Nachdem bereits der CDU-Innenminister Jörg Schönbohm mit seiner „DDR“-Äußerung nach den Babymorden für Empörung gesorgt hatte, hat nun der nächste Unions-Politiker für Aufsehen gesorgt und auch jetzt sind wieder die Ostdeutschen das Ziel.

Der CSU-Chef und bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber hatte auf einer Wahlkampfveranstaltung in Baden Würrtemberg, am letzten Donnerstag, folgendes gesagt: „Ich akzeptiere nicht, daß erneut der Osten bestimmt, wer in Deutschland Kanzler wird. Es darf nicht sein, daß die Frustrierten über das Schicksal Deutschlands bestimmen.“

„Wir haben leider nicht überall so kluge Bevölkerungsteile wie in Bayern“, sagte Stoiber
nach Angaben von B5 aktuell weiter.

Ich frage mich, warum die Union im Moment eigentlich alles tut, um von den Wähler im Osten unseres Landes nicht gewählt zu werden. Ich meine, mir ist es ja recht so.

Übrigens: Unterdessen forderte die ostdeutsche SPD-Landesgruppe im Bundestag Stoiber auf, sich für seine Äußerung über das Wahlverhalten der Ostdeutschen zu entschuldigen.

Update 12:48
Auch in der Schweiz nimmt man das Ganze kopfschüttelnd zu Kenntnis.

Update 12:55

Die Websozis verarbeiten das Ganze in Anspielung auf die ostdeutsche Herkunft von Angela Merkel folgendermaßen:
frust.gif


Du kannst die Kommentare zu diesen Artikel durch den Kommentar-Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

19 Kommentare

  1. Wahlen 11. August 2005 · 12:53 Uhr

    Vom „Schwarzen Grat“ ins Schwarze Loch

    Während einer Bergwanderung tritt Edmund Stoiber, Ministerpräsident von Bayern, alles platt. Sogar die plattgetretenen Ostdeutschen sind platt.

    Zum Thema passend

    Ausgewählt

    Aus externen Quellen ha- ben wir für nebenstehenden…

  2. Timos Homepage 11. August 2005 · 13:02 Uhr

    Stoiber akzeptiert Wähler Ostdeutschlands nicht!

    Nach Merkel und Schönböhm legt nun Stoiber legt nun Stoiber einen furiosen Wahlkampfauftritt hin:
    “Dass in den neuen Ländern die größten politischen Versager, Gysi und Lafontaine, rund 35 Prozent Wählerstimmen erzielen könnten, das ist für mich …

  3. Jens - politikiside 11. August 2005 · 13:02 Uhr

    Da fehlt ein „gesorgt“ in dem ersten Satz ;-)

  4. Thorres 11. August 2005 · 13:17 Uhr

    Stimmt. Danke schön.

  5. Torsten-Hofer.de | Weblog 11. August 2005 · 14:07 Uhr

    Union verspielt Sieg – Rennen wieder offen

    Der sicher geglaubte Wahlsieg von CDU / CSU ist jetzt endgültig verspielt worden: Erst patzt Merkel, weil sie den Unterschied zwischen brutto und netto nicht kennt, dann beleidigt General Schönbohm alle Ostdeutschen, weil sie Kindsmörder sein, dann het…

  6. Piranhase 11. August 2005 · 14:53 Uhr

    Die Bayern lieben ihn trotzdem, den Herrn Ministerpräsidenten. Was liegt näher, als 2005 Schröder zu wählen. So bleibt Stoiber den Bayern erhalten und uns erspart…

  7. Tobias 11. August 2005 · 15:25 Uhr

    Hi Leute,

    der WDR hat auf seiner Homepage ziemlich dratisch dargestellt, warum die Bayern besser als wir NRWler sind….

    Sehts Euch mal an…:-)

  8. Jens - politikinside 11. August 2005 · 15:27 Uhr

    Man kann echt mit dem Kopf schütteln, was da derzeit bei der Union abgeht.

