Archiv: August 2005

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Vor etwa einer Stunde hat der Bundesparteitag der SPD hier im Estrel Convention Center in Berlin angefangen. Ich bin spät dran, weil wir technische Probleme hatten, aber jetzt geht es endlich los. Hier sind etwa 2.500 Delegierte, Politiker und Freunde der SPD zusammen gekommen, um die heiße Phase des Wahlkampfs einzuläuten. Wir erwarten Reden von Gerhard Schröder und Franz Müntefering.

Update 12:45
Was ihr bisher verpasst habt:
Klaus Wowereit, seines Zeichens natürlich Bürgermeister von Berlin, hat als Gastgeber bisher einige Initiativen für Gerhard Schröder vorgestellt. Tim Renner, Chef von Motor Music, lobte besonders einen Standortvorteil von Deutschland: „Als Unternehmer habe ich in deutschland einen großen Standortvorteil: Keinen Krieg. Mit Angela Merkel wäre dieser Vorteil dahin.“
Anschließend kam die Initiative „Frauen für Gerhard Schröder“ zu Wort. „Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer und eine kanzlerkandidatin noch keine Frauenpolitik. Wir haben 299 Wahlkreise und für die SPD treten in 104 davon Direktkandidatinnen an, doppelt soviel wie bei der CDU.“


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Die SPD hat zum ersten Mal zahlreiche Blogger zum SPD-Bundesparteitag nach Berlin eingeladen, um von dort zu berichten.
Erstes Fazit (von mir, der nicht in Berlin war): es hat sich gelohnt. Und reine Hofberichterstattung war es auch nicht. In den Blogs ist mehr und vor allem anderes zu erfahren als in den Agenturen.
Aber lest selbst:

spreeblick wartet mit einem Liveticker auf, der sich automatisch aktualisiert. Schick, auch wenn es mit den Umlauten noch etwas hapert und ich von Zeit zu Zeit eine Fehlermeldung bekomme.
Sind aber eine Menge von Eindrücken vom Parteitag zusammengekommen.

Tradition hat schon die Live-Berichterstattung der Websozis. Die schreiben so schnell, als hätten sie die Redemanuskripte des ganzen Parteitages bereits vorliegen.

Beim wahlblog05 gibt es sogar einen Bericht vom morgendlichen Zähneputzen und natürlich auch vom Parteitag.

Bei Nico Lumma gibt es einen ersten Bericht mit ein paar Insider-Infos von der Pressetribüne. Und natürlich auch Fotos.
Und wie immer ist sein Blog reduziert fotolastig.

ix von wahlblog.de wünscht sich Gerhard Schröder als Blogger und würde auch mal gerne interviewt werden.

Thomas Praus liefert in seinem Blog „Thomas Wahlkampfnotizen“ Eindrücke vom Parteitag und den Reden.

Etwas launische, aber sehr lesenswerte (und sehr viele) Beiträge liefert Don Dahlmann.

Bemerkenswert ist, dass Flickr fast von allen genutzt wird. Deshalb hier eine Übersicht über die verschiedenen Fotogalerien:
Thomas Wahlkampfnotizen
Spreeblick
Nicco Lumma
Don Dahlmann
Jusos Hamburg


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Alle, die nicht in Berlin sind, können den SPD-Parteitag jetzt live bei Phoenix im Fernsehen verfolgen.


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Morgen findet der große SPD-Wahlparteitag in Berlin statt. Ich habe das Vergnügen, da hinzufahren und darüber hier im Blog berichten zu dürfen.
Aber ich werde wohl nicht der einzige sein, der von dort berichtet. Laut einer Pressemitteilung der Bundes-SPD kommen da nämlich noch ein paar mehr hin. Die ganze Pressemitteilung:


300805_Kati-Wilhelm.JPG„Die Probleme der Menschen in Ostdeutschland müssen von den Politikern ernst genommen werden. Die Lebensverhältnisse dort sind auch nach über 15 Jahren deutsche Wiedervereinigung immer noch nicht gleichwertig mit denen in den alten Bundesländern. Deshalb muss auch weiterhin auf die vorhandenen Probleme besonders eingegangen werden.“

via SPD.de


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Ich persönlich warte da jetzt schon eine ganze Weile drauf und endlich ist er da: Der Blog der Süddeutschen Zeitung. Bernd Graff nennt das Ganze Netztagebücher und erläutert das Konzept hinter dem Blog:

Die Redakteure der Süddeutschen Zeitung und von sueddeutsche.de, die ab jetzt unter http://blog.sueddeutsche.de publizieren werden, bedienen damit auch jene Netz-Text-Genres, die man neuerdings als Graswurzeljournalismus bezeichnet. Doch um anwachsende Geschwätzigkeit geht es hier nicht. Vielmehr tragen wir der Tatsache Rechnung, dass immer wesentlich mehr Informationen um professionelle Journalisten schwirren, als selbst in eine große Tageszeitung passen. Und weil die Süddeutsche eine Autoren-Zeitung ist, haben wir Autoren der Süddeutschen gebeten, die Leser, also Sie, in persönlichen Blogs an diesen mitunter irren Info-Zirkulationen teilhaben zu lassen. Dazu haben wir nicht deren angestammte Ressorts im Netz widerspiegeln wollen, sondern jeden Autor gebeten, ihre nun in loser Folge eingehenden Beiträge unter ein selbst gewähltes Dach zu stellen. Schon, um nicht den Verdacht aufkommen zu lassen, lediglich weitere Kolumnen im Netz zu produzieren, die so auch in der Zeitung zu finden sein könnten. „Ich verstehe“, hat einer der künftigen Mit-Blogger gesagt, als man ihm das Projekt vorstellte: „Es wird eher schnell und schmutzig.“ Er hat verstanden.

