Es gab doch noch eine Überraschung, als Jürgen Rüttgers heute endlich sein Kabinett vorstellte. Er ernennt die Gütersloher Schulrätin Barbara Sommer zur Schulministerin. Ein Auszug aus dem Bericht von WDR.de:

Jürgen Rüttgers hat die künftige Regierung von NRW vorgestellt. Dem neuen Kabinett gehören neun Minister von der CDU, zwei von der FDP an. Als Überraschung wurde die Berufung der Gütersloher Schulrätin Barbara Sommer zur Schulministerin gewertet. Sie ist eine von drei Frauen in der Landesregierung.

Die neue Schulministerin Barbara Sommer war Hauptschullehrerin und Schuldirektorin. Rüttgers hob außerdem ihre Erfahrung als Mutter von vier Kindern hervor. Die bisherige Vorsitzende des NRW-Richterbundes, Roswitha Müller-Piepenkötter, übernimmt das Justizressort. Der ehemalige Bürgermeister von Gelsenkichen, Oliver Wittke, erhält den Bereich Bau und Verkehr. Minister für Generationen, Familie und Integration wird Armin Laschet. Das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Verbraucherschutz übernimmt Eckhard Uhlenberg.

Mit Spott kommentierte die neue SPD-Oppositionsführerin im Landtag, Hannelore Kraft, das neue Regierungsteam. „Das ist ein wahres Schattenkabinett – no names und keine Regierungserfahrung“, meinte die Ex-Forschungsministerin. „Die CDU-Spitzenspieler aus der ersten Liga wollten nicht in den Rüttgers-Club.“ In seinem Kabinett bringe nur der Chef als «gescheiterter Minister im Bund» Regierungserfahrung mit.

Die neuen Ministerinnen und Minister sollen schon morgen ihre Ernennungsurkunden erhalten.

Update 14:54
Das Kabinett im Einzelnen:

Ministerpräsident
Jürgen Rüttgers (CDU)

Stellvertretender Ministerpräsident und Minister für Innovation,
Wissenschaft, Forschung und Technologie

Andreas Pinkwart (FDP)

Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten in der Staatskanzlei
Michael Breuer (CDU)

Chef der Staatskanzlei und Staatssekretär für Kultur
Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff (CDU)

Ministerin für Wirtschaft, Mittelstand und Energie
Christa Thoben (CDU)

Minister für Finanzen
Helmut Linssen (CDU)

Minister für Arbeit, Soziales und Gesundheit
Karl-Josef Laumann (CDU)

Minister für Inneres
Ingo Wolf (FDP)

Parlamentarischer Staatssekretär im Innenministerium für Verwaltungsstruktur und Sport
Manfred Palmen (CDU)

Ministerin für Justiz
Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU)

Ministerin für Schule
Barbara Sommer (CDU)

Minister für Generationen, Familie, Frauen und Integration
Armin Laschet (CDU)

Minister für Umwelt, Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Eckhard Uhlenberg (CDU)

Minister für Bau und Verkehr
Oliver Wittke (CDU)


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6 Kommentare

  1. Klaus 23. Juni 2005 · 17:37 Uhr

    Sehr kompetent alle zusammen.

  2. Sozialdemokrat für Oskar 23. Juni 2005 · 17:59 Uhr

    @ Klaus,

    bist Du etwa zur Union übergewechselt? Würde mich nicht wundern, wenn noch mehr Genossen das sinkende Schiff der SPD verlassen und ihr Heil bei der großen Schwesterpartei CDU suchen. . .

  3. Benno 23. Juni 2005 · 23:11 Uhr

    Also, dann gehe ich sie mal durch: Christa Thoben, Helmut Linssen, Karl-Josef Laumann, Andreas Pinkwart und Ingo Wolf standen ja bereits fest – und es bleibt auch dabei: Das sind in meinen Augen allesamt nur Notstopfen bzw. parteipolitische Versorgungsfälle. Diese fünf grauen Wölfe verkörpern für mich nun wirklich keine Aufbruchstimmung. Und das ausgerechnet in den (neben dem Schulministerium) wichtigsten Ressorts.

