Mannomann. Das war eine bittere Niederlage, die auch mich persönlich sehr, sehr schmerzt. Da läuft man gerne mal ein, zwei Stunden durchs Apollo und weiß nicht so recht wohin mit sich.

Aber die Ereignisse gestern lassen uns keine Zeit wochenlang unsere Wunden in der Oppositionsarbeit zu lecken – ein Bundestagswahlkampf steht an!

Gestern las ich zum Beispiel, daß forsa die Mobilisierung der Parteien untersucht hat und zu dem Ergebnis gekommen ist, daß die CDU 100% ihres Potenzials an die Urne gebracht, die SPD jedoch nur 70%.

Ist das ein Grund den Kopf in den Sand zu stecken? Ich denke nein, denn schließlich gibt es für uns immer noch mehr zu holen. Um auf die 3,7 Mio Stimmen der CDU zu kommen benötigen wir eine Mobilisierung von 85%-90%. Wenn wir in ähnlichem Maße wir die CDU mobilisieren schlagen wir sie eindeutig.

Versteht mich nicht falsch – wenn man so verliert hat man sicher auch eine Menge falsch gemacht. Aber (und so sagte es die Süddeutsche) „NRW ist sozialdemokratisch – selbst wenn die Konservativen regieren“ und wir können uns unser NRW („Willkommen im Land mit der neuen Wirtchaftspolitik und bald vieleicht sogar mit Kopftuchverboten an Chulen“) schon im Herbst wieder zurückerobern und mit dem Rückenwind eines geschlossen geführten Bundestagswahlkampf die anstehende Oppositionsarbeit in Düsseldorf beginnen.


Du kannst die Kommentare zu diesen Artikel durch den Kommentar-Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

30 Kommentare

  1. Klaus 23. Mai 2005 · 12:56 Uhr

    Wir haben für den kommenden Bundestagswahlkampf halt jetzt einen Vorteil, das 200-Tage-Sofortprogramm von JR. (Tag 1 hat noch keine Wirkung gezeigt) Danach wird sich in der Bevölkerung auch die erste Ernüchterung breit gemacht haben, was den Wahlkampf für die Schwatten nicht einfacher macht. Wir Sozialdemokraten haben schon schlimmere Zeiten überlebt, NS-Zeiten, christdemokratische Legislaturperioden auf Bundes- und Landesebene. Da wird uns ein Machtwechsel auch nicht klein kriegen.

  2. Peter 23. Mai 2005 · 13:00 Uhr

    Naja, gestern war die Zeit für ein Fläschchen Rotwein, heute ist die Zeit für neue Taten. Ihr schafft das schon – wäre doch echt ein Witz, wenn die alte Schrechschraube nach Berlin einzieht… Ich bin zwar kein Mitglied irgeneiner Partei, doch stehe ich klar auf der Seite von Rot-Grün. Trotz allem und trotz einiger Enscheidungen, die ich nicht unbedingt begrüße. Eure Ideen sind um Klassen (Welten) besser als der ganze Mist, den die Union verzapft (hat). Ich finde, die SPD sollte sich endlich wieder eindeutig links von der CDU definieren. Möglicherweise fangen die Leute an, das zu vergessen. Bei uns in Gelsenkirchen habt Ihr trotz allem mehr als 50% erreicht. Das sollte doch zu denken geben.

    Bis bald, Euer Peter (von sumsilaerrus.de)

  3. Weltregierung 23. Mai 2005 · 13:10 Uhr

    Hmm – es gilt IMHO ( in my humble opinion )
    wohl eher darum einen wirklichen Wandel von Innen zu erreichen – in dem die traditionellen
    Strukturen – ja ich meine die Gewerkschaften –
    mal einen Schritt zurücktreten, damit man auch jungen Menschen in Arbeit das Gefühl geben kann, daß hier ihre wirtschaftlichen Interessen vertreten werden – und nicht nur die der Berufs-Arbeitsrechtskämpfer, die in Wirklichkeit doch nur Sesselpupser mit Kontaktverlust zur Realität sind.

