Wie ebenfalls die Redaktion von Spiegel Online heute berichtet, blickt Frankreichs Präsident Präsident Jacques Chirac sorgenvoll auf die Entwicklungen in dem Land östlich von Frankreich. Würde Schröder im September nämlich von Angela Merkel als Bundeskanzler abgelöst, fiele für Chirac ein wichtiger europäischer Verbündeter weg.
Ein Auszug:

Um Chirac könnte es dann einsam in der EU werden. Ihm bliebe nur noch die Eintracht mit dem spanischen Ministerpräsidenten José Luis Zapatero, den er menschlich und politisch schätzt. Aber das ist kein Ersatz für den deutsch-französischen Motor, der nach einem Abgang von Schröder, so Chiracs Befürchtung, unweigerlich ins Stottern geriete. Das ist das Paradoxe am französischen Präsidenten: Am liebsten umgibt sich Chirac, ein gaullistischer Veteran und seit 30 Jahren die Schlüsselfigur der bürgerlichen Rechten in Frankreich, mit sozialistischen oder sozialdemokratischen Freunden. Wie ein Champion der Linken kämpft er für die Bewahrung des europäischen Sozialmodells, verwirft den ungebremsten Wirtschaftsliberalismus und beklagt die Auswüchse der Globalisierung.



(…)
Frau Merkel als ungetreue Braut? Dass Deutschland und Frankreich die beiden Patienten Europas geworden sind, hat Chirac und Schröder zweifellos stärker zusammengeschmiedet. Chiracs Mitgefühl mit dem bedrängten Freund ist umso größer, als der französische Präsident am kommenden Sonntag ebenfalls eine empfindliche Wahlschlappe erleiden könnte – wenn die Franzosen beim Referendum die europäische Verfassung ablehnen und Chirac damit als europäischen Führer und Staatsmann von Weltformat desavouieren.

Nur wird Chirac, anders als Schröder, daraus keine Konsequenzen ziehen, sondern bis zur nächsten Präsidentschaftswahl 2007 weitermachen. Immerhin, mit einem Handkuss, wie es seine galante Art ist, wird der Franzose Angela Merkel wohl beehren – mit spitzen Lippen und ohne Begeisterung.


Du kannst die Kommentare zu diesen Artikel durch den Kommentar-Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

37 Kommentare

  1. Klaus 23. Mai 2005 · 19:06 Uhr

    Nicht nur das die deutsch-französische Freundschaft mit Merkel auf eine harte Bewährungsprobe gestellt werden wird. Die diplomatischen Beziehungen in allen Herren Länder sind in Gefahr. Sie wird den Schulterschluss mit George W. suchen. Wenn es sein muss, marschiert sie mit gegen den Iran. Von einer gemeinsamen EU-Außenpolitik ganz zu schweigen.

  2. Fredson 23. Mai 2005 · 20:50 Uhr

    Ich habe heute in einem dieser wichtigen roten Balken bei n-tv gelesen, Stoiber sei u.U. für das Amt des Außenministers im Schattenkabinett Merkels im Gespräch. Da werden sich die tschechischen Nachbarn aber freuen…

  3. Klaus 23. Mai 2005 · 22:12 Uhr

    Die Türken und Rumänen freuen sich dann auch.

  4. Roter Baron 24. Mai 2005 · 1:23 Uhr

    … ich glaube, da „freuen“ sich dann alle außer die US-Amerikaner. Denen wird dann Deutschland nach traditioneller CDU-Manier wieder „uneingeschrenkt zur Seite stehen“. In wirtschaftlicher und militärischer Hinsicht…

  5. Student aus NRW 24. Mai 2005 · 8:23 Uhr

    Realitätsverdrängung hilft über den ersten Schock hinweg … aber dann solltet ihr mal einen Therapeuten aufsuchen! Oder mit wem ist Deutschland nach Jugoslawien, Afghanistan, Afrika und mit ABC-Trainings-Panzern nach Kuwait gegangen? Wer hat die uneingeschränkte Solidarität mit den USA beschworen, bis der Wahlkampf es verlangt hat diese Solidarität aufzukündigen?