    Jetzt zu denen, die zumindest schon lange im Gespräch waren:

    Oliver Wittke: Hat vor einigen Wochen beim WDR-Fachduell zum Thema „Verkehr“ eine so schlechte Figur abgegeben und so viele Allgemeinplätze von sich gegeben, dass es mir bis heute unbegreiflich ist, wie man ihn in eben dieses Ressort setzen kann.

    Eckhard Uhlenberg: Klassischer Vertreter der Bauernlobby – aber klar: Die CDU muss ja was für eine ihrer treuesten Stammwählergruppen tun. Leider ist damit ein Rückschritt in die düstere Welt der Legebatterien zu befürchten. Auf Wiedersehen, Tier- und Verbraucherschutz. Immerhin ist Rüttgers so anständig geblieben und hat den Verbraucherschutz in der Ressortbezeichnung belassen – wenn wohl auch eher aus rein kosmetischen Gründen.

    Und die Überraschungen:

    Barbara Sommer: Sehr gut, eine Seiteneinsteigerin und eine vom Fach. Soweit habe ich (erstmal) nichts zu kritisieren. Ich kenne Frau Sommer ja auch noch nicht.

    Roswitha Müller-Piepenkötter: Also, der Name ist ja schon mal Kult. Aber ernsthaft: Auch sie scheint immerhin vom Fach zu sein. Und mehr weiß ich dazu auch nicht zu sagen. Mal abwarten. Es steht aber zu befürchten, dass auch diese Justizministerin wie unser guter Wolfgang Gerhards ein mediales Schattendasein pflegen wird. Justizpolitik ist derzeit einfach kaum ein Thema.

    Armin Laschet: So, so – ein Mann an der Spitze des Frauenministeriums. Und dann auch noch ein Europapolitiker, der sich im Europaparlament ausschusstechnisch noch nicht einmal ansatzweise mit seinen jetzigen Ressortbereichen auseinandergesetzt hat (abgesehen vielleicht von der Integrationspolitik, die noch irgendwo in der Nähe der Außenpolitik liegt). Laschet ist also neben den fünf grauen Wölfen vom Anfang in meinen Augen die so ziemlich unverständlichste Personalentscheidung.

    Michael Breuer: Na ja, da hat wohl die „Rhein-Erft-Connection“ gegriffen…

    Ein Wort noch zur Aufsplittung des bisherigen Wirtschafts- und Arbeitsministeriums: Ich finde es reichlich verlogen, dass der neue Arbeitsminister Laumann jetzt herumätzt, die Zusammenlegung der beiden Ressorts in Düsseldorf und Berlin sei „eine Schnapsidee“ gewesen. Dabei war es, wenn ich mich recht erinnere, Laumanns sächsische Parteifreund Kurt Biedenkopf gewesen, der seinerzeit als erster Regierungschef die Idee hatte, ein Ministerium für Wirtschaft und Arbeit zu schaffen?! Für parteipolitische Attacken taugt das Thema also überhaupt nicht.

  4. Klaus 24. Juni 2005 · 13:32 Uhr

    Nö, SfO, wieso sollte ich das Lager gewechselt haben?

  5. Sozialdemokrat für Oskar 25. Juni 2005 · 5:00 Uhr

    @ Klaus,

    Ich zitiere Deinen Kommentar bezüglich Rüttgers Kabinett ( = CDU !) vom 23.06.05, 17:37 Uhr:
    „Sehr kompetent alle zusammen.“

    Wenn man desweiteren bedenkt, daß außer bei den Namen kein Unterschied mehr zwischen SPD und CDU besteht, dürfte das Wechseln zur Union verständlich sein, angesichts deren Regierungsübernahme kommenden September.

  6. Klaus 26. Juni 2005 · 21:43 Uhr

    Okay, SfO, ich klär dich auf: es war ironisch gemeint mit der Kompetenz. Die einzigen, die ihr Fach verstehen werden, ist Schulministerin Sommer, als ehemalige Hauptschulleiterin und Roswitha Müller-Piepenkötter als ehemalige Richterin im Justizministerium. Aber was weiß ein Bauer schon von der Notwendigkeit arbeitspolitischer Maßnahmen im Bonner Umland?

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