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Dass die BILD-„Zeitung“ auch anders kann, beweist sie in einem Artikel, den ich gerade auf BILD.de gefunden habe. Da werden Bundeskanzler Gerhard Schröder und seine Herausforderin Angela Merkel in einem für BILD-Verhältnisse wertfreien Artikel nebeneinandergestellt. Zwar bin ich mit dem Ergebnis des Artikels, dass Schröder und Merkel gar nicht so verschieden sind, nicht einverstanden, aber man kann den Artikel mit einem Augenzwinkern sogar fast als journalistische Arbeit verbuchen. Es geht doch BILD. Ein Auszug:

Menschen versteht man besser, wenn man weiß, was sie gern geworden wären. Gerhard Schröder, 1944 als Sohn einer verwitweten Putzfrau in ärmlichen Verhältnissen geboren, hat einmal gestanden, warum er in die SPD eingetreten ist: „Politik, das war für mich ein Stück Aufstieg. Wäre ich als Sohn eines Hamburger Pfeffersacks geboren, wäre ich wohl nicht in die Politik gegangen.“

Für ihn, den Außenseiter, der von der Dorfjugend nur beim Fußball akzeptiert wurde und wegen Geldmangel nicht aufs Gymnasium durfte, wurde Politik zur Gehhilfe nach oben.

Auch Pfarrerstochter Angela Merkel erlebte ihre Jugend inmitten der gottlosen DDR als Außenseiterin. „Ja nicht auffallen, in der Schule immer ein bißchen besser sein als die anderen. Unbeschwert war das nicht“, erinnert sie sich. Ein Mitschüler habe ihr sogar den Rat gegeben, bei der Frage nach dem Beruf des Vaters solle sie lieber „Fahrer“ nuscheln, anstatt „Pfarrer“ zu sagen.

Wahrscheinlich darf man bei der BILD-„Zeitung“ einfach nicht in den Kategorien gut und schlecht denken.


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10 Kommentare

  1. Alex 5. Juni 2005 · 19:56 Uhr

    Ach Gott, jetzt kramen die ein asbach altes verknautschtes Foto von Schröder aus wo er scheisse aussieht und stellen das gegen eins, wo Angie noch knackig war um zu zeigen, das auch Schröder doof aussehen kann … und unter bestimmten Vergleichsfotogegeüberstellungen Angie gar besser aussschaut … alles Kindergarten :/

    Und irgendwann, wenn Angie am Ende mit ihrem Latein ist, sind es genau die selben Blätter, die sie vom Podest stürzen werden auf das sie sie selbst gehoben haben …

  2. Klaus 5. Juni 2005 · 20:41 Uhr

    Bildleser wollen sich ja nicht mit irgendwelchen Programmen auseinander setzen. Denen reichen ein paar Bilder vergangener Tage aus, um sich ein Bild von der Politik zu machen.

  3. Anode 5. Juni 2005 · 23:20 Uhr

    Ich finds spannend, dass beide Aussenseiter waren. Hat mich neugiereig auf den Artikel gemacht. Was ihre damaligen Mitschüler wohl über sie gesagt haben? Ob diese sie Heute wählen? Und wer von den Leuten, die ich kenne wohl in das Schema passt…

  4. Dieter 6. Juni 2005 · 15:35 Uhr

    Wenn man die Bildzeitung ließt muß man aufpassen das man nachher nicht selbst drin steht.

    Die Biografie von der Weiblichen Abbildung stimmt nur in etwa, wenn schon im Kindergarten geschaufelt wird, muß man auch sagen oder schreiben, in Hamburg geboren und in der damaligen DDR aufgewachsen, weil der Vater eine Pastorstelle bekommen hat?

  5. Universe 12. Juni 2005 · 14:28 Uhr

    Hmm..
    die Merkel also eine Pfarrerstochter.
    Die Kinder von geistlichen durften aber doch
    in der DDR eigentlich nicht studieren, oder??

    Wie kam die Merkel dann eigentlich zu ihrem Studienplatz?

    Weiss das jemand?

  6. play slots 30. November 2005 · 23:50 Uhr

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