Der Austritt von Oskar Lafontaine aus der SPD hat offenbar geringere Folgen als erwartet. Der Plan, die PDS und die WASG noch vor der vorgezogenen Bundestagswahl zu einer gemeinsamen Liste zusammenzuziehen scheint indes auch nicht aufzugehen. Ein Auszug aus der Berliner Zeitung:

Auch die Abgeordneten Horst Schmidbauer, Klaus Barthel und Fritz Schösser erklärten, weder würden sie selbst die SPD-Fraktion verlassen noch kennten sie Bundestagsabgeordnete, die das wollten. Auch der Saarländer Ottmar Schreiner, der eine Abkehr von der SPD bisher nicht ausgeschlossen hatte, wird nach Einschätzung seiner Kollegen in der Fraktion bleiben.



(…)
Der frühere PDS-Chef Gregor Gysi sagte der Berliner Zeitung, der überraschend frühe Termin der Bundestagswahl habe Pläne zunichte gemacht, eine gemeinsame Partei zu bilden. Dies sei jetzt nicht mehr zu schaffen. „Schröder hat uns da einen Strich durch die Rechnung gemacht.“

Trotzdem wünsche ich persönlich Oskar Lafontaine alles Gute, er hat für die SPD einiges geleistet und es ist schade, dass er es so weit hat kommen lassen.
Viel Glück, Oskar.

Auch die Süddeutsche Zeitung hat einen ähnlichen Artikel zu dem Thema verfasst.


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18 Kommentare

  1. Roter Baron 25. Mai 2005 · 10:52 Uhr

    Auch ich sehe den Austritt als nicht so kritisch an: Es mag ein kleiner Schritt für einen Saarländer gewesen sein, es ist aber ein großer Schritt für die SPD: Oskar hat in der Vergangenheit viel geleistet, für Deutschland und die SPD, aber er hat auch in den letzten Jahren permanent versucht, aus persönlichen Gründen das Klima innerhalb der Partei durcheinander zu bringen.
    Mag es aus seiner Sicht vielleicht gerechtfertigt gewesen sein, sich gegen die Schröder wenden – ungerechtfertigt war es aber definitiv, in Kauf zu nehmen, alle 700.000 anderen Genossen, die sich den „Hintern aufgerissen, die Füße wund gelatscht und den Mund fusselig geredet haben“ für ihre Partei, da mit hineinzureissen.
    Von daher war Oskars Schritt längst überfällig.
    Ich wünsche ihm viel Erfolg in seiner neuen Linken Liste. Dabei glaube ich nicht, dass die der SPD gefährlich werden kann – sie wird eher das bisherige PDS-Potenzial abgrasen und damit vielleicht in den nächsten Bundestag einziehen.

  2. Hans seine Eichel 25. Mai 2005 · 13:56 Uhr

    Nach einem Tag schon zu urteilen, ob der Sogwirkung hoch oder gering ist, das kann nur einem SPD-Anhänger einfallen. Die Auswirkungen werden oft erst eine Woche und später deutlich. Also bitte das nächste mal nicht so voreilig.

  3. Fredson 25. Mai 2005 · 14:05 Uhr

    Tja, dann setzen wir uns halt mal hin und warten, Ich persönlich glaube Lafontaines Anhänger sind eher schon vorgegangen als das sie im Nachfolgen müssten.

  4. michael 25. Mai 2005 · 14:12 Uhr

    Die Befürchtungen dass da noch was grosses passiert sind unsinnig.
    Nur man kann sicher sein, dass die 8% oder mehr die ein erfolgreiches Linksbündniss PDS-WASG-Lafontaine erreichen würde am Wahltag vieles tun aber ganz sicher nicht aus ratlosigkeit wieder SPD wählen.
    Von daher selbst wenn der worst-case einer neuen Linkspartei nicht eintritt, gewonnen ist dadurch auch noch nichts.