    Das was die SPD von der CDU unterscheidet ist ein Grundkonsens des sozialen Augleichs.
    Auf den offensichtlichen unterschied zwischen beiden müssen wir überhaupt nicht stolz sein.

    Unser Problem heisst Filz. Slebst wenn dieser Filz nicht faktisch überall existiert – so lebt er doch in den Köpfen – wie man als
    nicht-aktives Mitglied beim betreten einer jeglichen Veranstaltung ob klein oder gross einfach merkt. Ortsverein oder Unterbezirk
    es ähnelt vieles dem Kaninchenzüchten – wenig der Demokratie an der vielbeschworenen Basis.

    Ein Ruck – eine Verjüngung muss durch die Partei gehen. Die Auflösung der Jusos und somit eine Altersdemokratisierung der SPD wäre ein Anfang.

    Ich bin seit der Volljährigkeit Sozialdemokrat.
    …..und Jusos klingt wie Kindergarten für Opportunisten.

    Macht „Partei“ wieder begreifbar und sympathisch.
    Reformiert die SPD – ich möchte sie gerne weiter wählen können!

    – RoteNelkenregierung.

  4. Jens - politikinside.blogg.de 23. Mai 2005 · 13:29 Uhr

    Carsten ich kann vollkommen nachvollziehen, wie es dir ging. Mir gings net anders, hab gestern meine Trauer in Bier getaucht. Hab immer noch nen dicken Kopp. Erst vergeigt Hannover96 die Qualifikation zum UI-Cup und dann noch der Verlust unseres NRW´s – Ein echt beschissenens Wochenende.

    Aber wir werden den Kopf auf keinen Fall in den Sand stecken! Wir werden der Grinsebacke Rüttgers schon noch Feuer unter dem Hintern machen & die Leute werden schnell merken was sie sich da für ein faules Ei ins Nest haben legen lassen!

    @Peter Na hat die Union überhaupt Ideen? *g* Wir haben sie schon, nur können und dürfen wir die Agenda 2010 nicht zu unserem Wahlkampfkonzept machen, sondern uns ein klares soziales Profil geben und Reformbereitschaft für eine soziale Zukunft!

  5. Student 23. Mai 2005 · 14:26 Uhr

    @Jens

    Das Problem liegt doch in der mangelnden Glaubwürdigkeit.

    Die Menschen in diesem Land haben erkannt, dass der Genosse im Arsch der Bosse steckt.

    Da kann Er (bedeutende Frauen gibts ja bei´m Männerverein SPD nicht so viele) noch soviel von sozialer Gerechtigkeit und Kapitalismuskritik schwafeln.

    Müntes „Weiter so !“ und Schröders trotziges „Dann machen wir halt nix mehr bis zur nächsten Wahl!“ (wann auch immer die ist) lassen eben nicht gerade darauf schliessen, dass sich bei der SPD noch was bewegt.

    Die bisherige Regierungspolitik (Gesundheitsdeform und Hartz IV), „imho“ auch nicht.

    Ein Trösterle noch:
    Wenigstens hat sich gestern ein Sozialdemokrat gefreut, dass war (bei uns in Frankfurt) Bürgermeister Achim Vandreike. Der hatte seine Finger vor allem mit im Stadionneubau und nicht in Hartz IV, was in Gestern bestimmt zum glücklichsten (zumindest im Fernsehen am meisten grinsenden) Sozialdemokraten der Republik gemacht hat.
    Spricht für sich.

  6. Klaus 23. Mai 2005 · 14:28 Uhr

    Ich fange schon mal mit der Oppositionsarbeit an. Jürgen Rüttgers hat ein 200-Tage-Sofortprogramm nach der Landtagswahl angekündigt. Tag 1 ist fast vorbei und die CDU hat nicht geschafft, die Koalitionsverhandlungen zu beginnen geschweige denn das neue Kabinett oder irgendwelche Ministerien zu besetzen. Die Lage ist viel zu ernst um sich mit Kleinigkeiten aufzuhalten. 200 Tage sind schneller vorbei als man denkt.

  7. konservativ 23. Mai 2005 · 14:45 Uhr

    heult doch.

