dmaradonna1986.jpgIch war dabei am 22. Mai 2005. Wie viele habe ich gebannt auf die Übertragung der ersten Prognose um 18.00 Uhr auf dem WDR gestarrt und konnte es einfach nicht glauben. Unser Land ist nicht mehr unser Land. Das die CDU in Nordrhein-Westfalen eine Landtagswahl gewinnt ist ungefähr so unwirklich wie damals, als die deutsche Fußballnationalmannschaft 1986 das Finale gegen Argentinien verlor. (Da war ich 8 und habe zwei Tage mit niemandem gesprochen) Ich blickte um mich herum und starrte in die müden Gesichter der Wahlkämpfer der SPD, die wider besseres Wissen bis 17.59 Uhr daran geglaubt hatten, dass diese Wahl tatsächlich zu gewinnen war. Wie wenige hatte ich das Glück mit auf der Wahlparty im Apollo-Theater in Düsseldorf gewesen zu sein. Die SPD-Anhänger hatten die Partei für die Bundespolitik der letzten Monate mit Liebesentzug bzw. mit Zu-Hause-bleiben bestraft. Und als wäre das nicht genug, tritt Franz Müntefering vor die versammelte Bundespresse und verkündet Neuwahlen. Der Wahlkampf geht also weiter. Eine halbe Stunde später zeigt der WDR einen jungen Mann mit einen Juso-T-Shirt, der sagt, er wäre gerne vorher gefragt worden, ob er weiter wahlkämpfen will. In diesem Moment fallen mir Bravo-Rufe und tosender Applause auf, die vom Eingang des Apollo-Theaters kommen. Ich sehe hin und sehe Peer Steinbrück hereinkommen. Er geht zuerst an der Menge am Eingang, dann an mir und dem restlichen Online-Team vorbei, gibt einigen die Hand, für alle hat er leider keine Zeit, denn er muss auf die Bühne. Dann erreicht er die Bühne und die Besucher, die Gäste und sogar einige Journalisten klatschen Beifall für den scheidenden Ministerpräsidenten von NRW. Minutenlang.

„Eine herbe, eine bittere Niederlage liegt hinter uns. Die Niederlage müssen wir uns eingestehen. Viele sind frustriert. Aber im Herbst gibt es Neuwahlen mit viel weiter gehenden Entscheidungen. Ich habe in den zweieinhalb Jahren viele bereichernde Erfahrungen gemacht. Die Ehrenamt-Tour hat mir besonders viel Freude gemacht. Ich gehe psychisch stabil aus der verlorenen Landtagswahl hervor. Ich werde alles dafür tun, die Partei wieder zu stärken. Nordrhein-Westfalen wird mich nicht verlieren. Mann soll ja eigentlich keinen besonders herausgreifen, aber ich mache es jetzt trotzdem und danke vor allem den Jusos. Wo immer ich hinkam, sie waren bereits da und warteten auf mich. Ihnen und vielen anderen ist es zu verdanken, dass ich wirklich bis zum Schluss geglaubt habe, dass wir das hier gewinnen.“
All diese Dinge und noch einige mehr hat er gesagt und dabei unglaublich Kraft ausgestrahlt. Dann verließ er die Bühne und wir alle wussten, dass an diesem 22. Mai der falsche Mann zum Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen gewählt worden war.
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Der_Praktikant am Wahlabend im Apollo

