Unser Bundeskanzler Schröder hat zu den Anschlägen in London folgendes Statement abgegeben:

Mit größter Betroffenheit habe ich von der Serie perfider Anschläge in London erfahren. Mein tiefes Mitgefühl gilt den Betroffenen, deren Angehörigen, Premierminister Tony Blair und dem gesamten britischen Volk.


Diese heimtückischen Taten, die Leben und Gesundheit vieler Unschuldiger kosteten, wird von mir wie von allen Teilnehmern des G 8 Gipfels auf das schärfste verurteilt. Wir sind uns einig, dass die internationale Staatengemeinschaft alles tun muss, den Terrorismus mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln gemeinsam zu bekämpfen.

Ganz offensichtlich zielte die koordinierte und ebenso feige wie heimtückisch durchgeführte Aktion auch auf den zur gleichen Zeit in Gleneagles stattfindenden Weltwirtschaftsgipfel der G 8. Es zeugt von der besonderen Menschenverachtung der Attentäter, wenn durch diese feigen Anschläge unschuldige Menschen getroffen werden und gleichzeitig der Versuch unternommen wird, ein Gipfeltreffen zu unterminieren, dessen ureigenste Ziele die Überwindung von Hunger und Armut in Afrika sind; der sich zudem das Ziel gesetzt hat, den weltweiten Klimaschutz nachhaltig zu verbessern.

Angesichts der überragenden Bedeutung dieser Themen begrüße ich es, dass Premierminister Blair beschlossen hat, das Gipfeltreffen fortzusetzen. Die Überwindung von Hunger und Armut und die Erhaltung und Sicherung einer lebenswerten Umwelt sind die zentralen globalen Aufgaben unserer Zeit. Wir sind entschlossen, diese Herausforderungen zu meistern. Feige terroristische Attacken dürfen uns nicht daran hindern.


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22 Kommentare

  1. Mirco Weiß 7. Juli 2005 · 16:13 Uhr

    Ich bin zwar Christdemokrat und daher selten der Meinung des Herrn Bundeskanzlers, dennoch stehe ich voll und ganz hinter den Worten Gerhard Schröders und erkläre meine Verachtung für diese feigen Taten in London.

    Trotz Wahlkampf hier und dort, sollten wir in diesen Zeiten geschloßen zusammen stehen. Aufrechte Demokraten (ob links, ob rechts) auf der einen Seite und feige Terroristen auf der anderen Seite.

    Wir, die Demokraten, müßen unsere Kräfte bündeln um siegreich aus dem Kampf gegen den Terrorismus zu gehen.

    Ich wünsche uns dabei Kraft und Gottes Segen!

  2. Wolfram Fobke 7. Juli 2005 · 16:24 Uhr

    Wie Schröder schon sagt:“…mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln“,
    leider hat der Ex-Kanzler das zu spät begriffen.
    Morgen ist vielleicht Berlin oder Frankfurt dran.
    Wir können nur hoffen,daß wir so einen Pfeife nie wieder als Kanzler bekommen.
    Georg Bush und Toni Blair haben das Jahre vor Schröder richtig erkannt und gehandelt.
    Dieser schauspielende Politker sollte sich lieber noch vor dem 18.09.2005 verabschieden.
    Vielleicht kann er sich mit seinem Kollegen Peter Sodann beraten.

  3. oliver zeisberger 7. Juli 2005 · 17:02 Uhr

    Wolfram, haste schlecht geschlafen? In der jetzigen Situation sowas zu schreiben ist ja wohl völlig daneben. Man kann ja über Terrorabwehrmassnahmen und Sicherheitspolitik denken, was man will. Aber während in London noch die Verletzten geborgen werden, sowas zu posten, das ist schon ein wenig pietätlos.

    Übrigens: Der Anschlag auf das World Trade Center in NYC wurde verübt, da war der kluge Bush Präsident. Der Anschlag in Madrid wurde verübt, als die dortige Regierung spanische Soldaten mit den USA im Irak hatte. Und die Regierung Blair hat auch ihr Engagement im Irak. Das Deutschland niemals zu 100 Prozent von Terror geschützt ist, geschenkt.

    Dass wir Deutschen nicht mit unseren Soldaten im Irak waren und keine Stahlsärge an unseren Flughäfen mit deutschen Leichen entgegen nehmen mussten, verdanken wir Schröder. Und so solls nach meinem Wunsch auch bleiben. Auch nach dem 18.9. – auch wenn es aktuell nicht danach aussieht.

    Gibts auch schon ein Statement von Angela Merkel dazu?

