In einem heute erschienen Interview mit der Neuen Ruhr Zeitung legt Peer Steinbrück noch einmal die Gründe dar, warum er kein Bundestagsmandat anstrebt. Steinbrueck_auf_Dach.jpg Er wolle selbst bestimmter über seine Zeit verfügen und die Wählerinnen und Wähler in seinem Wahlkreis in Unna nicht enttäuschen. Außerdem habe seine Frau klar gemacht, ihr Lebensmittelpunkt liege nach wie vor in Bonn.

Zum wiederholten Male warnte er die SPD davor, sich einem Linksbündnis anzunähern. Eine solche SPD sei nicht mehrheitsfähig. Stattdessen müsse sich die Partei „offen halten für die Wählerinnen und Wähler, die sehr genau nach Person, Programmaussage und nach politischer Kompetenz entscheiden.“ Als „ausdrückliche Aufforderung“ an seine Parteifreunde will Peer Steinbrück auch seine Analyse verstanden wissen, die Wahl sei an die rechte Seite des politischen Spektrums verloren gegangen, nicht an die Splittergruppen links von der SPD.

Eine nachhaltige persönliche Krise braucht man darüber hinaus bei Peer Steinbrück nicht befürchten. Er verneinte wohl die Frage, ob die Wahlniederlage für ihn eine Erleichterung bedeute, mit Blick auf die Politik allerdings stelle er zu seiner Freude fest: „Ich habe keine Suchterscheinungen. Ich weiß mit meinem Leben auch noch etwas anderes anzufangen.“

Als Beispiel für Fehler in seiner Amtszeit gestand er ein, er hätte den Metrorapid schon bei seinem Amtsantritt „in einer Stunde der Wahrheit“ beerdigen müssen. Zu groß seien die Widerstände gegen das Großprojekt gewesen. Die Frage, ob er vor zwei Jahren die Grünen habe loswerden wollen, lies Steinbrück indes offen: „Darüber kann man mal räsonieren, aber nicht heute.“

Ob er ruhigen Gewissens empfehlen könne, in die Politik zu gehen? „Ja und mehr als nur mit einem ruhigen Gewissen […] Das politische Gemeinwesen ist davon abhängig, dass die Menschen sich politisch einlassen.“


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