  8. Herbie 23. Mai 2005 · 14:55 Uhr

    @Klaus..und áuch 39 Jahre sind vorbei. Und was hat die SPD geschafft in dieser Zeit ? Auch nix..oh sorry ich vergass..natürlich hat Sie was geschafft…110 Mrd. Schulden, 1 Mio Arbeitslose, NRW ist das Bundesland mit der niedrigsten Invetitionsquote. Seit gestern ist dieser Spuk endlich vorbei jetzt geht es wieder aufwärts…
    @ Carsten…NRW ist nicht „euer Bundesland“ die SPD hat keinerlei Besitzansprüche darauf.

  9. Jens - politikinside.blogg.de 23. Mai 2005 · 14:56 Uhr

    @Student Da hast du vollkommen recht! Wir haben ein Glaubwürdigkeitsproblem! Und das habe ich bereits bei der Vorstellung der Agenda 2010 gesehen, das damit ein großes Problem auf uns zukommt und dafür haben wir hier in NRW die rote Karte bekommen. Es muss ein klarer Schnitt gemacht werden! Auch wenn es personelle Konsequenzen hat. Wir brauchen eine programmatische und eine personelle Reform in der SPD. Wir müssen als eine klare Alternative auftreten. Ein Krieg oder eine Naturkatastrophe wird uns nicht wieder den Arsch retten, wie bei der BTW 2002.

    @Klaus Na Rüttgers muss ja erstmal die 100 Aleen anlegen, da hat der keine Zeit zum regieren *g*

  10. Jens - politikinside.blogg.de 23. Mai 2005 · 15:02 Uhr

    @Herbie Wieso hat das Land wohl so hohe Schulden? Wer musste dafür sorgen, das der Strukturwandel vorran geht? Genau wir und leider musste dies auf Kosten des Landeshaushaltes gehen. Sonst wären keine modernen Unternehmen im Dienstleistungssektor enstanden.

    Soso die niedrigeste Investitionsquote.. Komisch das 1/3 der ausländischen Investoren hier in NRW investieren und das die Top-Dax-Unternehmen in NRW ihren Sitz haben und nicht in Bayern. 2/3 der Investitionen werden auf die anderen 15 Bundesländer aufgeteilt. Die SPD hat ja alles so falsch gemacht vonwegen! NRW wurde von der Union schlechtgeredet und jetzt müssen wir 5 Jahre lang Rüttgers ertragen! NRW hätte was besseres verdient gehabt, aber warten wir die 5 Jahre ab! Die sind schnell rum und dann sind wir wieder da! Gestärkt!

  11. Horst H. 23. Mai 2005 · 15:12 Uhr

    Hi!

    Ein netter Kommentar… aber die Wahl wurde in NRW symbolisch für Berlin verloren.

    Als Sozialdemokat, aber auch als Selbstständiger glaube ich fest daran, dass der Todesstoss für NRW letztendlich durch die Alzheimer- Äusserung unseres Genossen Franz Müntefering erfolgte. Die Zeit des Klassenkampfes und der Gegnerdiskriminierung ist vorbei, Franz, und Globalisierung „existiert“, seit der erste Steinzeitmensch seine Höhle verlassen hat, um andere Menschen zu suchen. Dies ist Münti leider entgangen.

    Ebenso naiv ist der Glaube unserer Parteispitzen, dass Politiker Arbeitsplätze schaffen, das schaffen nur Unternehmen und Unternehmer. Die Politik hat dafür die Rahmenbedingungen zu schaffen und Unternehmen sozialverträglich anzusiedeln, statt sie in die Insolvenz zu drängen, oder sie durch überhöhte Steuersätze auszubeuten und zu vernichten. Erst dann können Menschen Arbeit bekommen, erst dann haben wir Wachstum.

    In NRW haben wir beispielsweise durch die Kohlesubventionen guten Arbeitern, also den Kumpels, deren Vorgänger das Wirtschaftswachstum und – wunder auch entscheidend herbeigeführt haben, ihre Würde genommen – wir haben ihnen Geld gezahlt für Leistung, die keiner mehr haben will. Dabei hätten Konzepte für einen entscheidenden Strukturwandel in NRW diesen Menschen Würde als Arbeiter zurückgegeben und ihnen Jobs verschafft – ehrliche Arbeit. Wir haben als SPD hier unsere Stammwähler klar enttäuscht.