  4. Max Windhorst 7. Juli 2005 · 17:24 Uhr

    „Ich wünsche uns dabei Kraft und Gottes Segen!“

    Schreibt da el-Quaida?

    Den weltweiten terror werden wir nicht mit Waffen sondern nur mit einer gerechteren Weltordnung bekämpfen können!

    gruß, Max

  5. politikinside@blogg.de 7. Juli 2005 · 18:20 Uhr

    Der Terror trifft London

    Die Terroranschläge von LondonHeute ist das geschehen, was nach den Anschlägen von NewYork und Madrid, immer befürchtet wurde. Der Terror hat Großbritannien erreicht. Großbritannien ist der Hauptpartner der USA im Kampf gegen…

  6. Matthias Wild 7. Juli 2005 · 18:39 Uhr

    die Ursachen von Terrorismus und Fanatismus sind und waren, Hunger und Elend, also müssen die Ursachen dessen bekämpft werden und nicht die Menschen selbst.
    Ganz genau Max!

    Aber nein, das geht ja so nicht. Da müsst man ja das ganze WElthandelssystem umgestalten und die mächtigen Waffenlobbyisten würden ihre tollen Raketen und Bomben nicht mehr los werden.

    Die werden schließlich zum töten gebaut, da müssen sie auch töten, ist doch klar!!

    Gegen(wart): kapitalistische Zukunft

    Die bestehenden Verhältnisse des globalen Kapitalismus/freien Marktes (Neoliberalismus) sind nicht nur ungerecht und asozial, sondern auch gnadenlos brutal und für Millionen Menschen katastrophal und tödlich. Dieses System gleicht zusehends dem mittelalterlichen Feudalismus und stellt sich gegen alle humanistischen Werte, wie Gerechtigkeit, Solidarität, Gleichheit und freie Selbstverwirklichung. Durch die hemmungslose Ökonomisierung aller Lebensbereiche übernimmt die Gesellschaft zunehmend, die rücksichtslosen und barbarischen „Sitten“ der Wirtschaft. (Bsp. aus der Werbung: „Ich bin ein Monster“, „Geiz ist geil“) Dies bedeutet nicht nur einen Rückschritt hinter die erkämpften Ideale der Menschlichkeit, sondern auch eine entmenschlichte Zukunft, mit weniger sozialem Halt und sozialer Sicherheit, weniger Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft. Kurz: Ein Leben unter verstärkten zwischenmenschlichen Wettbewerbsdruck und damit unter egozentrischen und misstrauischen Menschen.
    Wir müssen uns fragen, was wir für unsere eigene Zukunft und die der globalen Gemeinschaft tun können und tun wollen. Selbst wenn wir in Deutschland und Europa hoffen dürfen, dass unsere materielle Lebensgrundlage (der westliche Wohlstand) zumindest minimal erhalten bleibt, gibt es genügend Gründe gegen den Kapitalismus zu argumentieren und ihn damit zu bekämpfen. Angesichts der bedrückenden Zahlen und Fakten empfinde ich persönlich eine moralische Verpflichtung gegenüber den hungernden und unterdrückten Mitmenschen, auch wenn sie tausende Kilometer entfernt leben und leiden.
    Über die Verhältnisse aufklären – global denken, lokal agieren
    Zumindest in der westlichen Welt erreicht man mit Gewalt und radikalen Einzelaktionen nichts Nützliches, sondern eher Kontraproduktives! (Der „Terror der RAF“ wird der Linken heute noch angelastet.) Nicht mit Gewalt, sondern mit der Verbreitung der vielen Argumente (siehe Themenfelder) muss der Kapitalismus zerstört werden. Viele Menschen (auch unsere Familien und Bekanntenkreise) wissen meist nicht, dass diese ausschließlich profitorientierte Wirtschaftsweise täglich 30000 Kinder tötet, Tendenz steigend. Diese vielen Millionen Toten sind die Opfer der Weltwirtschaftpolitik von WTO, Weltbank die von Großkonzernen und –banken maßgeblich bestimmt wird. Diese wirtschafts- und geldpolitische Weltregierung ohne jegliche Legitimation verwaltet und managed gewinnbringend die humanitären Katastrophen, welche sie durch ihre „Anpassungsmaßnahmen“ erst geschaffen hat.

  7. Roter Baron 7. Juli 2005 · 20:20 Uhr

    Vor dem Hintegrund dieser schauderhaften und unmenschlichen Taten stehe ich auch vollkommen hinter den Worten des Bundeskanzlers.
    Auch Mirco muss ich Recht geben: In der jetzigen Situtation müssen alle Demokraten zusammenstehen.

