar Vorschlägen….

  49. Marcus 3. Mai 2005 · 14:14 Uhr

    ob Einheitsschule, Gesamtschule, Basisschule, dreigliedrig oder nicht, das sind doch die ideologischen Schlachten von früher, die uns doch nicht weiterbringen. Entscheidend ist immer, was im Klassenzimmer passiert: wir brauchen mehr individuelle Förderung/Forderung – unabhängig davon, in welchem Schulsystem das nun passiert. Wir sollten eher mal darüber nachdenken, wie das Pädagogikstudium optimiert werden kann. Und: Was müssen wir alle tun, damit die Fähigsten eines Abi-Jahrganges auf die Idee kommen, auf Lehramt zu studieren (und nicht nur die Unentschlossenen, die Zauderer und Mittelmäßigen)? Vorschläge?

  50. Fredson 3. Mai 2005 · 14:20 Uhr

    Interessante Einwände.
    Zum Problem der regionalen Verteilung verschiedener sozioökonomischer Gruppen, die man ja in einem freien Land auch nicht einfach verordnen kann, hab‘ ich da aber mal ’ne kleine Anekdote:
    Als in einem, mit sehr vorteilhafter Sozialstruktur gesegnetem Stadtteil einer großen nordrhein-westfälischen Stadt ein Ausländerwohnheim auf dem Gelände eines selten benutzten ehem. Spielplatz gebaut werden sollte, was ja zweifellos in Richtung einer Gleichverteilung gewirkt hätte, gründeten die umliegenden Bewohner, nicht wenige im Besitz einer Villa oder Eigentumswohnung, eine Initiative zur Erhaltung der Grünflächen und bekämpften, mit Hinweis auf die Natur, erfolgreich den Bau der neuen Wohnanlage. Beim Neubau von Sozialwohnungen wäre der Widerstand wohl kaum kleiner gewesen.
    Ich glaube mit solchem, mehr oder weniger gut getarntem und gut organisiertem Widerstand müsste man bei solchen Versuchen immer rechnen.

  51. Bastian 3. Mai 2005 · 14:29 Uhr

    Liebe SPDler,
    IHR solltet auch mal überlegen,was ich schreibt,denn ich bin neutral und wer sagt,dass ich die CDU wähhle?Danach sieht es derzeit nämlich nicht aus!!!Also immer schön ruhig,ich lass mich doch nicht durch Parteifumktionäre beeinflussen, kann euch zu ALLEN Parteien Negativpunkte nennen,nur wer ist nun einmal derzeit noch an der Macht…dswegen tragen die derzeit eine größere Schuld,da sie auch die Verantwortung habe.Und mein lieber liebe BENNO,auf die gedachten 400 000 Arbeitslose biste erst gar nicht eingegangen!!!
    Mag sein,dass Frau Schäfer eine recht ordentliche Politik macht,nur geschah dies in den Jahrzehnten zuvor anscheinend nicht. Frau Schäfer kann gerne Bildungsministerin bleiben,nur geht das leider nicht in einer CDU/FDP Koaliton. Können auch sehr gerne eine Große Koalition bilden,aber warten wir mal den 22.5 ab,ich schätze nämlich mal,dass z.B.du lieber lieber BENNO dann ein wenig ruhiger (gestimmt) wirst.

    Viele Grüße

    Bastian

  52. Marcus 3. Mai 2005 · 14:34 Uhr

    Fredson, klar, ich kenn das Problem. Oft ist es so, dass CDU-Stadtratsmitglieder den „bürgerlichen Widerstand“ gegen die Ansiedlung von sozialem Wohnungsbau in „guten“ Vierteln organisieren mit der Folge, dass man es halt dort macht, wo der (bürgerliche) Widerstand am geringsten ist (und die SPD macht leider oft mit, indem eine Diskussion über „Bevölkerungsstruktur“ als politisch inkorrekt und zuweilen sogar tendeziell als „rechtsradikal“ gebrandmarkt wird) – in den sozialen Brennpunkten einer Stadt. Man kann wirklich beobachten, wie in manchen Stadtvierteln aus diesem Grund nicht nur der vermehrte Zuzug von Migranten und sozial schwachen Schichten zunimmt, sondern (logisch) in gleichem Maße der Wegzug der ortsansässigen Bevölkerung (Deutsche, aber auch integrierte Ausländer!). Da, wo ich wohne, war der Ausländeranteil (und der leider partiell nicht sonderlich integrationsfähigen russlanddeutschen Bevölkerung) vor 20 Jahren bei 35%, in den späten 80ern 50, heute haben wir fast 70%… Tendenz steigend.

