Bisher hat die FDP ja immer davon gesprochen, dass sie die Gewerkschaften wegen ihrer „Blockadehaltung“ kritisiere.
Nun zeigt sie aber in einer eMail an den Ver.di-Fachbereich „Gemeinden“, was die „Partei der Besserverdienenden“ tatsächlich von den Gewerkschaften denkt.

Vorausgegangen war eine Absage eines Gespräches durch die Leiterin der ver.di-Fachgruppe Sozial-, Kinder- und Jugendhilfe.

„Sehr geehrte Frau Peil,
Sie haben das von Ihnen selbst erbetene Gespräch aufgrund kritischer Äußerungen meiner Parteifreunde Dr.Westerwelle und Dr.Wolf abgesagt.
Das zeigt mir, dass Sie
1. komplett kritikunfähig sind
2. Gespräche nur suchen, wenn Sie sich daraus einen Vorteil für sich versprechen
3. Das Prinzip der Sippenhaft verfolgen.
Angesichts ihrer offenkundigen totalitären Tendenzen wäre ich meinerseits zu einem Gespräch mit ihnen gar nicht mehr bereit. Heimsen Sie Ihre Informationen unter Ihresgleichen ein, die Auswahl an undemokratischen Parteien, denen Sie Vorschub leisten, ist ja groß genug.
Hochachtungsvoll
XXXX XXXXXX“.


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14 Kommentare

  1. Edelstrauß 13. Mai 2005 · 16:16 Uhr

    Das ist ja wohl auch ein Hammer!
    So etwas dreistes! Aber die FDP scheint es sich ja leisten zu können.
    Wieso ist der Name des Schreibers nicht genannt? (da stehen bei mir nur XXX)
    Ich würde dem zu gerne eine Mail schreiben!
    Wen meint der denn mit undemokratischen Parteien????

  2. Ratze XVI. 13. Mai 2005 · 16:54 Uhr

    Mit diesem Brief hat Herr Daniel Sodenkamp, seinerzeit nachgerückt für Jürgen Möllemann, seine charakterliche Unreife bewiesen.

    Nach dieser Hetz-Attacke gegen die Gewerkschaften sollten er und sein Oberguido zurücktreten.

  3. Christian 14. Mai 2005 · 1:16 Uhr

    Leute, Leute: Wenn eine dünnhäutige ver.di-Fachgruppe einen Termin aus Protest absagt, dann soll der betroffene Politiker sich nicht Luft machen dürfen? Nicht er hat den Dialog abgebrochen, sondern die Damen und Herren der Gewerkschaft haben ihn einfach mit Westerwelle in einen Topf geschmissen… Aber Feindbilder soll man ja pflegen…

  4. Anke 14. Mai 2005 · 6:14 Uhr

    …und dann reagiert ein Mensch, der das Volk vertreten soll, mit solchen Worten?
    Ich frage mich, wer da dünnhäutiger ist.
    Was hat Herr Dr. Westerwelle im Namen der FDP denn gesagt und wurde kurz danach auf dem Bundesparteitag der FDP wiedergewählt.

  5. Oskar L. 15. Mai 2005 · 21:00 Uhr

    Tja,

    wer leistet denn welchen undemokratischen Parteien (vgl. eMail) Vorschub?
    Aber Demokratieverständnis ist Auslegungssache.
    Spätestens, wenn, wie von Vorrednerin Anke bereits angeführt, ein Angriff auf die nicht zur Sippe der Besserverdienenden gehörenden durch Wiederwahl gebilligt wird, sollte man sich tatsächlich über totalitäre Tendenzen Gedanken machen.
    Stellt sich die Frage, wer totalitär sein sollte. Die kleine oder die große Sippe?
    Die kleine Zahl (18? *lach* das war wohl nichts)liberaler Damen & Herren hat doch einen ausgeprägten Wissensstand im Bereich Selbstregulierung und Gleichgewicht des Marktes (vgl. Smith et al).
    Will man also das Gleichgewicht austarieren, so bleibt nichts anderes übrig als liberaler Macht eine soziale entgegen zu setzen. Und das ist in diesen Zeiten vielleicht nur mit einem Quäntchen Totalirität möglich.

    Hoffen wir auf das endlich kommende soziale Wiederauferstehen am kommenden Sonntag!