    Ich hoffe nur, dass wir auch nach der Bundestagswahl nicht in die Situation geraten, uns an wankelmütigen Militärmanövern beteiligen zu müssen, die den Terror noch zusätzlich in unser Land bringen.
    Ich bin dabei überzeugt: Krieg gegen irgendwelche Staaten ist keine Lösung. Der internationale Terrorismus muss anders bekämpft werden.

  8. Mirco Weiß 8. Juli 2005 · 11:35 Uhr

    Zunächst ist festzuhalten, dass die Bundeswehr derzeit nicht in der Lage ist, sich an militärischen Interventionsschlägen zu beteiligen. Das ist Fakt. Bundeskanzler Schröder konnte also gar nicht mit in den Irakkrieg ziehen. Selbst der Kanzlerkandidat der Union 2002,Edmund Stoiber, hat einen aktiven Einsatz deutscher Soldaten kategorisch abgelehnt.

    Wir dürfen nicht vergessen, dass die Bundeswehr ca. 40 Jahre in einer Art Dornröschenschlaf dahingedämmert hat und auf den Einmarsch der Soviets wartete. Wir können mit Jahrhunderte alten Armeen, wie die der Briten, gar nicht mithalten.

    An dieser Stelle muß ich für den Präsidenten der Vereinigten Staaten eine Lanze brechen: George W. Bush hat nach den Anschlägen vom 11.09.2001 geistesgegewärtig den Kampf gegen den Terror aus dem orientalischen Raum begonnen. Die verbrecherischen Regime in Afghanistan und im Irak sind beseitigt, wie einst unser deutsches Vaterland vom Nazi-Terror befreit wurde.

    Es ist schwierig einen Feind zubekämpfen, den man nicht sieht. Unser Feind tötet Frauen, Kinder, Zivilisten in astronomischen Größenordnungen. Es ist doch wohl klar, dass dieser Feind nicht am Verhandlungstisch zu bekämpfen ist.

    In diesen Zeiten brauchen wir starke Führer, die die Liga der aufrechten Demokraten gegen die feigen Terroristen zusammenhält. Ich denke, Präsident Bush, Premier Blair und Ministerpräsident Berlusconi sind die richtigen Staatsmänner für diese schwierige Aufgabe. Der russische Präsident Putin sagte einmal:“ Der interationele Terrorismus ist die Pest des 21. Jahrhunderts“. Da stimme ich mit Putin (ausnahmsweise) völlig überein.

    Lasst uns die Liga der aufrechten Demokraten sein und hinter unseren Regierungschefs stehen in diesen Tagen!

    Und zu Wolfram:

    Auch ich bin für eine zügige Abwahl der rot-grünen Bundesregierung. Auch ich bin der Aufassung, das der Herr Bundeskanzler im Wahlkampf 2002 das „NEIN“ zum Irakkrieg aus Kalkül und Stimmungsmache unter der Amerika-skeptischen Wählerschaft ausgesprochen hat. Doch es kann doch niemand in Frage stellen, dass der Bundeskanzler ernsthaft an der Bekämpfung des Terrorismus interessiert ist.

    Unsere Streitkräfte sind aber nicht in der Lage Einsätze gegen die Terroristen zufahren. Die Einsätze am Horn von Afrika und in Afghanistan sind schon mehr als wir vertragen können, bei einem derart kleinen Verteidigungshaushalt.

  9. oliver zeisberger 8. Juli 2005 · 12:11 Uhr

    So, Mirco? Mit welchem Erfolg machen das die von dir zitierten Feldherren denn? Irak – da schauen wir aber besser mal weg, hm? Berlusconi, ich muss grinsen.

    Ich habe deinen Beitrag aber verstanden. Du bist für den Irak-Krieg gewesen und heute noch dafür. Du bist für höhere Militärausgaben und für den „Krieg gegen den Terror“.

    Hier bei den Sozen wirste damit sicher nicht viele Freunde finden. Vielleicht engagierste dich besser für Angela Merkel? Obwohl die eine Reise ins Weisse Haus vor der Wahl mit Foto mit Präsident Bush aktuell ablehnt, weil selbst Sie mit ihrer damaligen Haltung zum Irak-Krieg aktuell nicht konfrontiert werden will.