  6. Anode 24. Mai 2005 · 11:12 Uhr

    Keiner. Was erzählst du da? *Kopfschüttel*

  7. Chris 24. Mai 2005 · 12:10 Uhr

    @ Student

    meines Wisens bezog sich das eine auf den 9.11 und das andere auf den Irakkrieg.

    Da kann man natürlich eine Verbindung konstruieren – siehe Goerge Busch – muss man aber nicht

  8. Pauhep 24. Mai 2005 · 12:38 Uhr

    Die CDU wird sich schon im Wahlkampf bei Bush anbiedern, um staatsmännig zu wirken. Im nächsten Feldzug gegen die Achse des Bösen werden wir wieder Vasallen der USA sein.
    Das ist für unsere diplomatischen Beziehhungen fatal. Als Freunde der USA wird Deutschland zu Angriffszielen von Terroristen. Auch innerhalb Europas ist die wertkonservative CDU ein Störfaktor
    (siehe Vorstellungen zu Einwanderung, EU-Erweiterung und Homoehe). Hoffentlich kommen diese Gefahren im Wahlkampf bei der Aufregung um irgendwelche Arbeitslosenzahlen nicht zu kurz.

  9. Fredson 24. Mai 2005 · 12:47 Uhr

    Motiv den Krieg gegen Jugoslawien zu führen war auf jeden Fall nicht die uneingeschränkte Solidarität gegenüber den USA. Eher schon das Gegenteil: Mit Gewalt für universell gehaltene Normen von Menschenwürde mit einer Demonstration militärischer Handlungsfähigkeit durchsetzen, auch um sich im Konzert großer Regionalmächte zu etablieren. Auf konservativer Seite angereichert durch manche romantische Vorstellung über die Völker des Balkans, Freiheitsdrang und so’n Zeug, auf der linken mit der Hoffnung verbunden, eine universelle Weltmoral durchzusetzen. Beides hat sich als etwas dünn erwiesen und den Gegnern dieser Operationen im Nachhinein ordentlich Futter gegeben.

    Das Bonmot von der uneingeschränkten Solidarität stand natürlich im Kontext von 9/11, zu einem Zeitpunkt zu dem man mit diesen Worten den meisten Bundesbürgern aus der Seele sprach.
    Die Rechtfertigung des 2. oder, je nach Zählweise dritten, Golfkriegs mit dem Terrorismus des elften September haben weder Regierung noch BundesbürgerInnen je nachvollzogen, wie ich finde mit überzeugenden Argumenten.

  10. Malik 24. Mai 2005 · 12:48 Uhr

    Chirac ist in Frankreich eine Niete und wird nächstes jahr sowieso abgewählt. Diese Amtszeit verdankt er nur dem bekloppten franz. Wahlsystem. Es ging bei der Wahl um „Chirac oder rechtsradikal“.

    Wenn es heißen würde „NPD oder SPD“ würde sogar ich die letzteren wählen.

  11. Student aus NRW 24. Mai 2005 · 12:52 Uhr

    @Fredson: Balkan…, was denkst du, was das Motiv vieler US-Amerikanischer Einsätze ist? Schau dir die Einsätze mal, und dann sag mir, wer ausser den USA für Menschenrechte nachhaltig eintritt. Das rechtfertigt nicht die gleichzeitigen Menschenrechtsverletzungen in Abu Ghraib etc., aber es gibt de facto keine andere Nation oder einen Staatenbund, der soviel für die Menschenrechte und Freiheit anderer Nationen tut, wie die USA. Wir sind auch eins dieser Beispiele und ich finde es eine Schande, wie die Linke das versucht zu verdrängen.

    Und zu den anderen Einsätzen der Bundeswehr hast du ja bewußt nichts geschrieben, was wieder unter den Punkt Verdrängung fällt.

  12. Chris 24. Mai 2005 · 12:58 Uhr

    Nun ich kann leider in der Aussenpolitik der USA kaum etwas „nachhaltiges“ erkennen. Und finde es auch verkürzt zu unterstellen, dass die Regierung der USA monokausal, d.h. in diesem Fall nur mit den Menschenrechten im Blick, vorgeht.

    Und eine Unverschämtheit finde ich es subtil zu unterstellen, dass alle anderen Regierung sich nicht für Menschenrechte einsetzen.

