Parallel zur Sendung „Sabine Christiansen“ begleitete merkel-tv.de das Ganze im Internet. Ein Auszug:

Angela Merkel behauptet bei „Sabine Christiansen“…

…es hätte im letzten Jahr eine gestiegene Jugendarbeitslosigkeit um 25 % gegeben.

Fakt ist:
Nie zuvor gab es in Deutschland eine solch intensive und an der individuellen Problemlage ausgerichtete Betreuung von arbeitslosen jungen Menschen. Seit März ist die Entwicklung positiv, und die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen ist um rund 127.500 zurückgegangen – das ist der höchste Rückgang der letzten Jahre. Die Betreuung und Vermittlung junger Menschen unter 25 Jahren hat im Rahmen der Arbeitsmarktreformen absolute Priorität. Noch nie zuvor haben dafür mehr Haushaltsmittel zur Verfügung gestanden als im Jahr 2005 mit 6,8 Milliarden Euro. Die Arbeitslosenquote Jugendlicher unter 25 lag im Jahresdurchschnitt 2004 bei 15,1 %, im Juni 2005 liegt sie aktuell bei 14,9%. Von einem Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit um 25% kann also keine Rede sein.

Schön, dass das alles Mal von Profis richtiggestellt wird.


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15 Kommentare

  1. Jens 22. August 2005 · 4:52 Uhr

    Das einzigste was die Schwatten nur können, ist schwarzmalen… Wie heißt es im Deutschland-Spot, so ungefähr: „Deutschland geht es ja so schlecht…“

  2. Sozialdemokrat für Oskar 22. August 2005 · 7:21 Uhr

    Hier nun zwei zum Thema passenden Exzerpte:

    „Rot-Grün galt lange als links. Viele Jugendliche haben SPD und Grüne wegen ihrer Wahlaussagen gegen den schwarz-gelben Sozialabbau unter Kohl unterstützt.
    Doch in sieben Jahren hat Rot-Grün nichts daran geändert, dass hunderttausende Jugendlich ohne Ausbildungs- und Arbeitsplatz dastehen. Unter Rot-Grün ist die Jugendarmut massiv gestiegen, und Bildung können sich wegen Elite-Unis und Studiengebühren bald nur noch Reiche leisten.“

    http://www.sozialismus-von-unten.de/lr/artikel_1538.html

    „In Berlin diskutierten etwa 40 Jugendliche mit Vertretern von PDS und WASG über ihre Erwartungen an das Linksbündnis. Mark Hagen vom Bundesvorstand der Jugendorganisation der Gewerkschaft ver.di sagte, ein großer Teil der aktiven Gewerkschafter begrüße die neue linke Alternative zu Rot-Grün und Schwarz-Gelb. Sie hätten es satt, dass Kollegen wie der DGB-Vorsitzende Sommer (SPD) gegenüber der Bundesregierung immer wieder klein beigeben statt Widerstand gegen Schröders Politik zu organisieren.

    Gemeinsam müsse man dafür kämpfen, dass Betriebe, die trotz steigender Gewinne immer weniger Ausbildungsplätze schaffen, endlich dafür zahlen müssen. Über 461.190 Jugendliche haben derzeit keine Lehrstelle.“

    http://www.sozialismus-von-unten.de/lr/artikel_1514.html

  3. Piranhase 22. August 2005 · 8:08 Uhr

    Frau Merkel will den Kirchhof, der einen 25-Prozent-Einheitssteuersatz befürwortet, zum Finanzminister machen. Hat jemand in der SPD – außer der Aussage, dass alles nicht finanzierbar ist – einmal ausgerechnet, was ein einheitlicher Steuersatz, der ja gestern nicht so richtig vom Tisch kam, für die Bezieher kleiner (und großer) Einkommen irgendwann einmal bedeuten kann, auch wenn das noch einige Zeit dauert? Wie hoch ist die Mehrbelastung bei 1000 oder 2000 Euro brutto? Was bleibt mehr bei 10.000 oder 20.000? Statt Richtigstellungen – auch auf der verlinkten Merkel-TV-Seite – vermisse ich Aufklärung, die der Wähler wirklich versteht. Zum Beispiel ein einfacher „Merkel-brutto-netto-Gehaltsrechner“, oder gibt es den schon? Was verdient der Nachtarbeiter weniger, wenn die Zuschläge wegfallen? Was verdient ein Pendler weniger, wenn die Union die Wahl gewinnt? Was die SPD „Gutes“ gemacht hat, interessiert doch niemanden. Das ist Schnee von gestern…