    Ich bin stolz darauf, dass wir den Krieg im Irak nicht mitgemacht haben. Ich bin stolz darauf, dass unsere Soldaten in Afganistan heute am Aufbau beteiligt sind. Ich bin stolz darauf, dass wir im Irak an der Ausbildung der Polizei beteiligt sind. Ich bin stolz darauf, dass wir gemeinsam mit Frankreich und einer grossen Zahl anderer Staaten Konflikte mit allen Mitteln friedlich lösen wollen.

    Und dem Bundeskanzler zu unterstellen, er habe das Nein Deutschlands zum Irak-Krieg aus Kalkül und Stimmungsmache entschieden, deutet nicht darauf hin, dass dir die Tragweite einer Entscheidung für eine Beteiligung an einem Krieg mit deutschen Soldaten – zum Beispiel deinem Nachbarn, einem deiner Familienmitglieder oder dir selbst – wirklich klar ist. Wer ein leichtfertiges „JA“ zum Irak-Krieg, eine buckelnde Körperhaltung gegenüber der US-Administration, höhere Verteidigungsausgaben und mehr kriegerische Einsätze fordert, hat meine Stimme nicht.

  10. über Parteigrenzen hinweg trauernd... 8. Juli 2005 · 12:49 Uhr

    „Ich bin zwar Christdemokrat und daher selten der Meinung des Herrn Bundeskanzlers, dennoch stehe ich voll und ganz hinter den Worten Gerhard Schröders und erkläre meine Verachtung für diese feigen Taten in London.“

    *sich dem anschliesst*

  11. bazinho 8. Juli 2005 · 14:09 Uhr

    Zunächst einmal möchte ich mein Mitgefühl mit den betroffenen Menschen in London zum Ausdruck bringen.
    Um mich dann traurig zu zeigen, dass hier offensichtlich einige auch vor einem solchen Hintergrund nicht von wahlkämpferischen Parolen lassen können. Ein solcher Thread sollte kein Anlass sein, um für den Irak-Krieg, gegen den Kanzler oder sonst was zu propagieren.

    Da aber auch Mirco nun seine zuvor lobenswerte Zurückhaltung auf gegeben hat, mich ich mich dann auch mal ein. Nur kurz Afghanistan war im Zuge des Kriegs gegen den Terror berechtigt, da macht Deutschland auch mit und hilft das Land wieder aufzubauen, dass der Bürgerkrieg und das Regime islamischer Fundamentalisten zerstört haben, nicht der Angriff der USA. Zu den Freuden von Bushs Krieg im Irak nur soviel: 1. Es gab offensichtlich keine Massenvernichtungswaffen, 2. Es konnten keine Verbindungen des Regimes zu Terroristen festgestellt werden, 3. die humanitäre Versorgungssituation vieler Iraker ist zwei Jahre nach dem Krieg immer noch schlechter als zuvor, 4. Saddam war ein strikter Bekämpfer des religiösen Fundamentalismus und Fanatismus in seinem Land (wahrscheinlich aus Furcht vor einem ähnlichen Schicksal wie im Iran) 5. seit dem er weg ist, wächst der religiöse Fundamentalismus im Irak ungehemmt, die Welle terroristischer Akte will nicht abreißen. Dies soll nicht heißen, dass sich das Blatt nicht zum Guten wenden, ein Wiederaufbau gelingen und ein demokratischer Staat entstehen kann. Nur die Begründung war wissentlich falsch. Auch das Argument Menschenrechte /-würde ist halbgar. Sonst wäre jawohl eher eine Intervention im Sudan oder noch einmal in Somalia von Nöten gewesen. Es bleibt also ein ungerechtfertigter Krieg, an der Beseitigung dessen Schäden wir aber richtiger Weise auch beteiligt sind.

    Der Krieg gegen den Terror zu mal jenen, die in Europa Anschläge planen und durchführen, den führt man nicht mit Militär, sondern mit Polizei, Staatsanwaltschaft und Geheimdiensten. Die Ausweitung der Befugnisse mag hier manchen nicht weit genug gehen, aber die Aufrechterhaltung der Bürgerrechte als auch des Rechtsstaates darf nicht in Frage gestellt werden.

    Mehr als diese halbwegs sachliche Diskussion stört mich aber der zweite Diskussionsstrang. Es ist schon verdammt zynisch, wenn selbst solche Momente für die Verbreitung wirrer Ideologien genutzt wird. Und damit meine ich sowohl die Terroristen, die just jenen Moment auswählten, an dem die G8 über den Schuldenerlass für die ärmsten Staaten Afrikas berieten, eine Handlung pragmatischer Hilfe, als auch jene vermeintliche Gutmenschen, diese Bekloppten, welche diese feigen Morde auch noch verteidigen. Die wider besseren Wissens oder aufgrund von Unwissenheit den Terror islamischer Fundamentalisten zum Kampf gegen Hunger und Elend erheben, nur um ideologisch verblendete Hetzte verbreiten zu können. So etwas kotzt mich an. Bei solchen Leuten ist jedes Gefühl für das rechte Maß verloren gegangen.