  13. Student aus NRW 24. Mai 2005 · 12:59 Uhr

    @Fredson:

    „Das Bonmot von der uneingeschränkten Solidarität stand natürlich im Kontext von 9/11, zu einem Zeitpunkt zu dem man mit diesen Worten den meisten Bundesbürgern aus der Seele sprach.“

    Weisst du, wie man so etwas nennt? Populismus!
    So lange es schick ist, hält man es durch .. geht die Stimmung in die andere Richtung dreht sich das Fähnchen Gerd mal wieder.
    Nur bei zwei Dingen bleibt „Gerd“ konsequent:

    1. Unterstützung von Frankreich .. wie zwei Hinterbänkler, die trotz schlechter Noten durch Ihre Macht das Sagen in der „Klasse“ haben.
    2. Unterstützung des lupenreinen Demokraten Putin, der mal so eben die Pressefreiheit aushebelt, unbequeme Opposition ins Gefängis steckt (Würde Schröder glaube ich am liebsten auch machen) und die Freundschaft mit kleinen Geschenkchen (Schuldenrückzahlung in Zeiten knapper Kassen) am Leben hält .. ach ja, da wurde ja auch noch ein Kind verschenkt, ganz zu vergessen.

  14. Student aus NRW 24. Mai 2005 · 13:00 Uhr

    @Chris: Die anderen schwingen große Reden, tun aber nichts, das ist Fakt!

  15. Chris 24. Mai 2005 · 13:10 Uhr

    Vielleicht bin ich ausserordentlich phantasiebegabt- ich kann mir einen Einsatz für Menschenrechte durchaus auch ohne Waffen vorstellen.

    Z:B. durch Verhandlungen, Diskussionen oer gemeinsame Snktionen im Rahmen der UN etc.

    Aber das sind ja überwiegend nur Reden…….so eine Knarre kommt im TV ja viel überzeugender rüber.

  16. Student aus NRW 24. Mai 2005 · 13:14 Uhr

    @Chris: Dann zeig mir mal die zahlreichen Erfolge!? Über die Mittel lässt sich streiten, aber klar ist, dass selbst Sanktionen oder Resolutionen ohne eine Androhung von Waffengewalt nicht sehr wirksam sind. Und diese Macht ist die USA und wird es auf längere Zeit bleiben, so lange die EU oder die NATO als Ganzes nicht auf Augenhöhe mit den USA kommt.
    Man hat also zwei Möglichkeiten:

    1. Man akzeptiert die USA als Weltpolizei und respektiert deren Arbeit.

    oder

    2. Man stellt eine richtige „UNO-Armee“ auf, die auch für deren Resolutionen notfalls ins Feld springt.

    Ich bevorzuge die 2te Alternative.

  17. Torsten 24. Mai 2005 · 13:15 Uhr

    Student aus NRW

  18. Chris 24. Mai 2005 · 13:24 Uhr

    Der freiwillige Verzicht auf Beschneidungen in Afrika, die Möglichkeit für Entwicklungs- und Schwellenländer Generika zu AIDS zu verteilen, Die deutsche Wiederverinigung; ich könnte da ganze Romane schreiben – alles ohne Waffen.

    Und ich kann mir auch Situationen vorstellen, in der die Drohung mit dem Einsatz von Waffen hilft, Golanhöhen, Zypern, Osttimor.

    Ich kann deine Standpunkt leider nicht teilen, das das dominate Auftreten als „Weltpolizist“ zu einer nachhaltigen Verbesserung der Menschenrechte führt – das sind vielleicht wirklich unterschiedliche Weltanschuungen.

    Aber jemand anderem zu unterstellen, er müsste zum Therapeuten weil er dene Version von Wahrheit nicht teilt……….naaja

  19. Klaus 24. Mai 2005 · 13:28 Uhr

    @Student: seit wann scheren sich die Amerikaner denn um Menschenrechte? Schon vergessen, dass die hunderte von Afganen auf Guantanamo festhalten, ohne das dafür eine rechtliche Grundlage besteht, sprich Schuldspruch für irgendein Verbrechen. Die Gefangenen leben dort unter freiem Himmel bei Wind und Wetter in Drahtboxen wie Hunde im Tierheim. Ob die Iraker über ihre neu gewonnene Freiheit wirklich so glücklich sind bezweifle ich, angesichts des Terrors der in dem Land seit der letzten Invasion der US-Truppen vorherrscht.

