Anscheinend wird es zwischen Merkel und Bundeskanzler Gerhard Schröder nur ein TV-Duell geben. Mit der lahmen Entschuldigung „Mehr ist ganz einfach zeitlich nicht drin.“ zitiert die Bild am Sonntag einen nicht namentlich genannten Berater Merkels. Offenbar wird in der CDU befürchtet, TV-Duelle wären nicht die gerade die Stärke ihrer Spitzenkandidatin. Ein Auszug aus dem zugehörigen Bericht bei Spiegel Online:

Meinungsforscher sind der Ansicht, dass Fernsehduelle Schröder mehr nutzen als Merkel. Der Mainzer Parteienforscher Jürgen Falter sagte der „Bild am Sonntag“: „Wenn sich der leichte Abwärtstrend der Union in den Umfragen fortsetzt, könnte das TV-Duell sogar die entscheidenden ein bis zwei Prozent zu Ungunsten von Schwarz-Gelb bringen – zumal sich gerade unentschlossene Wähler besonders stark vom Ausgang eines solchen Zweikampfs beeinflussen lassen.“

Auch der Göttinger Parteienforscher Peter Lösche sieht Schröder im Vorteil. „Der Medien-Kanzler Schröder wird wahrscheinlich selbstsicherer und staatsmännischer auftreten als Frau Merkel.“

Für mich sieht das nach der gleichen Wahlkampftaktik wie in NRW aus. Den Spitzenkandidaten einfach so selten wie möglich zeigen, dann kann er auch nicht negativ auffallen.


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6 Kommentare

  1. Timos Homepage 25. Juli 2005 · 13:51 Uhr

    Hat Merkel Angst vor Schröder?

    Gute zwei Wochen ist es her, da nahm Angela Merkel die Herausforderung von Gerhard Schröder an – die Herausforderung eines TV-Duells mit dem amtierenden Bundeskanzler. Damals warnte Guido Westerwelle noch vor dieser vergifteten Einladung: “Gerhar…

  2. WebSozisBlog 25. Juli 2005 · 17:06 Uhr

    Wo ist Merkel?

    An sich ist es ja für mich ein guter Abend vor dem Fernseher, wenn ich in den Nachrichten sowenig Merkel wie möglich sehen muss. Doch fällt mir auf, dass seit der Vorstellung des Mehrwertsteuererhöhungs-Wahl-Programms der Union die Medienpräsenz der Ka…

  3. Sozialdemokrat für Oskar 26. Juli 2005 · 18:18 Uhr

    „Hat Angela Merkel Angst vor TV-Duellen mit Schröder?“

    Mag sein. Wie wärs stattdessen mit einem TV-Duell Merkel-Lafontaine?

    Die SPD spielt nämlich in den neuen Bundesländern keinerlei Rolle mehr, und selbst die CDU ist der Partei Lafontaines laut Umfrageergebnissen unterlegen.
    SPD und Union müssen sich folglich mit der Realität abfinden, daß die WASG/Linkspartei stärkste Kraft im Osten ist.

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,366031,00.html

  4. dieter 27. Juli 2005 · 6:46 Uhr

    Ja, Sie macht sich in die Hose. Schon Rolle Rüttgers hat sich gut versteckt und die „aufgeklärten“ Wähler haben ihn und seine Bande gewählt. Aber nur mit Hilfe der Protestler -Arbeiter und Arbeitslose- . Dieter

  5. Sozialdemokrat für Oskar 27. Juli 2005 · 8:37 Uhr

    Jawohl, Dieter — wenn nur nicht diese aufmüpfigen Arbeiter und Arbeitslosen wären, dann hätte Gerd noch weitere vier Jahre Sonnenkönig spielen dürfen.
    So ein Pech aber auch, daß wegen dieser Penner der Schröder sein Zepter auch noch vorzeitig abgeben muß!

  6. hans 7. August 2005 · 11:59 Uhr

    Ich sehe im Programm der CDU nur „wischiwaschi“-Platitüden.Frage mich, warum in Ostdeutschlands Landesregierungen bei insgesamt weniger als 5 Prozent Christenanteil in der Bevölkerung mehr als 50 Prozent aller Ministerposten von Katholiken besetzt werden.Haben damit vielleicht auch die Millionen EURO – trächtigen Zusagen(Subventionen)zwischen dem „Heiligen Stuhl“ und den Länderregierungen zu tun.

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.