    Jeder der zu kognitiven Fähigkeiten in der Lage ist und sich informiert bevor er dumm schwätzt, weiß, dass weder die von Mathias Wild angeführte RAF, noch die islamistischen Terroristen eine gerechtere Weltordnung, ein aufheben des Hungers der Welt zum Ziele hatten. Wer sich mit RAF beschäftigt, dem wird schnell klar, hier hatten sich ein paar leichtsinnige unreflektierte Linke von einem kleinkriminellen Aufschneider zu einem kleinen abenteuerlichen Spiel mit dem Terrorismus, verstanden als Extremform Zivilenungehorsams eingelassen. Ein Spiel, welches zu einem sich immer schneller drehenden Karussell der hineinsteigernden kriminellen Gewalt wurde. Ein Umstand der, auch wenn die Ideologie in der Tat sekundär war, nicht mit Aussagen a la die Ideale waren richtig, nur kann man die westlichen Staaten nicht mit Gewalt in die Knie zwingen, abwerten darf.

    Der islamische Terrorismus seinerseits hat kein anderes Ziel als die Weltherrschaft eines radikalem politischen Islam. Eine Trennung von Staat und Religion kennen die nicht. Demokratie, Freiheit und Menschenrechte wollen die nicht. Noch nicht einmal ein friedliches Nebeneinander, geschweige denn miteinander ist drin. Ein Blick auf die Lebensverhältnisse in Afghanistan unter den Taliban, die Hungersnöte und der Kampf gegen Hilfsorganisationen und der daraus folgende Mangel an medizinischer Versorgung. Sieht so etwa ein Kampf für Gerechtigkeit aus?

    Da wird in den Terrorismus religiöser Fanatiker Sinn und Ursachen hinein interpretiert, die zwar mit der Wirklichkeit nichts zu tun haben, es aber ermöglichen jede noch so grausame Tat zum Anlass zunehmen eine ideologisch verblendete Weltsicht zu propagieren. Die Verbrüderung mit den vermeintlichen Zielen der Terroristen ist bezeichnend für den geistigen Zustand mancher Linkspropagandisten und Linkspopulisten.

  12. Mirco Weiß 8. Juli 2005 · 14:46 Uhr

    Hallo Oliver,

    es stimmt, ich unterstütze die Union mit meiner Stimme und meiner Mitgliedschaft. Diesem Forum habe ich mich angeschloßen, um mich den Kondulenzbekundungen Gerhard Schröders an unsere Freunde im Vereinigten Königreich anzuschließen und eine Solidarität -über Parteigrenzen hinweg- im Kampf gegen den Terror zu unterstreichen.

    Die militärische Intervention im Irak halte ich für richtig. Das irakische Volk wird langfristig den einigen wenigen Terroristen im Land, die gegenwertig im Focus der Medien stehen, trotzen und einen friedlichen und freien Irak aufbauen. Denn, Oliver, der Irak kommt auch ohne Konzentrationslager, Zwangsprostitution und Saddam Hussein aus.

    Zum Zeitpunkt des Irakkrieges war ich selber noch Soldat in der Bundeswehr. Ich habe dem deutschen Heer gedient und wäre somit (im Falle eines Anschlußes Deutschlands im Irak) mit meiner Truppengattung ziemlich vorne mit dabei. Man kann sich also vorstellen, dass ich mir Gedanken über diesen Krieg gemacht habe.

    Aber ein Saddam wäre niemals am Verhandlungstisch aus dem Weg geräumt worden. Er stellte eine Gefahr für die Kurden, die Freiheit Israels und den Weltfrieden im Allgemeinen da.

    Die Administration Bush hat das rechtzeitig erkannt.

    Was unsere Soldaten in Afganistan angeht, so muß gesehen werden, dass die Männer an den Rand ihrer Belastbarkeit geführt werden. In Deutschland werden Standorte im großen Stil geschloßen und andere Liegenschaften vergammeln und veraltern zusehenst. Jedoch stelle ich die Notwendigkeit der deutschen Präsenz in Afganistan nicht in Frage. Minister Struck müßte bloß ein höherer Wehretat zur Verfügung stehen, damit die Einsätze in Relation stehen. Da aber ein Regierungswechsel in Berlin wahrscheinlich ist, sind Verbesserungen auf diesem stiefmütterlich behandelten Gebiet zu erhoffen.