  20. Student aus NRW 24. Mai 2005 · 13:29 Uhr

    @Chris: das mit der Realitätsverdrängung und dem Therapeuten war auf die Andeutung hin, dass mit einer CDU-geführten Regierung jetzt der „große Kriegs-Lauf“ ausbrechen würde. Ich habe darauf hingewiesen, dass unter Rot-Grün die Auslandseinsätze der Bundeswehr geradezu explodiert sind. Auf nichts anderes bezog sich meine Aussage mit der Realitätsverdrängung.

    Und das hat nichts mit meiner Version der Wahrheit zu tun, denn die Auslandseinsätze von Rot-Grün sind nun einmal Fakten.

    Also wie schaut es nun aus mit einer Entschuldigung? Denn du hast mir etwas unterstellt, was unhaltbar ist!

  21. Student aus NRW 24. Mai 2005 · 13:32 Uhr

    @Klaus: verkürzte Darstellung hilft nicht unbedingt bei der Wahrheitsfindung, mal unterstellt man ist daran interessiert. Aber das passt wiederum nicht in euer Weltbild. Es ist aber auch schön, dass es unterschiedliche Weltbilder gibt, sonst wäre es ja langweilig.
    Nur frag ich dich, wo wir heute wären, wenn die USA uns damals nicht aufgebaut hätten? Schon vergessen? Genauso wenig wie man vergessen darf, was Deutsche den Juden und den Völkern von Europa angetan haben, genauso wenig darf man vergessen, was die Alliierten und allen voran die USA für Deutschland getan haben!

  22. Fredson 24. Mai 2005 · 13:36 Uhr

    1. Ich stimme durchaus zu, dass es bei der Motivlage in puncto Universalismus Ähnlichkeiten gibt. Allerdings sind der Krieg um einen Genozid zu beenden und der Krieg um, ohne das einen jemand gebeten hätte, der Demokratie mit dem Schwert in der Hand zur Durchsetzung zur verhelfen doch zwei grundsätzlich andere Dinge. Völkermord kann man mit Gewalt verhindern, Demokratie aber nicht mit Gewalt erzwingen.

    2. War die Verkündung uneingeschränkter Solidarität Populismus? Ja, wenn man es als Politik unmittelbar nach dem Willen des Volkes definiert wohl schon. Vielleicht war es aber auch der Versuch, die Reaktion der USA mitzugestalten, indem man schnellst möglich zur Umarmung ansetzt. Die Strategie hat in Afghanistan noch ganz gut funktioniert: Sich ständig anbieten um eingebunden zu werden. Für den Irak ging das dann einfach nicht mehr, schon aus Gründen der Ressourcen der Bundeswehr.

  23. Student aus NRW 24. Mai 2005 · 13:42 Uhr

    @All: Wie hält es Schröder mit Demokratie und den Menschenrechten? Ist es ok, wenn er Putin mit dem Totschlag-Argument verteidigt, dass dies alles innere Angelegenheiten von Russland seien? Ist eine derartige „Verteidigung“ / „Billigung“ seitens Schröder vereinbar mit dem Gewissen eines Demkoraten? Die Massengräber von Saddam waren auch innere Angelegenheiten des Irak…

  24. Fredson 24. Mai 2005 · 14:00 Uhr

    Massengräber sind keine innere Angelegenheit. Genausowenig wie ausgebombte Hochzeitsfeiern, misshandelte Kriegsgefangene und zigtausend tote irakische und amerikanische Soldaten. Man kann den Teufel nicht mit dem Beelzebub austreiben. Die USA hätten den Weg über das berühmte dicke Bretter bohren gehen sollen, meiner Meinung nach. Weniger tolle neue Waffen, mehr ökonomische und zivilgesellschaftliche Superpower, über die die USA doch zweifellos verfügen.

    Wie Gerd mit seinem Kumpel umgeht finde ich im Übrigen auch schwer zu rechtfertigen. Das mit dem lupenreinen Demokraten das ist einer der schlimmsten Euphemismen die ich in der Politik je gehört habe.