  53. bazinho 3. Mai 2005 · 15:12 Uhr

    @ Marcus
    viele interessante Anmerkungen die du da bringst. 1. Zunächst vollkommen richtig, dass man nicht mehr die ideologischen Schlachten von früher führen sollte, sondern vernünftige Lösungen suchen. Aber offensichtlich tut die CDU sich damit schwer und setzt auf die Schlachtrufe der Vergangenheit („Einheitsschule ist Einheitsbrei“). Ist ja auch Wahlkampfzeit.
    2. Die Zersiedlung ist sicherlich ein Problem, dem entgegengesteuert werden muss. Ansonsten erwarten uns Gethorisierung und damit Zustände, wie sie etwa in den USA oder Frankreich bereits zu beobachten sind. Da handelt die Politik allerdings sehr Widersprüchlich, denn einerseits werden viele Gelder in die Stadtentwicklung gesteckt um die Attraktivität zu erhöhen, auf der anderen Seite werden durch die Eigenheimzulage die Menschen mit mittleren und höheren Einkommen ins Eigenheim im Vorort gelockt. Aber das ist ein anderes Feld.
    3. Die frühe Förderung ein ganz wichtiges Feld. Zum einen die Ganztagsgrundschule, aber auch davor durch Sprachförderung, hier sind die Mittel von 5 auf 7,5 Mio € erhöht worden und wird wohl auch noch mehr kommen. (Man könnte auch ganz tricky von einer Erhöhung um 50% sprechen ;) )
    Sprachstandsfeststellungen gibt es mittlerweile. Kinder die durchfallen, werden zu gesonderter Sprachförderung verpflichtet. Ganz von der Schule nehmen geht denk ich nicht wegen der Schulpflicht in Deutschland.
    4. Kindergarten aufwerten ist auch ne interssante Idee. Eine engere Kooperation von Kindergarten und Grundschule, sowie die flexible Schuleingangsphase sind von der Union bekämpfte erste Schritte in diese Richtung.
    5. Bei der Lehrerausbildung sollte stärker die Pädagogik im Mitteldpunkt stehen. Während die angehenden Lehrer fast soviel an fachlichen Wissen erlernen müssen wie Leute mit dipl. oder M.A., kommt die Pädagogik vielfach zu kurz. Gerade bei den Naturwissenschaften wirkt das wohl abschreckend. Man leistet das gleiche verdient dann aber erheblich weniger als der Großteil der Kommilitonen, die in die Wirtschaft gehen.
    Mein Vorschlag: Weniger spezielles Fachwissen, mehr allgemeines Fachwissen, mehr Pädagogik, früherer Kontakt mit Schülern, kürzeres Studium.

  54. Benno 3. Mai 2005 · 15:14 Uhr

    @Bastian: Also, wenn die Wahl so ausgeht, wie es derzeit aussieht, weiß ich nicht, ob mich das wirklich ruhiger stimmen wird. Und eine große Koalition halte ich auch für ausgeschlossen, solange keine 5. Partei in den Landtag einzieht und den beiden Lagern (also Rot-Grün und Schwarz-Gelb) die Mehrheit raubt.

    Was die Arbeitslosen-Versprechungen von Wolfgang Clement angeht: Ich gebe gerne zu, dass auch ich die schon damals (wenngleich er sie in einer Phase deutlichen Wirtschaftswachstums, im Jahr 2000, abgegeben hat) als zu gewagt empfunden habe. Grundsätzlich sollten die Politiker ALLER Parteien, die ja einen nur sehr geringen Einfluss auf die Arbeitsmarktdaten haben, auf solche vollmundigen Versprechungen verzichten. Im CDU-Lager hat’s die ja auch schon in der Vergangenheit gegeben, so ist das ja nicht. Angesichts dessen finde ich Peer Steinbrücks ehrliche Haltung („Arbeitsplätze verspreche ich nicht…“) umso besser. Er weist ja ständig darauf hin, dass die Politik nur die Rahmenbedingungen für neue Arbeitsplätze schaffen kann, die eigentliche Entscheidungsmacht jedoch bei der Wirtschaft liegt. Bis dahin habe ich noch keinen einzigen Politiker erlebt, der das so ehrlich zugegeben hat.

    Und: Wenn du schon darauf bestehst, dich als „neutral“ titulieren zu lassen – dann solltest du dem auch deine Wortwahl anpassen. Wenn du jedenfalls davon sprichst, die SPD würde soviel „Unfug“ reden, wirkt das auf mich nicht gerade sachlich ausgewogen.