Aber uns war auch klar, dass jetzt nicht, wie wir alle gehofft hatten, „nach der Wahl“ war, sondern „vor der Wahl“. All die kleinen Wehwehchen, die wir mit uns herumtragen, wie die schmerzenden Zähne, die eigentlich gemacht werden müssen. Die Rückenschmerzen. Der Schlafmangel. Das wird alles noch ein wenig warten müssen. Und selbst wenn im September die Merkel mit ihrer zweitklassigen Partei die Wahlen gewinnt, wird die alte Tante SPD davon nicht untergehen. Aber so weit ist es noch lange nicht. Wir werden den Merkels, den Stoibers, den Becksteins, den Westerwelles und den Kochs dieser Welt einen Wahlkampf liefern, dass sie sich wünschen, sie wären nie Politiker geworden. Und 2010 holen wir uns NRW zurück. Bis dahin werden wir uns diesen Direktkandidaten aus dem Rhein-Erft-Kreis und seinen ewig-grinsenden Sidekick von der FDP-(Ingo Wolf? Andreas Pinkwart? Ich kann die alle nicht auseinander halten) halt anschauen müssen. Er soll sich in der Staatskanzlei ja nicht zu fest einrichten. In fünf Jahren spätestens muss er da wieder raus.

Was ich am 22. Mai gelernt habe: An Niederlagen wächst man; Fußballvergleiche passen fast immer und die Leute verstehen sie; Ich will in letzter Zeit meine Texte immer mit „Glück auf“ beenden; Die „Jungs“ (JU-ler) von der CDU sind ganz schlechte Gewinner

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Der Rüttgers-Nippel
Wem jetzt mal wieder nach lachen zu Mute ist, der kann sich hier den aktuellen Rüttgers-Nippel von TV-Total runterladen. Viel Spaß damit.

Den ganzen Blog von der Praktikant findet ihr hier


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23 Kommentare

  1. Jens - politikinside.blogg.de 26. Mai 2005 · 18:57 Uhr

    Nicht nur du konntest es glauben, auch ich und meine Kollegen nicht! Mir standen voll die Tränen in den Augen. Wir haben hart gekämpft und dennnoch verloren :( Kaum hatten wir den ersten Schock überstanden, kam der nächste mit der Neuwahlankündigung. Also da war die neue Woche am letzten Sonntag schon für mich gelaufen.

    Aber wie du schon schreibst, es ist nicht nach der Wahl sondern vor der Wahl! Also ran an die Buletten und Schwarz-Gelb in Berlin verhindern! Denn die haben im Kanzleramt nichts zu suchen!

    Und Rolle-Rüttgers sollte es sich wirklich nicht bequem machem im Stadtor! Bald stehen wir wieder davor mit dem Schlüssel in der Hand und überreichen ihn die sofortige Kündigung ;-)

  2. Jens - politikinside.blogg.de 26. Mai 2005 · 19:01 Uhr

    Ich und meine Rechtschreibung *g*

    Also der richtige Satz:

    Und Rolle-Rüttgers sollte es sich wirklich nicht bequem machem im Stadttor! Bald stehen wir wieder davor mit dem Schlüssel in der Hand und überreichen ihm die sofortige Kündigung ;-)

  3. Anke 26. Mai 2005 · 19:46 Uhr

    Tränen gerade nicht – dafür bin ich schon zu lange dabei, aber traurig war ich schon.

    Und wenn ich dann das in der Tagesschau hören muss:
    „Wir werden die Probleme jetzt angehen. So muss über die Öffnungszeiten der Biergärten gesprochen werden. Die Bürger sollen merken, dass es aufwärts geht.“
    Ingo Wolf

    Da fällt mir dann nichts mehr ein.

  4. Jens - politikinside.blogg.de 26. Mai 2005 · 20:08 Uhr

    Na da werden sich die Nachbarn von Biergären ja freuen, wenn da *ironiean* 24 Stunden der Bär tanzt *ironieaus*.