  25. Student aus NRW 24. Mai 2005 · 14:04 Uhr

    @Fredson: Danke! Genauso lassen sich für Herrn Gerhard Schröder weitere Äußerungen/Handlungen aufzählen, in denen er indirekt seine Priorität der Menschenrechte preisgibt.

    Ich denke als moralische Instanz eignet sich eine Bundesregierung unter der Führung Schröder/Fischer nur bedingt.

    Ich habe in einem vorherigen Posting bereits geschrieben, dass ich nichts von den Untaten der USA beschönigen will. Aber Mr. Bush hat z.B. selbst zum jüngst vergangenen Jahrestag und den Feierlichkeiten in Russland passende Worte für Putin gefunden, während Schröder mit falschem Anstand meinte, das wäre nicht der richtige Ort für solche Worte..

  26. Klaus 24. Mai 2005 · 19:16 Uhr

    @Student: die Hilfe beim Wiederaufbau der Republik berechtigt doch nicht zum Verletzen von Menschenrechten. Sollen wir etwa aus Dankbarkeit die Augen vor solche Unrechtshandlungen schließen? Merkwürdige Logik

  27. Student aus NRW 24. Mai 2005 · 19:54 Uhr

    @Klaus: Bevor ich mit dir weiter diskutiere, solltest du erstmal einsehen, dass Schröder/Fischer und große Teile der SPD mit zweierlei Maß messen.

    Und wer lesen kann ist klar im Vorteil …siehe vorherige Postings. Denn die Logik die du mir unterstellst wende ich gar nicht an, das hättest du gerne … ist aber nicht so.

    „Sollen wir etwa aus Dankbarkeit die Augen vor solche Unrechtshandlungen schließen?“ Nun, auf was beziehst du das? Auf Putin oder Bush? ;) Jetzt dürftest selbst du sehen worauf ich hinaus will ….

  28. Chris 24. Mai 2005 · 20:23 Uhr

    Bevor ich weiter mit dir diskutiere, soltest du einsehen…

    So und nun suche bitte einen therapeuten auf, nachdem du der Wahrheit ins Gesicht gesehen hast….

    Wie wäre es den mit ein bißchen Toleranz, der Möglichkeit, dass der andere berchtigte Gründe hat eine andere Wahrheit als richtig anzuerkennen.

    Bist du dir wirklich sicher, das du und nur du die Wahrheit kennst, alle Fakten und jeder andere dieser ansicht ist, ist irgendwie defizitär?

    Erschreckend finde ich

  29. Student aus NRW 24. Mai 2005 · 21:46 Uhr

    @Chris: Es gibt verschiedene Wahrheiten und Welten in denen wir Leben .. ja. Aber es gibt Fakten die sind nun mal für jeden unumstößlich. Und wenn jemand mein Posting dermaßen umdeutet, dass es mit der Wahrheit nichts mehr zu tun hat, dann mag das für denjenigen ja immer noch die Wahrheit sein, aber ich verwehre mich dagegen. Wenn mir jemand was unterstellt werde ich es doch wohl klarstellen dürfen und ihn darauf hinweisen, dass er mal bitte die Aussagen im Zusammenhang und vollständig lesen soll. Was studierst du Chris?

  30. Chris 24. Mai 2005 · 22:23 Uhr

    Punkt 1)“Aber es gibt Fakten die sind für jeden unumstößlich“ – Welche bitte?

    Hier einige Beispiele, bitte auch als solche lesen:

    „Die Zeit des Nationalsozialismus war eine grauenhafte Zeit, in der die Rechte der Menschen mit Füßen getreten wurden“ – sagt der überzeugte Antifaschist.

    „Die Zeit des Nationalsozialimus war eine Zeit in der das deutsche Volk zu sich gefunden hat, keine Arbeitslosen und die Deutschen und ihre Werte wurden überall respektiert“ – sagt der überzeugte Nazi

    „Der neue deutsche Fussballmeister ist der FC Bayern, das sieht man ja an der Tabelle“ – sagt der Bayern Fan

    „Der deutsche Fussballmeister ist eigentlich Mainz, sieht man mit welchen Einsatz welches ergebnis erreicht wurde, ist das meisterlich“ – sagt der Mainzer Fussballfreund.