  55. Marcus 3. Mai 2005 · 15:37 Uhr

    danke füs Kompliment, bazhino, das ich nur zurückgeben kann. Ich denke insgesamt schon, dass die SPD die besseren Ideen und Konzepte in der Bildungspolitik hat (bin übrigens – passives – Mitglied) sowie in anderen Politikfeldern. Klar werde ich auch die SPD wählen. Mir wäre aber zweierlei wichtig:
    1. Aufrichtigkeit. Die Bürgerinnen und Bürger wissen seit langem, dass die Handlungsfähigkeit der Politik nicht so gross ist, wie manche Politiker den Eindruck erwecken. Also sollte man keine Versprechen machen, die man nicht halten kann. Klingt zwar sehr banal – aber halten tun sich unsere VolksvertreterInnen nicht daran. Wie können wir als Sozis den Menschen versprechen: „Wir als SPD in der Regierung sorgen dafür, dass alle Jugendlichen einen Ausbildungs- bzw. Arbeitsplatz erhalten.“ (so oder ähnlich stehts im Wahlprogramm) So einen Scheiss erzähl ich niemandem!
    2. Die Politik muss heutzutage ideologiefrei und problemlösungsorientiert an die Dinge herangehen. Heute bedeutet soziale Gerechtigkeit was anderes als zu Zeiten von (Fast)Vollbeschäftigung! Was ist schon dabei, wenn ich als Sozialdemokrat erkenne, dass manches, was die CDU oder die FDP vorschlägt, sinnvoll ist? Und einiges geht nun mal in die richtige Richtung, was die vorschlagen.
    3. Wir müssen bereit sein, vieles grundlegend zu überdenken und auch grundlegend zu reformieren. Studiengebühren, Umbau des Sozialstaats, grundlegende nachhaltige Rentenreform, Lockerung des Kündigungsschutzes, Flexibilisierung des Arbeitsmarktes, Verlängerung der Arbeitszeiten, Kombi-Lohn, Stärkung des Mittelstandes, drastische Senkung der Lohnnebenkosten, Entbürokratsierung, Abbau von Subventionen,radikale Vereinfachung des Steuerrechts etc. sind alles Schlagwörter, wo bei manchen ROTEN die roten Warnleuchten angehen. Dabei haben wir keine andere Wahl, als über diese Vorschläge mal ideologiefrei nachzudenken und entsprechend zu handeln. Und ich möchte, das eine SPD-geführte Regierung das macht und nicht die Anderen….

  56. bazinho 3. Mai 2005 · 16:08 Uhr

    Ich sehs ähnlich wie markus, man muss alles auf die Sinnhaftigkeit überprüfen und dann anwenden oder verwerfen können. Aber es ist halt auch nicht immer alles sinig, was als tiefgreifender Reformvorschlag daher kommt. Ich persönlich seh so einen Punkt bei den Studiengebühren. Zumindest so wie das jetzt diskutiert wird, seh ich die Studiengebühren fürs Erstsemester aus verschiedensten Gründen als schädlich an. Richtig aber ist, Zustimmung und Ablehnung dürfen nicht aus Prinzip erfolgen, sondern müssen wohl begründet sein. Und nicht zu letzt auch dem normalen Bürger zu vermitteln sein, in dessen Auftrag handelt Politik ja und wer das politische Handeln nicht nachvollziehen kann, der wandert in die Apathie, so wie viele vormalige SPD-Anhänger zur Sofa-Partei, wie Harald SChartau das nennt. Wobei der Bürger mehr versteht, als die Politik ihm zu traut, zumindest dann wenn Politik nicht nur in 30 sekunden soundbites Reformen erklärt.

    Auch was Versprechungen angeht seh ich das ähnlich, aber da ist Peer ja vorbildlich, „Arbeitsplätze verspreche ich nicht..“. Vor allem im direkten Vergleich mit Rüttgers („eine Millionen Jobs hier in NRW“).
    Grundsätzlich muss Politik aber ein Ziel vorgeben, für das die Partei gewählt werden soll und weshalb man was für das Ziel macht. Nur sollten diese relativ nah an der Realität sein, ansonsten enttäuscht man die Menschen bloß.

  57. Bastian 3. Mai 2005 · 16:47 Uhr

    @Benno
    Ich bin ein Wechselwähler,wähle immer verschiedenen,da es immer auf die Wahl ankommt,denn z.B.kann eine Partei x gut in der Kommune,-aber mies in der Bundespolitik sein.Nur eins werde ich wohl nie wählen..die Grünen ;)
    Kennst vielleicht den Wah-O-Mat,kommt da meistens bei allen Parteien auf grüne Balken (Zustimmung),klar fallen die unterschiedlich groß aus,bei den Grünen aber zumeist rot ;)
    Nur eins noch zu gestern:
    wieso habt ihr denn ausgerechnet den Themenblock „Einheitsschule“ weggelassen,denn da hat die Rot/Grüne Koalition doch einen Umfrage-Nein erhalten,denn 57% wollen keine Einheitsschule.Ich weiß,das ist nicht repräsentativ,aber alle anderen Umfragen druckt ihr in euren Beiträgen auch immer ab.
    Nur ich merk schon,hier ist das eher ein reines SPD Forum,ist klar,dass da Kritik nicht gut ankommt,aber man kann Rot/Grün einmal nicht gerade ein gutes Zeugnis ausstellen,besonders nicht im Bund.

    Grüße

  58. Fredson 3. Mai 2005 · 16:51 Uhr

    Die letzte Umfrage hab‘ ich weggelassen, weil die ersten beiden schon belanglos waren. ich füge sie aber gemäß meiner Chronisten-Pflicht jetzt ein. Vielleicht kann mir ja jemand die Zahlen mailen.

