Der CDU-NRW Generalsekretär Hans-Joachim Reck hatte sich einem Anfall von ohmächtiger Wut weit aus dem Fenster gelehnt und behauptet die NRWSPD und Forsa würden einen „Lügenwahlkampf“ führen und Umfragezahlen „zurechtlügen“.

Die nordrhein-westfälische CDU darf dies nun nicht mehr behaupten. In zwei einstweiligen Verfügungen hat das Landgericht Hamburg der CDU am Donnerstag zudem die Behauptung untersagt: «Wo Forsa drauf steht, ist SPD drin.» Mit diesen Worten hatte der Generalsekretär Hans Joachim Reck eine Forsa- Umfrage kommentiert, nach der Ministerpräsident Peer Steinbrück (SPD) das erste TV-Duell gegen CDU-Spitzenkandidat Jürgen Rüttgers gewonnen hatte.

Andererseits sind wir ja froh, wenn einer von der CDU überhaupt mal was sagt. So warte ich bis heute auf ein Statement von Jürgen Rüttgers zum Treffen der Jung-CDUler aus Brühl mit den rechtsextremen Jugendlichen von ProKöln, oder zu einem Plakat der Jungen Union in Sachsen Anhalt. Oder eine Distanzierung von dem Statement, dass das christliche Menschenbild anderen überlegen sei. Aber so ist das manchmal, da quatscht man irgendetwas vor sich hin und kann hinterher nicht zugeben, dass man etwas über das Ziel hinausgeschossen ist.


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4 Kommentare

  1. Gerhard Schoolmann 20. Mai 2005 · 15:44 Uhr

    Forsa hat ja bei der letzten Bundestagswahl das spätere Ergebnis ziemlich gut vorausgesagt. Wenn Forsa auch bei dieser Landstagswahl richtig liegt, sieht es ja für die SPD nicht gut aus.

    Man kann Forsa bzw. deren Chef Güller, einem Sozialdemokraten, sicherlich nicht vorwerfen, er fälsche seine Prognosen zu Gunsten der SPD. Aber man darf wohl vermuten, daß ihm im Falle eines Regierungswechsels auf Bundesebene in Zukunft einige Aufträge fehlen dürften, die ihm jetzt aus dem Steuersäckel anheim fallen.

  2. unzufriedener NRW-Wähler 20. Mai 2005 · 16:07 Uhr

    Das mit den einstweiligen Verfügungen kennen wir ja schon von anderen Genoßen. Da darf noch nicht mal mehr behauptet werden jemand färbe sich die Haare, auch wenn er auf einmal dunkles, volleres Haar hat. Das man nicht spekulieren darf, inwieweit ein Institut, das einen Beraterauftrag von der SPD hat, dazu geeignet ist, objektive Trends zu erkennen, finde ich bedenklich. Das man keine Unwahrheiten behaupten darf wäre „Anstand“. Dort ist die SPD aber wahrlich die falsche Instanz um über solche Sachen zu „richten“.
    Ich wage mal eine Prognose: Die SPD wird die Wahl irgendwie gewinnen. Warum? Weil es immer noch zu kuschelig in Deutschland ist. Weil die SPD immer noch unhaltbare Versprechen abgibt. Weil die SPD nach jedem Bockmist den sie verzapft hat, den Wählern sagt, „Aber diesmal wird alles anders, diesmal wirds besser“ … da zählen die eigenen Messlatten von früher nicht mehr, da das soziale Herz zwar groß ist, das Hirn jedoch etwas verkümmert zu sein scheint. Und dann kommt wie immer das Totschlag-Argument: „Die Schwarzen die machen alles noch schlimmer“ Und das zieht ja alleine schon so gut, weil schwarz nunmal eine nicht allzu heitere, zukunftsfrohe Farbe ist, das die eigentliche Farbe der CDU eine andere ist lasse ich hier mal ganz aussen vor.

    Also, IHR WERDET GEWINNEN!

    Aber, NRW WIRD WIEDER EINMAL VERLIEREN!

    Aber das ist euch ja egal, euch geht es längst nur noch um MACHT!

  3. unzufriedener NRW-Wähler 20. Mai 2005 · 16:08 Uhr

    Na danke .. „Genossen“ ;)

  4. Klaus 20. Mai 2005 · 18:37 Uhr

    Genau, unzufriedener NRW-Wähler, uns geht es um Macht. Denn Macht kommt von machen und nicht von zusehen. Wir lassen aber gern auch mal die anderen dran, ehrlich. Schließlich machen die ja nichts, die wollen nur mal wissen, wie der Blick von der Regierungsbank ins Plenum ist. Nun ja, ist schon etwas anders als von Platz 15 (da saß bisher Jürgen Rüttgers). Also lieber unzufriedener NRW-Wähler, mach ruhig mal dein Kreuz bei den anderen. Wir nehmen es dir nicht übel.

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.