  4. Axel 22. August 2005 · 13:13 Uhr

    @ Piranhase

    Die Pendlerpauschale wird von der CDU von 30 Cent auf 25 Cent gekürzt und gleichzeitig bei 50km Entfernung gekappt.
    Das bedeutet, das Fernpendler zwischen 550€ und 1750€ im Jahr WENIGER von der Steuer absetzen können.
    Davon sind 30,3 Millionen Berufspendler betroffen.

    Also, je weiter Dein Berufsweg ist, desto mehr Geld verlierst Du.

    Ist das gerecht?

    Und dabei wird immer gefordert, das man mobil sein sollte und nicht immer am Heimatort nach Arbeit suchen soll.

  5. Peter 22. August 2005 · 14:02 Uhr

    von 30 auf 25 ist nicht schlimm.

  6. Klaus 22. August 2005 · 14:45 Uhr

    5 Cent hören sich nicht sehr viel an für einen Kilometer. Wenn man das aber umrechnet auf die 30 Mio Pendler, dann ist das schon eine schöne Summe, die als Kaufkraft verloren geht und so die Binnennachfrage noch weiter drosselt.

  7. Axel 22. August 2005 · 15:20 Uhr

    Also wenn ich diese Summen (550@-1750@) weniger in meinem Geldbeutel habe, dann ist das schon sehr schlimm für mich. Vor allem, wenn ich dann bedenke das ich den niedrigen Spitzensteuersatz für die richtig gut Verdienenden damit bezahle.
    Der soll nämlich auf 39% fallen.
    Und wieder muss der „kleine Mann“ die Zeche zahlen.

  8. Axel 22. August 2005 · 15:25 Uhr

    Interessant war aber die Aussage des Mittelständlers (Textilindustrie), der gesagt hat, die Menschen würden ganz klar weniger kaufen und das würde zu Lasten des Einzelhandels gehen, weil der die Preissteigerung nicht mehr ausgleichen könnte. Dieses würden zu StellenABBAU führen und keineswegs neue Stellen schaffen.

    Hoffentlich begreift das mal jeder!

  9. Klaus 22. August 2005 · 16:52 Uhr

    Ist schon klasse, was so eine Senkung der Kilometerpauschale volkswirtschaftlich mit sich bringen würde. Wenn man dann noch eine Erhöhung der Energiekosten, sprich Spritpreis, von ca. 20 bis 30 Cent der Liter in den nächsten 2 Jahren erwarten kann, dann sieht es noch düsterer aus als es derzeit ist.

  10. berlinnil 22. August 2005 · 20:35 Uhr

    Fakten, Fakten, Fakten – und an den Dreisatz denken!

    In den ersten 7 Monaten des Jahres 2005 waren in Deutschland durchschnittlich ca. 620057 Jugendliche unter 25 Jahre arbeitslos gemeldet. In dem Vergleichszeitraum des Jahres 2004 waren es 500852. (1)

    Dies macht eine Steigerung um 23,8 %. Es mag jeder, der das denn will, angesichts der Bedeutung von Jugendarbeitslosigkeit für jeden Betroffenen und die Gesellschaft insgesamt um die fehlenden 1,2%-Punkte streiten.

    Wenn die Realität nicht mit den eigenen Wünschen vereinbar ist, verweigert man sich schlicht der Realität. Nicht nur merkel-tv.de biegt sich die Zahlen so, dass sie passen. Auch der Bundeskanzler behauptet frech, Deutschland habe die „niedrigste Jugendarbeitslosigkeit in Europa“ (2). Dabei führt die Statistik der EU mindestens 6 Länder auf, die über geringere Quoten bei der Jugendarbeitslosigkeit verfügen als Deutschland (3) – trotz (oder wegen?) Hartz IV.