  6. Christian 16. Mai 2005 · 18:49 Uhr

    Also ich verstehe den kritiklosen Umgang der SPD mit den Gewerkschaften nicht: Herr Bsirske verdient ca. 14.000 Euro im Monat, fährt in großer Audi-Limousine vor, drückt seinen Mitarbeitern 5 Prozent Lohnkürzung durch – und droht dann wegen drohender 18 Minuten täglicher Mehrarbeit im sicheren Öffentlichen Dienst Streiks an. Was ist daran sozial, was glaubwürdig?

  7. Daniel Sodenkamp 17. Mai 2005 · 12:10 Uhr

    Warum hat ver.di denn die höchst aggressive mail, die Sie mir zuvor geschrieben hat, nicht zur Veröffentlichung an die SPD weitergegeben? Gilt das Postgeheimnis nur für Gewerkschafter und „Sozialdemokraten“?

  8. Daniel Sodenkamp 17. Mai 2005 · 12:10 Uhr

    Warum hat ver.di denn die höchst aggressive mail, die Sie mir zuvor geschrieben hat, nicht zur Veröffentlichung an die SPD weitergegeben? Gilt das Postgeheimnis nur für Gewerkschafter und „Sozialdemokraten“?

  9. Fantasio 17. Mai 2005 · 12:23 Uhr

    Es ist schon erstaunlich, dass ein Nicht-Offener Brief an eine Gewerkschaft sich hier auf dieser Parteiseite befindet. Noch erstaunlicher ist, dass gleich der zweite Kommentar den Verfasser zu kennen glaubt. Haben wir nach dem Bankgeheim auch kein Briefgeheimnis mehr.

    Nach leidvollen Erfahrungen, mußte ich über Jahre feststellen, dass sich die Gewerkschaften nur noch um die kümmern, die noch Arbeit haben. Leider gehöre ich derzeit nicht dazu, trotz angeblichen Kündigungsschutzes. Warum suchen die Gewerkschaften nicht mehr jeden möglichen Dialog?

  10. Gunther 17. Mai 2005 · 15:58 Uhr

    Wie kommt denn diese mail auf die Homepage der SPD ? Ich finde es auch interessant in der Post anderer Menschen zu lesen, dies ist ja in der Bildzeitung auch sehr häufig möglich, doch jetzt auch auf der Seite der SPD ?

    Schade, dass das Niveau schon so weit sinkt.

  11. Fredson 17. Mai 2005 · 16:10 Uhr

    So zitiert in einer Publikation der Ver.di..

  12. Dirk 17. Mai 2005 · 20:18 Uhr

    Hi,

    man kann ja von der FDP halten was man will, aber ein solches Verhalten von Verdi kann ich nicht tolerieren. Egal wie die Vorgeschichte auch sein mag, es gibt Verdi nicht das Recht das Briefgeheimnis zu verletzten und nichtöffentliche Schreiben an die SPD weiterzuleiten. Das, ist meiner Meinung nach, nicht zu tolerieren. Ich stehe mittlerweile sehr Kritisch zu den Gewerkschaften und überlege bereits seit längere Zeit bei Verdi auszutreten. Dieser Blog hat mich in meiner gestärkt. Die Jungs von Verdi werden morgen meine Kündigung bekommen.

    Grüße

    Dirk

  13. Fredson 17. Mai 2005 · 20:29 Uhr

    Die Gewerkschaften als totalitär zu beschimpfen, darüber brauchen die doch nicht schweigen. Als Gewerkschaftler: Fühlst du dich da nicht angegriffen? Mitglied einer totalitären Organisation?
    Wie auch immer das Schreiben wohin auch immer gelangt oder publiziert worden ist, man muss sich sicher nicht derart beschimpfen lassen und das dann auch noch vertraulich behandeln. Der Name bleibt ja im Übrigen geheim. Auch wenn ich es gerne wüßte.

  14. Jan Kuklinski 17. Mai 2005 · 21:45 Uhr

    Interessant wäre es doch zu erfahren, aus welchen Gründen ver.di das Gespräch mit der FDP abgesagt hat. Vermutlich nennt die SPD die Gründe hier nicht, weil sie die Argumente des hier zitierten Schreibens nur bekräftigen würden.
    Zu dem haarsträubenden Umstand, daß vertrauliche Korrespondenz hier veröffentlicht wird, würde übrigens ausgezeichnet passen, wenn die überwiegend SPD-kritischen Kommentare hier bald verschwinden würden. Zeit zum Ausmisten – nicht nur in diesem blog, sondern auch der letzten 39 Jahre – ist ja dann sicher ab Sonntag!

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