    Die Insolvenz- und Arbeitslosenstatistiken unter Rot- Grün auf Bundesebene zeigen ebenso wie Wachstumsbilanzen, dass der berliner Kurs falsch war und ist. Damit sei aber nicht geagt, dass eine (konzeptionslose) CDU, es besser machen könnte. Was wir brauchen, sind bessere Konzepte auf allen Ebene als die der bisherigen Flickschusterei sowie klare, messbare Ziele. Erst dann können wir eine Strategie entwickeln, mit der sich vorgezogene Bundestagswahlen gewinnen lassen – ebenso wie die Herzen fast aller (!) Bürgerinnen und Bürger.

    Nicht, dass die CDU besser wäre, das auf keinen Fall (Angie – nein Danke!)

    Aber wir haben es gestern selbst versaut.

    „Sozialdemokratische“ Berliner Politik hat nichts mehr mit den Zielen und Werten der SPD zu tun.

    Danke Gerhard, danke Franz!

  12. TylerDurden 23. Mai 2005 · 15:29 Uhr

    Hallo Genossen und Andersgläubige,
    was soll denn das jetzt werden?
    Das kann doch wohl nicht der Ernst von Franz Müntefering und unserem Bundes-Gerd sein, dass es bei der jetzt kommenden Wahl um die Frage geht, ob der Reformkurs weitergeht.
    Was mir und hoffentlich auch anderen seit 6 Jahren fehlt, ist eine Vision. Ein großes Ziel. Europa ist so gut wie vereint, wir haben seit 60 Jahren Frieden und die Wirtschaft ist auch eine der stärksten der Welt. (ja, ich weiß: viele Arbeitslose, aber ist jetzt nicht das Thema)
    Wo bleibt also das große Ziel, hinter dem sich die SOzialdemokraten versammeln können. Ohne so ein Ziel ist die Wahl, die jetzt wohl im September kommt nicht zu gewinnen.

  13. Klaus 23. Mai 2005 · 15:47 Uhr

    @Herbie: Oppositionsarbeit besteht im wesentlichen darin, die Regierung und ihr Handeln anzumahnen und das vom ersten Tag an und nicht erst in den letzten 6 Wochen vor der nächsten Landtagswahl. Daher ist es durchaus legitim das Handeln der CDU bzw. FDP jetzt schon in Frage zu stellen und mit den Wahlaussagen zu vergleichen. Des weiteren sollte uns weniger mit der Vergangenheit und mehr mit der Zukunft beschäftigen.
    @Jens: Sind die 100 Alleen eigentlich Bestandteil der 1-Mio-Job-Offensive?

  14. Gerhard Schoolmann 23. Mai 2005 · 15:54 Uhr

    Die Hoffnung, daß es bei den nächsten Landtagswahlen besser für die SPD ausgeht, haben Sozialdemokraten in Bayern oder Baden-Württemberg schon seit Jahrzehnten.

    Notwendig wäre vielmehr eine tiefschürfende Analyse der Gründe des objektiven Versagens (Output des Bildungssystems, öffentliche Finanzen, Wirtschaftsentwicklung) und der Wahrnehmung dieses Versagens der Sozialdemokraten bei den Wählern und daraus abgeleitet eine Entwicklung neuer Konzepte partizipativer Beteiligung an demokratischen Prozessen aber auch am wirtschaftlichen und sozialen Leben.

    Vor dem Hintergrund einer stark überalterter Mitgliederschaft, des parallelen Rückgangs der Zahl der Mitglieder bei Gewerkschaften und anderen Großverbänden führt ein Haltung des „Weiter so“ in Richtung auf Verhältnisse wie in Bayern oder gar Sachsen, also runter auf 30 Prozent, 20 Prozent und zuletzt 10 Prozent der Wählerstimmen.

