Schon vor zwei Jahren hat die Süddeutsche ihren Regionalteil für Nordrhein-Westfalen eingestellt. Nach nur 14 Monaten gab man die eigens dem bevölkerungsstärksten Bundesland gewidmete Sparte auf. Einige Monate danach startete die tageszeitung mit taz-nrw den Versuch eines NRW-Teils in einer überregionalen Zeitung. Leider scheint auch dieser Versuch gefährdet.

Wie die meisten anderen Tageszeitungen ist auch die genossenschaftlich organisierte taz chronisch klamm. Der Regionalteil sollte ursprünglich über eine Kommanditgesellschaft finanziert werden, die bei Privatanlegern das nötige Kapital einsammelt. Da die Investorensuche aber weniger Erfolg hatte als gedacht, stehen nun die unter dem Dach der taz Entwicklungs KG versammelten Projekte auf der Kippe, darunter die taz NRW.

Letzte Hoffnung sind mehr Abonnenten, genauer gesagt: 1000 bis zum Ende des Monats. Und dafür rührt die taz jetzt die Werbetrommel. Wen es also bei dem Gedanken graust, dass die taz-Ausgabe in NRW so aussieht wie die in Bayern, der sollte mal über ein Abo nachdenken.


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6 Kommentare

  1. Mein Parteibuch 14. Juni 2005 · 17:42 Uhr

    Politische Blogosphäre in Deutschland wächst schnell

    Vor der Bundestagswahl gab es nur vereinzelt politische Weblogs in Deutschland, und die vor allem beim politischen Nachwuchs, wie zum Beispiel den NRW SPD Blog
    Julia Seeliger, Thomas Vogt oder Nobbi.
    Jetzt zur Wahl schiessen sie wie Pilze nach dem Re…

  2. Jens 14. Juni 2005 · 23:41 Uhr

    Oh, besser spät als nie!

  3. Tuotrams 15. Juni 2005 · 0:07 Uhr

    Nordrhein-Westfalen

    Steinkohlebergbau soll ohne Subventionen auskommen

    Sobald die Zuständigkeit für die Ladenöffnungszeiten an die Länder übergegangen ist, soll nach dem Willen der neuen Koalition auch der gesetzliche Ladenschluß an Werktagen aufgehoben werden.

    Danke, Danke, Danke

  4. Roter Baron 15. Juni 2005 · 1:06 Uhr

    @ tuotrams: Das hat zwar nichts mit der Thematik zu tun, aber dennoch kann ich nur wieder sagen: Die Wähler, die der CDU ihre Stimme gegeben haben, werden sich noch ganz schön umgucken. Rüttgers macht aus diesem Land ein Armenhaus – in jederlei Hinsicht.

    Um die taz-NRW tut es mir leid. Aber die krebst leider schon seit Jahren an der Einstellung vorbei.
    Wenn viele taz-Redakteure nicht schon an die Grenzen der Selbstausbeutung gingen, um den Laden aufrecht zu erhalten, wäre die Zeitung sowieso schon lange eingestellt.
    Sie ist vielleicht doch etwas zu intellektuell…
    das einzige überregionale Medium, was seit Jahren wirklich schwarze Zahlen schreibt ist das „Referenzmedium“ mit den vier großen Buchstaben. Armes Deutschland.

  5. Tuotrams 15. Juni 2005 · 11:43 Uhr

    @Roter Baron

    Das lustige ist doch das Rüttgers genau das tut was die Mehrheit von SPD und Grünen insgeheim (seit Jahren) gern getan hätte.

  6. Pottblog 25. Juni 2005 · 17:25 Uhr

    Rettet Jürgen Rüttgers auch die taz?

    Bis zum 30.06.2005 (viel Zeit ist das nicht mehr!) muss die taz in Nordrhein-Westfalen noch 455 Abos erhalten, ansonsten ist der Regionalteil NRW wohl passé. In verschiedenen Blogs wurde darüber schon berichtet, z.B. bei politikinside.blogg.de, bei …

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