    Naja was da jetzt schon so durchsickert, da kann man echt nur mit dem Kopf schütteln. Erst Theater machen wenn wir die Eigenheimzulage streichen wollen, aber sie dann selber streichen wollen (Auch wenn das inoffiziell ist) *tztztztz*

  5. Klaus 26. Mai 2005 · 20:47 Uhr

    Die CDU kommt mit den Superwahlkampfsprüchen (Streichung der Pendlerpauschale) zum falschen Zeitpunkt. Gott sei Dank muss der Bundespräsident der Auflösung des Bundestages noch zustimmen. Das es dazu kommt, bezweifle ich von Tag zu Tag mehr. Jetzt, wo die Parteilinken auf den Reformkurs eingeschwenkt sind, ist von einer Regierungskrise nicht mehr viel zu spüren. Das kann man sich gar nicht ausmalen, wenn uns Köhler nicht mitspielt. Die Schwatten müssen doch dann toben wie im Irrenhaus. So nah vor dem Ziel kriegen die dann von höchst staatlicher Instanz einen Knüppel zwischen die Beine geworfen. Die ganze Aufregung wäre um sonst gewesen. Die Merkel platzt dann vor Wut. Wenn sie geplatzt ist, kann sie wenigstens nicht mehr Bundeskanzlerin werden.

  6. Student aus NRW 26. Mai 2005 · 21:58 Uhr

    @Jens: Wenn Gerüchte, dann auch bitte im richtigen Zusammenhang wiedergeben:

    „Erst Theater machen wenn wir die Eigenheimzulage streichen wollen, aber sie dann selber streichen wollen (Auch wenn das inoffiziell ist) *tztztztz*“

    Wie schon vorher von der CDU gesagt wurde, kann man über die Pendlerpauschale sowie die Eigenheimzulage bei einer gleichzeitigen „Steuervereinfachungs-Reform“ reden. Und genau das und nichts anderes habe ich z.B. heute in den Nachrichten von einigen CDU-Größen gehört.

    Also ist das nichts neues, aber natürlich schön für euch, wenn Ihr die Halbwahrheit benutzen könnt um eure Vorurteile zu bestätigen … das macht ihr ja anscheinend sehr gerne!?

  7. Jens - politikinside.blogg.de 27. Mai 2005 · 2:46 Uhr

    Doch doch mir ist bekannt das das im Rahmen einer angeblichen Steuerreform geschehen soll, aber was soll denn da noch reformiert werden? Eine Reform die die Geldbeutel der Reichen noch mehr füllt?
    Sorry, aber das Märchen einer Steuerreform glaubt doch kein Mensch mehr. Und es kann keiner Steuersenkungen mehr geben, das Stufensystem der Union ist genauso lächerlich, wie das total realitätsfremde Steuerkonzept der FDP, die rapide mit den Steuersätzen runter wollen.

  8. Sanníe 27. Mai 2005 · 10:36 Uhr

    Was ist an dem Stufenkonzept lächerlich? Und warum hat die Regierung eigentlich kein Konzept, wie man diesen Wust vereinfachen kann? (Oder ist mir das nur entgangen?)

  9. Nobbi 27. Mai 2005 · 12:42 Uhr

    „Wir werden den Merkels, den Stoibers, den Becksteins, den Westerwelles und den Kochs dieser Welt einen Wahlkampf liefern, dass sie sich wünschen, sie wären nie Politiker geworden. Und 2010 holen wir uns NRW zurück.“

    Thorsten, Du nimmst mir die Worte aus dem Mund! Aber erstmal möchte ich Dir für Deine Arbeit danken, Deine Berichte waren immer wieder schön zu lesen :-). Ich denke mal, dass wir auch noch ein wenig weiter zusammen wirbeln werden *g*.

    Tränen haben mir am Sonntag nicht in den Augen gestanden, aber natürlich war hier erstmal Ruhe im Karton. Münte setzte dem Ganzen dann noch die „Krone“ auf. Aber was noch besser war, war die Ankündigung von ihm und Gerhard, dass wir einen Wahlkampf für uns machen werden!

    Schlagartig hat sich bei mir die Laune gedreht. Als Gocher Wahlkampfleiter werde ich keine große Nachbetrachtung machen und niemandes Ergebnis mit irgendwas vergleichen. Es gilt nun, hier vor Ort ebenfalls in Teilen den (bereits schon vorher feststehenden) personellen Wechsel zu vollziehen. Voller Einsatz im Parteivorstand der Gocher SPD und als Webmaster unserer beiden Kreis Klever neuen MdLs Norbert und Bodo ist jetzt angesagt.