  59. Fredson 3. Mai 2005 · 17:06 Uhr

    Nu‘ isse da. Mea Culpa.

  60. bazinho 3. Mai 2005 · 17:20 Uhr

    @ Bastian
    Auch wenn es im lauten Geschrei der Opposition und einiger Medien untergeht. Die Einheitsschule ist ein reines Produkt der Union um Vorurteile und alte ideologische Grabenkämpfe wiederaufzunehmen.
    Insofern hat rot-grün an dieser Stelle kein nein kassiert. Ich für meinen Teil bin auch gegen eine Einheitsschule, hört sich ja auch mal grausam an. Außerdem weiß ich ja gar nicht was die CDU damit meint. Und da ich mich nur für oder gegen etwas auspreche, wenn ich nicht nur über rudimentäre Vorurteile verfüge, möchte ich vorerst keine CDU-Einheitsschule.
    Ich glaub die CDU will mit dieser Scheindebatte nur von ihrem Programm ablenken, denn im Gegensatz zur SPD wollen die tatsächlich die Schulformen radikal und ohne Zustimmung der Eltern auflösen. Während die SPD sagt, man muss ohne ideologische Scheuklappen zusammen mit den Lehrern, Schülern und Eltern nach den jeweils besten Lösungen vor Ort suchen, (möglich wären dabei u.a. integrative Schulformen, eine engere Kooperation der Schulen vor Ort oder die Beibehaltung der bisherigen Gliederung; d.h. Vielfalt die den Ansprüchen der Betroffenen entspricht), will die CDU von oben herab Schulen zusammen legen. Und zwar ein Gymnasium für die Oberschicht und eine Restschule, im CDU-Jargon Aufbauschule für praktisch Begabte.

  61. Marcus 4. Mai 2005 · 10:10 Uhr

    grundsätzlich:
    Die SPD ist ja gerade in der Bildungs- und Hochschulpolitik dazu bereit und auch fähig, dazuzulernen (in einem Wort?). Aber eben nur langsam. Immerhin ist „Elite“ ja kein Unwort mehr.

    1. Zum Thema Schule:
    Wie ich schon mehrmals betonte, ist das Schulsystem im Grunde eine sekundäre Frage, auch wenn das Thema leider auf diesen Aspekt verkürzt wird. Wichtig ist, dass wir erkennen, dass nicht alle Menschen gleich sind, während wir zugleich an dem Prinzip festhalten wollen, dass Chancengleichheit besteht. Differenzierung in der Schule macht durchaus Sinn, denn Kinder sind unterschiedlich begabt und unterschiedlich lernfähig. Ich meine, dass das dreiteilige Schulsystem grundsätzlich nicht falsch ist, dass jedoch nicht so früh, nach der 4. Klasse, selektiert werden sollte und die weitere Schulkarriere nicht schon bei 10-Jährigen gewissermaßen „determiniert“ wird. Andererseits: Differenzierung wäre auch in der Einheitsschule möglich. Das wichtigste ist, dass begabte Kinder nicht unterfordert werden und weniger Begabte nicht überfordert. Dieses Problem kann man kaum mit der richtigen Wahl eines Schulsystems lösen, denn am Ende hängt es an der Qualität der Lehrer. Und exakt dort gilt es anzusetzen…

    2. Thema Studiengebühren

    Ich bin FÜR Einführung von Studiengebühren, aus vielen Gründen, die ich hier gar nicht alle anführen kann, u.a. aber deswegen, weil ich es als unsozial empfinde, dass viele Menschen, die nie eine Uni von innen gesehen haben, alleine mit ihren Steuern die Bildungspolitik finanzieren, während privilegierte Menschen aus besseren Schichten ihre teure Ausbildung an den Unis geniessen, die ihnen dann auch noch in der Regel eine berufliche Karriere und ein hohes Einkommen ermöglicht. Töchter und Söhne aus gutem Hause sollen also weiterhin kostenslos studieren und zugleich werden allen – also auch den bildungsfernen und finanzschwächeren Schichten – Kindergartengebühren abverlangt. Wenn das soziale Gerechtigkeit ist, dann weiss ich es auch nicht.

