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In der morgigen Ausgabe von Die Welt erscheint ein eindrucksvolles Portrait über Ministerpräsident Peer Steinbrück, das bereits schon heute in der Internetausgabe der Zeitung zu lesen ist.
Ein Auszug:

Die Geschichte von seiner Oma sagt zwar auch schon einiges über ihn aus, aber erst wenn er von Helmut Schmidt zu erzählen beginnt, ahnt man, wie er so ist – oder vielmehr: ahnt man, wie er sich so sieht, dieser Peer Steinbrück. Seine Oma, um damit zu beginnen, hat dem kleinen Peer im Alter von sechs oder sieben Jahren einst das Schachspielen beigebracht. Nun sind ja Omas gewissermaßen qua Amt sozialdemokratische Wesen, mit einem großen Herz für Kleine und Schwache, mit starkem Hang zu Nachsicht und Überversorgung – und im ewigen Widerstreit zwischen Fördern oder Fordern eher dem kuschelpädagogischen Streicheln zugeneigt. Nicht so die Steinbrücksche. Nie hat sie Klein Peer gewinnen lassen, nie ein geschenktes Remis angeboten, nicht mal den kleinsten Bauer hat sie ihm kampflos überlassen – und Steinbrück dankt es ihr heute noch: „Als ich mit 13 das erste Mal gewonnen habe, war das eine Riesensache. Nichts hat meinem Selbstbewußtsein so gut getan wie dieser ehrliche, harterarbeitete Sieg.“

Und so geht das weiter, ein sehr persönlich gehaltenes und absolut lesenswertes Portrait.


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8 Kommentare

  1. Benno 16. Mai 2005 · 21:36 Uhr

    Ich muss schon sagen: In den letzten Tagen mühen sich – was ich überraschend finde – auch die CDU-lastigen „Welt“ und „Welt am Sonntag“ um ein etwas ausgewogeneres Bild. Ich habe mich jedenfalls sehr gefreut, als ich gestern in der WamS einen ungewöhnlich kritischen Artikel über Jürgen Rüttgers lesen durfte, in dem u.a. aufgespießt wurde, dass er die Wiederbelebung der Polizei-Reiterstaffeln und die Anpflanzung neuer Alleen als einzige konkrete Maßnahmen in seinem Sofortprogramm nenne. Schon erstaunlich.

    Einen aber noch ausführlicheren, noch persönlicheren und daher eigentlich noch lesenswerteren Artikel über Peer habe ich aber zufällig vorhin bei der „Zeit“ aufgespürt. Kann ich nur empfehlen, auch wenn der Umfang sehr „Zeit“-typisch ist. http://www.zeit.de/2005/20/PeerSteinbr_9fck

    Besonders hängengeblieben aus diesem Artikel ist mir der folgende Satz:

    „Nordrhein-Westfalen ist ein durch und durch sozialdemokratisches Land, ganz gleich, welche Partei dort regiert. Wem der Ruf anhaftet, das Soziale in der Demokratie zu gefährden, der hat zwischen Rhein und Ruhr einen schweren Stand.“

    Mal so als tröstende Botschaft für uns, falls es am Sonntag doch nicht mehr reichen sollte – und als warnende Botschaft an diejenigen, die in so einem Fall die Macht hier in NRW übernehmen wollen.

  2. André 16. Mai 2005 · 23:44 Uhr

    „Der Republik den sozialen Inhalt geben“

    Dies ist und bleibt ein Grundsatz sozialdemokratischer Politik, nicht nur bei uns in Minden-Todtenhausen.

  3. Student aus NRW 17. Mai 2005 · 12:16 Uhr

    Man nimmt sich anscheinend immer das heraus, was einem gerade gefällt ;)

    Nehmt eure Parteibrillen ab, wenn Ihr über ausgewogene Berichterstattung schreibt. Schaut in eure ältere und jüngste Geschichte, mit was für Lügen und Inszenierungen die SPD schon Wahlen gewonnen hat ..

    Hier die fehlenden Auszüge zum „ausgewogenen Bilde“:

    „..Aber läßt sich aus dem von Steinbrück angepriesenen Ausbau der Kindergartenplätze, dem gebührenfreien Erststudium und der Unantastbarkeit von Mitbestimmung, Kündigungsschutz und Flächentarifvertrag tatsächlich jener Kitt anrühren, der eine Gesellschaft zusammenhält? So authentisch Steinbrück als Reformpolitiker auch wirkt – als Kraft, die gesellschaftliche Fliehkräfte zu bändigen vermag, überzeugt er nur bedingt. Und als Kapitalismuskritiker gar nicht. … “

    „.. Doch sollte Peer Steinbrück am 22. Mai triumphieren, wäre es dennoch ein geschenkter Sieg ..“

  4. Malik 17. Mai 2005 · 12:48 Uhr

    Ist die Verwendung des Firmenlogos der „Welt“ authorisiert?

  5. Benno 17. Mai 2005 · 13:07 Uhr

    @Student aus NRW:

    1. Das mit den Lügen ist doch mal wieder nur so eine „Haudrauf“-Pauschalkritik, die du dann aber genausogut auch allen anderen politischen Parteien vorhalten könntest.

    2. Der Vorwurf, Steinbrück überzeuge kaum bis gar nicht als Sozialpolitiker und „Kapitalismuskritiker“ – das ist eine persönliche Meinung. Ich teile die jedenfalls nicht, insofern brauche ich auf solche Punkte ja auch nicht von vornherein einzugehen. Mal abgesehen davon war es auch nicht der Sinn der Sache, hier eine Abschnitt-für-Abschnitt-Analyse zu machen. Thorsten hat den Artikel zum Lesen empfohlen, mehr aber auch nicht. Insofern verstehe ich auch deinen Vorwurf nicht.
    Aber du wolltest dich wahrscheinlich nur mal wieder darüber beschweren, wie parteiisch wir hier doch sind. Es ist aber auch echt ein Kreuz mit diesen Partei-Blogs!

  6. oliver [blog.nrwspd.de] 17. Mai 2005 · 13:30 Uhr

    Malik ist zurück. Du hast uns in den letzten Tagen gefehlt! Damals hast du immer so schön unsere Sympathisanten beschimpft, dass Sie sich in ihren Meinungen dadurch eher gefestigt haben. Und in den letzten Tagen bist zu ganz ruhig gewesen. Jetzt bist du wieder da. Das freut uns: Hau ruhig wieder drauf – die SPD-Anhänger danken es dir, weil sie kurz vor der Wahl noch einmal bestärkt werden, dass sie jetzt auch ihr Kreuz am Sonntag bei der SPD machen müssen!

    Willkommen zurück!

    Vielleicht haben wir für Malik und seine Freunde auch noch eine Überraschung ab morgen bereit. Die verraten wir aber noch nicht…

  7. Malik 17. Mai 2005 · 13:45 Uhr

    Ihr seid ja so komisch. Würde gerne mal einen von Euch sehen. Habt Ihr keine Fotos von Peer in Hückelhoven gemacht? Warum nicht?

  8. Jens 17. Mai 2005 · 16:53 Uhr

    @Malik: Ich denke das ganze fällt unter das Zitierrecht und ist insofern sicherlich erlaubt.

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.