    Gas geben für die SPD, ohne Rücksicht nehmen zu müssen auf irgendeinen Mitbewerber – das motiviert nicht nur mich. Wie Ihr ja sicherlich mitbekommen habt, sind auch wir WebSozis schon kräftig aktiv. Heute treffen wir uns zum 3. Internationalen / 4. Bundeswebsozistreffen in Bielefeld! Und das ist auch gar nicht gut für die Schwatten, Gelben, Grünen usw. ;-))).

  10. Jens - politikinside.blogg.de 27. Mai 2005 · 12:43 Uhr

    Ganz einfach weil es keine richtige Gegenfinanzierung gibt. Letztendlich haben wir hier nur eine weitere Absenkung der Steuersätze und noch tiefer können wir nicht gehen! Da wird die Streichung der Pendlerpauschale (Deren Erhalt ich für notwendig halte) und die Streichung der Eigenheimzulage (Habe mich immer für die Streichung ausgesprochen) nicht viel bringen.

  11. Jens - politikinside.blogg.de 27. Mai 2005 · 12:48 Uhr

    Das vorherige sollte an Sannie gehen :-)

    Nochmal zu Eigenheimzulage, daran sieht man doch wie scheinheilig die Haltung der Union dazu ist.
    Wir wollen sie streichen, um damit in dieBildung zu investieren – Union macht den Aufstand. Und jetzt kommt die Union selbst damit an im Rahmen ihres „wunderschönen“ Steuerkonzeptes (was es eigentlich auch nich so gib) weitere Steuersenkungen zu realisieren.

  12. Jens - politikinside.blogg.de 27. Mai 2005 · 13:06 Uhr

    Ich zitiere mal ein Zitat vom Blog der Websozis *fg*:

    „Nürnberger Nachrichten:

    „In Steuerfragen ist sie, wie der vielstimmige Chor ihrer selbst ernannten Experten zeigt, völlig blank.“

    Sagte ja in einen vorherigen Comment „das Märchen von einer Steuerreform glaubt kein Mensch mehr“

  13. Student aus NRW 27. Mai 2005 · 14:03 Uhr

    Wisst ihr, was krank ist? Das ihr euch jetzt noch damit rühmt, dass eigentlich ja niemand in diesem Land dank bankrotter Staatskassen das Geld hat eine Steuerreform zu machen. Das zeugt mal wieder vom typischen Umgang der Sozis mit dem Geld …

  14. Klaus 27. Mai 2005 · 14:14 Uhr

    Das Geld für eine Steuerreform fehlt doch schon sein Mitte der 90er Jahre. Die Ursachen sind vielfältig und sowohl von den Roten als auch von den Schwatten zu verantworten. Bei der Wiedervereinigung wurde immer wieder von Ingrid Matthäus-Mayer darauf hingewiesen, dass eine riesige Stange Geld dafür notwendig sei.

  15. Simon 27. Mai 2005 · 14:21 Uhr

    @Student aus NRW:

    Danke für deinen sachlichen Beitrag. Wer zahlt dir eigentlich dein Studium?

  16. Student aus NRW 27. Mai 2005 · 14:43 Uhr

    @Simon: Eigentor! Ich zahle mein Studium als Master-Student weitestgehend selbst. Denn das gibt es de facto schon in Deutschland!

  17. Student aus NRW 27. Mai 2005 · 15:40 Uhr

    @Simon: Ach ja, und das Bachelor-Studium war auch durch eine zusätzliche Abgabe von 65 EUR pro belegter Veranstaltung nicht „umsonst“ wie andere Studiengänge. Den Bachelor habe ich übrigens fleissig in 4 Semestern mit Auszeichnung gemacht.