    Sorry Oliver, soweit wollte ich gar nicht ausholen. Dennoch mußte ich Stellung zu Deinem Kommentar nehmen.

    Wenn du sagst, ich bin für „den Kampf gegen den Terror“ so sage ich :JA!

    Kein normaler Mensch ist doch wohl gegen den Kampf gegen diese feige Bande von Mördern die sich dem internationalen Terrorismus verschrieben haben.

    Wenn heute Familien irakischer Herkunft aus Deutschland wieder in den Irak fliegen um ihre Angehörigen zu besuchen (die sie vorher nicht sehen konnten, da sie in ihrer Heimat etnisch verfolgt wurden), kann doch wohl kein Sozialdemokrat mehr ernsthaft zu seiner Irak-Haltung von 2002 stehen.

    Deutschland braucht mehr Ausgaben für Rüstung, Gefahrenabwehr und Heimatschutz. Ein eigens dafür eingerichtets Ministerium wie in den USA, wäre eine gute Lösung. Das der Terror Jeden und jederzeit treffen kann sehen wir an New York, Washington,Madrid, Bali und nun London.

    Das der G8-Gipfel in Schottland trotz Terror in London fortgesetzt und dem Anschlag (bei aller Anteilnahme) „getrotzt“ wird, zeugt von der Stärke die zwischen den Demokraten herrscht (auch Deutschland und Frankreich). Alle Teilnehmer waren sich einig, dem Terror die Stirn zu bieten. Man darf sich nicht von den Attentätern beirren zulassen, Hunger und Armut in Afrika zu bekämpfen. denn das ist das Ziel des Treffens in Schottland.

    Das die Erwähnung Silvio Berlusconis bei Oliver für Erheiterung gesorgt hat, will mir nicht ganz einleuchten. Die italienische Regierung hat sich trotz Drohungen von islamisch-fundamentalistischer Seite nicht erpressen lassen. Die italienischen Soldaten sind weiterhin tapfer an der Seite ihrer internationalen Kameraden im Irak.

    Ein Zapatero hingegen, hat die Truppen gleich nach den Anschlägen von Madrid abgezogen und somit die Wünsche der Terroristen vollständig erfüllt. Ein Skandal.

  13. oliver zeisberger 8. Juli 2005 · 15:04 Uhr

    Nur zur Klarstellung – damit nix falsches hängenbleibt: Ich hab in meinem Kommentar von „Krieg gegen den Terror gesprochen“ – nicht wie Mirco mich jetzt falsch zitiert vom „Kampf gegen den Terror“.

    Das du noch kürzlich Soldat warst, konnte man deinem Beitrag bereits zwischen den Zeilen entnehmen – und das ist ja auch völlig ok so. Ich war übrigens Wehrdienstleistender während des ersten Irak-Kriegs. Da war Kohl noch Kanzler und wir durften Splitterschutzwesten im Wehrdienst tragen. Das Ausrüstung Jahre alt sein kann, dass kann ich bestätigen.

    Siehst du keinen Zusammenhang zwischen den aktuellen Terrorzielen und den Staaten, die sich in den letzten Krieg engagiert haben? Meinst du, London hat sich nicht gut genug geschützt? Wäre der Anschlag in London auch passiert, wenn sich Blair nicht im Krieg engagiert hätte? Klar die „wenn dann“-Fragen sind nur hypothetisch und wir können nur darüber diskutieren, was wir jeweils für eine Einschätzung haben, weil uns in letzter Instanz die Beweise für Behauptungen fehlen.

    Und „by the way“: Finde ich übrigens ganz gut, dass man mit dir hier ganz anständig Positionen austauschen kann. Bist aus nem anderen Lager, aber es geht wenigstens nicht so platt zu, wie bei anderen, die meinen hier nur platte Parolen liefern zu müssen.

  14. bazinho 8. Juli 2005 · 15:32 Uhr

    Stimme Olvier zu, mit Mirco tummelt sich mal einer von den anderen hier, mit dem man diskutieren kann.

    Und wie gesagt, wenn das ganze gut ausgeht, und die Menschen dort auch irgendwann wieder frei, dass heißt frei von Angst leben können, dann hat es sich letztlich gelohnt.
    Nur bleib ich dabei, der Krieg war, unter den Vorzeichen unter denen er geführt wurde, falsch. Weil falsch begründet. (s.o.) Die wahren Terrorismus Unterstützer und Terroristen-Verstecker sind bekannter weise Saudiarabien, Pakistan und der Iran.

