11183355191.jpegRund 8 000 Studenten demonstrieren derzeit in Essen gegen die Einführung von Studiengebühren. Nach einem Demonstrationszug vom Universitätsgelände zur Stadt wollen sich die Studierenden und Gewerkschafter zu einer Kundgebung in der City treffen.
Die Pläne der neuen schwarz-gelben Landesregierung sehen vor, dass die Hochschulen künftig Studiengebühren bis zur einer Obergrenze von 500 Euro pro Semester kassieren können. CDU und FDP hatten sich in ihren Koalitionsverhandlungen verständigt, den Hochschulen im Land die Einführung von Studiengebühren zu erlauben.


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11 Kommentare

  1. Kossatsch 24. Juni 2005 · 21:02 Uhr

    Ich kenne Leute, die haben in NRW mit dem Studium aufgehört, weil die SPD Gebühren eingeführt hat. Schon vergessen?

  2. Roter Baron 25. Juni 2005 · 2:03 Uhr

    wo hat denn die spd „studiengebühren“ eingeführt?
    ich glaube, da verwechselst du was.

  3. Sozialdemokrat für Oskar 25. Juni 2005 · 4:44 Uhr

    Kossatsch hat nichts verwechselt:

    Bereits in der letzten Sitzung vor der Sommerpause 2002 hat das SPD-Landeskabinett von NRW den Referentenentwurf für das „Gesetz zur Einführung von Studienkonten und zur Erhebung von Hochschulgebühren“ auf den Weg gebracht.

    Siehe auch meinen Beitrag vom 23.6.05, 17:48 Uhr.

    Alles klar?

  4. Kossatsch 25. Juni 2005 · 11:37 Uhr

    Es gab schon vorher Studiengebühren für Langzeitstudierende. Das betraf und betrifft Leute im Zweitstudium, Studierenden, die mal die Fächer gewechselt haben, Studierende, die für ihr Studium nebenbei arbeiten mussten. Das kostete dann 650 EUR, so dass die 500 EUR fast schon sozial erscheinen.

  5. Roter Baron 25. Juni 2005 · 19:55 Uhr

    Da seid ihr leider etwas falsch informiert – ihr setztEuch nicht täglich mit Hochschulpolitik auseinander, was?
    Langzeitstudiengebühren hat es gegeben, das ist richtig. Allerdings trifft das nur Leute, die ihre Regelstudienzeit um das 1,5-Fache überschritten haben. Wenn jemand 14 Semester Jura studiert, dann muss er die zahlen – das ist im Einzelfall ärgerlich, hat aber die vielen Karteileichen und Nutzniesser abgeschafft. Nur zu Info: Auch ich kann mich mit den Studienkonten nicht hundertprozentig anfreunden, aber sie sind nicht sozial ungerecht.
    Weder Fächerwechsler noch Nebenbei-Arbeiter (was übrigens fast alle sind, denn nur die wirklich Reichen können sich von Papa und Mama vollkommen alimentieren lassen) hatten bisher darunter zu leiden.

    Die erklärten Bildungsfeinde Rüttgers, Merkel, Westerwelle & Co. wollen aber alle zahlen lassen, auch die, die sich bemühen, ein Studium erfolgreich und in vernünftigem Zeitrahmen zu schaffen. Das schreckt Menschen aus ärmeren Schichten ab, ein Studium zu beginnen und setzt die jetzigen Studenten unter einen enormen Druck.

    Warum zahlen denn eigentlich Rüttgers und seine „Mehr-Markt-weniger-Bildung“-Kameraden nicht das Geld zurück, dass sie damals den Staat gekostet haben? Die haben doch auch zum größten Teil studiert – auf Kosten unserer Großeltern.
    Aber hier ist es, wie bisher nur zu oft bei der Politik der Union: Von Glaubwürdigkeit keine Spur, purer Populismus gekoppelt mit Demagogie prägen leider die Vorgehensweise.

  6. the-deep 26. Juni 2005 · 0:34 Uhr

    Ich erinnere mich noch sehr gut an meine erste Demo am 1.12.1997 in Duisburg, wo gegen die von der CDU angekündigten Studiengebühren demonstreiert wurde. Die SPD hat damals hauthals mitgemacht, Wahlwerbung für die Bundestagswahl 1998 gemacht, und alles versprochen, was die Studenten hören wollten. Gutgläubig wie ich damals noch war, habe ich euch natürlich gewählt, später auch noch meinen Studiengang gewechselt (immer noch gutgläubig), und bekomme jetzt die Rechnung dafür. Ganz ehrlich, hätte ich damals gewusst, was auf mich zukommt, hätte ich es auf jedenfall sein lassen, und eine Ausbildung gemacht. Jetzt muss ich seit kurzem teuer bezahlen, für eine Ausbildung ist es zu spät, drum bleibt mir nun die Wahl zwischen Studiengebühren oder Hartz IV. Vielen Dank auch…

    PS: Aus persönlichen Gründen ist dennoch die CDU für mich unwählbar, wenn sie jetzt jedoch die 500 Euro Gebühr einführen, bedeutet das für mich 25 Euro im Monat mehr in der Tasche. Für mich ist das viel Geld.