  18. Edelstrauß 28. Mai 2005 · 0:09 Uhr

    @ Student:
    Da bist Du nicht der einzige. Nur ein Hinweis: Dein Studium zahlst Du nicht selbst, sondern höchstens einen kleinen Teil davon. Übrigens würde ich mich beim Master nicht so sehr rühmen – leider sind diese Studiengänge noch lange nicht ausgereift.

  19. Student aus NRW 28. Mai 2005 · 0:14 Uhr

    @Edelstrauß: Sorry, aber du weisst nicht was/wo/wie ich studiere, also kannst du nicht wissen welchen Teil ich davon bezahle ;) Allerdings gebe ich dir Recht, ich zahle nicht das komplette Studium selbst. Auf der einen Seite zahle ich Steuern dafür, auf der anderen Seite habe ich hier im Blog schon des öfteren dafür plädiert Studiengebühren für alle einzuführen, auch angemessen hoch! Also bin ich da durchaus sehr konsequent.
    Ich habe mich nicht als Master-Student gerühmt. Ich weiss aber auch, dass das Diplom in weiten Bereichen nicht unbedingt mehr wert ist als der Bachelor. Jemand der Bachelor/Master diskreditieren möchte, sollte am besten mal genauer hinsehen, denn Bachelor/Master sind schon in vielen Teilen leistungsgerechter und teilweise anspruchsvoller als vergleichbare Dipl.-Studiengänge. Dipl.-Inhaber die mit mir im Master-Studiengang studieren beschweren sich über den Lernaufwand und den Schwierigkeits- bzw. Anforderungsgrad des Studiums.

  20. Klaus 28. Mai 2005 · 15:16 Uhr

    Ich stelle mir ja immer wieder die Frage, warum die Leute überhaupt studieren? Kann man denn nicht mehr ohne Studium Karriere machen? Wir legen doch viel zu viel Wert auf akademische Titel. Man kann sich viel Wissen und Können auch ohne Hochschule aneignen.

  21. Martin 28. Mai 2005 · 23:30 Uhr

    Der SPD glaubt doch in diesem Land eh keiner mehr. Auf der einen Seite hängt die Partei an der grünen Nadel andererseits wünscht Sie sich aus lauter Machtgeilheit eine gr0ße Koalition. Ist das nicht pervers?

    Da merkt man mal wieder, dass es der SPD nicht um die Menschen in diesem Land geht sondern um Machterhalt. Da fragt man sich doch, wozu überhaupt noch ein Wahlprorgramm aufgestellt wird, wenn die eigentliche Aktivität nur darin besteht, den Wähler von morgens bis abends anzulügen.

    Ich kann ja schon nachvollziehen, dass die SPD die grünen nicht mag. Wer tut das schon? Aber das hätte man doch bitte schon vor sieben Jahren erkennen müssen. Und dann hätte man, anstatt das Land in den Ruin und den Windradwahnsinn zu treiben, aus Respekt vor dem Wähler doch sagen müssen: „Sorry Jungs, wir könnten zwar mit den Grünen, aber die sind so strunzdoof, da lassen wir aus Liebe zu unserem Vaterland die anderen ran.“

    Das wäre echte Politik und nicht diese Scheisse, die wir uns hier seit Jahren leisten und nicht bezahlen können.

    Und diese halbgaren „Reformen“, die man uns hier als die Weisheit vor dem Herren verkaufen will, das ist nichts weiter als ein Schrei nach Hilfe. So dumm kann doch keiner sein, dass man sich um mehrere dutzend Milliarden verrechnet. Da frag ich mich doch wer hier wen verarschen will.

    Aber vielleicht haben die Jungs bei der SPD ja alle Dyskalkulie. Nur, bitte schön, dann sollten sie nicht mit Aufgaben konfrontiert werden, bei denen man irgendwelche Zahlen zusammenrechnen muss. Da muss es doch andere Jobs geben, wenn sie schon mitmachen wollen. Dosenöffner oder Wasserkühler vielleicht, wenn man sowas im Bundestag braucht.