    Kann es sein, dass der seit sieben Jahren in seinem Kanzleramt eingezäunte Bundeskanzler die Realität in Deutschland von seinen Mitarbeitern nicht mehr vermittelt bekommt?

    Quellen:

    (1) BA, Monatsbericht Juli 2005, Seite 41, http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200507.pdf)
    (2) ARD-Interview mit Bundeskanzler Schröder, http://www.bundesregierung.de/Interview/-,413.869649/dokument.htm
    (3) Pressemitteilung der EU, S. 5, http://epp.eurostat.cec.eu.int/pls/portal/docs/PAGE/PGP_PRD_CAT_PREREL/PGE_CAT_PREREL_YEAR_2005/PGE_CAT_PREREL_YEAR_2005_MONTH_08/3-02082005-EN-BP.PDF

  11. Bürger 23. August 2005 · 17:33 Uhr

    Die Behautung Clements, „die Jugendarbeitslosigkeit sei seit dem Februar um 125.000 gesunken“, ist eine glatte Lüge. „Das belegen die amtlichen Zahlen der Bundesagentur aus Nürnberg. Bei den unter 20jährigen gab es saisonbedingt bis zum Juli sogar leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit.“

    Frau Merkel´s Aussage bei Frau Christiansen ist wahr, die Zahl ist nur, wie von berlinnil dargestellt, etwas zu hoch gegriffen.

    Dagegen ist die Behauptung der SPD hier (http://blog.nrwspd.de/archives/001176.php) schlicht falsch.

    …passt ins Bild, denn:

    Die SPD betreibt einen umfangreichen, massiven Lügenwahlkampf.

    Woran liegt´s? Unfähigkeit oder bewusste Wählertäuschung. Oder beides. Könnt´ Euch aussuchen, was schwerwiegender ist…

  12. Michael B. 23. August 2005 · 18:06 Uhr

    Leute,

    es ist zwar schon ein paar Tage her, nämlich kurz nach der letzten Wahl, deshalb der Sachverhalt nochmal kurz zur Erinnerung:

    Nach der letzten Bundestagswahl passierte es das erste Mal, daß man den Bundeskanzler und den Finanzminister der Bundesrepublik Deutschland öffentlich in allen Medien als Lügner bezeichnen durfte, ohne auch nur im geringsten mit rechtlichen Schwierigkeiten rechnen zu müssen. Es gab sogar einen Untersuchungsausschuss dazu, der semiofiziell als „Lügenausschuss“ bezeichnet wurde.

    Wenn aber jemand zu diesem Zeitpunkt behauptet hat, das Gerhard Schröder, Laienschauspieler Nr. 1 in diesem unserem Lande, sich die Haare färben läßt, dann wurde er vor Gericht gezerrt.

    Unser Innenminister Otto Schily und unserer werter Außenminister Josef Fischer haben es sich erlaubt, einen weiteren Untersuchungsausschuß über die Visaaffäre bewußt vorzuführen, zu filibustrieren (tolles Wort, mußte ich auch erst nachschlagen), um dann mit Hilfe der SPD-Mehrheit in diesem Ausschuß ein klares Wort zu ihren Verfehlungen zu verhindern.

    Was muß eigentlich noch alles passieren, bis der letzte es begreift?

  13. Lotharou812 23. August 2005 · 21:32 Uhr

    Hallo!

    Kann nicht ‚mal jemand mit der Neiddebatte aufhören, die die geplante Abschaffung der Steuerfreiheit der Zuschläge für Nacht- und Sonntagsarbeit betrifft?
    Fragt doch einmal einen Taxifahrer, ob die Fahrten, die er nachts unternimmt, anders versteuert werden als Tagesfahrten!?!

    Wenn man als Gesellschaft der Meinung ist, daß Nachts- und Sonntagsarbeit besonders entlohnt (!) werden muß, ist das Sache zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer und NICHT Sache des Staates. Wenn die vielbemühte Krankenschwester für ihre Nachtarbeit mehr Geld haben möchte, was ich gerne unterstütze, soll doch bitte die Gewerkschaft in die Hufe kommen!