  62. Roter Baron 4. Mai 2005 · 11:03 Uhr

    Hallo Marcus!
    Mal etwas zum Thema Studiengebühren:
    Erst einmal ist es nicht so, dass „Töchter und Söhne aus gutem Hause“ studieren und sich vom einfachen Arbeiter das Studium finanzieren lassen. Der Arbeiter kann seien Kinder schließlich auch zur Universität schicken. Wirklich reiche Leute schicken ihre Kinder heute leider schon zu so genannten „Eliteuniversitäten“, Kaderschmieden für die Wirtschaftsführungsebene. Führt man Studiengebühren ein, wird sich das noch verstärken: Die Leute, die Geld haben, schicken ihre Kinder zu Universitäten mit hohen Gebühren, was dazu führt, dass wenige eine bessere Auzsbildung erhalten. Leuten aus der Mittelschicht bleibt die „Massenuniversität“, die sie ihren Kindern gerade noch bezahlen können und bei der die Berufssaussichten immer schlechter werden. Kinder weniger wohlhabener Eltern werden nie studieren, weil sie es sich nie leisten können – die machen dann lieber eine Ausbildung, da bekommen sie nämlich Geld währenddessen (übrigens werden Ausbildungsplätze von unserem Staat auch finanziert…).
    Schon jetzt ist die Kluft sehr groß: Nur 9% der Arbeiterkinder studieren, während es 40% der Kinder besserverdienender Familien sind.
    Übrigens ist es nicht so, dass man jetzt nichts für die Universität zahlen müsste: für das Sommersemester 2005 lagen die Semesterbeiträge in NRW durchschnittlich bei über 110€. Das ist Geld, was in erster Linie für Verwaltung, Fahrausweise, Asta, usw. drauf geht. Das ist zwar eine Summe, die für die meisten problemlos aufwendbar ist, kommen aber 650€-1000€ pro Sermester dazu, sieht es schon ganz anders aus. Schließlich muss man nebenbei eine Wohnung oder ein Zimmer, Bücher und Materialien und auch noch Lebensmittel bezahlen. Bafög erhalten leider nur die wenigsten.

    Wie Du schon sagtest, brauchen wir mehr Akademiker. Wir brauchen auch besser ausgebildete Lehrer. Studiengebühren führen dazu, dass nur Besserverdienende ihre Kinder zur Uni schicken – die erbringen nicht unbedingt die besseren Leistungen.

  63. bazinho 4. Mai 2005 · 11:10 Uhr

    Zu Punkt 1. Differenzierte Förderung aller Kinder nach ihrem jeweiligen Stand ist, wie die Skandinavier zeigen in einem integrativen System viel besser möglich. In unserem System muss ein Schüler entweder in allen Fächern top, mittel oder schwach sein, damit er eine Schulform findet, die zu ihm passt. Entgegen der Propaganda der CDU differenzieren die Gemeinschaftsschulen unserer europäischen NAchbarländer sehr wohl in Kurse auf mehreren Leistungsebenen. Jedes Kind landet dabei in dem entsprechenden Leistungskurs,
    wird mithin besser gefördert, als ein Kind mit einzelnen Schwächen und vielen Stärken im deutschen System. Der Unterschied ist also vielmehr, dass ich in den andern Ländern z.B. in Mathe aufs Gymnasium, in Deutsch auf die Hauptschule, in den Naturwissenschaften aufs Gym und in den Geisteswissenschaften auf die Realschule gehen kann. Also das Gegenteil von Einheitsbrei.

    Zu 2.
    Was die Gerechtigkeit angeht, geb ich dir recht. Gerade wenn wir mehr Kinder wollen, muss die Kindergartengebühr weg. Aber das könnte man ja durch einen schrittweisen Wegfall des Kindergeldes bei denen finanzieren, die genug verdienen.
    Und wie gesagt ich will auch nichts aus prinzip in Beton gießen, nur so wie die Gebühren jetzt gefordert werden, haben sie keinerlei positiven Effekt auf die Ausstattung der Universitäten, vor allem für die ersten Studentengenerationen. Darüber hinaus wirken sie als sozialer Schließungsmechanismus und davon haben wir genug. Führt man sie schrittweise ab einem gewissen Einkommen der Eltern ein (sagen wir mal ab 60.000€ Jahreseinkommen, bei Berücksichtigung von Freibeträgen für die anderen Familienmitglieder usw.)könnte man darüber reden.

  64. Marcus 4. Mai 2005 · 11:50 Uhr

    gut, dass hier – im Gegensatz zu diversen TV-Talks – differenziert und klug diskutiert wird.

    Schulsystem:
    theoretisch glaube ich auch, dass in einer finanziell und personell gut ausgestatteten „Gemeinschaftsschule“ individuelle Förderung viel besser funktionieren kann als im dreigliedrigen Schulsystem. Aber bitte mehreres darf man mit Verweis auf skandinavische Erfolgsmodelle nicht unterschlagen:
    a) in diesen Ländern herrscht eine viel größere „Homogenität“ in den Gesellschaften, ergo auch bei der Schülerschaft. Der niedrige Ausländeranteil, die hohe Sprach- und Lesekompetenz in diesen Ländern ist ein grosser Vorteil, während umgekehrt der hohe Ausländeranteil bei uns die Sache deutlich erschwert. Das gehört nun mal auch zur Wahrheit und sollte nicht aus Gründen der „political correctness“ verschwiegen werden.
    b) die Schulen sind selbständiger als bei uns, während die Bildungsplanung auf nationaler Ebene lediglich grobe Vorgaben macht – es gibt also keine kontraproduktive Kleinstaaterei in der Bildungspolitik wie bei uns.
    c) es gibt dort tatsächlich Wettbewerb zwischen den Schulen soviel ich weiss, bei uns jedoch nicht.
    d) die Lehrer dort sind hochmotiviert und gehören zur gesellschaftlichen Elite, während bei uns die Lehrer – z.T. selbst verschuldet – einen nur niedrigen sozialen Status geniessen.
    e) die Schüler dort werden schon im Kiga-Alter gefördert, während bei uns noch immer die Vorstellung herrscht, Kinder zwischen 4 und 6 sollten noch „ungestört“ ihre Kindheit geniesen, denn der „Ernst“ (die Schule) beginnt früh genug. Das ist sowas von dämlich!

