Es ist schon ein paar Tage her, dass tagesschau.de berichtete, der sächsische Bundestagsabgeordnete Henry Nitzsche verwende für den Bundestagswahlkampf den Wahlslogan „Arbeit, Familie, Vaterland“ – den gleichen Spruch, den die NPD noch im sächsischen Landtagswahlkampf vor einem Jahr verwendet und der von der französischen Vichy-Regierung im zweiten Weltkrieg erfunden worden war.
Während mittlerweile Politiker von SPD und Grünen Nitzsches Rücktritt fordern und Paul Spiegel, Vorsitzender des Zentralrates der Juden, um einen Verzicht auf die Parole bittet, zeigt sich die CDU immer noch stur und verteidigt Nitzsche – der übrigens schon öfter mit fremdenfeindlichen Sprüchen aufgefallen ist, damit, dass dieser Themen besetze, die Menschen bewegten.

Nun, mich zumindest bewegt dieser Spruch auch. Allerdings in eine andere Richtung, als die sächsische CDU hofft: Ein solches Spiel mit vorbelasteten Parolen kann kein Zufall sein – zumindest nicht bei einem Mann wie Nitzsche, der schon öfter in die rechte Klamottenkiste gegriffen hat.
Die CDU sollte um ihrer selbst willen schnellstens Entschlossenheit zeigen und solch rechtsradikales Gedankengut aus ihrem Repertoire streichen – und Herrn Nitzsche Nachhilfestunden in Geschichte geben.

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9 Kommentare

  1. Peter 23. August 2005 · 3:10 Uhr

    Warum sollte die CDU das tun? Von dem anderen braunen Bodensatz trennen sich die Kameraden schließlich auch nicht….

    http://www.ndrtv.de/cgi/pan_video/20020606_cdu

  2. Edelstrauß 23. August 2005 · 9:27 Uhr

    Das kann alles nicht wahr sein – wie kann eine Partei wie die CDU so etwas machen? Warum hat bei denen keiner den Mumm, sich dagegenzustellen.
    Das die CDU rechts ist, wusste ich schon immer. Das sie mitunter zum rechtsextremen neigt, war mir auch bekannt. Aber dass sie so durchsetzt ist mit Neonazis und bekennenden Rechtsradikalen, ist ungeheurlich.
    Ich werde in den nächsten Tagen und Wochen sämtliche Freunde und Bekannte darauf hinweisen.
    Eine Partei, die den Nationalsozialismus gut heisst wie die CDU, hat mit Demokratie nichts mehr zu tun und gehört aufgelöst!

  3. Wahlen 23. August 2005 · 13:42 Uhr

    Politiker wollen nicht verstehen

    Verbale Ausrutscher deutscher Politiker ab Fliessband. Kritik wollen sie nicht hören, erst recht nicht verstehen.

    Zum Thema passend

    Ausgewählt

    Aus externen Quellen ha- ben wir für nebenstehenden Beitrag unter diesem Link pas…

  4. Peter 23. August 2005 · 16:26 Uhr

    Mach Dir da mal nicht allzu große Hoffnungen. Ich sage das schon seit Jahren, und werde mit meinen Ansichten, dass die CDU/CSU zumindest in Teilen rechtsradikal ist, oft belächelt. Ich glaube, dieses Pack ist in dieser Partei tief verwurzelt, und Äußerungen von Leuten wie Hohmann, Koch, Rüttgers, Stoiber oder dem oben genannten Nitzsche sind nur die Spitze des Eisbergs. Ich wundere mich, dass diese Tendenzen trotz immer wiederkehrender journalistischer Enthüllungen nicht im Verfassungsschutzbericht auftauchen.

  5. Manfred Zasser 23. August 2005 · 17:56 Uhr

    Nun ja – man kann nun doch sagen, dass die CDU von ihrem Führungspotenzial damals die NSDAP beerbt hat – was ja auch ansatzweise legitim ist, denn diese Menschen mussten auch weiterleben. Das diese aber damals politische Ämter zugeschustert bekamen und heute ihre Ziehenkel immer noch in der Partei pflegen, ist nicht zu entschuldigen.
    Für mich sind Teile der CDU ein krimineller, rechtsradikaler Haufen, gegen den man schnell was unternehmen muss.
    Verbreiter von Neonazisprüchen wie Koch, Rüttgers, Hohmann und Co. sollten aus einer demokratischen Partei fliegen und nicht noch mehr Macht bekommen…

  6. Marcel 23. August 2005 · 19:31 Uhr

    Im Wahlkampf begegnen uns tagtäglich die Slogans der Parteien. In der Regel sind diese gemeinsam mit Beraterteams erdacht und von den Parteiverantwortlichen genehmigt, stets mit dem Ziel der Mobilisierung, Personalisierung, Profilierung und/oder Provokation. Daran haben wir uns gewöhnt. Am Beispiel der SPD kann gezeigt werden, dass dies durchaus positiv zu sehen ist, wenn die Slogans auf konkrete Inhalte im Wahlprogramm hinweisen.

