Nun ist es da, das Sommerloch. Ein Teil der HauptdarstellerInnen des politischen Betriebs weilt im verkürzten Urlaub, von Norderney bis in die Toskana, während andere, wie Angela Merkel, Hans Eichel und Guido Westerwelle die Zeit nutzen, um in Bayreuth über den roten Teppich zu defilieren und sich der Hochkultur zu widmen.
Nun bin ich kein Opernkenner und war auch nicht da, aber die Aufführung von Wagners „Tristan und Isolde“ ist vom Publikum ausgebuht und von den Feuilletonisten verissen worden. Unterstellen wir mal, die meisten konnten sich von der mangelhaften Qualität, insbesondere der Regie, überzeugen, da sie wenigstens bis zur ersten Pause geblieben sind, dann war es vermutlich für das gestresste politische Personal eher eine Enttäuschung.

Und nun diese Meldung: Heino, der deutsche Ur-Barde, empfiehlt sich selbst als (überparteilicher) Volksliedgut-Beauftragter unter einer neuen Regierung. Jetzt, da er seine aktive Sangeskarriere beendet hat, zieht es ihn offensichtlich in die Politik. So liege es ihm besonders am Herzen, dass an den Schulen wieder vermehrt Volkslieder gelehrt werden.

Während die Entscheidungselite der Republik also noch unter dem Schock einer üblen Opernaufführung steht und sehnsüchtig „Schwarz-Braun ist die Haselnuss“ murmelt, bringt Heino sich als Beauftrager für das deutsche Volkslied ins Spiel. Mit einem Mann, der mit solch einem politischen Instinkt ausgestattet ist, muss man wohl noch rechnen. Und ich such‘ jetzt mal lieber meine Mundorgel raus.


Du kannst die Kommentare zu diesen Artikel durch den Kommentar-Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

5 Kommentare

  1. Nobbi 27. Juli 2005 · 13:25 Uhr

    Am besten üben wir dann schonmal ein Wanderlied. Für’s Auswandern *g*.

  2. ... just another weblog 27. Juli 2005 · 13:33 Uhr

    Schmarotzer

    Allzu viel Kohle kann Heino in seinem Leben wohl nicht verdient haben (oder er hat die ganze Kohle längst wieder unters Volk gebracht), ansonsten würde er sich wohl kaum anbiedern von der nächsten Bundesregierung (egal welcher Couleur) durchgefüttert zu

  3. Fredson 27. Juli 2005 · 15:41 Uhr

    @ergot: Ich hab‘ kurz d’rüber nachgedacht, aber dann doch verzichtet, diese Geschichte zu erwähnen. :-)

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.