  15. MJ 23. Mai 2005 · 16:53 Uhr

    Also ich muss sagen, ich bin fassungslos – ein Kandidat, in dessen Wahlprogramm die nächste Arbeitslosigkeitswelle in NRW verankert ist, nämlich der rasche Abbau der Steinkohlesubventionen, eine Wahl gewinnen kann… Unser Land hat ein wichtiges Problem, nämlich die fehlende politische Bildung, dass den Parteien, die an der Grenze zur Verfassungsfeindlichkeit agieren in der Lage sind in größerem Umfang Wähler anzulocken, dass die Menschen nicht mehr willens, oder auch nicht in der Lage sind, Parteiprogramme zu lesen und das zwischen den Zeilen geschriebene zu verstehen, dass Parteien mit Stammtischparolen in der Lage sind eine Wahl zu gewinnen! Armes Deutschland …

  16. Sieger 23. Mai 2005 · 17:18 Uhr

    Tja, verlieren müsste man können, was Sozis? Meine Erfahrung ist eher die, dass die Uninformierten Rot gewählt haben. Zitat: „Ich wähle Steinbrück, der Rüttgers hat nen Sprachfehler.“ !!! Das war die Begründung.

    So, jetzt machts euch mal auf der Oppositionsbank bequem – so gut es eben geht. Ihr bleibt da nämlich noch ein paar Jahre… sowohl im Bund, als auch im Land.

    DEUTSCHLAND KOMMT WIEDER!
    Mehr Arbeit, mehr Bildung, weniger Staat!

    Mit Angela Merkel fängt die Zukunft an.
    Noch 118 Tage bis zum Wechsel.

  17. Jens - politikinside.blogg.de 23. Mai 2005 · 17:32 Uhr

    @Sieger Wäre nett gewesen, wenn du den Mum gehabt hättest hier mit nen vernünftigen Nick/e-Mail-Addy deine Meinung vertreten hättest, anstatt mit so einen Nick etc.

    Nun aber zu deinen Eintrag selbst, wir werden es in den nächsten 5 Jahren sehen ob Rüttgers genau das umsetzen wird, was er versprochen hat!

    Einen Wahlbruch haben wir ja schonmal, es wird nicht mehr Arbeitsplätze geben sondern weniger! Mit dem Abbau der Steinkohlesubventionen wird es tausende von Kumpel den Job kosten und im Ruhrgebiet die Arbeitslosigkeit noch steigen lassen, ein weiterer Ort für Abbau von Arbeitsplätzen wird es sicherlich in der Landesverwaltung geben. Wie war das nochmal mehr Arbeit? *g*

    Mehr Bildung?? Achja klar vorallem wenn man Studiengebühren einführt, wird das zu mehr Bildung führen. Man sieht doch das es eine Studentenflucht in den Ländern gab die bereits Studiengebühren eingeführt haben. Naja und PISA zeigt doch das die Union mit ihrem antiquierten Schulsystem auch nicht zu mehr Bildung führt, sondern zu stärkerer Selektion, zu lasten schwächerer Schüler.

  18. Herbie 23. Mai 2005 · 17:50 Uhr

    @Jens…es ist so. NRW hat die niedrigste Investitionsquate der grossen Bundesländer.Rot-Grün hat die Schaffung moderner Arbeitsplätze mit unsinnigen Gesetzen verhindert.Es muss Bürokratie abgebaut werden. Zuerst im Verwaltungsbereich.Und wop wir mal dabei sind : Die SPD hat Schulden gemacht, weil sie den Strukturwandel in NRW finanzieren musste ? Welchen Strukturwandel ? Die Schulden kommen zum Beispiel von solchen Aktionen wie mit der WestLB. 9 Mrd. die Neuber und Genossen verbrannt haben und heute fehlen. Das war eine tolle Leistung.