    Zwar sind solche Äußerungen in Bayern normal, war mal auf ner Wahlkampfveranstaltung von Ede (mit nem Jusos-T-Shirt *fg*) und auch dort sind deftige Sprüche gefallen, aber jetzt ist er endgültig übers Ziel hinausgeschossen.

    Naja und Söder gibt auch kein gutes Bild ab, obwohl hat er auch nie getan, das ist doch echt ne Ausrede, dass Ede „DieLinkspartei“ gemeint hat, vielleicht im zweiten Satz, aber im ersten hat er klar OSTDEUTSCHE gesagt! Pech Söder!

  9. Jens - politikinside 11. August 2005 · 15:30 Uhr

    *looooooooool*@WDR

    Aber dafür sieht die Frau besser aus als der Bayer ;-) Wir haben den Schönheitsbonus *hehe*

  10. liebchen@blog 11. August 2005 · 18:12 Uhr

    Ins Hirn geschiss…?

    Wir haben nun mal nicht überall so kluge Bevölkerungsteile wie in Bayern.
    Muschis Mann
    Edit: Der Stoiber-Rap von Antenne Bayern

  11. Benno 11. August 2005 · 19:50 Uhr

    Mal ganz abgesehen von den unsäglichen Aussagen gegen die Ostdeutschen hat Stoiber mit seiner Aussage „Wenn es überall so wäre wie in Bayern, hätten wir ja überhaupt keine Probleme. Nur, meine Damen und Herren, wir haben leider nicht überall so kluge Bevölkerungsteile wie in Bayern“ einen neuen Höhepunkt (oder besser gesagt: Tiefpunkt) bayerischer Überheblichkeit erreicht.

    Es ist doch schön, dass Bayern auf etlichen Gebieten so erfolgreich ist – aber Stoiber und Co. haben es bis dato noch nicht gelernt, mit diesem Erfolg vernünftig umzugehen und auf dem Boden zu bleiben. Anstatt dessen müssen wir uns schon seit Ewigkeiten immer diese ätzenden Besserwissereien von der anderen Seite des Weißwurstäquators anhören. Und das von einem Land, das sich nur mithilfe unserer Transferzahlungen in den 50er und 60er Jahren so gesundstoßen konnte…

    „Edelmann“, bleib mal besser bei deiner „Muschi“ in Wolfratshausen – ich glaube nämlich kaum, dass du es mit deinem Gewissen vereinbaren könntest, als gesamtdeutscher Minister auch für die „dummen und frustrierten Saupreißn“ zuständig zu sein.

  12. Piranhase 11. August 2005 · 19:54 Uhr

    Ihr Lieben, mein erstes Foto vom Kanzler ist online.
    Euer Piranh@se

  13. Stefan Herre 11. August 2005 · 20:21 Uhr

    Der 11. August 2005 steht exemplarisch für die Instrumentalisierung der SPD-eigenen Medien im Wahlkampf 2005. Es waren zwei Meldungen, die am Morgen dieses Tages aufhorchen ließen: „Stoiber attackiert den Osten“ und „Wirtschaft in Deutschland stagniert“. In der Rangfolge der Berichterstattung nahm die erste Meldung sogleich einen überdimensionalen Raum ein, war Top-Story in allen Radiostationen und Fernsehsendern. In Interviews gaben ostdeutsche Bürger sogleich ihre „große Bestürzung und Entrüstung“ zum Ausdruck, während die zweite – für Deutschland und gerade den Osten weitaus schicksalhaftere Meldung – gar nicht mehr oder nur noch am Rande auftauchte. Was war denn eigentlich so Schlimmes geschehen am Donnerstag, den 4. August im baden-württembergischen Argenbühl? Der bayrische Ministerpräsident warnte zurecht davor, dass die Ostdeutschen Gefahr laufen, gerade diejenigen wieder an die Macht zu bringen, die sie über Jahrzehnte mit Stacheldraht, Mauertoten und Unfreiheit geknechtet haben. Ein Hinweis, über den es sich lohnt, nachzudenken. Als am nächsten Tag, dem 5. August 2005, das dortige Regionalblatt „Der Westallgäuer“ unter der Überschrift „Auf die Alphörner folgt die Standpauke“ über den Stoiber-Auftritt berichtete, nahm auch noch kaum jemand Notiz davon. Erst eine Woche (!) später thematisierte die „Leipziger Volkszeitung“, die von der Leipziger Verlags- und Druckereigesellschaft verlegt wird, die wiederum zu 50 Prozent der im SPD-Teileigentum stehenden Verlagsgesellschaft Madsack gehört, die Stoiber-Sätze in großen Lettern. Die Skandalisierung folgte prompt: Führende ostdeutsche Sozialdemokraten verlangten eine sofortige Entschuldigung Stoibers. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Harald Ringstorff (SPD) empörte sich in besagtem SPD-Organ vom 11. August über den bayrischen Ministerpräsidenten: „Herr Stoiber war noch nie ein Freund des Ostens“. Die Medienmaschinerie nahm ihren gewohnten Lauf… Für mich als Bürger dieses Landes sind nicht Stoibers wachrüttelnde Äußerungen der eigentliche Skandal, sondern vielmehr die Medienkampagne, die von Seiten der SPD-eigenen Holding DDVG mit ihren über 70 deutschen Zeitungen, zwei Fernsehsendern und knapp 30 Radiosendern bewusst betrieben wird. Für ein demokratisches Land, das sich der „Pressefreiheit“ rühmt, ein äußerst bedenklicher Zustand.