  14. Hammannn 3. September 2005 · 20:41 Uhr

    moechte gerne wissen, ob dieser selbst ernannte baron von bayern, spaeter eine rolle in berlin spielt

  15. Michael Vinzens 12. September 2005 · 14:43 Uhr

    Das ist eine Unwahrheit von Ihnen die an eine Lüge grenzt, wenn sie behaupten für Arbeitslose würde soviel Geld wie nie zuvor ausgegeben werden.

    Die SPD hat mich als HartzIV-ler und meine Frau und die Kinder zum Sozialhilfe-Empfänger abgestempelt. Und das obwohl meine Frau arbeitet, und mein ältester Sohn jetzt im August eine Lehre als Koch angefangen hat.

    Hier mal persönliche Daten:
    Dez. 2004 bekam ich vom Amt noch 1100,- Euro. Dazu kam noch das Gehalt meiner Frau von ca. 800,- – 1000,- Euro.

    Seit Januar 2005 stehen uns ingesamt nur noch 1392,- Euro als Familie zu. Das heisst im Schnitt habe ich vom Amt nur noch 100,- Euro mtl. bekommen., ohne das Recht auf eine neue Waschmaschine, wenn meine jetzige kaputt geht.

    Wenn mein Sohn in der Bedarfsgemeinschaft mitverdient bekomme ich jetzt (ab August)
    gar nichts mehr.

    Und das, obwohl ich bestens ausgebildet bin (Kaufmann, IT-Profi, und SAP-level 3-Ausbildung in Materialwirtschaft-Logistik-eCommerce).

    Aber weil ich nicht studiert habe, bekomme ich in Sachen SAP keine Chance neu einzusteigen.
    Mit meinen 40 Jahren gehöre ich im IT-Bereich entweder zum alten Eisen oder ich konkurriere mit Jungen Leuten die ähnlich gut ausgebildet sind oder gar aus dem Ausland sind, oder die trotz abgebrochenem Studium gleich aufgrund des Alters bessere Chancen bekommen.

    Die rot-grüne Regierung gibt nur deshalb soviel Geld für Arbeitslose soviel Geld aus, weil zusätzlich zum Arbeitsamt die ARGE in den Städten als konkurrierende Verwaltungen aufgebaut wurden.
    Das kostet Geld, aber das Geld der Arbeitslosen wurde gekürzt. Das steht fest.

    Derweil frage ich mich: „was machen eigentlich noch die Arbeistämter?“ (ich wähle bewusst nicht das Wort Agentur, ich lehne das ab.)
    Seit 2 Jahren höre ich von keinem Amt was. Alle 3 Monate werde ich eingeladen meine Bewerbungen vorzulegen, seit Januar bei der ARGE.

    Ist das Fordern und Fördern?
    Die SPD ist eine Stümper-Partei, und solche Unwahrheiten zu verbreiten, grenzt schon an Schamlosigkeit.

    Aber seien Sie gewiß: damit verprellen Sie Ihre Ur-eigene Wählerschaft. Deswegen streben Sie ja, die „Neue Mitte“ an, die von Haus aus eigentlich immer konservativ war.

    Was ist die SPD nun eigentlich? Arbeiter-Partei, Partei der Arbeitnehmerrechte, Friedens-Partei, Partei-der-Mitte, Kohl-muss-weg-Partei, Anti-Atom-Partei, Anti-CSU-Partei, Neo-Liberale-Partei?

    Können Sie sich mal entscheiden und Ihre Hütchen-Spielchen auf Kosten der Menschen beenden?

    Damit tun Sie sich und dem Menschen in diesem Land einen gefallen.
    Die SPD ist eines keinesfalls: eine Partei die ein Herz für Arbeitslose hat. Im Gegenteil, so etwas herzloses wie Sie, habe ich noch nicht erlebt.

    Aber es ist ja heute modern den arbeitenden Menschen zu erzählen Sie würden nur deshalb alle nur zuviel Steuern zahlen weil es zuviel Arbeitslose oder zuwenig Arbeit gibt.
    Das ist das was die SPD den Menschen gesagt hat, um HartzIV durchzusetzen.
    Die Arbeitslosen haben keine Lobby, schon gar nicht in der SPD. Pfui!!!

    mfg

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.