
Ich persönlich warte da jetzt schon eine ganze Weile drauf und endlich ist er da: Der Blog der Süddeutschen Zeitung. Bernd Graff nennt das Ganze Netztagebücher und erläutert das Konzept hinter dem Blog:
Die Redakteure der Süddeutschen Zeitung und von sueddeutsche.de, die ab jetzt unter http://blog.sueddeutsche.de publizieren werden, bedienen damit auch jene Netz-Text-Genres, die man neuerdings als Graswurzeljournalismus bezeichnet. Doch um anwachsende Geschwätzigkeit geht es hier nicht. Vielmehr tragen wir der Tatsache Rechnung, dass immer wesentlich mehr Informationen um professionelle Journalisten schwirren, als selbst in eine große Tageszeitung passen. Und weil die Süddeutsche eine Autoren-Zeitung ist, haben wir Autoren der Süddeutschen gebeten, die Leser, also Sie, in persönlichen Blogs an diesen mitunter irren Info-Zirkulationen teilhaben zu lassen. Dazu haben wir nicht deren angestammte Ressorts im Netz widerspiegeln wollen, sondern jeden Autor gebeten, ihre nun in loser Folge eingehenden Beiträge unter ein selbst gewähltes Dach zu stellen. Schon, um nicht den Verdacht aufkommen zu lassen, lediglich weitere Kolumnen im Netz zu produzieren, die so auch in der Zeitung zu finden sein könnten. “Ich verstehe”, hat einer der künftigen Mit-Blogger gesagt, als man ihm das Projekt vorstellte: “Es wird eher schnell und schmutzig.” Er hat verstanden.
Die ersten Einträge zu allen möglichen Themen sind auch schon da und das sieht schon gar nicht schlecht aus, kommt mir persönlich aber eine Spur zu seriös daher. Mal sehen, was noch kommt
via lummaland
In diesen Minuten fegt der Hurrikan “Katrina” über New Orleans in den USA hinweg. Jene, die fliehen konnten, sind geflohen. Andere blieben zu Hause und schreiben in Blogs über ihre Erlebnisse. Falls ihr euch aus erster Hand über die Ereignisse in den USA informieren wollt, hat Spiegel Online einige der Blogs zusammengestellt.
Auch Kajo Wasserhövel fand den CDU-Parteitag in Dortmund alles andere als spannend:
Nun der CDU-Parteitag in Dortmund. Ein weitere Schritt zur Amerikanisierung des Wahlkampfes der Union. Die Ministerpräsidenten dürfen aufmarschieren und ihre Sprüche aufsagen. Auch hier wieder der Versuch, nicht über die Themen und die Vorschläge des Unionsprogramms zu reden.
Die Union will die Arbeitnehmerrechte platt machen. Dabei würde der gewünschte Koalitionspartner FDP gerne helfen, der die Kolleginnen und Kollegen in den Betriebsräten sowieso nur für eine Plage hält.
Die Union will die Binnenkonjunktur mit einer Erhöhung der Mehrwertsteuer abwürgen.
Die Union will die paritätische Finanzierung des Gesundheitswesens mit der Einführung der Kopfpauschale beenden.
Die Union will die Besteuerung nach der Leistungsfähigkeit beenden und die Steuererleichterungen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer abschaffen.
Die Union will den Wiedereinstieg in die Atomenergie.
Die Union will die souverände Friedenspolitik Deutschlands nicht mehr.Um das und noch viel mehr geht es am 18.September. Und es geht um die Frage, wer hat die Statur, Deutschland zu regieren – Gerhard Schröder oder Frau Merkel.
Auf den Seiten von wahlblog05.de habe ich gerade einen interessanten Kommentar von Klaus Staeck gefunden, der sich mit dem anscheinend seltsamen Widersprüchlichkeiten des Wählers 2005 beschäftigt:
Und was macht das liebe Wahlvolk? Am 24. August meldete dpa: „Von einer Regierungsübernahme durch die Union erwartet die Bevölkerung vor allem Belastungen durch Steuererhöhungen und die Einschränkung von Arbeitnehmerrechten und Krankenkassenleistungen.“ Die uns in immer schnellerer Folge belästigenden Umfragen behaupten derzeit jedenfalls, dass diese höchst negative Erwartung auch noch gewählt wird.
Auf der Fahrt zu einer Veranstaltung ins Ruhrgebiet stellte mir ein Zugbegleiter die scheinbar einfache Frage, wie es käme, dass sich all jene, die von Schröder den eigenen kleinen Finger verletzt sehen, nun ausgerechnet die wählen wollen, die gleich die ganze Hand abhacken. Etwas hilflos habe ich mich nur mit einem Hinweis auf die PISA-Studie gerettet.