  5. M. 25. Mai 2005 · 15:12 Uhr

    Leute seid ihr alle gehirnamputiert oder wieso lauft Ihr noch dem Schröder hinterher? Der Sozi, der ehrlich zu sich selbst ist wechselt noch heute die Partei.

  6. Oliver 25. Mai 2005 · 15:20 Uhr

    Confiteor […] quia peccavi nimis cogitatione, verbo et opere: mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa. Ich bin gehirnamputiert.

  7. M. 25. Mai 2005 · 15:38 Uhr

    @Oliver

    Du peinliches etwas. Wenn man nicht mehr weiter weiss, werden Schuldeingeständnisse auf Latein über copy & paste ins blog kopiert.

    Das mit dem Schuldeingeständnis auf Latein hat die katholische Kirche damals auch so gemacht. Allerdings liessen sich davon weder die Folgen der Inqusition rückgängig machen, noch sind daraufhin Naziopfer wieder auferstanden.

    Ich vermute also, dass du entweder den Papst verarschen willst oder die Leser dieses Blogs oder dich selbst. Denn deine Entscheidung dich zur SPD zu bekennen, musst du nicht im vornherein entschuldigen. Schon gar nicht mit einem Zitat, dass in Analogie zu menschenverachtender Ignoranz und schrecklichen Völkermorden steht.

    Wenn du es also ernst meinst, dann empfehle ich dir tatsächlich bei den Dumpfbacken der SPD zu bleiben – unter gleichen quasi.

  8. Oliver 25. Mai 2005 · 15:41 Uhr

    Wahrscheinlich verarsche ich nur mich selbst, aber genau weiß ich das nicht.

    Ich bin ja schließlich gehirnamputiert.

  9. Student 25. Mai 2005 · 16:44 Uhr

    Anstatt Kindergarten-Trotz-Reaktionen täte der SPD, meiner bescheidenen Meinung nach, eine inhaltliche Ausseinandersetzung gut.

    Mit einem „Weiter so !“ scheinen die Genossen Bosse allerdings das Feld für eine mehr als angreifbare CDU geräumt zu habe.

    Lafontaine muss in dieser Situation auch gar keinen großen Wurf landen.
    8 Prozent davon 4-5 von einer SPD mit CDU-Programm reichen doch schon.

    Ich wähle aus Prinzip in den nächsten 10 Jahren nicht mehr SPD. Dafür hat man die Leute zu sehr verarscht.
    Ausser eine Einflugschneise für die Zerschlagung des Sozialstaats und Entsolidarisierung der Gesellschaft zu schaffen, kann ich keine besonders erwähnenswerte Verdienste der Regierung Schröder erkennen.

    Warum sollte man nun, auch wenn die sozialdarwinistischen Wendehälse nun wieder den Sozialimus propagieren, noch ein Ton davon glauben ?

  10. Student 25. Mai 2005 · 16:47 Uhr

    Nachtrag:

    Ich vergaß bei den Verdiensten der Regierung Schröder:

    -Verschlechterung der gesundheitlichen Versorgung
    -Schein Atom Austieg
    -Eingriffe und Verhönung in/des Datenschutzes
    -Geldverschwendung en Masse („Agentur für mehr Arbeitsamt“)
    – usw., etc.

  11. Simon 25. Mai 2005 · 17:00 Uhr

    @M.

    Ich bin auch nicht gehirnamputiert, weil sonst könnte ich nicht schreiben. Ich laufe auch nicht dem Schröder hinterher. Ich würde aber nicht die Partei wechslen.