    Punkt 2)Umdeutung von Aussagen und Richtigstellungen

    Ich empfinde deine Aussagen nicht als exakt, das ist in so einem Forum, wo es auch um Kürze geht kaum möglich. Dadurch wird Raum für Interpretationen eröffnet, die m.E. durchaus logisch klingen, aber offenbar mit der von dir verbundenen Intention nichts zu tun haben.

    Diese Interpretationsoffenheit deinen Kritikern in Rechnung zu stellen ist m.E. nicht zuträglich für eine Diskussion bei der es darum geht eine intersubjetive Wirklichkeit zu konstrueieren. Das wirkt auf mich eher so als sollte ich überredet werden, nicht überzeugt.

    Punkt 3) Kontext und Vollständigkeit
    Auch den Kontext (andere Referenzstruktur, Werte 68er gegen Yuppie z.B.) konstruiert jeder erst mal für sich selbst, dann stellt man/ich Gegenbehauptungen auf. Für eine gute Diskussion würde ich dann annehmen, der andere hat das falsch verstanden, dann versuche ich das klarzustellen. Nicht ich unterstelle ihm, dass er willentlich Sachen „umlügt“

    Vollständigkeit ist hier nicht erreichbar, wir sind ja nicht auf einer wissenschaftlichen tagung und auch da wird das nicht erreicht.

    Punt 4) Was ich mache
    Geht dich nix an

  31. Student aus NRW 24. Mai 2005 · 23:50 Uhr

    @Chris: Aber sonst geht es dir noch gut? ;) Mein Gottchen, was hast du gefrühstückt?

    Wenn keiner mehr einen Standpunkt bezieht und den verteidigt, wo führt das dann hin? Diese schwammige Konsens-Gesellschaft finde ich abartig.

    Nichts desto trotz, es ist dein gutes Recht dich über meinen Standpunkt aufzuregen … finde ich sogar gut ;) So muss das sein, nicht dieser Konsens-Brei ….

  32. Chris 25. Mai 2005 · 0:08 Uhr

    grmrgmanfl

    Ich muss dir leider sagen, du hast die Intention, die ich mit meinen Aussagen verbunden habe meilenweit verfehlt.

    Konsens-Brei würde ich noch nicht einmal zum Frühstück essen.

    Aufregung tue ich mich nicht über deinen Standpunkt, er sei dir gegönnt, sondern über deine Art zu argumentieren.

  33. Student aus NRW 25. Mai 2005 · 0:17 Uhr

    @Chris: Ach es ist so schön dich zu reizen ;) Ich habe deine Intention sehr wohl verstanden, nur du bist halt der einzige mit dem man sich so schön streiten kann und da wollte ich das doch nicht schon beenden :-)

    Thema Wahrheit: Ich weiss mittlerweile so ungefähr was du beruflich machst… daher ein wenig mein Background. In dem Feld wo ich tätig bin gibt es (meist) nur eine Wahrheit … entweder es passt oder nicht. Und selbst in der Politik gibt es Wahrheiten, die natürlich in den von dir gewählten Beispielen nicht eindeutig existieren, da es keine Fakten-Lage gibt, auf die sich die Aussagen beziehen. Wenn der FCB am vorletzten Spieltag mit 4 Punkten Vorsprung auf dem 1. Platz steht ist die Aussage, dass er Meister wird zumindest nicht falsch ;) Ohne Faktenlage ist das nichts als Unterstellung / Vermutung / Meinung. Und so gibt es halt auch zig Fakten, woran sich ein Putin z.B. messen lassen muss, um als lupenreiner Demokrat zu gelten. Die Deutung der Unterstützung Schröder-Putin ist dann eine politische, die aber dann zumindest auf der faktischen Ausgangslage Putin!=Demokrat beruht.

  34. Chris 25. Mai 2005 · 4:21 Uhr

    Ich glaube nicht, dass du meine Intention verstanden hst.

    Und wenn du dein „Provoziergehabe“ auc noch schön findest…………………gähn

  35. Student aus NRW 25. Mai 2005 · 11:51 Uhr

    Glauben kannst du ja was du willst. Aber es ist doch schön, wie du meine Art zu argumentieren kritisiert und dann in diese Überheblichkeit verfällst … das spricht auch Bände…

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.