    Es gibt Ausnahmen:

    Die Linkspartei bedient sich einer Renaissance kommunistischen Gedankenguts auf der Basis von Unsicherheit, Orientierungslosigkeit sowie Zukunftsangst und gerade ausgehend von Kritik an der sozialen Abfederung. Einen Knüppeldamm durch die Unwegsamkeit sozialistischer Ideologien gaukelt man den Wählern als Weg in eine bessere Zukunft vor. Gefährlich ist, dass sich deren populistische Trickkiste nun gezielt für ganz Deutschland öffnet.

    Die CDU vereint die Altlast des Kanzlerwahlvereins mit wenig programmatischer Erfahrung aus ihrer Oppositionszeit in einem Rahmen unterschiedlicher politischer Gangart innerhalb der Union. Das Resultat dieses Zustands offenbart sich wieder einmal im gegenwärtigen Wahlkampf. Die überraschend vorgezogenen Neuwahlen streuen noch zusätzlich Sand in dieses Getriebe. Unionspolitiker peitschen empörende Äußerungen durchs Land. Sie zeigen der Bevölkerung dabei ein Gesicht, das kein Vertrauen verdient. Als potenzielle und amtierende Volksvertreter feilen sie an der Bewehrung der deutschen Gesellschaft und verletzen ihr internationales Ansehen.

    Erschreckend ist, dass ein derartiges Verhalten innerhalb der Union auf Zustimmung stößt. Einmal lässt sich diese Aussage durch die ausbleibenden Reaktionen seitens der Parteispitze belegen, außerdem ist im Beifall der Anhängerschaft keine Ablehnung erkennbar. Mehr noch: Mit markigem Gefühl konnten die Fernsehzuschauer beispielsweise nach Bekanntgabe des Ergebnisses der Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen und der möglichen vorgezogenen Neuwahlen von einer Gruppe von CDU-Mitgliedern das Besingen des Weges nach Berlin vernehmen. Ich hatte den Tonfall und die Wortwahl vorher nur in Zusammenhängen mit kriegerischen Handlungen gegen Frankreich und England im Zweiten Weltkrieg gehört.

  7. Mechthild Grothe 24. August 2005 · 0:30 Uhr

    Das habe ich auch gehört! Damals, nach der NRW-Wahl wurden auch anstössige Lieder gesungen. Aber bei der JU ist es ja auch üblich, die erste Strophe der Nationalhymne zu singen. Ich war nie in einer Partei und als mein Sohn einen Freund in der JU hatte, habe ich ihn ermutigt, sich auch zu engagieren – auch gerne in der CDU. Nach drei Veranstaltungen hat er mir dann erzählt, dass die regelmäßig, nach dem sie getrunken haben, nationalistische Lieder singen, auf Wilhelm II. trinken und gegen Ausländer hetzen.
    Das wird sicher nicht überall so sein und nicht jeder CDU-Mensch ist ein Neonazi. Aber es gibt sie in dieser Partei – und sie werden anscheinend geduldet…

  8. Peter 24. August 2005 · 17:36 Uhr

    Interessant. In welcher Stadt war Dein Sohn bei der JU? In Detmold gab es vor ein paar Jahren einen Fall, der ausnahmsweise auch an die Öffentlichkeit kam. Der CDU-Stadtrat Hendrik Schnelle ist später, soweit ich weiß, von der Partei ausgeschlossen worden.

    http://www.ariplex.com/tina/tm5/3/tm5_3292.htm

  9. Sven Wallmann 24. August 2005 · 20:05 Uhr

    Altmodisch ausgedrückt: Der Friedenskanzler unseres Vaterlandes, Gerhard Schröder, hat uns deutsche Truppen im Irak erspart. Seine Agenda 2010 sorgt für mehr Arbeit. Und die SPD will die Familen fördern.
    Arbeit, Familie, Bundesrepublik!

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