  19. Sieger 23. Mai 2005 · 18:23 Uhr

    @ Jens

    Klar, die Regierungspräsidien werden gesund geschrumpft oder abgeschafft, die Gleichstellungsstellen ebenfalls. Die Kohleförderung läuft endlich aus, und das alles wird auch Arbeitsplätze kosten. Warum du bei dem Gedanken grinst, ist mir aber unklar. Ich empfinde keine Freude (auch keine Schaden~) wenn Leute ihre Arbeit verlieren. Diese Änderungen sind notwendig um unser Land voran zu bringen – und: Arbeitsplätze schafft nicht die Verwaltung (auch nicht mittelbar durch Subventionen) sondern die freie Wirtschaft, vornehmlich der Mittelstand. Den gilt es zu stärken, dann wird auch wieder investiert!

    Bundesweit (zumindest in unionsregierten Ländern) werden Studiengebühren eingeführt, und die machen Sinn damit unsere Hochschulen qualitativ hochwertig werden. Wir haben bald die Möglichkeit, Universitäten als Stiftungen zu organisieren, die nicht mehr fachlich sondern nur noch rechtlich dem Ministerium unterstehen. Mehr Freiheit in der Lehre, mehr Wettbewerb zwischen den Hochschulen, und das alles sozial verträglich. BaföG-Empfänger zahlen keine Gebühren und die, die das müssen (so auch ich) werden erst nach ihrem Studium zur Kasse gebeten, wenn sie verdienen.

    Rüttgers rulez!

  20. Klaus 23. Mai 2005 · 19:14 Uhr

    Sieger gehören irgendwann auch zu den Verlierern. Spätestens wenn auch die Bundespolitik schwarz-gelb ist, wirst auch du aus allen Wolken fallen. Studiengebühren machen nur Sinn, wenn die Landesmittel wegfallen. Wenn die Kohlesubventionen gestrichen werden, müssen auch die Landwirte ihre Opfer bringen. Wieso soll ich für deren Ernteausfälle mitbezahlen.

  21. Dennis 23. Mai 2005 · 20:18 Uhr

    Ich hab Herrn Rüttgers immer nur von arbeitsbringenden Massnahmen reden gehört! Nie aber auch zu keiner Zeit wurde über Löhne oder ähnliches geredet (naja ausser Abbau von Arbeitnehmerrechten)

    Naja jetzt haben wir Hartz 4 und die „1 Euro Jobs“ Noch gibts 1 Euro pro Stunde zum ALO 2!!! Wenn Angie kommt darf man fürs Essen arbeiten gehen. Da gíbts dann keinen Euro mehr

    Na denn guten Hunger meine lieben Freunde ohne Arbeit.

    Glückauf

  22. Klaus 23. Mai 2005 · 22:20 Uhr

    @Herbie: Es war meine Ex-Kollegin Robin Saunders, die 9 Mrd. Euro in fragwürdige Projekte in den UK fehlinvestierte (Boxclever, Wembley Stadion) und wurde dabei von dem ehemaligen Vorstandschef Jürgen Sengera tatkräftig unterstützt. Es waren also keine Genossen, die die Verluste zu verantworten hatten. Außerdem war zu dem Zeitpunkt, als die Investitionen abgeschrieben werden mussten, die Gewährträgerhaftung des Landes schon außer Kraft gesetzt.

  23. Michael 23. Mai 2005 · 23:42 Uhr

    @ Sieger: Welche BaföG-Empfänger? Anette Schavan, Kultusministerin in Baden-Württenberg und vtml im Schattenkabinett der CDU-Bundesregierung, macht sich ja schon für die Abschaffung des BaföGs stark. Lieber verzinste Darlehen, denn die Aussicht auf 50 000 € Schulden bei Studienbeginn sind ja auch ein größerer Anreiz zum Studium als ein teilweises Zurückzahlen einer staatlichen Förderung!

    Und Studiengebühren erst nach dem Studium zu zahlen ist auch nicht viel sinniger, denn ich denke dass wird viele Studenten dazu verleiten, später im Ausland zu arbeiten, wo vtml die Studiengebühren schwer zurückgefordert werden können.

    Nichtsdestotrotz sollten wir der CDU eine Chance geben und unsere Oppositionsrolle gut spielen. Persönlich glaube ich zwar, dass viele CDU-Wähler noch ihr blaues Wunder erleben werden aber erstmal abwarten und aufpassen.