    Aber wer weiß, vielleicht steckt hinter dem Angriff auch einfach eine gute Strategie. Mit einem demokratischen und stabilen Irak im Rücken, kann man schließlich deutlich mehr Druck auf die Saudis machen, als wenn man von deren Öl-Lieferungen abhängig ist.

  15. Mirco Weiß 8. Juli 2005 · 16:14 Uhr

    Wenn der Gedankenaustausch zischen Menschen zweier politischen Lager derart fair und konstruktiv auch auf höchster politischer Ebene ablaufen würde, hätten wir vermutlich mit weniger Politikverdrossenheit im Land zu kämpfen.

    Ich bin ebenfalls von eurer sachlichen Argumentation erfreulich überrascht, obgleich ich inhaltlich keine Zustimmung geben kann.

    Das im Irak KEINE Massenvernichtungswaffen gefunden wurden, sollte uns doch mit Erleichterung und Freude erfüllen. Stellen wir uns doch nur mal das schreckliche Szenario vor, Saddam hätte an Bio-Waffen gearbeitet, sie gezündet und es hätte niemand den Versuch unternommen ihn vorzeitig zu stürzen. Wie ich Oliver bereits sagte, ein Irak ohne Saddam und dessen Gewaltherrschaft ist langfristig für uns alle besser.

    Der Kampf gegen den Terror muß weiter gehen. Nach dem Sturz Saddams, der Thaliban und dem Tod Jassir Arafats sind einige potentielle Gefahrenherde für die Weiterentwicklung des terroristischen Netzwerkes erloschen.

    Auch wenn der Herr Bundeskanzler außenpolitisch so manchen Fehltritt abgeliefert hat (Die Brüskierung unserer amerikanischen Freunde bei dem Sturz Saddam Husseins, der Schönfärberei von Putins „demokratischer Seele“ oder dem Befürworten einer Aufhebung des Waffenembargos gegen China -was der Bevölkerung Taiwans wie ein Schlag vor den Kopf vorgekommen sein muß- waren nun wahrlich keine Meisterleistungen auf der internationalen Bühne), nach den Terroranschlägen in Europa ist ein Zusammenhalten aller Demokraten unbedingt notwendig.

    Zu Oliver:

    Es stimmt, dass man eine Parallelität zwischen den Anschlagszielen und den im Irak teilnehmenden Nationen durchaus zu interpretieren kann. Dennoch sollten wir uns nicht zurücklehnen und hoffen, dass uns nichts derartiges wiederfährt wie in London oder Madrid. Für diese islamischen Fundamentalisten sind auch wir Deutsche „ungläubig“ und bedürfen einer „Glaubensreform“ durch den Islam. Unser Feind lebt in einer Art „Parallel-Universum“. Diese islamischen Fundamentalisten und Terroristen führen die Kreuzzüge, die wir vor mehr als 700 führten. Das bloß in noch grausamerer Weise und noch wilderer Entschloßenheit.

  16. Student 8. Juli 2005 · 17:13 Uhr

    Ich denke:
    In dem Maße wie alle möglichen selbsternannten Experten hier und anderswo die Gefahr von terroristischen Anschlägen in Deutschland beschwören.

    In dem Maße wie man sich der Gefahrenabwehr widmet, die Gesetze verschärft, Unschuldige einsperrt, im sog. Krieg gegen den Terror verfolgt, foltert oder tötet, statt sich der Bekämpfung von Armut und Unterdrückung zu widmen.

    In diesem Ausmaß steigt die Gefahr terroristischer Anschläge hierzulande und auch anderswo.

  17. Akademiker 8. Juli 2005 · 17:55 Uhr

    Zu dem Beitrag von „Student“:

    Dann zeig doch Alternativen zum Kampf gegen den Terror auf!Die Gefahrenabwehr ist eines der wichtigsten Instrumente, die wir in diesem Kampf haben.

    Vergiss bitte nicht, dass es hier auch um die Opfer von London geht und darum künftig diesen Attentätern das Handwerk zulegen.