Die ersten Einträge zu allen möglichen Themen sind auch schon da und das sieht schon gar nicht schlecht aus, kommt mir persönlich aber eine Spur zu seriös daher. Mal sehen, was noch kommt

via lummaland


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Generationengerechtigkeit – Na klar!

Dass man mit flotten Sprüchen schnell Schlagzeilen und Karriere machen kann, hat der JungeUnion-Vorsitzende Philipp Mißfelder ja bewiesen. Doch manchmal wird das auch zum Bumerang. „Ich halte nichts davon, wenn 85-Jährige noch künstliche Hüftgelenke auf Kosten der Solidargemeinschaft bekommen. Das ist eine reine Frage der Lebensqualität. Das klingt jetzt zwar extrem hart, aber es ist doch nun mal so: Früher sind die Leute auch auf Krücken gelaufen“, so Mißfelder in einem Interview mit dem Tagesspiegel am 03.08.2003. Heute windet er sich um diese Aussage herum und will alles anders verstanden wissen. Doch bei allen Gesprächen in meinem Wahlkreis wird deutlich, dass die Menschen das nicht vergessen haben und sich nicht hinters Licht führen lassen.

Was wir unter einem sozial gerechten Gesundheitssystem verstehen, werden wir am Samstag mit einem Generationentag verdeutlichen. Zusammen mit 50 Jusos werde ich für die Bürgerversicherung in Recklinghausen, Waltrop und Castrop-Rauxel werben. Und unsere Seniorinnen und Senioren der AG 60plus sind mit dabei.

Marktradikalismus auf der einen Seite und eine solidarische Abdeckung von Lebensrisiken auf der anderen. Das sind die Alternativen am 18. September. Und die Menschen wissen das auch.


In diesen Minuten fegt der Hurrikan „Katrina“ über New Orleans in den USA hinweg. Jene, die fliehen konnten, sind geflohen. Andere blieben zu Hause und schreiben in Blogs über ihre Erlebnisse. Falls ihr euch aus erster Hand über die Ereignisse in den USA informieren wollt, hat Spiegel Online einige der Blogs zusammengestellt.


Auch Kajo Wasserhövel fand den CDU-Parteitag in Dortmund alles andere als spannend:

Nun der CDU-Parteitag in Dortmund. Ein weitere Schritt zur Amerikanisierung des Wahlkampfes der Union. Die Ministerpräsidenten dürfen aufmarschieren und ihre Sprüche aufsagen. Auch hier wieder der Versuch, nicht über die Themen und die Vorschläge des Unionsprogramms zu reden.
Die Union will die Arbeitnehmerrechte platt machen. Dabei würde der gewünschte Koalitionspartner FDP gerne helfen, der die Kolleginnen und Kollegen in den Betriebsräten sowieso nur für eine Plage hält.
Die Union will die Binnenkonjunktur mit einer Erhöhung der Mehrwertsteuer abwürgen.
Die Union will die paritätische Finanzierung des Gesundheitswesens mit der Einführung der Kopfpauschale beenden.
Die Union will die Besteuerung nach der Leistungsfähigkeit beenden und die Steuererleichterungen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer abschaffen.
Die Union will den Wiedereinstieg in die Atomenergie.
Die Union will die souverände Friedenspolitik Deutschlands nicht mehr.

Um das und noch viel mehr geht es am 18.September. Und es geht um die Frage, wer hat die Statur, Deutschland zu regieren – Gerhard Schröder oder Frau Merkel.


Auf den Seiten von wahlblog05.de habe ich gerade einen interessanten Kommentar von Klaus Staeck gefunden, der sich mit dem anscheinend seltsamen Widersprüchlichkeiten des Wählers 2005 beschäftigt:

Und was macht das liebe Wahlvolk? Am 24. August meldete dpa: „Von einer Regierungsübernahme durch die Union erwartet die Bevölkerung vor allem Belastungen durch Steuererhöhungen und die Einschränkung von Arbeitnehmerrechten und Krankenkassenleistungen.“ Die uns in immer schnellerer Folge belästigenden Umfragen behaupten derzeit jedenfalls, dass diese höchst negative Erwartung auch noch gewählt wird.

Auf der Fahrt zu einer Veranstaltung ins Ruhrgebiet stellte mir ein Zugbegleiter die scheinbar einfache Frage, wie es käme, dass sich all jene, die von Schröder den eigenen kleinen Finger verletzt sehen, nun ausgerechnet die wählen wollen, die gleich die ganze Hand abhacken. Etwas hilflos habe ich mich nur mit einem Hinweis auf die PISA-Studie gerettet.


Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.