20050820issuecov.jpgWenn wir Deutschen in einem richtig gut sind, dann ist das im Schlechtreden von uns selbst. Damit ist ab heute Schluß. Denn laut Spiegel Online haben wir ab morgen schriftlich, dass alles gut wird. Der „Economist“ bejubelt nämlich ab morgen die Stärke und Vorteile der deutschen Wirtschaft und titelt „Deutschlands überraschende Wirtschaft“.

Positiv beurteilt der „Economist“ auch die Sozialreformen der rot-grünen Bundesregierung (Agenda 2010). Vor allem die umstrittene Hartz-IV-Reform habe dazu geführt, dass es für 1,8 Millionen Langzeitarbeitlose inzwischen „weniger kuschelig“ zugehe.
(…)
Das Blatt kritisiert die Pläne von Kanzlerkandidatin Angela Merkel (CDU), die Mehrwertsteuer nach der Wahl um zwei Prozentpunkte zu erhöhen. „Deutschlands öffentliche Finanzen sehen grässlich aus, doch es ist zu früh, von Steuererhöhungen als Problemlösung zu reden. Unternehmens- und Einkommenssteuer müssen gesenkt und nicht angehoben werden.“

Endlich sagt (oder schreibt) das alles mal einer.


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4 Kommentare

  1. egrot 18. August 2005 · 23:03 Uhr

    tja, sieh mal einer an…

    Aber leider etwas spät würde ich sagen :-(

  2. berlinnil 22. August 2005 · 21:43 Uhr

    Hallo???

    Habt Ihr eigentlich mal die Artikel gelesen, die „The Economist“ veröffentlicht hat? Was bejubelt die SPD und die Bundesregierung da eigentlich?! Ein ausgesprochen neo-liberales, pro-Globalisierung eingestelltes Blatt! Vor dem großen Jubel wäre es vielleicht doch besser gewesen, die Artikel erst mal zu lesen, bevor man sich von dem Titelblatt mit dem muskelstrotzenden Bundesadler blenden lässt!

    Also. „The Economist“ stellt zunächst mal fest:

    „Europas größte Wirtschaft näherte sich im zweiten Quartal erneut dem Nullwachstum. Obwohl die Arbeitslosigkeit endlich zu sinken beginnt, liegt sie immer noch bei nahezu fünf Millionen, schockierenden 11,6 Prozent der arbeitenden Bevölkerung. Das fehlende Vertrauen in die Zukunft scheint die Konsumausgaben zu ersticken.“

    So stellt man es sich bei der SPD also vor, wenn von außen die deutsche Wirtschaft bejubelt wird. – Nüchterne Bestandsaufnahme wäre wohl treffender! Woran liegt es also, dass die Lage in Deutschland so besch… ist, wie sie ist? „The Economist“ kann das ganz genau erklären:

    „Die deutschen Arbeiter haben erst spät erkannt, dass Veränderungen wesentlich geworden sind, weshalb sie im Laufe des vorigen Jahres bereit waren, Innovationen wie stärker dezentralisierte Lohnverhandlungen, längere Arbeitszeiten und sogar Lohnkürzungen zu akzeptieren.“

    Na bitte, da haben wir es doch! An Nullwachstum und hoher Arbeitslosigkeit sind die „deutschen Arbeiter“ schuld, die so gerade noch die Kurve bekommen haben. Jubelt der DGB eigentlich genauso über diesen Beitrag im „The Economist“?

    Und wie beurteilt „The Economist“ das Ergebnis der wahrscheinlichen Bundestagswahlen am 18.9.?

    „Doch das Ergebnis wird fast sicher kein erneuter Sieg für Schröders Partei sein: Es wird entweder ein klarer Sieg für Merkel oder ein vertracktes Ergebnis, bei dem ihre Partei als stärkste abschneidet, doch in eine „Große Koalition“ mit Mitte-Links gezwungen wird.“

    So, so. Die SPD bejubelt also einen Artikel, in dem ihr schon mal voraus gesagt wird, dass sie den Wahlen verlieren wird?!

    Und was ist mit Hartz IV? Was erfährt der Langzeitarbeitslose, der keine Chance auf dem Arbeitsmarkt hat, wenn er die SPD fragt, warum er jetzt mit Sozialhilfeniveau auskommen muss?

    „Die radikalste Maßnahme war Hartz IV, eine Umstrukturierung des Arbeitslosengeldes und der Sozialversicherung. Vom Januar dieses Jahres wurden die Dinge für die 1,8 Millionen Langzeitarbeitslosen weniger kuschelig“.