  14. Benno 11. August 2005 · 20:42 Uhr

    @Stefan Herre:

    Ach Gottchen – es ist aber auch wirklich ein Kreuz mit unserer SPD-Diktatur namens „Deutschland“.

    Es ist ja auch nicht so, dass auch CDU-Politiker wie Eckhard Rehberg, Günter Nooke, Wolfgang Böhmer und Lothar de Maizière teilweise ebenso deutliche Kritik an Stoiber geübt haben wie wir es hier tun. Aber immer schön feste druff auf den politischen Gegner – wenn man nicht nur einen Splitter, sondern gleich einen ganzen Balken im Auge hat, fällt das ja auch besonders leicht.

  15. Jens - politikiside@blogg.de 11. August 2005 · 21:35 Uhr

    Ach da kommt der Unions-Huldigungsblog wieder ;-) Bei uns hat er den ellangen Artikel von Seinem Blog auch geschrieben ;-)

    Und irgendwie scheint der Herr an kritischen Äußerungen wohl nicht interessiert, denn mein Comment hat der einfach gelöscht!

    @Stefan Es wäre nicht schlecht, wenn du den wiederherstellen würdest! Dein Comment in unserem Blog war zunächst wegen einen Blogg.de-Bug nicht sichtbar!

  16. bembelkandidat aus mainhatten 12. August 2005 · 10:06 Uhr

    stoiber, der starrkopferte alt-frustrierte

    „wählerbeschimpfung ist das falsche“, meinte gestern abend sogar angela merkel in der zdf-sendung „berlin mitte“ und meinte weiter, alles, was dazu beitrage, daß deutschland „ehe…

  17. Anode 12. August 2005 · 10:25 Uhr

    Es ist einfach so, dass der Herr Stoiber, wie auch der Herr Rüttgers (das überlegen Christliche Weltbild…) ein sehr seltsames (vorsichtig vormuliert) Weltbild haben. Dieses wird nur deswegen nicht hinausposaunt, weil diese Herrschaften schlau genug sind zu wissen, dass sie dann schneller weg vom Fenster sind, als sie gucken können. Manchmal kommt es halt zu Vorschein, aber leider nicht deutlich genug. Das wird dann mit Worten wie „missinterpretation“ unter den Teppich gekehrt…

  18. Jens - politikinside@blogg.de 12. August 2005 · 14:06 Uhr

    Das ist eben die Standard-Reaktion der Union, wenn es unangenehm wird, heißt es plötzlich, man hat uns mißverstanden…

  19. rdh.twoday.net 12. August 2005 · 15:07 Uhr

    Edes Lach- und Sachgeschichten

    Ich akzeptiere nicht, dass erneut der Osten bestimmt, wer in Deutschland Kanzler wird. Es darf nicht sein, dass die Frustrierten

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.