    Also, ich denke die SPD sollte einfach aufhören und den Platz räumen, bevor man rot und grün wie die Simonis oder den Steinbrück vom Stuhl kratzen muss. Daher bin ich für Neuwahlen, und ich kann diese verblendeten Parlamentarier nicht verstehen, die uns jetzt erzählen wollen es wäre alles in bester Ordnung.

    Da lachen doch die Hühner bei so Sprüchen. Worauf kommt es diesen Herren den an? Noch ein Jahr Dienstwagen und Diäten? Das ist ja alles kein Problem, aber dann muss andererseits auch Leistung gebracht werden und nicht nur dumme Sprüche. In den Parlamentssessel pupsen, das könnten so einige in der Republik, und es stößt auf Unverständnis, wenn man tagtäglich sieht, dass unsere Jungs im Bundestag im Grunde genommen nicht anderes machen als Ihre Zeit abzusitzen, Privilegien zu kassieren und ein bisschen von A nach B zu tingeln.

    Also liebe Abgeordnete: Ihr seid gefeuert.

  22. Jens - politikinside.blogg.de 29. Mai 2005 · 13:32 Uhr

    @Martin Erstmal besteht die SPD nicht nur aus Leuten, die machtgeil sind oder sonst was. Die SPD besteht nicht nur aus Gerd, Franz oder die Seeheimer-Leute, sondern es gibt viele andere Sozialdemokraten in Deutschland, die die Werte der Sozialdemokratie hochhalten. Und im Ruhrgebiet konnte man sehen, dass zumindest dort noch das sozialdemokratische Herz in NRW schlägt. Und ich habe in vielen Gesprächen, während des Wahlkampfes, von vielen Menschen gehört, dass Hartz4 zwar teilweise unsozial ist und dass wir da noch was ändern müssen, aber dass wir damit auf den richtigen Weg sind und nur die SPD es sozial gestalten kann, als das schwarz-gelbe Lager.

    Und du unterstellst und Lügen, na dann warten wir mal ab was aus dem schwarz-gelben Lager kommt. Das einzigste was die können ist das Verstecken. Erst alles mitmachen und verschärfen wollen und sich dann aus dem Staub machen, wenns unangenehm wird. Und die Krönung war doch, als sich die Union plötzlich auf Seiten der Demonstranten gestellt und uns dann als „Buuuuuuuuuuuuuuuuuh“-Mann hingestellt hat, dass nenne ich „Wählerverarschung“.

  23. Horst H 31. Mai 2005 · 16:03 Uhr

    @martin
    @jens
    Wir, die SPD haben in NRW nicht verloren, weil die CDU so gut ist, sondern weil die Wahl in NRW durch die Berliner Politik versaut wurde.

    Und Jens, die SPD, das ist zur Zeit Müntefering als öffentlicher Watschenmann, damit unser Bundesgerd mit weisser Weste in den nächsten Wahlkampf gehen kann. Inhalte hat unsere Politik nicht mehr, sie ist vom Programm abgekoppelt und von der Parteibasis entfernt.

    Die CDU wird die nächste Kanzlerin stellen – nicht weil sie es kann oder weil sie besser ist als die SPD, sondern weil Schröder und Münte ihr den Weg geebnet haben!

    Und wer jetzt über das Im- Stich- lassen der NRW- SPD nachdenkt (Stichwort Neuwahlen, ein abgekaspertes Ding UND die Distanziung von unserer Niederlage hier sowie die Alzheimer- Heschrecken- Äuserung), der sollte sich überlegen, ob nicht der Franz eimal an einen eigegen „parteimoralischen“ Werten gemessen werden sollte.

    Wir brauchen weniger Alzheimer- Blabla, sondern Konzepte. Und die sind mit Münti und Schröder halt nicht zu machen, obwohl unsere Parte die Köpfe zu ihrer Entwicklung hat!

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.