    Studiengebühren:
    Die Einführung von S.-Gebühren muss sozialverträglich gestaltet werden, damit das negativ-Szenario, wie es bazinho beschreibt, ausbleibt. Stipendienvergabe ausweiten, „ex post“-Studiengebühren (zahlen erst, wenn man einen entsprechenden Job hat), Anreize für Uni-Stiftungen schaffen (es gibt mittlerweile immer mehr Stiftungen, doch in die Unis investieren Private noch ungern!), Mehr Selbständigkeit für die Unis (sollen sich ihre eigenen Studenten aussuchen), Garantie dafür, das S-Gebühren im Unihaushalt bleiben, etc…. Österreich, Australien zeigen doch, dass es geht! Also bitte S-Gebühren nicht von vornherein verurteilen!

  65. bazinho 4. Mai 2005 · 12:43 Uhr

    Zunächst geb ich marcus vollkommen recht, wenn man etwas vergleicht, dann darf muss man dass umfassend tun und darf nichts unterschlagen.
    Die Beurteilung der Entwicklungschancen der Schüler in den beiden Schulsystemen teile ich ebenso wie die Anmerkung, dass ein Schulsystem nicht per se gur oder schlecht ist, sondern immer von seiner Ausgestaltung lebt.

    zu den Vergleichen ist noch zusagen, dass das auch gilt, wenn man etwa die Arbeitslosigkeit vergleicht. Jedes Land zählt andere Menschen als arbeitslos, bzw. hat andere Anreize sich arbeitslos zu melden. Auch die Vergleich bei den Studierendenzahlen, wie vor eigen Tagen in der SZ gezogen, hinkt schwer, da der deutschen Berufsausbildung in vielen Ländern äquivalent ein (kurz) Studium entgegen steht, dass mit gezählt wird.

    Womit wird bei Thema Studiengebühren wären:
    Der Unispiegel schreibt:
    „Die Studiengebühren haben in Österreich kaum Interessenten vom Studium abgehalten – aber den Universitäten haben sie auch nicht genützt. Für sie blieb die Einführung ein Nullsummenspiel, weil ihre Budgets vom Staat energisch gekürzt worden. Finanziell geht es ihnen sogar etwas schlechter als vor Einführung der Campus-Maut.“

    Es wird also festgestellt, dass Österreich hier als Vorbild nicht taugt, da die Abgabe nicht zu einer Qualitätsverbesserng geführt hat, ihr Ziel mithin verfehlt hat.

    Das die Studierenden Zahl nicht drastisch gesunken ist, kann man denk ich darauf zurück führen, dass dort wie hier eh schon kaum Menschen aus Unter- und unterer Mittelschicht ein Studium beginnen. Aber angesichts der wirtschaftlichen Notwendigkeit auf Qualität und Innovation zu setzen, es dementsprechend zukünftig ein npch höherer Bedarf an hochausgebildeten Menschen gibt, müssen eher mehr das Wagnis Universität wagen.

  66. Marcus 4. Mai 2005 · 13:55 Uhr

    bazinho,wir liegen gar nicht weit auseinander, wie mir scheint. Es kann nicht darum gehen, einfach z.B. Österreichs Modell zu kopieren. Der Kardinalfehler dort ist eben, dass die Studiengebühren als Vorwand für die öffentlichen Haushalte dient, öffentliche Zuschüsse an die Unis zu kürzen. Dass das nicht sein darf, habe ich aber vorhin explizit deutlich gemacht. Der zweite Tatbestand, den Du anführst: die bei Einführung der S-Gebühr konstant bleibenende Studierendenzahl zeigt doch zumindest deutlich, dass Studiengebühren diejenigen, die unter den jetzt gegebenen Bedingungen ein Studium beginnen, auch bei Einführung von Studiengebühren hiervon nicht abzuhalten wären. Na immerhin wäre dies ja schon ein empirischer Beleg für die Falschheit der These, dass die Einführung von S-Gebühren dazu führen müsste, dass nur noch „die Reichen“ studieren wollen. Ohne also diesen angeblichen Nachteil zu haben, würde man aber immerhin die mit der Einführung von S-Gebühren verbundenen Vorteile geniessen können: die positiven Steuerungseffekte der Studiengebühr: a) Anreize für Studierende, das Studium ernst zu nehmen; b) es zügig abzuschließen, und c) einen begründeten Anspruch auf Seiten der Studierenden, ein gutes Lehrangebot zu bekommen (und auf diese Weise einen berechtigten Druck auf die Dozenten zu erzeugen, ihre Lehrverpflichtung ernster zu nehmen, als dies einige der Herren Professoren (sind ja meistens Herren) bisher getan haben.

