Die Spatzen pfeifen es ja von den Dächern: Sollten die Konservativen die Regierung übernehmen kommt es wohl zu einer Wende in der Energiepolitik. Nachdem die jetzige Bundesregierung unter Mühen den Weg zum Ausstieg aus der Atomkraft geebnet hat, wollen Merkel und Konsorten eher noch ein bisschen mehr unseres Energiebedarfs durch Reaktorpower decken.

Das gipfelte in den letzten Wochen im Vorschlag der sächsichen CDU, an der polnischen Grenze einen neuen Atommeiler zu errichten. Gerne angebrachtes Argument für AKW’s und gegen erneuerbare Energien sind dabei die Kosten. Das mit den Windrädern und Sonnenkollektoren sei nur hoch subventionierter und teuerer Firlefanz.

Eine Studie des britischen Think Tank New Economic Foundation hat dagegen gezeigt, wie enorm die Kosten für Atomreaktoren sind und vor allem, wie dramatisch sie in der Planung unterschätzt werden.

Selbst wenn man außer Acht lässt, welche Gefahren durch die Proliferation von Nukleartechnik oder mögliche terroristische Anschläge entstehen können, übertreffen die tatsächlichen Kosten in den untersuchten Fällen die geplanten um den Faktor drei. Diese Kosten trägt der Bürger dann entweder als Steuerzahler, über Subventionen, oder als Verbraucher, über die Strompreise.

Hinzu kommt außerdem, dass die Nukleartechnik sehr kapitalintensiv ist, aber mit einem minimalen Einsatz an Arbeitskräften auskommt. Erneuerbare Energien versprächen stattdessen ein „großes Potential bei der Schaffung von Arbeitsplätzen“.


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10 Kommentare

  1. Torsten 1. Juli 2005 · 23:55 Uhr

    Bei Kommentaren über den Atomausstieg fällt mir immer nur eins ein: Menschen die das fürchten was sie nicht verstehen…
    Da geben Leute ihren Kommentar drüber ab, die nicht mal ansatzweise Ahnung von Kernphysik haben…

  2. Fredson 2. Juli 2005 · 1:12 Uhr

    Stimmt, ich hab‘ von Kernkraft nur sehr begrenzt ’ne Ahnung. Ist ja auch recht komplex. Aber gerade in obigem Post geht es eben nicht um die Kernkraft als Technik oder die Kernphysik, sondern um die genuin politische Frage, wieviel darf der Spass kosten.

    Falls du ein Kernphysiker bist, sei mir die Bemerkung gestattet, dass Sozialwissenschaftler und bspw. Politologen ein analoges Problem haben…

  3. Tuotrams 2. Juli 2005 · 9:51 Uhr

    SPD von den Grünen unterwandert?

    Es ist traurig aber kein Arbeiter kann die SPD wählen, die SPD hat dafür gesorgt das D-Land die teuersten Energiepreise hat. Mit fatalen Folgen für die Produktion und die Löhne.

    Ich versteh es einfach nicht, warum beteiligt sich die SPD an einer Politik der Deindustrialisierung ?

  4. Sozialdemokrat für Oskar 2. Juli 2005 · 10:23 Uhr

    @ Tuotrams

    „…warum beteiligt sich die SPD an einer Politik der Deindustrialisierung?“

    Wenn Rot-Grün der Wirtschaft Arbeitskräfte zum Spottpreis von 1 € und darunter anbietet, ist Handarbeit billiger als Industrie-Roboter mit Strom zu füttern. . .

  5. the-deep 4. Juli 2005 · 13:37 Uhr

    Bei aller Kritik an alternativer Energie sollte man doch sehen, dass wir eines Tages auf diese Technik angewiesen sein werden. Es sollte daher das Bestreben sein, diese Energiequellen kostendeckender und effizienter zu machen. Von Atomphysik habe auch ich kaum Ahnung, aber man kann die Lagerung von Atommüll nicht auf Jahrtausende im Voraus planen. Das birgt Gefahren für zukünftige Generationen. In sofern finde ich die rot-grünen Bestrebungen sehr gut. Sie verlieren jedoch an Glaubwürdigkeit, wenn sich der Kanzler damit lobt, das abgebaute Atomkraftwerk in Teilen an China zu verkaufen. Ganz ehrlich – das ist nicht der Ausstieg, für den ich früher mal rot-grün gewählt habe…

  6. N8schichtler 4. Juli 2005 · 15:25 Uhr

    Die Koalition ist leider bei der Atomenergie ein wenig zu weit mit der „Abrüstung“ gegangen. Bereits gebaute AKWs sollten wenigstens bis zum Ende der geplanten Laufzeit am Netz bleiben.
    Natürlich ist Atomkraft nicht immer sicher, aber sie ist auch (abgesehen von der Endlagerung) im Gegensatz zu Kohlekraftwerken u.ä. nicht verschmutzend.
    Die dritte Alternative Sonnen- & Windkraft ist leider noch nicht in der Lage, wettbewerbsfähig genügund Energie zu liefern. Meines wissens ist die gesamte in Deutschland genutzte Sonnenenergie gerade einmal so hoch wie die eines einzigen AKWs. Selbst Hersteller von Kollektoren unterstützen derzeit AKWs, um Zeit zu gewinnen, wettbewerbsfähig zu werden.

    Ein Energieimport aus dem Ausland kann auch keine Alternative darstellen.

  7. Klaus 4. Juli 2005 · 16:44 Uhr

    Ziel eines jeden sollte doch sein, so wenig Energie wie möglich zu verbrauchen um die Resourcen zu schonen. Also, ab und zu auch mal im Dunkeln munkeln und nicht immer warm duschen.

  8. Abdul Larr 13. Juni 2011 · 14:15 Uhr

    Es geht den Kraftwerkbetreibern immer nur um ihr Einkommen. Sie kümmern sich nicht um die Natur, Hauptsache sie haben ihren Profit. Im Moment sprechen die Firmen davon, dass nicht ausreichend Elektrizität produziert würde ohne die Kraftwerke, jedoch ist dies erneut nur eine Ausrede um den Atomausstieg zu vermeiden. Auch die Regierung möchte den Energiekonzernen entgegenkommen, indem sie ihnen die Erlaubnis erteilen, die Stromkontingente der 7 Atommeiler, die umgehend deaktiviert werden sollen, auf neuere Kraftwerke zu überschreiben. Ich finde die großen Firmen und die Politiker sollten nicht nur auf ihren Profit achten, sondern mehr auf die Umwelt. Ich werde mich auch weiterhin gegen die Atomkraft einsetzen.

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.