DIHK-Präsident Braun forderte heute eine bundesweiten Ausbildungsvergütungbasis von 270 Euro und längere Arbeitszeiten für Jugendliche. Von Seiten des Bundessozialministeriums wird diese Forderung kritisiert. Das Ministerium weist daraufhin, dass eine Kürzung der Ausbildungsvergütungen würde den Sozialsystemen mehr als zwei Milliarden Euro Einnahmen entziehen. Allein der Rentenversicherung würden dann pro Jahr 1,3 Milliarden Euro an Beiträgen fehlen. Den Ministeriumsangaben zufolge liegt die durchschnittliche Ausbildungsvergütung bei 580 Euro pro Monat.

Ich kann nicht verstehen, wie man so etwas fordern kann. Wenn wir ehrlich sind, leisten Auszubildende meistens mindestens genauso viel, wie es AUsgelernte Kräfte tun und sind mit ihren bisherigen Ausbildungsvergüterungen schon äußerst günstig. Von den vielen Praktikanten, die auch noch umsonst arbeiten, will ich da gar nicht erst anfangen.


Du kannst die Kommentare zu diesen Artikel durch den Kommentar-Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

8 Kommentare

  1. Sozialdemokrat für Oskar 30. Juli 2005 · 19:45 Uhr

    Thorres, Du fragst: „Ich kann nicht verstehen, wie man so etwas fordern kann.“

    Brauchst Du auch nicht, denn wenn Kanzler Schröder noch lange genug seine Herrschaft ausgeübt hätte, dann hätte er den Vorschlag des DIHK-Präsidenten Braun ohne mit der Wimper zu zucken in die Praxis umgesetzt. Und Deinem obersten Anführer gegenüber wirst Du es wohl niemals wagen, zu widersprechen.

    Habt Ihr Schein-Sozis denn noch immer nicht kapiert, daß Euer über alles geliebte Gerd ausschließlich den Interessen der Wirtschaftsverbände dient während er sich einen Dreck um Arbeiter, Angestellte, Auszubildende, Studenten, Schüler, Rentner und Kinder schert?!

  2. Jens - politikinside-Team 30. Juli 2005 · 20:10 Uhr

    Also du kriegst nichts zu futtern@Troll *g*

    Es ist schon komisch, was die Arbeitgeberverbände und DIHK vorschlagen, wenn es mal wieder mehr Ausbildungswillige und zu wenig Stellen gibt. Erst sind die Ausbildungsvergütungen zu hoch, dann liegts an der Unfähigkeit der Bewerber, dann heißt es die haben kein Interesse an einer Ausbildung *blabla*

    Okay bei manchen Jugendlichen liegts wirklich an den Leuten selbst, dass sie keine Stellen bekommen. Es gab bei uns eine Ausbildungsmesse und unsere Firma war auch mit einem großen Stand dort vertreten. Die meisten haben sich weniger für die Ausbildungsmöglichkeiten in unserem Unternehmen interessiert, sondern wollten nur am Gewinnspiel teilnehmen und wenn man versuchte sie in ein Gespräch zu verwickeln, hatten die kein Interesse.

    Aber oft liegt es an den Unternehmen, dass die nicht ausbilden und erst zuschlagen, wenn die Leute ausgebildet sind und schnappen dem Ausbildungsbetrieb die Leute weg.

    Leider muss ich auch unseren Bundesgerd kritisieren, das Projekt „Ausbildungsabgabe“ hätte weiterverfolgt werden müssen. Es hätte so gestaltet werden müssen, dass es nicht erst durch den Bundesrat gemusst hätte, denn dort war das Nein schon absehbar. Aber Clement lässt sich lieber mal wieder von der Wirtschaft einnullen, anstatt wirklich etwas für die Jugendlichen zu tun.

  3. Lilli Marleen 30. Juli 2005 · 21:22 Uhr

    Azubis leisten so viel wie Ausgelernte – ja, meistens am Ende der Ausbildung, aber sicher nicht in den ersten zwei Dritteln. Da kosten sie schon ne Menge Geld und Ressourcen, weil sich einfach mehr Leute drum kümmern müssen.
    Das ist aber auch in Ordnung.
    Und anstatt die Ausbildungszeiten noch zu verlängern, müssen wir – Demographie im Auge – bald über viel kürzere und verdichtete Ausbildungen nachdenken. Ich könnte mir auch vorstellen, dass wir in einigen Bereichen das duale Ausbildungssystem mal kritisch hinterfragen (also ich hab in der Berufsschule nicht wirklich viel gelernt, was ich im Job brauchen konnte oder jetzt kann).
    Anyway, jedenfalls ist es eine Frechheit, den Azubis die Kohle wegnehmen zu wollen.
    Ich fürchte nur, sie werden keine große Lobby haben, weil auch die Jusos sich lieber um Studierende kümmern als um Azubis.

  4. Jens - politikinside-Team 30. Juli 2005 · 22:51 Uhr

    Na Lilli dann komm mal in meine Firma *g*
    Der Kollege ist krank und ich darf die Abteilung alleine schmeißen und dabei bin ich noch im ersten Ausbildungsjahr ;-)

    Also ich hab eher ne positive Erfahrung gemacht mit der Berufsschule, nur die unwichtigen Nebenfächer wie Sport oder Religion nerven mich. Aber in den Hauptfächern habe ich schon einiges gelernt, was ich auch schon während der Arbeit anwenden konnte.