  67. Marcus 4. Mai 2005 · 14:07 Uhr

    ach so, wenn wir wollen, dass mehr aus der Unter- und unterer Mittelschicht ein Studium beginnen (gleichwohl sollte das Kriterium für Hochschulzugang immer die Studierfähigkeit sein und nicht die soziale Herkunft), dann muss man noch weit mehr Geld in die Hand nehmen als man dies gegenwärtig tut – warum auch nicht: im intern. Vgl. (OECD-Welt) geben wir unterdurcschnittlich wenig Geld für Bildungspolitik aus pro Kopf. – um bildungsferne Schichten auf ihrem Weg zur Uni zu unterstützen (durch finanziellen Mehreinsatz die Vergabe von Stipendien an Begabte ausweiten, die FES würde sich bedanken z.B.). Aber: das hat alles nichts direkt mit der Studiengebühr zu tun!

  68. Benno 4. Mai 2005 · 14:37 Uhr

    Wenn ich mich mal in die Debatte zu den Studiengebühren einschalten darf: Unabhängig davon, ob nach Einführung der Gebühren die Uni-Haushaltsmittel gekürzt würden oder nicht – die allgemein diskutierte Höhe der Gebühren (ca. 500 Euro pro Semester) reicht schlichtweg nicht, um den tatsächlichen Kostenaufwand des Studiums pro Kopf abzudecken. Wenn ich die Zahl richtig in Erinnerung habe, geht eine Kostendeckung für die Universitäten bzw, für den Staat erst bei 5000 Euro aufwärts (pro Nase!) los. Und das birgt zweierlei in sich: Zum einen ist dann die derzeitig diskutierte Höhe der Studiengebühren sinnlos, denn sie wäre letztendlich nichts weiter als ein symbolischer Obolus. Zum zweiten wäre zu befürchten, dass die Gebühren mittelfristig dem tatsächlichen finanziellen Bedarf angepasst, also noch kräftig erhöht würden.

    Und ich befürchte auch, dass eine CDU-geführte Landesregierung hier in NRW wie auch in den übrigen Bundesländern nach einer Gebühreneinführung tatsächlich die Haushaltsmittel für die Universitäten kürzen würde. Ich betrachte nämlich die von der NRW-CDU vorgesehene Regelung, dass die Hochschulen die Gebühren in Eigenverantwortung erheben sollen, als bequemes Schlupfloch für die CDU-geführte Landesregierung. Die könnte dann nämlich Protesten der Unis nach einer Haushaltskürzung entgegnen: „Wieso? Wenn ihr mit dem Geld nicht mehr auskommt, dann erhöht doch eure Gebühren einfach weiter! In unserer Verantwortung liegt das ja nicht.“

    Im Übrigen zieht auch für mich das Argument nicht, dass Gebührenfreiheit sozial ungerecht sei. Schließlich argumentiert auch niemand, das gesamte deutsche Steuersystem sei ungerecht, weil die Steuern, die wir hier in NRW zahlen, meinetwegen auch in Straßenbauprojekte in Mecklenburg-Vorpommern fließen. Von denen profitieren wir ja auch nicht persönlich. Wenn man den ärmsten Studenten – die mitunter sogar die tüchigsten sind, weil sie eben nicht Papas Geld als Ruhepolster haben – das Studium durch Gebühren verbaut (die, wie gesagt, irgendwann noch viel höher ausfallen könnten als bislang diskutiert), schafft man jedenfalls eine noch viel größere soziale Ungerechtigkeit, als die, die angesichts der Gebührenfreiheit immer behauptet wird.

  69. Benno 4. Mai 2005 · 14:51 Uhr

    Hinzufügung an Marcus: Du hast davon geschrieben, Studiengebühren würden Anreize setzen, das Studium ernst zu nehmen und zügig abzuschließen (Punkte a) und b)). Genau das leisten aber bereits die Langzeitstudiengebühren. Ich denke, seit Einführung dieser Gebühren nimmt so ziemlich jeder Student sein Studium noch ernster als ohnehin schon. Und ich habe auch in meinem Bekannten- und Freundeskreis ausschließlich die Erfahrung gemacht, dass alle jetzt erst recht ihr Studium möglichst in der Regelstudienzeit abschließen wollen. Ich für meinen Teil wollte das jedenfalls schon immer, auch ohne Langzeitgebühren. Und zu Punkt c): Auch als geeignetes Druckmittel für mehr Qualität an den Unis sehe ich allgemeine Studiengebühren nicht an. Bei der derzeit diskutierten Gebührenhöhe ohnehin nicht (siehe oben), und erst recht nicht, wenn gleichzeitig die Haushaltsmittel für die Universitäten gekürzt werden.

