Manchmal ist es schon paradox, was die Menschen in diesem Lande denken:

Da treten zwei „linke“ Parteien – geführt von zwei gnadenlosen Populisten – gemeinsam an, um namentlich der SPD Wählerstimmen wegzunehmen – und wer leidet darunter? Die Rechten.
Wie Infratest dimap in seinem deutschlandtrend für die ARD feststellt, verliert die Union mehr Stimmen an das neue Linksbündnis, als die SPD – und es scheinen ausgerechnet die „enttäuschten SPD-Wähler“ zu sein, die nach ihrem Stimmungswechsel zur Union jetzt von rechts Außen nach links Außen wechseln.

Jetzt könnte man sich als Sozi ja eigentlich zurücklehnen und denken „gut, dann ist der Hype bei der CDU ganz schnell wieder gebrochen“ – allerdings macht das Wahlverhalten der Menschen nachdenklich: Welche rationalen Gründe gibt es, zum einen eine Partei zu wählen, die immer schon für Sozialabbau und Wirtschaftsliberalität stand – und dann wieder zu einem konfusen Träumerhaufen zu wechseln, der verspricht, was er nicht halten kann?

Übrigens: Wenn der Trend so weiter geht, dann wird es bei einer möglichen Bundestagswahl auch keine schwarz-gelbe Koalition geben können –
das wird ein spannender Herbst.


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12 Kommentare

  1. Sozialdemokrat für Oskar 1. Juli 2005 · 19:44 Uhr

    Deine Frage ist einfach zu beantworten:

    Die von der SPD betrogenen Wähler brachten in den früheren Umfragen lediglich zum Ausdruck, daß sie KEINESFALLS SPD wieder wählen werden. Sie dachten voll Wehmut an die Zeiten von Kohls Regierung, der den Sozialstaat weiter aufbaute, anstatt ihn wie Schröder zu zerstören. Mittlerweile wächst allerdings die Erkenntnis, daß Merkel den Kurs von Schröder fortsetzen wird.

    Seit Oskar Lafontaine, der stets für eine sozial gerechte Politik eintritt, ankündigte, er werde kandidieren, geben die Wähler ihre Stimmen natürlich seiner Partei, der einzig sozialen Partei Deutschlands: WASG/Die Linke.
    Sie steht bekanntlich FÜR SOZIALE MARKTWIRTSCHAFT !

  2. Roter Baron 1. Juli 2005 · 21:57 Uhr

    sag mal…
    dein plädoyer für soziale marktwirtschaft erinnert mich stark an die „initiative neue soziale marktwirtschaft“ – bist du gar ein fan dieser bewegung?

  3. Bürger 2. Juli 2005 · 0:20 Uhr

    An der Stelle der SPD würde ich nicht zu laut lachen.

    1. liegt die CDU laut obiger Umfrage aktuell 17 %-Punkte vor der SPD

    und

    2. zitiert Ihr nur das, was Euch in den Kragen passt. Liest man sich aber den kompletten Artikel durch, kann man folgendes lesen:

    „61 Prozent der Wähler sind für einen Regierungswechsel, lediglich 27 Prozent plädieren für ein Weiterregieren von Rot-Grün.“

    Schwarz/Gelb kommt derzeit auf 51 %. Und wie sieht es mit der aktuellen und scheidenen Bundesregierung aus? Na?

  4. Sozialdemokrat für Oskar 2. Juli 2005 · 10:12 Uhr

    @ Bürger,

    Ich denke Du erwartest zuviel von diesen Schein-Sozis:
    Daß sie weder lesen, noch einfachste arithmetische Regeln anwenden können, fällt zwar in unserem PISA-gebeutelten Land kaum auf und wäre an sich nicht weiter schlimm. Wenn jedoch Analphabeten und Retardierte unseren Staat in den Ruin wirtschaften, ist das eine andere Sache.
    Eines jeden Bürgers erste Pflicht und Aufgabe muß es deshalb sein, eine unfähige Regierung wie die von Rot-Grün abzuwählen, damit sie uns nicht tiefer in den Abgrund reißen kann.
    Zumindest die Umfragen zeigen, daß sie keinerlei Chance hat, wiedergewählt zu werden, und das ist gut so.

    @ Roter Baron,

    Na, Du wirst doch wohl wenigstens Deine Brötchengeber kennen:
    http://www.zeit.de/2005/19/insm

  5. Roter Baron 2. Juli 2005 · 22:55 Uhr

    @ Bürger
    Mag sein, dass die CDU vorne liegt, keine Frage. Aber der Trend geht immer weiter nach hinten – und für schwarz-gelb wird es immer knapper.
    Ich würde keine Prognose wagen. Nur eines: Es wird spannend.

    @Oskar
    Mir ist sehr bekannt, worum es sich dabei handelt. Deine Bemerkungen passen aber zum Teil wunderbar in diese Ecke. Mit Verlaub gesagt: Ich nehme Dir nicht ab, dass Du sozialdemokratisch bist. Du orientierst Dich zu sehr an der Polemik der Union.

  6. Sozialdemokrat für Oskar 4. Juli 2005 · 0:59 Uhr

    @ Roter Baron,

    Du schreibst: „Deine Bemerkungen passen aber zum Teil wunderbar in diese Ecke“.

    INSM betreibt Propaganda im Sinne Deiner Verräter-Partei und ihrer Agenda 2010.
    Bis zum Jahre 2010 erhält INSM zur Durchführung ihrer sozialstaatsfeindlichen Agitation und Propaganda jährlich 10 Millionen Euro.