  5. Bürger 31. Juli 2005 · 0:39 Uhr

    Kein Wunder, dass eine Großzahl an Betrieben nicht ausbildet.

    Vielen ist es einfach zu teuer (Nutzen/Kosten-Abwägung), darüberhinaus haben einige schon schlechte Erfahrungen mit Auszubildenden gemacht. Viele Betriebe finden nicht geeignete Leute. Schlechte Bildung, Unpünktlichkeit, geringes Interesse, … wird sehr oft beklagt.

    Eine Ausbildungsplatzabgabe halte ich daher schlicht für falsch.

  6. Jens - politikinside-Team 31. Juli 2005 · 11:13 Uhr

    Aha da haben wir ja schon einen Vertreter der Es-Liegt-Nur-An-Den-Jugendlichen-Lüge.

    Es ist komischerweise die Standard-Ausrede um keine Azubis einzustellen. Es gibt eine Probezeit von 3 Monaten und schon da sollte einem Ausbildungsbetrieb klar werden, ob jemand geeignet ist oder nicht.

    Und es bilden immer mehr mittelständische Unternehmen aus, die sich eine Ausbildung eigentlich nicht leisten können. Und solche Unternehmen sollten unterstützt werden und dies sollte über die Ausbildungsabgabe erfolgen. Deshalb muss es die geben.

    Und selbst mit einem Super-Zeugnis hat man heute schlechte Chancen eine Stelle zu bekommen. Ich hab ein gutes Fachabitur, „stand“ aber trotzdem 3 Jahre lang auf der Straße und habe nur Absagen kassiert und diese Erfahrung haben viele von meinen Freunden gemacht und da zieht die Standardantwort „Die Jugendlichen“ sind schuld nicht. Und selbst wenn die Jugendlichen schulische Defizite hat, sollte man ihnen eine Chance geben. Es gibt „ausbildungsbegleitende Hilfe“, die den Unternehmen nichts kostet und vom Staat bezahlt wird. Und sobald dieses Angebot besteht, sind die Unternehmen oft auch bereit ein Ausbildungsverhälntnis einzugehen. So war es bei einem Bekannten von mir… Er hatte nen Praktikum bei einem Fleischer gemacht, der konnte sich eine Ausbildung allerdings nicht leisten, mein Bekannter hat sich an die Arbeitsagentur gewendet und jetzt bekommt der Fleischer Unterstützung von der Agentur.

    In 10 Jahren können wir hier die Lichter ausmachen, weil es einen Fachkräftemangel gibt und da ist die Wirtschaft selbstverantwortlich!

  7. Sozialdemokrat für Oskar 31. Juli 2005 · 21:54 Uhr

    @ Jens

    Falsch. Es wird keinen Fachkräftemangel geben, weil bald Millionen von hochqualizierten Arbeitern aus den osteuropäischen EU-Beitrittsländern den deutschen ‚Arbeitsmarkt‘ überschwemmen werden.
    Unsere patriotischen Arbeitgeber können sich dann die Rosinen herauspicken für nen Äppel und nem Ei. Im Klartext: Für 2€ bis 3€ Stundenlohn brutto = netto dürfen Unternehmer einen Ungaren oder Polen buchstäblich ausbeuten (völlig ‚legal‘). Wird übrigens heute schon teilweise praktiziert (‚legale‘ Scheinselbständige u.a. in Schlachthöfen).

    Schröder wird als der wirkungsvollste Erfüllungsgehilfe der Wirtschaftsverbände in die deutsche Geschichte eingehen. . .

  8. Massimo 14. Dezember 2005 · 13:09 Uhr

    Die Politiker können da gut reden, sie haben doch ihren monatliches gehalt und verlangen immer mehr von der Bevölckerung. egal was kommt immer wenn die Politiker einen fehler machen oder etwas machen das nur schulden macht, müssen wir das ausbaden. aber diesmal nicht sollte das zu treffen das jetzt sogar an das gehalt von Auszubildenden gehen werde nicht nur ich sondern auch all die Eltern schreien die ihr 16 Jähriges Kind das Vesper morgers machen weil sie ja genauso lange Arbeiten müssen wie ein Ausgebildeter (8 Stunden im Durchschnitt)und müssen in den meisten Betrieben auch noch die Trecksarbeit machen z.B. Werkstadt putzen. Dann können die Eltern auch kein Taschengeld mehr Zahlen, wiel sie wie 75% der Bevölckerung in Deutschland Geldproblemme haben vovon soll ein Jugendlicher dann noch leben?? Den zu den hohen preisen heutzutage kann man nie und nimmer mit 270 ein ganzen Monat leben. Vor allem nicht wenn sie einen Teil ihres Lehrlingsgehaltes auchnoch zuhause abgeben müssen. Politiker werden gewählt das es den Leuten in Deutschland gut geht und nicht um noch mehr Geld zu vordern. Und laut den neuesten umfragen will jedes Veantwortungsbewuste Elternteil nicht das jemand an das gehalt von ihrem Kind geht, sonder wollen das Politiker auch mal auf ein teil von ihrem gehalt verzichten so wie jeder aundere auch. Weil was denken die wer die sind???

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.