Wieder sind es die Blogger, die mehr oder minder „live“ ihre persönlichen Eindrücke direkt aus London posten: Vom Arbeitsplatz in unmittelbarer Nähe, von zu Hause nach Telefonaten mit Angehörigen oder unterwegs in Londoner Internet-Cafes.

Beim Lesen der ein oder anderen Zeile wird einem recht mulmig – direkte Betroffene kommen zu Wort und schreiben ihre Gedanken ins Blog, posten ihre Bilder bei Flickr, kommentieren in Blogs von Freunden. Einige suchen Verwandte, die sie nicht erreichen können, aber wissen, dass sie zu einer der besagten Zeiten an einer Bahnstation waren. Andere schildern chronologisch ihre Eindrücke vom Tag.

Ich selber habe die Meldung recht früh bei Spiegel Online mitbekommen. Nach den ersten Meldungen von einem „Knall“ wurde es kurz wieder etwas ruhiger. Dann bin ich mit einem Kollegen zu einer Besprechung auf dem Weg gewesen, als dieser einen Anruf von einem Freund bekam, der zur Zeit in London lebt. Er berichtete von Bussen, in denen Bomben explodiert seien.

Wir sind dann in ein nahegelegenes Café bei dem regelmässig n-tv im Fernsehen läuft – ohne Ton, aber natürlich mit den News-Ticker in der Bauchbinde. Da haben wir dann mit anderen zusammen an der Theke gestanden und gespannt auf den Bildschirm geguckt. Schnell noch ein paar Anrufe, um eine paar Freunde, Kollegen und Bekannte über die Ereignisse zu informieren. Danach gings zurück ins Büro.

Hier ein paar Linktipps:

The Guardian Newsblog: „Bloggers react quickly to London blasts“

Berichte von Londoner Bloggern bei Metroblogs:
http://london.metblogs.com/

Einen Überblick über Blogs, die aktuell zu London berichten – bei Technorati:
http://technorati.com/tag/london

Wie habt ihr es erlebt?


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3 Kommentare

  1. Benno 7. Juli 2005 · 23:08 Uhr

    Ich habe die Nachricht heute Mittag kurz nach halb eins erfahren, als ich aus der Uni kam. Da habe ich den Fernseher eingeschaltet und wurde schon stutzig, dass um diese ungewohnte Uhrzeit immer noch die „Tagesschau“ lief.

    Bei dieser Gelegenheit habe ich auch gemerkt – so erschreckend diese Terroranschläge nach wie vor sind -, dass man doch leider mittlerweile solche Nachrichten mit immer größerer Routine aufnimmt. Denn die Bilder wiederholen sich mittlerweile: Aus New York, von Djerba, von Bali, aus Madrid, aus Moskau, aus Beslan und jetzt auch noch aus London. Trotzdem bleibt bir eines natürlich bestehen: Die wahnsinnige Wut über den unfassbaren Sadismus, den diese miesen Terroristen an den Tag legen. Dass sie jetzt auch noch zuschlagen, nachdem sich die betreffende Stadt noch tags zuvor riesig freuen konnte und die Täter womöglich ganz bewusst diesen miesen Hintergedanken hatten, ist eine ganz neue perverse Entwicklung in der Geschichte des Terrorismus.

    Und noch eins hat mir der heutige Tag gezeigt: Bei aller auch sicherlich notwendigen politischen Auseinandersetzung – es gibt immer noch wichtigere Dinge im Leben. Wenn man sich vorstellt, vor welchen Problemen jetzt die Angehörigen und Freunde der Londoner Anschlagsopfer stehen, werden so manche „Probleme“, mit denen wir uns hier herumschlagen, ganz klein.

    Schlimm genug, dass wir erst wieder so einen heftigen Weckruf brauchen, um uns dessen bewusst zu werden.

    Eins noch: Ich habe einen Riesenrespekt vor der disziplinierten Haltung (der berühmten „stiff upper lip“), mit der die Menschen vor Ort in London auch auf diese erneute Krise reagiert haben. Wir Deutschen könnten uns davon eine dicke Scheibe abschneiden.

  2. Terror-Gegner 8. Juli 2005 · 12:45 Uhr

    eine der grössten Übersichten:

    [gelöscht]

  3. Special 8. Juli 2005 · 17:20 Uhr

    Wie Blei auf den Tasten

    Befürchtungen sind wahr geworden: London war Schauplatz des Terrorismus.

    Blick über den Zaun

    Noch ganz kurz…

    Angst hat der „Bürger-
    Herold“ nicht, aber wir teilen die Bedenken, die Sixtus äussert: „Ich habe Angst davor, d…

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.