  18. Sozialdemokrat für Oskar 9. Juli 2005 · 13:13 Uhr

    @ Akademiker

    Vielleicht wird Student ebenfalls zu Deinem Postulat Stellung nehmen:

    „Dann zeig doch Alternativen zum Kampf gegen den Terror auf!Die Gefahrenabwehr ist eines der wichtigsten Instrumente, die wir in diesem Kampf haben.“

    Anstatt wie die meisten in diesem Thread um den Brei herumzulabern, werde ich mal wieder im Klartext schreiben:

    Wenn Schröder, Struck & Co. nicht umgehend ihre Kriegshetze beenden und die Bundeswehr befiehlt, sich aus Afghanistan zurückzuziehen, sind unschuldige Menschen in unserem Land einer nicht unerheblichen terroristischen Gefahr ausgesetzt. Al Kaida hat nämlich wegen der deutschen Besatzung Afghanistans bereits angekündigt, einen Anschlag auf deutsche Ziele vorzunehmen.

    Sollten wie in Madrid oder London auch in Deutschland unschuldige (ich wiederhole: unschuldige) Menschen ihr Leben verlieren, so klebt Blut an den Händen Schröders, Strucks und Fischers. Auch Ihr Schein-Sozis, die Ihr hier heuchelt wie Eure Führung werdet mitverantwortlich für das Leid und den Tod unserer Mitbürger sein.
    Wenn Ihr den Terror verhindern wollt, dann fordere ich Euch auf: Marschiert zu Tausenden vors Bundeskanzleramt und protestiert solange, bis unsere Jungs aus Afghanistan zurück auf heimatlichem Boden sind. Es ist verbrecherisch genug, daß dort erst vor einer Woche zwei von ihnen als Kanonenfutter eines aggressiv-imperialistischen Größenwahns ihr Leben verloren.

    Wie lange soll denn diese Kriegstreiberei noch weitergehen? Wacht endlich auf und protestiert — BEVOR es zu spät ist!

  19. bazinho 9. Juli 2005 · 14:04 Uhr

    Nachdem sich die Duellanten der demokratischen Volksparteien hier so schön das hohe Niveau der gegenseitigen Diskussionskultur bescheinigt haben, mußte es ja kommen.

    Von links draußen die Stimme der geballten Polemik, der Geist auf abwegen, wo Propaganda die Argumente ersetzt; so als müssen jene es allen anderen immer wieder von neuem bestätigen:

    Für Verantwortung in einem politischen System, dass dem Anspruch nach auf der verstandgeleiteten Konkurrenz der Argumente und dem Sieg des besten Arguments, somit der besten Entscheidung für das Land, für die Menschen, für solche eine Verantwortung schlichtweg nicht geeignet!

  20. Fretinho 9. Juli 2005 · 17:10 Uhr

    Weiß,quatsch nicht so viel,sondern wähle die einzige vernünftige Partei in Deutschland-die SPD!Dann hast du noch mehr von unserem derzeitigen Bundeskanzler.

  21. Fretinho da Silva 9. Juli 2005 · 17:11 Uhr

    Weiß,quatsch nicht so viel,sondern wähle die einzige vernünftige Partei in Deutschland-die SPD!Dann hast du noch mehr von unserem derzeitigen Bundeskanzler.

  22. Mirco Weiß 12. Juli 2005 · 15:52 Uhr

    Fretinho und „Sozialdemokrat für Oskar“ geben sich einer argumentativ derart dümmlichen Polemik hin, dass ich mich fast schäme diese noch zu kommentieren.

    Aber sei es drumm:

    Setzt Euch doch einfach mal sachlich (und jeder für sich) mit der Sachlage auseinander. Ich wette, dass auch Ihr zu dem Stand kommt, dass wir derzeit keine andere Wahl haben als den Terrorismus mit allen Mitteln zu bekämpfen.

    Die Bundeswehr führt in Afganistan keinen imperialistischen Interventions-Krieg, sondern leistet Aufbauhilfe. Ob wir diese Aufbauhilfe finanziell überhaupt zahlen können ist die eine Sache. Moralisch und politisch müßen wir als Mitglied von NATO und UNO an diesem Aufbau helfen. Wir haben unseren amerikanischen Freunden uneingeschränkte Solidarität in der Afganistan-Sache zugesichert.

    Ich verstehe nicht, warum die Linken hier und dort pausenlos die bedingungen der mordenen Terroristen nach Truppenabzügen gehorsam Folge leisten wollen.
    Nachdem der spanische Regierungschef (ein Sozialist) dem Wunsch der Terrorbande nachgekommen ist, die spanischen Truppen aus dem Irak abzuziehen, fordert nun „Sozi für Oskar“ ein ähnlichen Entgegenkommen der Bundesregierung gegenüber dem internationalen Terrorismus.

    Die politische Bildung hat dort wohl eindeutig versagt.

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.