    Ich finde übrigens auch wichtig, Bundes und Landespolitik zu unterscheiden, denn hier vermischen viele auch einiges.

  24. Willy wählen 24. Mai 2005 · 1:43 Uhr

    @ allen Funktionären der Nachfolgepartei der SPD

    Es ist schlicht erschreckend, wie stur Willys Nachfahren sind. Die „Genossen“ Gerhard Schröder und Franz Müntefering (etc.) machen eine zutiefst un-soziale Politik und beanspruchen, nach dieser Niederlage, die Grenzen dessen, was denn sozial sei, nach „links“ wie „rechts“ festzulegen! Es bedarf keiner Diskussion darüber, daß Unionisten und Lästerwellen-Surfer eine zutiefst ungerechte Politik betreiben und weiter betreiben wollen. Aber das, was die Gegenwarts-SPD im Verbund mit den BÜNDNIS-grünen in den letzten Monaten, ja, Jahren verbrochen haben ist ein deutlicher Verrat an den seriösen Anhängern und Mitgliedern der Sozialdemokratie und der Grünen Bewegung, vor allem jedoch an den „kleinen“ Leuten!
    Das einzige Argument, das ich ernsthaft gelten lassen kann für die völlig verfehlte „“Reform““-Politik ist eine Feststellung der Art: „… denn sie wissen nicht, was sie tun“.
    Solange die SPD „Hartz“, „Agenda …“ und Gesundheits-„Reform“ nicht zurückzieht, wird sie KEINE Regierungsmacht mehr verliehen bekommen.
    Ich poltere, weil ich nicht nur traurig bin über diesen Horror-Sieg des Schaumschlägers von der CDU, sondern zutiefst empört darüber, daß Willys Nachfahren mit dieser völlig verfehlten Politik die kleinen Leute umfassend alleingelassen hat. Ich habe mich lange Jahre in unterschiedlichen Funktionen für Willys alte Partei engagiert. Das, was jetzt passiert, hätte ich mir NIE vorzustellen gewagt.
    Das Totschlag-Argument „Entweder wir amerikanisieren („modernisieren“) – oder wir werden amerikanisiert (…)“ von dem Ex-Stamokapler G. schröder kann ich nicht akzeptieren. Wenn die großen Konzerne, die großen Unternehmen ihren sozialen VERPFLICHTUNGEN nicht freiwillig nachkommen, müssen seriöse Poltiker sie dazu zwingen! Dafür gangbare Wege freizumachen, das ist die Aufgabe seriöser, heißt: wählbarer (!) Politiker.
    Ich bin empört, ja! Aber ich kann nur jedes Mitglied und jeden Anhänger der Gegenwarts-SPD anhalten dazu, sich wirklich ernsthaft mit meiner Meinung auseinanderzusetzen. Mir geht’s nicht um Laberei, vor allem geht’s mir nicht um mein PERSÖNLICHES Statement. Nein: ich bin sicher, daß viele Menschen die aktuelle Anti-Kleine-Leute-Politik keine Minute länger akzeptieren werden! Eher werden sie sich völlig in den Rachen der First-class-Neoliberalen schmeißen oder nach rechts außen driften. (So traurig, so furchtbar ich das finde)

  25. Willy wählen! 24. Mai 2005 · 2:25 Uhr

    PS:

    Im antiken Griechenland lockte er Reisende mit einer Ruhestätte für die Nacht. Wohl ärgerte ihn, daß seine Gäste nicht von gleicher Länge waren. Pragmatisch seine Konsequenz: jene, die ihm zu kurz erschienen, dehnte bzw. zerstückelte er; solchen, deren Beine über die Kanten ragten, hackte er die Füße kurzerhand ab. Prokrustes, trieb sein Unwesen, bis Theseus ihn zur Strecke brachte …

    Wieso dachte ich nach der Lektüre an Schröder und Oskar Lafontaine?

    Merke: JEDER Mensch ist ein einmaliges Individuum – und zu schade, in die vor Banalität strotzenden Schublädchen oder (Re-)Förmchen der Agenda 0-8-15 gepreßt zu werden. Hartz-lose Zeiten!

