Nach seinen Ostdeutschlandbeschimpfungen geht der CSU-Chef aus Bayern jetzt ein weiteres Mal in die Offensive. Über die Bild-„Zeitung“ forderte er den Linkspartei-Spitzenkandidaten Lafontaine zum Rededuell. Der rechtsfischende Linkspopulist nahm mit Vergnügen an. Bekommt er doch damit wieder einmal die Aufmerksamkeit, die er so dringend braucht.

Derweil gab es zwischen Stoiber und dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Wulff anscheinend schwere Kontroversen. Laut Tagesspiegel kritisierte Wulff dabei, dass sich Stoiber mit der öffentlichen Benennung von Mitgliedern des Wahlteams sich Kompetenzen anmaßen würde, die allein der Kanzlerkandidatin zustünden. „Außerdem forderte Wulff nach Berichten der „Bild am Sonntag“ und des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“, es müsse Schluss sein mit Angriffen aus der Schwesterpartei. Schlagzeilen wie „CSU kritisiert CDU“ verbitte er sich. Wulff habe Stoiber daran erinnert, wie loyal die CDU ihn 2002 als Kanzlerkandidat unterstützt habe. Die gleiche Loyalität erwarte er nun von der CSU.“

Alles in Allem macht Stoiber auf mich den Eindruck eines Mannes, der eingesehen hat, dass er politisch wahrscheinlich nicht mehr über Bayern hinauskommen wird und jetzt den politischen Rambo gibt. Er legt sich mit jedem, aber auch wirklich jedem an, bedient aber dabei seinen CSU-Wählerklientel. Lafontaine ist sicherlich froh, dass er seine Runkel mal wieder in eine Kamera halten darf.


Du kannst die Kommentare zu diesen Artikel durch den Kommentar-Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

5 Kommentare

  1. morten189 15. August 2005 · 13:19 Uhr

    schön, dass Sie zugeben, dass die SPD von rechtsfischenden Linkspopulisten geleitet wurde, zumindest zeitweise.
    Die grössten Kritiker der Elche …

  2. Thorres 15. August 2005 · 13:48 Uhr

    Jetzt werde ich schon gesiezt. So alt bin ich auch noch nicht.
    Klar hat der gute Oskar mal die SPD geleitet, vielleicht war er damals auch sogar mit etwas bösem Willen schon als Linkspopulist zu bezeichnen, was aber in dem großen Spektrum, das die SPD abdeckt, auch fast ok ist.
    Das er rechts fischt ist allerdings neu, und ich persönlich führe es auf die große Verbitterung zurück, die inzwischen in Oskar sein muss, weil die „alte Tante“ SPD nichts mehr mit ihm zu tun haben wollte.

  3. Mark 15. August 2005 · 13:59 Uhr

    Herrn Lafontaine als rechtsfischend zu bezeichnen zeigt nur Ihre Unsicherheit sich mit Ihm und seinen ursprünglichen SPD-Forderungen auseinanderzusetzen.
    Zudem ist diese Aussage unglaubwürdig und populistisch.

  4. Jens - politikinside@blogg.de 15. August 2005 · 14:12 Uhr

    @Mark Also ich bitte dich! Oskar hat mit seiner „Fremdarbeiter“-Äußerung klar am rechten Rand gefischt und sogar Beifall von NPD und Co. dafür bekommen.

  5. Sozialdemokrat für Oskar 15. August 2005 · 16:10 Uhr

    @ Thorres & Jens

    Ich zitiere Euch:

    „Oskar hat mit seiner „Fremdarbeiter“-Äußerung klar am rechten Rand gefischt. . .“

    und

    „. . .Das er [Oskar Lafontaine] rechts fischt ist allerdings neu. . .“

    Nicht neu (sh. sein Buch POLITIK FÜR ALLE, Kapitel V, S.232 ff. ‚Ausländer und wir‘) jedoch korrekt und auch explizit beabsichtigt:

    Lafontaine (und auch Gysi, der übrigens jüdischer Abstammung ist) kündigten nämlich an, bisherige NPD-Wähler für die Linkspartei gewinnen zu wollen.
    „Ich kämpfe um die“, sagte Gregor Gysi.

    Sowohl Gysi als auch Lafontaine sprachen sich in einem Interview dafür aus, mit der Forderung nach Schutz von Arbeitnehmern in Deutschland vor Konkurrenz aus dem Ausland auch um bisherige Wähler der NPD zu werben.

    An dieser Stelle sei Oskar zitiert: „Wir dürfen das Thema Schutz vor Billiglohnkonkurrenz nicht der NPD überlassen. Die NPD hat Probleme, wenn eine linke Partei konsequent Arbeitnehmerrechte vertritt. Das ist gewollt.”

    Zur Elaboration hier nun ein Exzerpt aus Oskars oben erwähntem Buch (S. 243, letzter Absatz):

    „Die forcierte Zuwanderung wird in Deutschland einzig von den oberen Zehntausend gefordert, die von deren Folgen gar nicht oder nur am Rande betroffen sind. Sie konkurrieren nicht um Arbeitsplätze im Niedriglohnbereich. Sie haben kein Problem, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Sie schicken ihre Kinder auch nicht auf Grundschulen, in denen die Zahl der Ausländerkinder überwiegt. Die deutschen Wirtschaftseliten exportieren Arbeitsplätze, weil in anderen Ländern die Löhne niedriger sind, und befürworten eine Zuwanderung, um das deutsche Lohnniveau zu drücken.“

    Im übrigen kann ich den Schröder-Fanatikern unter Euch Oskars Streitschrift für eine gerechte Gesellschaft wärmstens empfehlen, auf daß Ihr endlich aufwacht und Vernunft annehmt:

    Das Buch ist im ECON Verlag erschienen mit der ISBN Nummmer 3-430-15949-0

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.