    Gegen diese volksschädigenden und verfassungswidrigen Umtriebe treten Oskar Lafontaine, Klaus Ernst und Ulrich Maurer als Spitzenkandidaten der WASG an, welche als einzige Partei in unserem Land die im Grundgesetz verankerte SOZIALE MARKTWIRTSCHAFT respektiert und für deren Wiederaufbau bzw. Erhalt streitet.

    Alles klaro, Herr Baron?

  7. Edelstrauß 4. Juli 2005 · 10:02 Uhr

    @ sfo
    muss dem roten da recht geben: deine beiträge passen wunderbar ins neoliberal-konservative denkmuster – zwischenzeitlich schwenken sie dann wieder auf etwas mehr sozialstaat. finde doch einfach mal ne linie!
    übrigens finde ich deine wortwahl mal wieder etwas suboptimal: „verräter-partei“… tststs.
    und nur, weil du immer noch nichts über die initiative neue soziale marktwirtschaft zu wissen scheinst: diese hat sich ganz klar für einen regierungswechsel zugunsten von cdu und fdp ausgesprochen – der sozialstaat müsse schließlich grundlegend reformiert werden.
    halt dich also bitte an die fakten – die initiative hat nichts mit der spd gemeinsam sonder ist durch und durch besetzt von unternehmern und mitgliedern von cdu und fdp

  8. Sozialdemokrat für Oskar 4. Juli 2005 · 13:53 Uhr

    @ Edelstrauß

    Offiziell engagiert sich die SPD zwar nicht für INSM, und Gegenteiliges hierzu habe ich nie geschrieben. Jedoch wurden deren Forderungen von der SPD während ihrer Regierungszeit weitgehend erfüllt. Selbst die Union und FDP wären vermutlich mit den Reformen (sprich: Zerstörung der Sozialen Marktwirtschaft) nicht radikaler gewesen, als Rot-Grün.
    In diesem Kontext spricht Lafontaine zutreffend vom Einheitsbrei der Parteien SPD/Grüne/Union und FDP. Anders ausgedrückt: Die genannten Parteien unterscheiden sich in nichts anderem als allein in ihrem Namen.
    Dein Denkfehler besteht vermutlich darin, daß Du eben dieses Faktum nicht begriffen hast. . .

  9. Maya 15. Juli 2005 · 21:05 Uhr

    Offen gestanden- ich bin froh, daß Oskar noch mal auf die politische Bühne getreten ist und nach meiner Meinung das ausspricht was Millionen von sozial benachteiligten Bundesbürgern schon lange denken: regieren auf Kosten des Volkes und systematische Verarmung des Volkes .
    wenn ich mir übelege daß wir mittlerweile 5 Mio
    Arbeitslose haben- kurz- so wie auchlangzeit arbeitslose- dann bin ich sehr froh daß diese Schicht durch Gysi und Lafontaine nun endlich ein
    Sprachrohr und auch eine e c h t e W a h l a l t e r n a t i v e haben, die für ihre Interessen
    eintritt.
    Versprechen tun sie doch alle den Himmel auf Erden
    bis sie ander Macht sind. Schaun wir mal was am +
    nach den 18. September in Deutschland passiert.
    Es wird auf alle Fälle ein spannender Herbst!!

    Meine Stimme hast du, Oskar!!!!!
    Und das obwohl ich in einem unbefristetem Arbeitsverhältnis stehe!!!

  10. Maya 15. Juli 2005 · 21:06 Uhr

    Offen gestanden- ich bin froh, daß Oskar noch mal auf die politische Bühne getreten ist und nach meiner Meinung das ausspricht was Millionen von sozial benachteiligten Bundesbürgern schon lange denken: regieren auf Kosten des Volkes und systematische Verarmung des Volkes .
    wenn ich mir übelege daß wir mittlerweile 5 Mio
    Arbeitslose haben- kurz- so wie auchlangzeit arbeitslose- dann bin ich sehr froh daß diese Schicht durch Gysi und Lafontaine nun endlich ein
    Sprachrohr und auch eine e c h t e W a h l a l t e r n a t i v e haben, die für ihre Interessen
    eintritt.
    Versprechen tun sie doch alle den Himmel auf Erden
    bis sie ander Macht sind. Schaun wir mal was am +
    nach den 18. September in Deutschland passiert.
    Es wird auf alle Fälle ein spannender Herbst!!

    Meine Stimme hast du, Oskar!!!!!
    Und das obwohl ich in einem unbefristetem Arbeitsverhältnis stehe!!!

  11. Manuela Schmidt 19. Juli 2005 · 11:24 Uhr

    Die SPD muss sich nach der Neoliberalisierung nach neuen Partnern umsehen. Die neue Linkspartei kann so ein Partner werden, wenn sie endlich einsieht, wie gut und unverzichtbar unsere Agenda 2010 war

  12. Ralph 20. Juli 2005 · 13:28 Uhr

    Es gibt folgende Gründe die Linkspartei zu wählen.
    1.
    Es gibt zur Zeit KEINE sozaildemokratische Partei im Bundestag PUNKT.
    2.
    Sollte es der Linkspartei gelingen viele Nichtwähler zu mobilisieren bedeutet das eine Riesengefahr für die FDP. Wenn diese durch die Mobilisierung der Nichtwähler unter die 5%-Hürde (-2%) gedrückt würde wäre das ein Riesenerfolg. Damit würde dem Manchester-Kapitalismus die Speerspitze genommen.
    mfg
    Ein Sozaildemokrat (aus der SPD ausgetreten)

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.