  12. Jens - politikinside.blogg.de 25. Mai 2005 · 17:06 Uhr

    @Hans Es ging in dem Artikel doch eher darum, ob der Austritt von Oskar Auswirkungen auf weitere Kritiker innerhalb der SPD hat. Die Auswirkungen auf die Partei lässt sich zum aktuellen Zeitpunkt sicherlich nicht abschätzen. Ich habe hier in einen anderen Artikel und in einem Artikel auf meinen Blog schon geschrieben, das ich ihn sehr geschätzt habe, aber nach seinen Rücktritten hat er uns einfach im Regen stehen lassen und das habe ich ihm nie verziehen. Er hätte gefälligst in einer führenden Position in unserer Partei bleiben müssen, um wirklich was für die Partei zu tun. Aber er hat sich einfach aus dem Staub gemacht und fing von außen das Kritisieren an. Er hat mit seinen ganzen Aktionen nur versucht sich zu profilieren, auch wenn er es als Rettung der SPD gerne darstellt. Aber er hat mit seiner Profilierungssucht unserer Partei geschadet. Was aber nicht heißen soll, das was Schröder aus unserer Partei gemacht hat, richtig war. Im Gegenteil!Dafür haben wir in den letzten Monaten und zuletzt die Quittung für gekriegt, naja und was im Herbst passieren wird kann man sich fast an 5 Fingern abzählen. Aber wie sagt man so schön die Hoffnung stirbt zuletzt.

  13. Jens - politikinside.blogg.de 25. Mai 2005 · 17:12 Uhr

    @M. Ich bin auch nicht gehirnamputiert, so wie du es so gerne auszudrücken magst. Es gibt auch noch eine Zeit nach Schröder! Schröder ist nicht die SPD und die SPD ist nicht gleich Schröder! Falls Schröder im Herbst die Quittung bekommt und wir in die Opposition gehen müssen, wird es einen Neuanfang in der SPD geben. Daran kommen wir nicht vorbei und in der NRWSPD wird es auch einen Neuanfang geben und dafür brauchen wir die Menschen in den SPD-Gliederungen. Ein Austritt wäre der falsche Weg und damit erreicht man gar nichts!

  14. politikinside@blogg.de 25. Mai 2005 · 19:16 Uhr

    Wird aus PDS & WASG die „PDSWASG“?

    Reaktionen auf den Lafontaine VorschlagWie wir gestern berichte…

  15. uwe 25. Mai 2005 · 23:33 Uhr

    das es probleme mit der AGENDA 2010 bei einigen gibt kann ich verstehen….aber diesen weg wird die CDU deutlich verschärfen und schneller gehen als die SPD . bei dem weg den die SPD geht ,fallen
    die leute nicht hinten runter,sondern werden mitgenommen.es gibt keine alternative dazu. der falsche weg ist umkehr oder stillstand.

  16. Jens - politikinside.blogg.de 26. Mai 2005 · 11:08 Uhr

    @Uwe Das wird sicherlich so sein, nur das müssen wir den Menschen im Wahlkampf vermitteln. Umkehr wird es sicherlich nicht geben, aber Änderungen an Hartz4 muss es geben. Hartz 4 muss sozialer werden und damit eine klare Alternative zu einem möglichen CDU/CSU-Konzept werden.

  17. Hans 27. Mai 2005 · 16:07 Uhr

    @Jens
    Was hätte denn Lafontaine machen sollen? Hätte er die Politik von Schröder gegen seine Überzeugung mittragen sollen? Er wird sich den Entschluß schon nicht leicht gemacht haben. Welcher Machtpolitiker räumt schon gerne den Sessel. Nicht er hat euch im Stich gelassen, sondern ihr habt ihn im Stich gelassen, weil ihr offensichtlich von 98er Erfolg so benebelt Schröder quasi Alleinherrschaft zugebilligt habt. Lafontaine ist nur einem Rausschmiß zuvor gekommen. Er muß sich im klaren gewesen sein, daß von der Basi keine Unterstützung zu erwarten war. Schaut euch doch mal an, wieviele Minister in der rot-grünen Regierung verschlissen wurden. Ich bin ja eher FDP Wähler. Das letzte Mal hab ich die SPD 1998 gewählt und es schon ein Jahr später bitter bereut. Auf Lafontains Linie bin ich ja überhaupt nicht, aber er war wenigstens der Einizge, der zu seiner Überzeugung stand. Ander Abgeordnete haben sich ja mehrfach erpressen lassen, statt zu ihrer Überzeugung zu stehen. DAS ist die SPD von heute. Eine Schröder-Hure.

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.