  7. Kossatsch 26. Juni 2005 · 11:41 Uhr

    Die 1,5fache Studiendauer hat man – gerade in den Geisteswissenschaften und evtl. mit Auslandssemester (das man vielleicht nicht als solches gekenneziechnet hat) – spielend erreicht. Karteileichen tun niemandem weh, zumindest nicht der Hochschule. Und das Geld sollte meines Wissens nie bei den Hochschulen ankommen…

    Ich habe mehrere Jahre an der Hochschule gearbeitet, ich habe als Mitarbeiter erfahren, wie den Lehrstühlen das Geld brutalst zusammengestrichen wurde und als Fachberater, wie Leute plötzlich 650 Euro aufbringen mussten (wenn sie es denn konnten), bei denen das Examen in Reichweite lag und bei denen Härteklauseln nicht gegriffen haben.

    Danke, SPD.

  8. Sozialdemokrat für Oskar 28. Juni 2005 · 8:51 Uhr

    @ The-Deep & Kossatsch,

    Auf eine Antwort von den Schein-Sozis werdet Ihr vergeblich warten. Das erinnert mich an ein berühmtes Zitat aus dem Neuen Testament: „Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als daß ein Reicher in das Reich Gottes gelangt“.
    Analog könnte man sagen: „Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als daß sich ein SPD-ler mit der Realität auseinandersetzt.“

    Während Ihr beiden aus der Praxis an den Hochschulen berichtet, bullshittet der SPD-Mitläufer „Roter Baron“: „Da seid ihr leider etwas falsch informiert – ihr setztEuch nicht täglich mit Hochschulpolitik auseinander, was?“

    Diese Überheblichkeit und Arroganz ist kennzeichnend für alle Schein-Sozis. Sie glauben, die Bürger unseres Landes sind so dumm, daß sie nicht mitbekommen, wie sie von der SPD belogen und betrogen werden. Ihre Mitläufer und Komlizen plustern sich auf und stellen sich dar, als ob sie „Experten“, „Spezialisten“ oder „sachkundig“ wären, wenn in Wirklichkeit sie von nichts eine Ahnung haben.
    Wenn sie gezwungen wären, in der Privatwirtschaft einer anständigen Tätigkeit nachzugehen, würde man sie schon nach einem Tag in der Probezeit wegen Unfähigkeit entlassen. . .

    Hier noch ein Link für alle Studenten und Interessenten aus Hochschulkreisen:
    (Roter Baron kann auch dort mal lesen, welche Schweinereien seine Partei angerichtet hat)

    http://blogg.unicum.de/us/

    Noch anzumerken ist, daß unser Bündnis aus WASG/PDS/Die Linkspartei, für die Abschaffung von Studiengebühren eintritt.
    Hierzu ein Kommentar der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der PDS-Offenen Liste in Duisburg, Irina Neszer:

    „Durch die Einführung von Studiengebühren, auch wenn sie als Konten verkleidet daherkommen, wird die soziale Schere im Bildungssystem weiter auseinander klaffen. Wer reich ist, darf so lange studieren, wie er will, wer arm ist muss Strafe zahlen. Denn über 50% der Studierenden müssen neben dem Studium jobben, die Hochschulen sind mangelhaft ausgestattet, für die meisten Studierenden ist ein Studium in der Regelstudienzeit schlicht nicht möglich. Studienabbrüche sind zu erwarten, was auch für die Stadt die Sozialausgaben in die Höhe treibt.“

  9. Fredson 28. Juni 2005 · 16:15 Uhr

    1. Natürlich tun Karteileichen weh, denn sie kosten Geld. Ihre Studienplätze müssen vorgehalten werden, meistens nutzen sie aber auch die geldwerten Vorteile des Studentendaseins (Steuer, Semesterticket usw.)

    2. Dann sind wir uns aber doch alle einig, dass Studiengebühren ab dem ersten Semester schlecht sind, oder wie?

    3. SfOS, Parteiwerbung mach dann doch bitte auf dem Webspace deiner eigenen Partei oder wegen mir auch auf dem Server der PDS. (Ist Webspace auch bei der Aussteuer dabei gewesen?) Danke.

  10. Kossatsch 28. Juni 2005 · 18:17 Uhr

    «Ihre Studienplätze müssen vorgehalten werden.»

    Hä? Noch nie an einer Uni studiert? Fachbereiche werden heutzutage fast alle nach Zahl der Absolventen bezahlt; da, wo es Flaschenhälse gibt (Praktika, Laborplätze), werden Plätze normalerweise verlost bzw. werden auf Antrag nach Semesterdauer vergeben.

  11. Kossatsch 28. Juni 2005 · 18:19 Uhr

    PS: «Dann sind wir uns aber doch alle einig, dass Studiengebühren ab dem ersten Semester schlecht sind.»

    Ja klar, aber wäre auch schön, wenn alle, unabhängig von persönlichen Beeinträchtigungen (Nebenjobs, alleinerziehende Eltern, Fächerwechsel) ihr Studium auch zu Ende führen könnten. Oder?

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