    „Weniger Kuschelig“! Wird das der neue Slogan für die Wahlplakate der SPD? Vielleicht ein nettes Foto des Kanzler mit Familie und dem Slogan „Hartz IV – wir machen es weniger kuschelig für Sie. Und was machen die anderen?“

    Wenn sich die SPD von einem britischen Neo-Con-Blatt loben lässt, dann liest sich das so:

    „Hartz IV war kein völliger Erfolg. Es hat den diesjährigen Kosten der Regierung 8 Mrd. Euro hinzugefügt, aber nicht zur Schaffung vieler neuer Arbeitsplätze geführt. Allerdings hat es bewirkt, dass viele Beschäftigte die Folgen eines Arbeitsplatzverlustes stärker fürchten. Dies hat die Position der Firmen bei neuen Lohnverhandlungen gestärkt und die Macht der Gewerkschaften geschwächt.“
    „Ein Schwerpunkt der Agenda 2010 war ein Pakt zwischen Wirtschaft und Regierung, um mehr Arbeits- und Ausbildungsplätze zu schaffen. In Wirklichkeit hat das zu wenig geführt.“
    „Natürlich bedeuten ermutigende wirtschaftliche Zeichen nicht, dass Deutschland seine großen Strukturprobleme gelöst hat.“

    Glückwunsch, alte Arbeiterpartei SPD! Und weiter so!

    Übrigens: Die Artikel im „The Economist“ sind im Original und in der deutschen, quasi regierungsamtlichen Übersetzung nachzulesen: Einfach die pdf-Dateien anschauen auf http://www.bundesregierung.de/-,413.875193/artikel/The-Economist-Deutschlands-Wir.htm

  3. Ruhrpottler 24. August 2005 · 21:07 Uhr

    Hallo zusammen!

    So weit ist es in Deutschland also gekommen. Jetzt muß uns eine englische! Zeitschrift den nötigen Optimismus in unser Land geben. Es ist traurig mit zu erleben, wie negativ unser Volk über Deutschland denkt. Natürlich leben wir im moment in einer schwierigen Situation. Aber so schlecht wie alle sagen ist sie überhaupt nicht. Als Selbstständiger in der Gastronomie kann ich es jeden Tag miterleben. Die Gäste gaben in den vergangenden Jahren weniger Geld aus. Das ist richtig und war sehr schädlich für meine Branche. Aber in den letzten monaten erleben wir eine Trendwende. Solange meine Gäste Spaß daran haben, ihr hart verdientes Geld auszugeben, sitzt es relativ locker. Wir müssen nur wieder Spaß am Leben entwickeln. ich bin mir sicher, sobald ein positiver Schwung durch Deutschland geht, wird es uns allen bald wieder besser gehen. Außerdem muß man mal überlegen, auf welchen Niveau es uns angeblch so schlecht geht! Es gibt Länder, auch in Europa, die wären überglcklich mit der finanziellen Situation wie wir sie hier haben.
    Warum werden wieder viele Bürger nicht wählen gehen? Weil sie denken, es wird sich doch nichts ändern. Aber das ist falsch. Es wird sich was ändern. Gewinnt die CDU diese Wahl, also Koalition zwischen CDU und FDP, wird es bergab mit Deutschland gehen. Ich sage nicht das alles schlecht ist was die beiden Parteien möchten, aber vieles wird in die falsche Richtung gehen. Gibt es eine große Koalition, wird es das Gleiche in Grün (allerdings ohne Grün). Der Knackpunkt wäre halt Frau Merkel an der Spitze der Regierung. Deshalb kann die einzige Lösung nur Rot- Grün heißen! Natürlich hat auch diese regierung nicht alles richtig gemacht. Aber sie macht es besser als die andere Möglichkeit.
    Herr Schröder hat sich als wahrer Staatsmann gezeigt. Respekt habe vor der Entscheidung, nicht am Irak- Krieg teilzunehmen. Damit wurde den USA endlich einmal Paroli geboten. Es wurde Zeit daß Deutschland aus dem Schatten der USA tritt. Damit möchte ich nicht sagen daß wir uns gegen Amerika stellen sollten. Nein. Wir brauchen die USA als den starken Partner und Freund an unserer Seite. Aber auch die USA brauchen unsere Freundschaft. Nicht die von Deutschland, sondern von ganz Europa.
    Leute, ich sag euch nur eins. Macht am 18. september keinen folgenschweren Fehler. Damit verurteilt ihr euer Land, auf das man sehr stolz sein kann, zum Abstieg aus der Champions League.
    „The Economist“ hat übrigens Recht. Gebt euer Geld aus, hört auf so verbissen zu sparen. So wird es nämlich nicht besser. Konsumiert! Denn der private Konsum innerhalb Deutschland ist der Motor und unserer Wirtschaft. Es hat schon einmal geklappt, und es wird auch wieder klappen. Habt nur endlich Vertrauen in unser Vaterland, und hört auf an allem und jedem rum zu nörgeln…!!!

  4. Roihesse 16. September 2005 · 22:19 Uhr

    Ihr seid nicht auf dem neuesten Stand:

    Der ECONOMIST empfiehlt in seiner jüngsten Ausgabe, ANGELA MERKEL zur Kanzlerin zu wählen, insbesondere mit dem Hinweis, dass der Amtsinhaber eine schlechte Bilanz vorzuweisen hat.

    Wer den Artikel haben will, kann sich gerne an mich wenden.

    Time for a change
    Sep 15th 2005
    From The Economist print edition

    „On September 18th Germans should vote for the opposition candidate, Angela Merkel“

    Cheers
    Roi

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