  26. Manfred Zasser 24. Mai 2005 · 2:32 Uhr

    Hallo zusammen!
    Mir soll keiner mehr etwas vorjammern. Ich habe SPD gewählt – und das, weil ihr das bessere Programm und die besseren Kandidaten hattet. Ich habe ein kleines Unternehmen (wir Stellen Schallisulierungen her) und ich kann nur sagen: Die SPD-Wirtschaftspolitik war sicher nicht top – aber die CDU wird es nicht besser machen. Die werden den Großkonzernen noch mehr Geld in den Arsch stopfen und der einfache Arbeiter darf es dann bezahlen. Aber ich muss auch sagen: Mir ist es mittlerweile egal. Ich konnte damals in diesem schönen Land ohne Studiengebühren studieren. Ich finde es eine Schande für die Bildung, wenn junge Menschen jetzt auch noch dafür bezahlen müssen. Aber gut, Rüttgers war schon immer ein schlechter Bildungsminister.
    Mir ist es mittlerweile wirklich egal: Mir wird unter der Union nichts passieren. Aber der Großteil der Rentner, Arbeiter und Arbeitslosen, die die Schwarze Pest gewählt haben, wird sein blaues Wunder erleben. Ich freue mich schon darauf, die ganzen alten konservativen Leute zu sehen, die sich über die Rentenkürzungen beschweren. Dann kann ich nur sagen: Jammert mir nichts vor. Die Menschen in NRW, die CDU gewählt haben, haben es nicht besser verdient. Den anderen spreche ich mein herzliches Beileid aus.

  27. Willy wählen! 24. Mai 2005 · 3:27 Uhr

    Auwei, das lieb‘ ich wohl, Manfred Zasser,

    „mir ist es mittlerweile wirklich egal: Mir wird unter der Union nichts passieren“ – das ist die Haltung, die ich mit Recht kritisiere. Wir sind alle dafür verantwortlich, was in diesem Land passiert. Und diese Meinung in einem NRW-SPD-Forum zu lesen, paßt – leider – ins Bild. Auch G. Schröder wird’s am Ende egal sein, wie die Wähler sich entscheiden. Er hat seins im Trockenen. Und was die „kleinen“ Leute machen, ist ihm am Ende wurscht.

    Peer Steinbrück, IMMERHIN, bleibt wenigstens an Bord und will mitarbeiten – mal egal, daß es wohl die falsche, weil Agenda-Richtung ist. IMMERHIN.

    Hier geht’s weiß Gott nicht um Jammern, mein Lieber. Es geht um berechtigten Zorn. SO, WIE DAS ROT UND GRÜN ZULETZT GEMACHT HABEN, WAREN ES NICHT NUR OHRFEIGEN – ES WAR EIN K.O.-SCHLAG GEGEN DIE UNTEREN ZWEI DRITTEL DER BEVÖLKERUNG! Und die Quittung dafür – den Rüttgers-Club und die Folgen – müssen wir jetzt auch noch alle tragen!

  28. Herbie 24. Mai 2005 · 10:18 Uhr

    @Klaus
    Ja genau und die armen Genossen sind wieder völlig unschuldig…Ex-Finanzminister Schleusser hat in Wirklichkeit gar nicht die Flugzeuge der WestLB privat genutzt, und der lieber Bruder Johannes war da auch ganz unschuldig. Und erzähl mir nicht Genosse Neuber hatte da nicht auch überall seine Finger mit im Spiel, mal ganz davon ab das man wegen gewisser Geschichten (z.B. Aufsichtsrat RWE,TUI,Babcock/Borsig)Strafantrag gegen ihn gestellt hatte.
    Also erzähl hier nicht das die alle eine saubere Weste hatten.

  29. Klaus 24. Mai 2005 · 10:39 Uhr

    @Herbie
    Du sprachst aber von 9 Mrd. Schaden für den Steuerzahler. Die sind ja wohl kaum dadurch entstanden, dass Friedel mal die Genossen im Flieger mitgenommen hat. Übrigens arbeiten in der WestLB mehr von den Schwatten als Genossen.

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.