  70. Marcus 4. Mai 2005 · 15:00 Uhr

    das geht ja, lieber benno, an allem vorbei, was ich vorgeschlagen habe. Und ist extrem parteiisch! So nach dem Motto, der CDU könne man alle finsteren Absichten unterstellen, während es die SPD ja gut meint mit den Ärmsten der Armen! So kriegen wir keine saubere (problemlösungsorientierte) Diskussion hin! Vielleicht bezieht sich Dein statement gar nicht auf mich, dann sorry für meine kritische Replik.

    Aber: Es geht weder darum, den „Ärmsten“ das Studium zu verbauen, noch darum, durch Studiengebühren die Hochschulen zu finanzieren! Dass das nicht geht, ist mir schon auch klar. Mir geht es vor allem um die mit S-Gebühren verbundene Steuerungswirkung und die möglichen Qualitätsverbesserungen (mehr Bücher, mehr Dozenten). Der Vorschlag von der CDU ist nicht so falsch. Wenn eine CDU-geführte NRW Regierung nach Einführung von S-Gebühren tatsächlich weniger Haushaltsmittel für die Hochschulen zur Verfügung stellen würde (was im Moment nur eine nicht bewiesene Behauptung ist), würden alle guten Argumente für Studiengebühren entfallen und sich die CDU ins eigene Fleisch schneiden, denn das würde sie weiss Got bei den nächsten Wahlen politisch kaum überleben! In der Landespolitik ist es angesichts der wenigen den Ländern noch verbliebenen Kompetenzen doch so, dass eine Regierung nur noch auf dem Feld der Bildung/Hochschulpolitik etwas Vorzeigenswertes erreichen kann. Ausgerechnet auf diesem Feld die Erwartungen der Wähler so zu enttäuschen, wäre politischer Selbstmord. Höchst unplausibel, Deine Verschwörungstheorie!

  71. Benno 4. Mai 2005 · 15:39 Uhr

    Du hast selber darauf gepocht, dass es nicht sein dürfe, Studiengebühren als Kürzungsvorwand der öffentlichen Mittel für die Unis zu verwenden. Genau dasselbe habe ich auch, nur in anderen Worten, ausgedrückt. Insofern verstehe ich jetzt nicht, warum du dich so aufregst.

    Und wenn ich nach Österreich sehe (bazinho hat dazu ja schließlich ein Zitat aus dem Unispiegel angeführt, das du ja offenkundig auch schon zur Kenntnis genommen hattest), hat meine „Verschwörungstheorie“, wie du sie nennst, ja doch auch eine realistische Grundlage. Die Verantwortlichen in Österreich sind ja auch offenkundig dem (in deinen Augen) absehbaren „politischen Selbstmord“ zum Trotz genau in der Art und Weise vorgegangen, die wir beide verurteilen. Natürlich: Noch ist es unbewiesen, dass es in Deutschland auch so kommt, also nach der Gebühreneinführung die Haushaltsmittel gesenkt werden. Aber ebenso unbewiesen ist eben auch, dass es anders kommt. Da steht mein Wort gegen deines.

  72. Benno 4. Mai 2005 · 15:42 Uhr

    Sorry, ich habe meinen ersten Satz etwas verschwurbelt ausgedrückt. Besser müsste es heißen: „Du hast selber darauf gepocht, dass es nicht sein dürfe, Studiengebühren als Vorwand zur Kürzung der öffentlichen Mittel zu verwenden.“

  73. Marcus 4. Mai 2005 · 16:06 Uhr

    benno, keine Aufregung, ich bin ein bisschen übers Ziel hinausgeschossen, sorry hierfür. Der Fall Österreich ist echt noch mal eine genauere Prüfung wert. Wenn es tatsächlich so sein sollte, dass die Regierung in dem Maße die öffentlichen Gelder gesenkt hat wie sie über S-Gebühren Einnahmen hatte, dann wäre dies schon frech. Aber, wie gesagt, auf Landesebene wäre das schon ein echtes Schurkenstück, das man natürlich, wie Du sagst, nicht völlig ausschließen kann. Aber die politischen Kosten wären zu hoch bei uns, denke ich. Was genau ist denn hierzu die Position bei der CDU? Gibt es dazu irgendeine verbindliche Aussage von Rüttgers oder sonst jemandem?

  74. Marcus 4. Mai 2005 · 16:10 Uhr

    ach so, muss mich jetzt mal ausklinken, mache am Freitag weiter, lebt dann unsere Diskussion noch?

  75. Ftd florist 22. März 2006 · 20:25 Uhr

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  76. Ftd florist 22. März 2006 · 20:26 Uhr

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